Das Internationale Feringa Jazzfestival im Rückblick

Jede Menge los in München und Umgebung. Helene Fischer in der Allianz Arena, Sommerfestival im Olympiapark und das Endspiel der Fussball-Weltmeisterschaft … bei dem Programm des Internationalen Feringa Jazzfestival in Unterföhring gab es an diesem Wochenende für die Jazzfans keine Entscheidungsnöte. Der Jazz wurde gefeiert! Das Herrliche ist im Bürgerhaus Unterföhring vor allem das einladende Ambiente und die relaxte Atmosphäre. Als Festivalopener gab sich dieses Jahr Kenny Garrett mit seinem Quintett die Ehre und veranstaltete ein Jazzfeuerwerk vom Feinsten. Seine Beats sind live, gespickt mit herrlich inspirierten Soli, im Gegensatz zu seinem aktuellen Albums „Sounds From The Ancestors“, durchaus eingängig und danceable, was sich gegen Ende seines Auftritts widerspiegelte. Der ausverkaufte Saal tanzte, gute Vibes überall. Die Band mit Percussion Legende Rudy Bird, Keith Brown, Jeremiah Edwards und Michael Ode, bestens eingespielt, waren so gut gelaunt, dass sie nach der Zugabe, nachdem nur noch eine Handvoll Zuschauer im Saal waren, kurzfristig noch eine Jam-Session auf der Bühne einlegten. That’s Jazz! Werbung Aufregendes Quintett Am zweiten Abend dann die grandiose Vibraphonistin Sasha Berliner mit einem aufregenden Quintett: Pablo Held am Flügel, dem Saxophonisten Seamus Blake, Simon …

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Der Berg spielt mit: das 44. Südtirol Jazzfestival Alto Adige zwischen Berggipfel und Clubkeller

(Text und Fotos: Stefan Pieper) Hoch oben auf dem Vigiljoch, in einem Mittagskonzert vor mächtiger Bergkulisse, geschah etwas, das den Ton dieser 44. Ausgabe am reinsten traf. Das norwegische Duo Sissel Vera Pettersen und Eirik Hegdal umarmt die Landschaft mit seiner Musik. Aus den langen, offen assoziativen Stücken öffnen sich weite Räume, die flächig und ambienthaft wirken und dann konkreter werden, getragen vom lyrisch atmenden Saxofon, Hegdals Klarinette und einer Stimme, die Pettersen ganz instrumental einsetzt. Exotisch anmutende Figuren wirken wie aus einer nordischen Folklore, die elementaren Zuständen nahe ist. Dazu pulsieren sanft tiefe Bassfrequenzen aus der Elektronik, wie die Stöße eines heißen Sommerwinds, der sich mit dem freien Spiel des Duos synchronisiert. Konzerte auf Bergeshöhe sind stets das gewisse Etwas dieses Festivals, und mit ihrem grenzenlosen atmosphärischen Gespür haben die beiden die Messlatte höher gelegt. Wenn das Wetter Regie führt Manchmal zogen nachmittags Gewitter auf und erzwangen Verlegungen nach drinnen; das war längst eingespielte Routine. Das Schweizer Trio um die Lausanner Kontrabassistin Louise Knobil wich kurzerhand in die Wohnzimmeratmosphäre des Hotels Bad Ratzes aus, am Fuße des Schlern-Massivs. Knobil, die sich als Marke inszeniert …

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Bayerisches Jazzweekend 2026 – vielfältiger, jünger und interessanter denn je

