+++ news +++ Silvan Strauß erhält Hamburger Jazzpreis 2021 +++

(Pressenmitteilung) Der Schlagzeuger Silvan Strauß ist Preisträger des renommierten Hamburger Jazzpreises, der 2021 zum achten Mal vergeben wird. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis zeichnet alle zwei Jahre Musikerinnen und Musiker aus, die einen besonders qualifizierten künstlerischen Beitrag zur Jazzmusik in Hamburg geleistet und sich für die Belange des Jazz in der Stadt eingesetzt haben. Réka Csorba Geschäftsführerin vom Jazzbüro Hamburg e.V.: „Mit dem Drummer Silvan Strauß als Hamburgs Jazzpreisträger 2021 ist einer der spannendsten und vielseitigsten Jazzmusiker Hamburgs gewählt worden. Wir freuen uns sehr und unterstützen ihn gerne auf seinem Weg.“ Silvan Strauß dazu: „Ich freue mich mega über die Auszeichnung! Es ist nicht selbstverständlich, dass die eigene Arbeit so positiv wahrgenommen wird. Wenn ich auf die Jurymitglieder schaue, die ich alle sehr schätze, ist es für mich umso mehr eine großartige Bestätigung.“ (Zitat aus dem Interview von NDR Kultur. Ausstrahlungstermin 2.8.21 13:05Uhr, später Mediathek) Geschichtliches Der Hamburger Jazzpreis wurde 2007 von der Dr. E.A. Langner Stiftung ins Leben gerufen. 2011 wurde die Trägerschaft an die ELBJAZZ GmbH übertragen. 2017 hat das Jazzbüro Hamburg die Ausrichtung des Preises übernommen, das ELBJAZZ Festival bleibt Gastgeber …

Weiterlesen

Spätes Finale: Das Peter Gall Quintet gewinnt den BMW Welt Jazz Award 2020

München. Beim Finale des BMW Welt Jazz Award 2020 konnte das Peter Gall Quintet die Jury von sich überzeugen. Zusammen mit Wanja Slavin am Saxophon, Reinier Baas an der Gitarre, Rainer Böhm am Piano sowie dem Bassisten Felix Henkelhausen setzte sich der Schlagzeuger Peter Gall gegen das Adam Baldych Quartet durch. Den Hauptpreis überreichte Ilka Horstmeier, Mitglied des Vorstands der BMW AG, zusammen mit dem Kulturreferenten der Landeshauptstadt München, Anton Biebl. Der internationale Wettbewerb stand unter dem Motto „The Melody at Night“. Erstmals fanden die Konzerte im Doppelkegel der BMW Welt an Dienstagabenden statt. Aufgrund der pandemischen Lage musste das Finale um ein Jahr verschoben werden und konnte nun, dank der Landeshauptstadt München, in der Philharmonie im Gasteig nachgeholt werden.   Die Fachjury unter dem Vorsitz des Jazzpublizisten Oliver Hochkeppel (Süddeutsche Zeitung u.a.) begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Beide Finalisten haben das Motto ‚The Melody at Night‘ dieser BMW Welt Jazz Award Ausgabe überzeugend mit ihrem ganz persönlichen Ausdruck zum Leben erweckt. So hat sich Adam Baldych wieder einmal als technisch wie stilistisch einzigartiger Geiger erwiesen. Und der schon bei so vielen Projekten von anderen …

Weiterlesen

»Ego kills« – Killing Popes veröffentlichen neues Album

(Von Mathias Bäumel) »Jazz from Hell«: Ältere unter den Lesern bzw. Hörern können mit dieser Bezeichnung etwas anfangen; es handelt es sich dabei sowohl um eine Komposition als auch einen LP-Titel von Frank Zappa. Die 1986 veröffentlichte Platte rief sofort Pro und Kontra hervor. Der Rockjournalist Barry Miles soll gesagt haben, dass der Rhythmus der Stücke »merkwürdig« sei und wie eine »maschinelle Version einer singenden Säge« klinge. Andererseits erhielt Zappa für diese Veröffentlichung 1988 einen Grammy Award für die Beste Darbietung eines Rockinstrumentals. Wie dem auch sei – zwei Dinge zeichnen dieses Album aus, das dadurch innerhalb der Populärmusik entgrenzend fungierte: eine künstlich wirkende Klanglichkeit, die in Sound und Melodik vom fast alle Tracks dominierenden Synclavier geprägt ist, und eine konzentrierte Perkussivität mit variablen Metren und Tempi sowie komplexen Rhythmen. Diese Kombination aus klanglicher und rhythmischer »Künstlichkeit« (besonders deutlich bei »G-Spot Tornado« und »Massaggio Galore«) macht den eigentlichen Wert von »Jazz from Hell« aus – und führt mich direkt zu Oli Steidles Killing Popes mit ihrer neuen CD »Ego kills«! Die Musik besticht mit einer spannungsgeladenen, im positiven Sinne widersprüchlichen Klangwelt, in der sich »künstliche« …

