2nd Classical & Beyond Festival in Ottobrunn: Kreuschbrothers feat. Giora Feidman & Bobby Watson

In den vergangenen zehn Jahren sind im Ottobrunner Wolf-Ferrari Haus im Rahmen der Ottobrunner Konzertreihe u.a. Stars und Legenden wie Joachim Kühn, Ralph Towner, John Scofield, Kenny Garrett, Aki Takase, Klaus Doldinger, Alfredo Perl, Pepe Romero, das Hilliard Ensemble, Tulio Peramo, Badi Assad, Eliot Fisk, Al di Meola, Joe Lovano, Dave Liebman oder Rabih Abou Khalil in Ottobrunn aufgetreten!


Zu diesem Jubiläum haben die Brüder Johannes & Cornelius Kreusch, die mal im Hintergrund als Organisatoren, mal selbst auf der Bühne stehen, für das Rahmenprogramm des zweiten Classical & Beyond Festivals als „Star-Gäste“ niemand Geringeren eingeladen als die Klezmer-Legende Giora Feidman und den Saxophon-Giganten Bobby Watson.

Den ersten Abend des Festivals bestritt Cornelius Kreusch – hoch inspiriert und virtuos – solo am Piano, gefolgt von Johannes Kreusch an der Gitarre im Duo mit dem mittlerweile 82-jährigen Klarinettisten Giora Feidman. Was sich während dieser Begegnung ereignete war mehr als nur faszinierend. Giora Feidman begann mit ultraleisen, aufmerkenden Tönen, die er seiner Klarinette entlockte, im Geiste des klassischen chassidischen Niggun, mit der wundervollen Melodie des hebräischen Volksliedes Hava Nagila. Es folgten Werke von Piazolla bis Schubert. Als Feidman schließlich das Lied „Dona Dona“ anstimmte, summte das Publikum leise und verhalten die Melodie des Liedes mit. Giora Feidman war sichtlich bewegt – Gänsehaut pur!

Nach dem Konzert folgte dann ein Ottobrunner Special: das obligatorische „Meet The Artist“: Nach tiefen persönlichen und versöhnlichen Ein- und Ausblicken im Dialog mit Feidman und den Kreusch Brüdern, Moderator Tom R. Schulz sorgte behutsam für einen durchgängigen Gesprächsfaden, folgte ein ganz besonderer Moment: Auf die Frage von Schulz, wie man das fruchtbare Gespräch zu einem Ende bringen könne, ob man noch gemeinsam etwas singen wolle, antwortete Feidman klar und bestimmt: NEIN – er werde noch etwas spielen … , holte seine Klarinette und begann solo „Shalom Chaverim“ zu spielen. Das Publikum setzte behutsam mit feinem Gesang ein und so entstand ein einmaliger, unvergesslicher Moment!

Im ersten Teil des zweiten Abends spielten dann Doris Orsan an der Violine im Duo mit dem Gitarristen Johannes Kreusch und verzauberten das Publikum unter dem Motto „Tango y Canciones“ mit eindringlichen, besinnlichen Klängen von Piazolla, über Peramo bis hin zu Kompositionen von Cabrera und DeFalla.

Im zweiten Teil des Abends spielte Bobby Watson gemeinsam mit Cornelius Kreusch, Jens Loh am Bass und dem Drummer Patrick Manzecchi – „New York World Jazz“ vom Feinsten. Verstärkt wurde das Quartett schließlich von der „African – Brazilian Percussionpower“, Gilson de Assis, Famadi Sako und Borel da Souza, mit rasanten, aberwitzigen Rhythmen – für das begeisterte Publikum gab es zum Schluss kein Halten mehr.

Beim obligatorischen „Meet the Artist“ folgten dann persönliche Eindrücke und Erfahrungsberichte von Bobby Watson und den Kreusch-Brüdern.

Für das Auge sorgte in bewährter Weise Mastermind Josef Hagn mit seinem Team für ein beeindruckendes, unglaublich stimmiges Bühnenbild.

Diese beiden Abende werden ohne Zweifel in die Geschichte Ottobrunns eingehen.

Text & Fotos: Thomas J. Krebs

 

 

 

 

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