Freitag und Samstag: Sounds zwischen Afrika und Ohrenputzern Vielfältiger, reicher, jünger und damit interessanter denn je. Auf diese einfache Formel lässt sich das diesjährige 45. Jazzweekend bringen. Auch wenn in den letzten Jahren seit dem geglückten Relaunch des einstigen Amateurfestivals vieles nach Jahren der Stagnation besser geworden ist, scheint es heuer noch einmal mehr Schwung bekommen zu haben. Zu spüren war das vor allem am Abend der offiziellen Eröffnung, als Scharen jüngerer und junger Menschen die Plätze, Höre und Gassen und später die noch wenigen offenen Spielstätten regelrecht bevölkerten. Beim Degginger bildete sich gar eine lange Schlange Wartender, um möglichst doch noch etwas von der coolen Show des Rapduos Leila Carter und Maniac mitzubekommen. Die virtuose junge Freestyle-Sängerin und der fast schon altgediente HipHop-Enthusiast traten zusammen mit einem der heißesten Live-Acts der deutschen Hip-Hop-Szene auf. Tribez, das fünfköpfige Ensemble mit dem vibrierenden Gitarristen Ben Treimer im Zentrum fädelte sich mit phänomenaler Energie von der 1960er Jahre Instrumentalnummer „Apache“ bis zu scratchy Sound von heute ohne dabei in eine Nostalgiepfütze zu treten. Werbung Die durchwateten dagegen am nächsten Abend voller Genuss Uwe Nitzl and his Sixpack …

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Myra Maud (c) JM Koch

Der Spirit der Nina Simone: Auftakt zum 45. Bayerischen Jazzweekend

Da hatte es das Wetter mal gut mit dem Jazzweekend gemeint: Bei angenehmen Temperaturen füllte sich die Piazza im Gewerbepark zum traditionellen Auftakt schnell mit Publikum, die Stimmung war entspannt, das Bier schmeckte. Leicht unterspannt war allerdings das, was zum Einstieg in den dreiteiligen Abend von der Bühne tönte: Triorange aus München ließ es schon sehr locker angehen mit seiner Mischung aus Swing, Dixie und Bossa. Bei den Gesangseinlagen von Trompeter Mark Johnson und Posaunistin Marion Dimbath war wenig Zug dahinter, und so plätscherten alberne Liebenswürdigkeiten wie „Chewing Gum“ doch ein wenig vor sich hin. Die Trio-Stammbesetzung – neben Dimbath mit Alex Czinke an der Gitarre und Robert Klinger am Kontrabass – war für diesen Auftritt zum Quintett um Trompete und Schlagzeug (Wolfgang Kotsowilis) erweitert worden. Das Energielevel steigerte das nur bedingt, schön waren allerdings die zweistimmigen Passagen von Trompete und Posaune. Marion Dimbath wird als „Jazz-in-Residence“-Künstlerin im Laufe des Weekends noch in weiteren Formationen zu hören sein, am Samstag zum Beispiel im Trio Elsa va dor mit Klarinettistin Janine Schrader und Cellistin Anna Rehker – womöglich die spannendere Konstellation. Werbung Stolz konnte Emiliano Sampaio …

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Stanley Clarke erhält die German Jazz Trophy – eine Laudatio von Mini Schulz

Pünktlich zum Start des diesjährigen Stuttgarter Festivals Jazz Open wurde traditionell die  German Jazz Trophy im SpardaWelt Eventcenter verliehen. Auch wenn der Star des Abends ohne Frage der Preisträger Stanley Clarke ist – am 1. Juli 2026 wurde gleich im doppelten Sinne Geschichte geschrieben. Schließlich wird die German Jazz Trophy heuer zum 25. Mal überreicht. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert sowie mit einer Statue des Stuttgarter Bildhauers Otto Hajek. Er wird verliehen von der Stiftung Kunst und Kultur der Sparda-Bank Baden-Württemberg, der neuen musikzeitung und JazzZeitung.de „Die German Jazz Trophy würdigt seit 2001 Künstlerinnen und Künstler für ihr Lebenswerk – dafür, dass sie nicht nur einfach Musik machen, sondern Jazz in seiner reinsten Form leben – ihn denken, formen und immer wieder neu erfinden“, sagt Jurymitglied Martin Buch, der Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Kunst und Kultur der Sparda-Bank Baden-Württemberg. Werbung Vor dem Konzert des Preisträgers, der mit seinem aktuelle Quartett mnit Beka Gochiashvili (keys), Emilio Modeste (sax) und Jeremy Collier (drums) nach Stuttgart gekommen war, gab es wie immer eine Laudatio. Diese Lobesrede hielt kein Geringerer als Mini Schulz, einer der großen …

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Kein Hitzefrei für die Avantgarde: Das 44. Südtirol Jazzfestival Alto Adige hat begonnen

