Das Yonathan Avishai Trio beschließt die Ausstellung „Der Wind, das Licht | ECM und das Bild“ im Kunstverein Ingolstadt

„Der Wind, das Licht | ECM und das Bild“ heißt eine Ausstellung des Kunstverein Ingolstadt e.V, die noch bis 27. Januar 2019 zu sehen ist. Der Kunstverein Ingolstadt widmet sich in dieser Ausstellung der Cover Art des Musiklabels ECM, Edition of Contemporary Music. ECM hat sich seit seiner Gründung 1969 dem Jazz und der zeitgenössischen Musik verschrieben und ist weltweit eines der führenden Labels in diesem Bereich. Integraler Bestandteil der ECM-Plattenproduktionen war seit jeher die Ästhetik der Covergestaltung. Die Zusammenarbeit des Gründers und Produzenten Manfred Eicher mit Gestaltern wie Barbara und Burkhart Wojirsch und Dieter Rehm fruchtete in einer Ästhetik des Covers, die einen Dialog zwischen fotografischem Bild und Musik eröffnet. Anhand ausgewählter Beispiele, Originale, Publikationen und einer Präsentation von über 1.500 bisher veröffentlichten Album-Cover etc. wird die komplexe Bildwelt von ECM aus einem Fundus von möglichen Bildern vorgestellt, um so …

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Yonathan Avishai mit seinem Trio im Jazzclub Unterfahrt

Letzte Woche gastierte das Yonathan Avishai Trio im Münchner Jazzclub Unterfahrt. Als Pianist bei Avishai Cohen war er an dessen ECM Alben „Into The Silence“ und „Cross My Palm With Silver“ mit beteiligt, während Yonathan Avishai selbst seit über 5 Jahren mit seinem eigenen Piano-Trio die Klangwelt der 88 Tasten erkundet und weiter entwickelt. Im ersten Set des Abends präsentierte das Trio ihre neue CD „Joys and Solitudes“, die Ende des Monats auf dem Label ECM erscheinen wird. Im zweiten Set schließlich spielte das Trio eine Mischung aus älteren Originals aus der Feder Avishais, sowie ein paar einzigartig arrangierte Standards. Den gesamten Abend über vermittelte das Trio eine leichte, federnde Spannung mit immer wieder leisen, aber eindringlichen Überraschungsmomenten. Kongenial begleitet wurde der in Israel geborene und mittlerweile im Pariser Umland ansässige Yonathan Avishai dabei von Yoni Zelnik am Bass sowie …

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Jasper van’t Hof & Heinz Sauer im Kallmann Museum

Ismaning, Freitag Abend: Die Fahrt dorthin ein absoluter verkehrstechnischer Albtraum! Nach Stau, Flug- und S-Bahnverspätung trafen die Künstler spät, aber glücklicherweise rechtzeitig ein. Heute Abend im Kallmann Museum auf dem Programm ein „unplugged Set“ der beiden großen Improvisatoren des Jazz, dem Pianisten Jasper van’t Hof und Heinz Sauer am Tenorsaxophon. Ein schneller Check noch vor dem Konzert … Themen kurz angespielt, ein paar Notizen, Setlist zusammen gestellt, alles gut! Pünktlich ging es dann los. Bis auf den letzten Platz ausverkauft, sehr intimer Rahmen im Konzertraum des Museums! Vor nunmehr 35 Jahren trafen van’t Hof und Sauer zum ersten Mal beim Jazzfestival in der Hamburger Fabrik aufeinander. Weitere zehn Jahre verstrichen bis die beiden wieder zusammen fanden, und nun musizieren sie in regelmäßigen Abständen, wenn die Termine passen. Ein Gipfeltreffen zweier Titanen, die traumwanderlisch zusammen musizieren, aufeinander hören, reagieren und improvisieren. …

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Enthoben und entrückt: Jörg Brinkmann Trio auf dem Gelsenkirchener Nordsternturm

Text und Fotos von Stefan Pieper. Weit reicht der Blick vom Gelsenkirchener Nordsternturm über das Ruhrgebiet. Lichter funkeln – und einige letzte Stahlwerke und Fabriken schicken vereinzelte Feuerstöße in den Nachthimmel. Die mächtigen Stahlräder im Maschinenhaus, welche einst die Aufzüge in die Tiefe der Schächte entließen, stehen heute still. Das Maschinenhaus ist heute eine spektakuläre Musikspielstätte, welche durch die Konzertreihe „Fine Art Jazz“ für den Jazz erschlossen wurde – an diesem Abend fühlt sich das Trio um den Cellisten Jörg Brinkmann in einem solchen Umfeld sichtlich wohl. Brinkmann, der heute in Bochum lebt, wollte im Alter von 15 Jahren nicht einfach nur die Kompositionen anderer, meist toter Komponisten nachspielen. Infiziert von Rock und Blues begann er, über harmonische Schemata zu improvisieren. Die Initialzündung wirkte nachhaltig: Heute spielt er so ganz das, was ihm die eigene innere Stimme sagt – und …

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Bill Frisell (USA) – Music is | © HuPe-kollektiv

