Jazz, Brazil & Beyond beim Jazzsommer im Bayerischen Hof

Neben Gilberto Gil, der Fusion-Formation Moshulu, über Joey de Francesco mit seinem Trio, Frankreichs Vocal Shootingstar Camille Bertauld, John Medeski solo am Flügel, gaben sich China Moses und last not least der großartige Ivan Lins die Klinke in die Hand. Bei diesem Festival war musikalisch für jeden etwas dabei. Stimmungsmäßig kochte der Festsaal am ersten Abend bei Gilberto Gil und in den nächsten Tagen waren auch im Nightclub spannende Nächte angesagt. Was für ein Fest beim diesjährigen Jazzsommer im Bayerischen Hof! Gilberto Gil überzeugte mit einer soliden, sehr persönlichen Performance, die im ersten Teil seines Konzertes erst einmal Wohlfühlatmosphäre versprühte, während er dann nach und nach musikalisch druckvoller auftrat. Mit dabei als Gastsängerin seine 10 jährige Enkelin, mit der er einen Reggae zum Besten gab. Danach trat im Nightclub die Fusion-Gruppe Moshulu mit David Sancious, Oz Noy, Jeff Berlin und Dennis Chambers auf, die allerdings mit angezogener Handbremse spielte – da wäre letztlich mehr Druck und Groove drin gewesen. So richtig ab, wie man es eigentlich erwartet hätte, ging es dann leider doch nicht. Dafür fackelte am Abend danach Joey de Francesco nicht lange und …

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Monty Alexander Trio – Clubkonzert in der Münchner Unterfahrt

Das Monty Alexander Trio auf Tournee und das einzige Konzert in Deutschland: im Münchner Jazzclub Unterfahrt! Das ist zweifellos etwas ganz Besonderes, und bereits im Vorwege waren alle gespannt auf den Abend, spielt Monty Alexander normalerweise eher in großen Konzerthallen oder auf Festivals als in Jazzclubs. Auf der Bühne dann der klassische Aufbau, ein Steinway, Bass, Drumset und drei gediegene Herren im dunklen Anzug. Es dauerte keine zehn Minuten da war klar, wohin die musikalische Reise geht. An diesem Abend wurde hochkarätiges Entertainment vom Feinsten präsentiert! Von Jazzstandards wie Duke Ellingtons „Love You Madly“ über Bob Marleys „No Woman, No Cry“, Michel Legrands Evergreen „Summer Of 42“, Eigenkompositionen aus Monty Alexanders Feder, Stevie Wonders „Your’e The Sunshine of  My Life“ oder Joaquin Rodrigos „Concierto De Aranjuez“, das Trio war immer in Bewegung, spielte inspiriert mit Verve und groovte was das Zeug hielt. Monty Alexander ließ seinen Mitspielern, dem Bassisten JJ Shakur und Drummer Jason Brown, viel Platz für Soli, die ausgiebig genutzt und wiederum gespickt wurden mit Zitaten von Prince, Chic, Michael Jackson, Herbie Hancock oder der Rockgruppe Cream, dabei nie manieriert oder gekünstelt, sondern …

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Charlie Parker recomposed – das Rudresh Mahanthappa Quintett beim BMW Jazz Award in München

Als sechster und letzter Gast kam Altsaxophonist Rudresh Mahanthappa mit Rez Abbasi an der Gitarre, Bobby Avey am Klavier, François Moutin am Bass und Rudy Royston am Schlagzeug zur Auswahlmatinee in den Doppelkegel der BMW Welt. Kennzeichnend für Mahanthappas Spiel ist die Verschmelzung von Modern Jazz mit den komplexen rhythmischen Strukturen indischer Musik. In die BMW Welt kam der Sohn südindischer Eltern mit seiner Version der Musik von Saxophonlegende Charlie „Bird“ Parker. Statt Originalkompositionen im Modus „Thema-Soli-Thema“ nachzuspielen, verarbeitete er Parkers Kompositionen, indem er sie ein einen völlig anderen Kontext stellt. „Parker recomposed“ könnte als Überschrift über diesem packenden Matinee-Konzert stehen. Thomas J. Krebs hat das Feuer und die Faszination Mahanthappas in seinen Fotos eingefangen.

