Sarah McCoy - Blood Siren
Sarah McCoy - Blood Siren

Sarah McCoy mit neuem Album bei Blue Note

Es gibt sie noch – angenehme musikalische Überraschungen: „Blood Siren“, Sarah McCoys neue CD, erschienen auf Blue Note Records, zählt ohne Zweifel dazu und ist gleichzeitig eine absolut ungewöhnliche Aufnahme. Das Album beginnt mit behutsamen, zurückhaltenden Tönen von Chilly Gonzales am Klavier, dann setzt die leicht dunkle Stimme Sarah McCoys ein, erzählt persönliche Geschichten und Begebenheiten. Ihr Gesang wandert dabei stilsicher zwischen Jazz, Singer-Songwriter oder Blues während zu den Klängen und Songs im Kopf eine Mischung aus New-Orleans-Voodoo-Film-Noir abläuft. Gleichzeitig ist „Blood Siren“ faszinierend instrumentiert. Leise, zurückhaltende Töne bestimmen das Geschehen, mal untermalt von Stella Le Pages Cello, oder der leichten, fast unmerklichen Synthesizer-Instrumentierung von Vincent Taurelle. Aber Sarah McCoy verlässt sich nicht nur auf Gonzales und Taurelle, sie begleitet ihren Gesang, fast beängstigend intensiv, z.B. in „The Death Of A Blackbird“ solo am Klavier oder untermalt „Someday“ oder „Mammas Song“ mit Klängen eines „spooky“ klingenden Toy-Pianos.


Die Schönheit des Klangs wechselt sich ab mit betörenden, mal frostig bluesigen Klängen und McCoys faszinierender Stimme, die den Hörer in seinen Bann zieht. Sarah McCoy nimmt in ihren Texten kein Blatt vor den Mund und gewährt tiefe Einblicke in ihre Seele und Erlebnisse, die sie über die Jahre in ihren Stücken nun friedvoll verarbeitet. Alles in allem ist „Blood Siren“ ein sehr persönliches, konsequentes Album, das die musikalische Tradition von Amy Winehouse, Tom Waits oder Leon Russell fortführt, vom ersten bis zum letzten Ton überzeugt und trotz aller Melancholie am Horizont immer einen Lichtschein aufblitzen lässt. Das Ganze sauber produziert von Chilly Gonzales und dem grandiosen Renaud Letang getreu dem Motto „weniger ist mehr“. Ein Volltreffer und das gleich zu Jahresbeginn.

Text: Thomas J. Krebs

  • Sarah McCoy – Blood Siren
    Blue Note Records / Universal Jazz
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