Das Südtirol Jazzfestival Alto Adige eröffnete seine 44. Ausgabe im Bozener NOI Techpark – und erlebte einen Traumstart unter freiem Himmel. Kurz zuvor war das Festival mit dem EJN Award for Adventurous Programming des Europe Jazz Network ausgezeichnet worden. Zehn Tage lang wird nun das ganze Land zur Bühne – mit über fünfzig Konzerten an drei Dutzend Spielstätten mit mehr als hundert Musikerinnen und Musikern aus halb Europa und darüber hinaus. Es ist diese eine Stunde am Abend, in der die Tageshitze noch in den Betonflächen des Bozner NOI Techpark steht und der Himmel über den Bergen zu glühen beginnt. Mitten in einem flachen Wasserbecken stehen drei norwegische Schlagzeuger auf kleinen Podesten: Gard Nilssen, Hans Hulbækmo und Håkon Mjåset Johansen. Hineinspringen lohnt nicht, dafür ist das Wasser zu seicht. Doch ihr Zusammenspiel entwickelt einen eigenen Sog: Sie verweben ihre Rhythmussprachen zu einem einzigen Puls – drei Individualitäten, die ihr Spiel mit der Atmosphäre ringsum verschmelzen lassen. Auf der Bergkette über dem Stadtteil leuchten mächtige Haufenwolken orange in der Abendsonne. Werbung Eben noch prägt die ausgelassene Stimmung des Begrüßens und Wiedersehens das Geschehen. Der Hochsommer, der …

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Das 1. Muniq Jazz Festival begeistert auf ganzer Linie

Schee war’s. Alles in allem ein gelungenes Festival, entspannte Stimmung, kommunikative Atmosphäre, musikalisch fantastisch mit wunderbaren Begegnungen abseits der Bühne. Das Wetter spielte mit, die Locations haben sich als absolut festivaltauglich erwiesen und so passte eins zum anderen … aber nun der Reihe nach. Werbung Das Niq-Team und das 1. Muniq Jazz Festival Wer steckt hinter allem? Das NIQ e.V. Team! Vor gut vier Jahren von AkteurInnen der Münchner Jazzszene gegründet, entstand schließlich die Idee, ein Festival zu veranstalten das aktuelle Strömungen des Jazz und improvisierte Musik kombiniert. Dreh- und Angelpunkt sind Münchner Jazzmusiker, die einen aktiven Austausch zur überregionalen Szene herstellen und so Kooperationen ermöglichen. Seit Monaten intensiver Vorbereitungen des Niq Teams, Sponsoren- & Locationsuche nahm das 1. Muniq Jazz Festival Form und Gestalt an. Am 19. und 20. Juni war es endlich soweit. Das Programm stand, Locations waren gebucht, Licht- und Tonteam waren gefordert und gaben ihr Bestes. Im Nachgang betrachtet war das Muniq Jazz Festival eine bemerkenswert innovative Veranstaltung, die über den Jazz-Tellerrand blickt und mit abwechslungsreichen Programm für Begeisterung sorgte. Zwei heiße Tage Heiß war es, nicht nur wegen sommerlicher Temperaturen, …

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„Viel Spaß Viel Spaß“: Web Web in der Unterfahrt

(Von Claus Lochbihler) Mit augenzwinkernden Ansagen, einem neuen Album und einer neuen Bassistin präsentieren „Web Web“ in der ausverkauften Unterfahrt ihre ganz eigene Mischung aus Spiritual Jazz, „Passport“-Covern und Ethno-Anklängen. Roberto Di Gioia und seine Mitstreiter entwickeln dabei einen Sog, der Musiker und Publikum gleichermaßen erfasst – bis am Ende sogar ein Jazzprofessor aus Georgia für die Zugabe auf die Bühne kommt. „Web Web: Kover Kover, Ihr versteht?“, fragt Roberto Di Gioia augenzwinkernd, als er dem Unterfahrt-Publikum die Band und das neue Album vorstellt. Und dabei verdoppelt er ihre Vornamen dadaistisch: Tony-Tony Lakatos am Tenorsaxophon und der Querflöte, Peter-Peter Gall am Schlagzeug; und – als Neuzugang für Christian von Kaphengst – Franzi-Franzi Aller am E- und am Kontrabass. Werbung Blindes Vertrauen Zu jedem Bandmitglied erzählt Roberto-Roberto kurz, was ihn mit den Bandmitgliedern verbindet: Bei Lakatos, der in seine Soli Repeat-Licks so virtuos einbaut, als ob er den Bandnamen auch musikalisch begründen möchte, sind es 40 Jahre gemeinsames Musizieren. Bei Gall habe er, Roberto Di Gioia, beim ersten gemeinsamen Konzert schon nach vier Takten gewusst: „Mit dem willst du in einer Band spielen.“ Und bei Franzi Aller …