Weiterlesen

Das 40. Bayerische Jazzweekend 2021 Teil1 – die Bilder

Kostenlose Live-Konzerte unter Corona-Bedingungen – der erste Teil vom „Jazzfest 40“ des Bayerischen Jazzweekends fand vom 16. bis 18. Juli 2021 im Regensburger Thon-Dittmer-Palais statt. Aufgezeichnet vom Bayerischen Rundfunk stellten musikalische Gäste aus dem In- und Ausland ihre Kunstfertigkeit im Rahmen von zehn Konzerten unter Beweis. Juan Martin Koch war mit seiner Kamera bei einigen Konzerten vor Ort. Sein Fazit: „Fabian Rucker [unser Beitragsbild] war eine Urgewalt.“ Vom 23. bis 25. Juli 2021 werden weitere zehn Konzerte im Thon-Dittmer-Hof stattfinden (Tickets über Ok-Ticket. Den Abschluss der sommerlichen Open-Air-Konzerte bilden zehn Veranstaltungen im Gewerbepark Regensburg vom 30. Juli bis 1. August 2021. „Große Bühnen, Abstände und Freiluftbedingungen ermöglichen allerdings keine intimen Momente mit berührenden zarten Tönen,“ so die Veranstalter. Deshalb werden diese im Winter unter dem Motto „Jazzfest 40 – intim“ einen geschützten Rahmen bekommen.   Begleitet werden die insgesamt 40 Livekonzerte zum 40. Jubiläum von On- und Offline-Aktionen, die von Spotify-Playlists bis hin zu Fotoausstellungen im öffentlichen Raum reichen. Weitere Infos immer unter www.bayernjazz.de

Weiterlesen

Über das neue Buch von Siegfried Schmidt-Joos „Es muss nicht immer Free Jazz sein. Zeitlose Texte zu Musik und Politik“

Mathias Bäumel räsoniert über das neue Buch des Publizisten Siegfried Schmidt-Joos, in dem dieser  einige historische Artikel zusammenstellt Um es vorweg zu nehmen: »Zeitlos«, wie der Untertitel des aktuellen Buches von Siegfried Schmidt-Joos verspricht, sind die 21 hier zusammengestellten Artikel nicht. Als Texte der Zeitgeschichte leben sie durch ihre direkten Bezüge auf historisch konkrete Situationen und Ereignisse. Insofern ist die Formulierung »zeitlos« irritierend. Leser, die populärmusikhistorisch interessiert sind, können mit Hilfe dieser Kompilation an geschichtlich relevante Beiträge kommen, die sie ansonsten nur mit einiger Mühe aus verstreut vorliegenden, alten Zeitschriften zusammenklauben müssten. Das macht auch den Wert dieser Veröffentlichung aus. Das Spektrum dieser Kompilation mit ihren Überlegungen und Histörchen reicht von Beiträgen aus den 1960er und den 1970er Jahren bis hinein zu solchen aus der Gegenwart. Bisher unveröffentlichte Beiträge ergänzen diese Zusammenstellung: ein Blick aus Tony Bennetts Fenster auf den Central Park, eine für Josef Stalin in einem leeren Theater jazzende Band, Gitte Haenning in der Berliner Komischen Oper für ihren Vater singend – das sind drei weitere Szenen aus den 21 Geschichten in diesem Buch. Noch mehr zur Irritation jedoch trägt die Hauptzeile des …