Jazzfest Berlin 2018 | Tag 4 | Mary Halvorson Octet / Bill Frisell

Der letzte Abend auf der „Großen Bühne“ des Hauses der Berliner Festspiele. Das HuPe-kollektiv (nicht der Autor der Blogtexte!) hat das in Fotos gebannt gesammelt, so wie auch schon an den anderen drei Tagen. Auf der Bühne standen Bill Frisell und das Mary Halvorson Octet (Bericht folgt). An dieser Stelle ein ganz herzlicher Dank an die Fotografin in der ersten Reihe. Schauen Sie sich auch die anderen drei Blogeinträge an, die sie fotografisch eingefangen hat, die anders als am letzten Tag, noch weitaus mehr gutes Material hergaben (siehe Ende des Artikels). Mary Halvorson Octet (USA) – Away with you Mary Halvorson guitar Susan Alcorn pedal steel guitar Dave Ballou trumpet Jon Irabagon alto saxophone Ingrid Laubrock tenor saxophone Jacob Garchik trombone John Hébert bass Tomas Fujiwara drums Bill Frisell (USA) – Music is Bill Frisell guitar solo In der Zugabe …

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Jazzfest Berlin 2018 | Tag 3 | Suppentopf-Typologien

Vorsicht Star! Alarm! Ein Konzert mit viel Jazzgeschichte kündigte die Moderatorin des dritten Abends im Haus der Berliner Festspiele an. Eingeladen waren zwei (drei) größere Besetzungen. BigBand und BigEnsembles. Dabei blickte man in der Tat tief in die Anfänge der Jazzgeschichte zurück. Und in die Kochkunst. Abgekocht, abgeschmeckt: Instantsuppe Jazzmeia Horn betrat mit der WDR BigBand und ihrer Show „A Social Call“ zuerst die Bühne. Um genau zu sein, etwas später. Zunächst durften sich Leiter Bob Mintzer und die WDR BigBand für ein Stück selbst präsentieren. Es ist leider eine andauernde traurige Geschichte beim Jazzfest, dass eine ARD-BigBand dabei sein muss. Selten kommt es dabei zu ganz eigenen Ereignissen. So eben leider auch hier. Jazzmeia Horn setzte sich sozusagen auf die Arrangements von Bob Mintzer drauf. Klar, kann Mintzer arrangieren, klar die BigBand das umsetzen, das ist deren Job. Solide, …

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Duo „Hamid Drake & Yuko Oshima“ (USA/Japan). Foto: HuPe-kollektiv

Jazzfest Berlin 2018 | Tag 1 | “So What Can Jazz Do?”

Das Jazzfest Berlin wird dieses Jahr zum ersten Mal von Nadine Deventer kuratiert. Sie wird vieles anders machen, Akzente neu setzen, kurz: Ihren eigenen Stempel den vier Tagen an der Spree aufdrücken. Die Ansprüche sind hoch, im gegenseitigen Einvernehmen mit den Musikerinnen und dem Publikum. Es ist zugleich ungerecht und dennoch nicht übergehbar, dass Nadine Deventer zugleich als erste Frau dieses Festival strukturiert. Aber ein Geschlecht macht noch keine Musik. Es ist eigentlich damit nur eine notwendige wünschbare Normalität eingetreten. Sie leitet das Fest ja nicht als Frau, so wenig wie es vor ihr die anderen Leiter als Männer getan haben. Über diese kleine Brücke muss man allerdings der Form halber gehen. Zumal es mindestens an zwei Stellen von Vortragenden oder Musikern ausdrücklich erwähnt wurde. Deventers Stempel ist dabei wie immer bei derartigen Veranstaltungen ein Experiment. Was sich am Ende …

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„1.000 Kilo Schwein(s)“-Vergnügen mit Nicole Johänntgen

Von Michael Scheiner. Selbst in New Orleans, der Wiege des Jazz, wie die Stadt am Mississippi gern bezeichnet wird, würde Nicole Johänntgen mit ihrem Bandprojekt „Henry II“ die Szene kräftig aufmischen und jedes Publikum zum Tanzen bringen. Damit haperte es beim Auftritt der Saxophonistin und ihren Musikern im Leeren Beutel leider ein wenig. Die gemütliche Sitzordnung mit Tischchen und das zumindest teilweise etwas fortgeschrittene Alter des Auditoriums verlockte nur eine Handvoll begeisterter Zuhörer die Stühle wegzuschieben und Hüften und Beine in schwungvolle Bewegung zu versetzen. Der mitreißende Groove und die ansteckende Fröhlichkeit der Musik waren aber auch zu verlockend. Das mit drei Bläsern und Schlagzeug besetzte Quartett um die 37-jährige Musikerin ist eigentlich ein Zufallsprodukt. Vor zwei Jahren unternahm Johänntgen während eines Stipendiumsaufenthaltes in New York einen Abstecher nach New Orleans. „Um mehr als ein bloßes Mitbringsel mitzunehmen“, erzählte sie nach …

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Nachlese: Jazz & The City Salzburg 2018

Text und Fotos von Ralf Dombrowski. Schon faszinierend, eine Stadt, der man architektonisch anmerkt, dass sie Musik mag. Ein Saal wie das Solitär im Neubau des Mozarteums mit großem Panoramafenster Richtung Mönchsberg wäre andernorts womöglich Immobilienspekulanten zum Opfer gefallen, denn exklusiver geht es kaum. Salzburg aber leistet sich Musik, angedockt an den feudalen Park des Schlosses Mirabell, in Rufnähe zum Stadttheater. Tina Heine wiederum, die nun zum dritten Mal das Programm von „Jazz & The City“ verantwortet, weiß genau, dass so ein Raum nach Hochkultur lechzt und sorgt dafür, dass er am wichtigen Finalsamstag des Festivals auch mit passenden Projekten bespielt wird. Da ist zum Beispiel die Pianistin Tamar Halperin, die sich im Duo mit dem allerdings sehr dezent agierenden Elektroniker Guy Sternberg Satie, Cage, Corea widmet. Das hat zwar wenig mit dem Kerngeschäft des Jazz zu tun, bietet dafür …

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