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Wikinger-Suite: Maria Faust und Ensemble beim BMW Welt Jazz Award 2019

Eigentlich stammt die Saxophonistin und Bandleaderin Maria Faust selbst aus Estland, doch ihre Band nennt sie Ihre „Wikinger-Band“. Pianist Jacob Anderskov, Cellistin Ida Nørholm, und die beiden Kontrabassisten Nils Bo Davidsen sowie Adam Pultz Melbye sind aus dem Staate Dänemark. Nur der Tenorsaxophonist Ned Ferm hat einen US-amerikanischen Bass. Es ist nicht überliefert, ob seine Vorfahren vielleicht im Wikingerboot von Leif Erikson, dem Entdecker Amerikas, saßen. Eine ungewöhnliche Besetzung jedenfalls, die entsprechend ungewöhnlichen Jazz produziert. Faust stellte ihre Suite „Machina“ vor, in deren Zentrum die Elemente Wasser und Meer stehen. „Eigenwillig und eindringlich“ heißt es im Pressetext – das kann man nur unterschreiben und zwar im positiven Sinne. Fotos: Thomas J. Krebs

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Der Dichter spricht: Das Matthieu Bordenave Trio lässt sich beim BMW Welt Jazz Award von René Char inspirieren

Das Trio des 35-jährigen Tenorsaxophonisten Matthieu Bordenave aus Südfrankreich betrat als vierter der insgesamt sechs Teilnehmerbands das Podium des lichtdurchfluteten Podiums des BMW Welt Jazz Award, der dieses Jahr unter dem Motto „Saxophone Worlds“ steht. Bordenave studierte zunächst klassisches und Jazzsaxophon in Paris, bevor er zum Masterstudium an die Münchner Musikhochschule kam. Mittlerweile gilt er mit seinem lyrischen, nuancenreichen Spiel als einer der herausragenden Stimmen des europäischen Jazz. In den BMW Doppelkegel kam Matthieu Bordenave mit seinem Projekt „Archipel“: Rund um die Gedichte und Aphorismen des französischen Dichters René Char entwickelten Matthieu Bordenave und seine Mitstreiter ihre Stücke in einer intimen Triobesetzung ohne Schlagzeug. Ein Morgen mit zarter, introvertierter Jazzmusik, die das Publikum derart in Bann schlug, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Am 10. März wird der BMW Welt Jazz Award mit einem Matinee-Konzert der estnischen Saxofonistin und Komponistin Maria Faust fortgesetzt, die in ungewohnter Formation mit zwei Bassisten, einem Pianisten, einer Cellistin sowie einem zweiten Saxofonisten nach München kommt. Fotos: Thomas J. Krebs

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Dombrowski mit Mitchell unter den besten Jazzbildern 2019

Ein Mann, der stets seine Kamera für die Jazzzeitung bereithält. Ralf Dombrowski ist schon seit Längerem als hochgeschätzter Fotograf für die Redaktion der Jazzzeitung aktiv. Das Team freut sich umso mehr, dass Ralf Dombrowski es mit seiner Fotografie von Roscoe Mitchell auf dem Jazzfest Berlin 2018 unter die Top 30 der besten Jazzbilder des Jahres 2019 von Jazz World Photo geschafft hat. Damit ist er als einziger deutscher Fotograf im Finale. Die Redaktion der Jazzzeitung drückt die Daumen! Die Fotos der Finalisten wurden bereits auf Facebook unter folgendem Link veröffentlicht. Beitragsbild: Ralf Dombrowski. Foto: TJ Krebs  

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Fotogalerie: Jochen Rückert Quartett feat. Mark Turner im Jazzclub Unterfahrt

Das Jochen Rückert Quartett gastierte mit  internationaler Besetzung im Jazzclub Unterfahrt. Der Kölner Schlagzeuger hat sich mit seinem Können und Durchhaltevermögen internationalen Ruf erarbeitet und erntet nun die Früchte seiner Arbeit. Was Rückert gemeinsam mit dem großartigen Mark Turner am Tenorsaxophon, dem Gitarristen Lage Lund und Matt Penman am Bass präsentierte war beeindruckend. Lage Lund nutzte gekonnt spielerische Räume mit seiner halbakustischen Gitarre, Mark Turner improvisierte im Dialog mit Lund beseelt am Tenor, während Penman und Rückert mit Fingerspitzengefühl und Emotionalität für entsprechenden Groove und Zusammenhalt des Quartetts sorgten. Mit ihrem aktuellen Programm und brandneuen Stücken begeisterte Rückert und sein Quartett das Publikum im Jazzclub Unterfahrt. Der Bayerische Rundfunk hat das Konzert mitgeschnitten und wird Ausschnitte des Abends am 12. Juli im Rahmen der Sendereihe „BR Jazzclub“ als weiteres Konzerthighlight aus Münchens Jazzlandschaft senden. Text: Thomas J. Krebs

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+++ News: +++ Kurt Maas Jazz Award 2019 an der Münchener Hochschule für Musik und Theater +++ Aufftakt in München: Jacob Collier auf Tour +++