Weiterlesen

Volksmusik und Jazz zwischen Alpen und Sierra Madre

Bundesjazzorchester mit Matthias Schrieflpräsentieren ALPENJAZZ Unter der Leitung des Trompeters Matthias Schriefl präsentiert das Bundesjazzorchester (BuJazzO) im Juli 2021 das Programm ALPENJAZZ. Die Musikerinnen und Musiker erforschen in der knapp einwöchigen Arbeits- und Konzertphase die Schnittmengen zwischen alpiner Volksmusik, Jazz und zeitgenössischen Grooves. Das Vokalensemble des BuJazzO taucht ein in die Schlagerwelt der 20er und 30er Jahre und probiert neue Jodeltechniken aus, die Rhythmusgruppe setzt Impulse in Improvisationen. Und weder der Humor, noch der Ernst des Lebens kommen bei diesem Programm zu kurz. So unternehmen etwa die fünf Posaunisten einen Ausflug in die Welt des Allgäuer Alphorns und der „König von Köln“ wird mit einem zünftigen Zwiefachen geehrt. „Wir bieten den Mitgliedern des Bundesjazzorchesters in ihrer Zeit im Orchester eine möglichst große Bandbreite an Erfahrungen mit unterschiedlichen Musikstilen. Sie lernen bei den Konzertreisen in viele Länder wie dort die Menschen mit Musik und Rhythmen umgehen. Bei ALPENJAZZ begeben wir uns auf eine Spurensuche nach den Wurzeln des Jazz in unserer Volksmusik. Wie viel Jazz steckt in unseren heimatlichen Rhythmen und umgekehrt? So setzen sich die jungen Musikerinnen und Musiker mit ihrer eigenen musikalischen Geschichte auseinander“, …

Weiterlesen

Digitalisierung im Jazz / Fördermöglichkeiten Jazz

Spätestens mit Einführung der CD traf eine Digitalisierungswelle mit eklatanten Folgen auch die Jazzszene. Aufnahmetechniken, Distribution/Vermarktung und Präsentation wurden auf den Kopf gestellt. Die Digitalisierung bedeutet Fluch und Segen, wobei der Fluch derzeit zu überwiegen scheint. Aber das muss nicht so sein …   Schöne weite Hörwelt Musik wird überwiegend zuhause und zunehmend per Streaming gehört. Durch die Pandemie gewann das audio-visuelle Streaming noch an Bedeutung, ohnehin populär durch youtube. Beim Audio-Streamen (insbesondere durch Spotify) hat der Konsument durch die anfallende – geringe – Gebühr das trügerische Gefühl, für die Musik zu zahlen. Viele, vor allem junge Menschen haben noch nie bzw. marginales Geld für Konzerte, Tonträger oder die Nutzung der Urheberechte ausgegeben. Heute sind Millionen von Titeln quasi kostenfrei verfügbar und das – je nach Anbieter – in bester CD – Qualität. Downloads dagegen haben an Bedeutung verloren. Fluch der Digitalisierung Die durchgängige Erfahrung der JazzmusikerInnen ist, dass die kommerziellen Streaming – Dienste wie Spotiy & Co  so gut wie nichts zahlen. Eine Spotify – Ausschüttung beträgt im Schnitt pro Stream ca 0,004 € (Apple music: 1 Cent), den sich das Label und MusikerIn …

Weiterlesen

Csaba Palotaï und Steve Argüelles veröffentlichen mit »Cabane Perchée« ein überzeugendes Duo-Album

Musik als Wesenssuche Diese CD birgt Herausforderungen in mehrfacher Hinsicht. Sie enthält neben drei von den beiden Musikern Csaba Palotaï (akustische Gitarre) und Steve Argüelles (spielzeugartige Perkussionsinstrumente) komponierten Stücken zwölf Kompositionen aus Béla Bartóks »Mikrokosmos«. Das erforderte von Palotaï Hingabe und Genauigkeit beim Transponieren der Klavierstimmen in ein – sein! – Notenbild für Gitarre. Das ist die erste Herausforderung. Die zweite, kognitive, zielt auf den Hörer, insbesondere, wenn der vor dem Hören nicht schon die kleingedruckten Credits auf der CD-Hülle gelesen hat: Häufig denkt man während der Musik: Mensch, das kenne ich doch! Aber was ist das? Die Stücke kommen wie eine klar akzentuierte, reduziert arrangierte, transparente Popmusik für ein Gitarre-Perkussions-Duo daher – im Unterschied zu Parnitzkys viel jazzigeren Interpretationen. Sie haben in ihrem Sound und in ihrer gedanklichen Konsequenz die Anmutung einer künstlerisch souveränen, in den Fußgängerzonen der Großstädte erklingenden Straßenmusik. Die hier vorliegende Palotaï-Argüelles-Musik ist das Einfache, das schwer zu machen ist. Sie als Bartók-Musik zu erkennen, wird nur dem Geübten auf Anhieb gelingen – nach solchen Aha-Erlebnissen macht das Zuhören jedoch besonderen Spaß und verbindet sich mit der Erkenntnis, wie leicht, schön, …