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Zehn Jahre Shake Stew

Shake Stew reißt beim Jubiläumskonzert zum Zehnjährigen im Hof des Regensburger Thon Dittmer Palais  das Publikum zu Begeisterungstürmen hin. Gegen Ende des eher kurzen, musikalisch überaus üppigen Auftritts von Shake Stew ist es bei leichtem Niesel doch spürbar klamm geworden. Dabei hat sich „Österreichs  Jazzband der Stunde“, wie die Wochenzeitung „Die Zeit“ das Septett um Bandleader Lukas Kranzelbinder schon früh hervorhob, mächtig ins Zeug gelegt, um dem Publikum ordentlich einzuheizen. Das gelang ihr auch vom Fleck weg mit einem Medley älterer Stücke. Damit zeichnete die Band schon einen riesigen Bogen, den sie von der Noise Music der späten 90er Jahre übers südliche und nördliche Afrika bis in die aktuelle Londoner Subkultur durchwanderte. Wobei der brachiale Lärm des Noise nur ein entferntes Echo im Übergang von einem zum nächsten Stück blieb. Im flächigen Sound zweier Bassgitarren türmten sich wabernde Klangwände im eher geruhsamen Arkadenhof des Thon-Dittmer-Palais` auf, die alles mit sich rissen, was auf entspannter und lässiger Feelgood-Atmosphäre eingestellt war. Werbung In Stimmung gebracht worden waren die Zuhörenden schon zuvor vom Jazzorchester des Von-Müller-Gymnasiums. Unter der anfeuernden Leitung von Sebastian Glas und Jazzclub-Beirat Michael Straube, der seit …

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Das 7. „Look Into The Future“-Festival in Burghausen vereinte wieder wegweisende Künstler aller Genres

 Ungewisser Blick in die Zukunft – Spannende Grenzgänge „Music On The Edge“ war das Motto des 7. „Look Into The Future“-Festivals in Burghausen. Es hätte auch schon auf alle früheren Ausgaben gepasst. Kein reines Jazz-Festival ist das, obwohl traditionell viele Künstler dem Genre zuzurechnen sind, nicht einmal ein reines Musikfestival. Hier wird das präsentiert, was interdisziplinär und über Genregrenzen hinaus gedacht ist, sozusagen in die Zukunft der Kultur allgemein. Dafür stehen schon seine Macher: Die Brüder Cornelius Claudio und Johannes Tonio Kreusch haben ihre so unterschiedlichen Karrieren als Jazzpianist und klassischer Gitarrist schon seit Langem in vielen Projekten als Künstler wie als Veranstalter zusammengeführt – mitunter auch inspiriert und unterstützt von ihrer Schwester Carolina Camilla Kreusch, einer renommierten bildenden Künstlerin und Kunstprofessorin. Werbung So bemühte fast jede Veranstaltung den kreativen Austausch unterschiedlicher Künste und Künstler, mit dementsprechend vielen Uraufführungen oder einmaligen Vorstellungen. Gleichzeitig beschäftigte sich „Look Into The Future“ stärker als andere Festivals mit Raum und Zeit als Vorgaben künstlerischen Schaffens. Das Kloster Raitenhaslach als „Festivalzentrale“ ist ein ebenso außergewöhnlicher Spielort wie das Ankerkino, die Studienkirche oder der Stadtsaal. In ihnen verbinden sich die Ästhetik …

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