Ein Jazz-Wettbewerb an der HMTM und Patti Austin als Ehrengast In Erinnerung an den Jazz-Musiker und Pädagogen Kurt Maas wird am Mittwoch, den 6. Februar 2019 (Finale) zum vierten Mal der Wettbewerb um den »Kurt Maas Jazz Award« an der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) ausgetragen. In der Endrunde des Wettbewerbs präsentieren sich fünf Studierende des Jazz Instituts beim öffentlichen Finale im Kleinen Konzertsaal im Gasteig. Der erste Preis ist die Teilnahme an einem Sommerkurs am renommierten Berklee College of Music, einem Kooperationspartner des Jazz Instituts. Die im Wettbewerb ermittelten Preisträgerinnen und Preisträger werden im Rahmen des Preisträgerkonzerts am Freitag, den 8. Februar 2019 im Carl-Orff-Saal im Gasteig öffentlich auftreten und mit Urkunden ausgezeichnet. Die international gefeierte Jazzsängerin Patti Austin wird als Ehrengast mit dem U.M.P.A. Jazz Orchestra unter der Leitung von Prof. Claus Reichstaller auftreten und den ersten Preis überreichen. Der „Kurt Maas Jazz Award“ wurde 2012 vom Jazz Institut der Hochschule für Musik und Theater München auf Initiative von Camilo Dornier ins Leben gerufen. Der Wettbewerb dient gleichermaßen der Förderung der Jazz-Studierenden der HMTM wie dem Gedenken an den 2011 verstorbenen …

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Richtig beliebt: Maciej Obara Quartett eröffnet BMW Welt Jazz Award 2019

„Unloved“ hieß das Programm, das Altsaxophonist Maciej Obara am vergangenen Sonntag in den den Doppelzylinder der BMW Welt in  München mitbrachte.  Nach gut zwei Stunden hoch energetischem Spiel seines polnisch-norwegischen Quartetts waren die vier Musiker beim Publikum das krasse Gegenteil von „unloved“, nämlich extrem beliebt. „Unloved“ ist ein Song des Komponisten und Pianisten Krzysztof Komeda, dem Spiritus Rector des modernen Jazz in Polen, der ihn einst für den gleichnamigen Film von Janusz Nasfeter komponiert hatte. Er war das einzige Stück des Jazzvormittags, das nicht von Bandleader Maciej Obara  stammte. Im Zentrum der sinfonisch-opulenten Kollektiv-Improvisationen stand stets das lyrisch-kraftvolle Saxophon von Maciej Obara, der seine vier Mitmusiker sicher durch die Klippen komplexester Rhythmen und Harmonien führte. Seinem virtuosen Spiel standen sein Landsmann Dominik Wania am Klavier sowie die beiden Norweger Ole Morten Vagan am Bass und Gard Nilssen am Schlagzeug um nichts nach. Für die JazzZeitung.de hielten die Photographen Ralf Dombrowski und Thomas J. Krebs Momente in Farbe und Schwarzweiss fest. Ein ausführliche Kritik von Ssirus W. Pakzad lesen Sie demnächst unter www.nmz.de Mit diesem Auftakt ging der BMW Welt Jazz Award 2019 unter dem Motto …

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Sarah McCoy - Blood Siren
Sarah McCoy - Blood Siren

Sarah McCoy mit neuem Album bei Blue Note

Es gibt sie noch – angenehme musikalische Überraschungen: „Blood Siren“, Sarah McCoys neue CD, erschienen auf Blue Note Records, zählt ohne Zweifel dazu und ist gleichzeitig eine absolut ungewöhnliche Aufnahme. Das Album beginnt mit behutsamen, zurückhaltenden Tönen von Chilly Gonzales am Klavier, dann setzt die leicht dunkle Stimme Sarah McCoys ein, erzählt persönliche Geschichten und Begebenheiten. Ihr Gesang wandert dabei stilsicher zwischen Jazz, Singer-Songwriter oder Blues während zu den Klängen und Songs im Kopf eine Mischung aus New-Orleans-Voodoo-Film-Noir abläuft. Gleichzeitig ist „Blood Siren“ faszinierend instrumentiert. Leise, zurückhaltende Töne bestimmen das Geschehen, mal untermalt von Stella Le Pages Cello, oder der leichten, fast unmerklichen Synthesizer-Instrumentierung von Vincent Taurelle. Aber Sarah McCoy verlässt sich nicht nur auf Gonzales und Taurelle, sie begleitet ihren Gesang, fast beängstigend intensiv, z.B. in „The Death Of A Blackbird“ solo am Klavier oder untermalt „Someday“ oder „Mammas Song“ mit Klängen eines „spooky“ klingenden Toy-Pianos. Die Schönheit des Klangs wechselt sich ab mit betörenden, mal frostig bluesigen Klängen und McCoys faszinierender Stimme, die den Hörer in seinen Bann zieht. Sarah McCoy nimmt in ihren Texten kein Blatt vor den Mund und gewährt tiefe Einblicke …

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