Weiterlesen

Preisregen in Marktoberdorf und Graz

Ergebnisse des Landeswettbewerbs Bayern JUGEND JAZZT 2020 18 Solisten und Ensembles aus ganz Bayern hatten sich für den Wettbewerb JUGEND JAZZT Bayern im letzten Jahr angemeldet. Aufgrund der Corona-Pandemie war ein gemeinsames Treffen aller Teilnehmer in Marktoberdorf nicht möglich gewesen. Deshalb hatten Willi Staud und Claudia Bestler kurzerhand Vorspiele in den Musikschulen Weilheim, Regensburg und Neuried organisiert. Die vor Ort professionell aufgezeichneten Wertungsspiele hörten sich dann die Jurymitglieder Harald Rüschenbaum, Anne Czichowsky, Mathis Nicolaus, Axel Prasuhn, Johannes Stange und Thomas Zoller gemeinsam an. Im Anschluss an jedes Vorspiel, gab es per Videokonferenz ein Wertungsgespräch der Jury mit den jungen Musiker*innen. Nun gab es am Wochenende die dritte Runde des Landeswettbewerbs Bayern JUGEND JAZZT 2020: die Teilnehmer konnten in die Bayerische Musikakademie Marktoberdorf kommen und durften dort unter Einhaltung des Hygienekonzepts mit den Juroren Workshops machen. Zum Abschluss gab es am Sonntag, 4. Juli 2021, die Abschlussmatinee aus dem Saal der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf mit der Bekanntgabe der Ergebnisse und Preise als Live Stream. Von den 18 Wertungen fielen 3 hervorragend, 8 sehr gut und 7 gut aus. Da es in diesem Jahr keine Bundesbegegnung JUGEND …

Weiterlesen

Etwas neues finden, sich lebendig fühlen: Das Südtirol Jazzfestival feierte die Wiedergeburt der Livekultur

“Ich bin immer auf Abenteuer aus. Es gefällt mir, meinen Weg zu suchen und zu riskieren und einen Weg zu finden zwischen zu viel und zu wenig Risiko. Das ist eine Sache, die mich lebendig fühlen lässt” sagt Klaus Widmann, der künstlerische Leiter des „Südtirol Alto Adige“-Jazzfestivals über seinen Antrieb, einmal im Jahr die internationale Jazzkultur mit dem Erlebnis einer attraktiven Region zu vereinen. Diese Mischung übt jenseits des etablierten Festival-Zirkus seit Jahren eine internationale Anziehungskraft. Das zurückliegende Pandemie-Jahr hat die Macher des Festivals hart getroffen. Hinter den Kulissen wurde nicht locker gelassen, damit die Flamme weiter brennt. Mit gerade mal zweimonatiger Vorlaufzeit konnte in den zurückliegenden zehn Tagen zwischen Bozen, Bruneck und Meran, mitten in der Stadt, in Museen und Hotels, aber auch hoch zu Berge die Wiedergeburt der Livekultur begangen werden… Gut gefüllt ist der Kinosaal in der Bozener Altstadt zur Premiere eines Dokumentarfilms über die Situation in den zurückliegenden Monaten. Der Film „Spin off“, der von Matthias Keitsch und Sebastian Longarive realisiert wurde, ist hautnah dabei, wie das Südtiroler Musiker-Kollektiv „Euregio Improvisors“ wie zahllose andere für das Überleben der Kultur gekämpft hat. …

Weiterlesen