Die Corona-Ausgabe des „Inntöne“-Festivals

Wiese, Stimmen, Sensationen Natürlich war in diesem Jahr auch beim „Inntöne Festival“ alles anders. Lange war nicht klar, ob es überhaupt würde stattfinden können, der übliche Pfingsttermin war wegen Lockdown ohnehin schnell vom Tisch. Aber Paul Zauner, als Posaunist, Labelbetreiber („Pao“), Veranstalter (unter anderem auch des praktisch kompletten Jazzgeschehens in Passau) und Biobauer (mit Studium der Tiermedizin und Agrartechnik) in Personalunion sowieso ein Phänomen, wollte sein liebstes Kind nicht fallen lassen. Zumal es nebenbei auch einen runden Geburtstag feierte – seit 25 Jahren gibt es die aus dem schon 1986 von Zauner gegründeten „Jazzfestival Siegharting“ hervorgegangenen Inntöne, seit 2002 veranstaltet auf dem inzwischen von Zauners Sohn hauptverantwortlich geführten elterlichen Hof nahe Diersbach bei Schärding. „Jazz am Bauernhof“, wie es im Festival-Untertitel so schön heißt, blieb es. Aber nun ging es von der wegen ihrer exzellenten Akustik berühmten Scheune raus auf die Wiese, in die man für die notwendigen Abstände ein Schachbrettmuster eingemäht hatte. Die Gastronomie im Innenhof-Zelt, die Laufwege der in der Zahl reduzierten Zuschauer, auf die Masken- und Reservierungspflicht zukam – alles wollte organisiert sein, bis Zauner sich schließlich auch noch auf die Schnelle …

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+++ news +++ Jazz Saalfelden Weekender +++ Schweizer Grand Prix Musik 2020 an Erika Stucky +++ #HÜRTHimSommer mit Jin Jim +++

(Pressemeldung) Als am 17. April auf Grund von Covid19 alle Veranstaltungen bis Ende August abgesagt werden mussten, waren wir natürlich sehr traurig. Ein Sommer ohne Kultur und ohne ein Jazzfestival Saalfelden – das war für uns wie ein Sommer ohne Blumen, ohne Vogelgezwitscher, ohne Picknick im Grünen… Als die Bundesregierung Ende Mai bekannt gegeben hat, Veranstaltungen unter bestimmten Auflagen doch wieder zu ermöglichen, haben wir uns umgehend im Garten getroffen, den Grill angeworfen, Pläne geschmiedet, Ideen geboren. Und hier ist er nun: Unser JAZZ SAALFELDEN WEEKENDER! Binnen weniger Wochen haben wir als Ersatz für das Jazzfestival ein Musikfest für alle aus der Taufe gehoben: Von Jazz bis Pop, auf mehreren Bühnen wie in der Ranch, im Stadtpark, im Kunsthaus Nexus, in der Buchbinderei Fuchs, im Museum Schloss Ritzen, auf den Almen wie Forsthofalm und Stöcklalm und – Dank unseres Herrn Pfarrers Alois Moser –  sogar erstmals in der Stadtpfarrkirche Saalfelden. Der Konzertabend auf der Ranch am 20.08. sowie die drei Musikwanderungen (21.08., 22.08. und 23.08.) sind kostenpflichtig, alle anderen Konzerte im Stadtzentrum von Saalfelden sind frei zugänglich. Tagespässe für Freitag, Samstag und Sonntag sind ab sofort …

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Neues aus der Kölner Subway Kitchen

Von Dietrich Schlegel. In einem eher finsteren Teil der Aachener Straße in Köln geht es im Haus Nr. 82 eine steile Treppe hinunter in den mehr als fünfzig Jahre bestehenden Club „Subway“, einst neben Disco-Betrieb auch ein viel frequentierter Jazz-Hotspot mit legendären Konzerten deutscher und internationaler Bands und Stars. Lange Jahre war in den eher engen Kellerräumen kein Jazz mehr zu hören – bis 2013 eine Gruppe von befreundeten Jazzmusikern auf der Suche nach einer geeigneten Spielstätte für zeitgenössischen Big Band Jazz die absolut schalldichten Gemäuer entdeckten. Seitdem präsentiert dort das Subway Jazz Orchestra SJO/CGN jeden zweiten Mittwoch im Monat „handgemachte Big Band Musik“. Die Band versteht sich als Musikerkollektiv, dessen Mitglieder sich aus gemeinsamen Jahren im Bundesjazzorchester, der Kölner Musikhochschule oder diversen Bands kennen. Mittlerweile sind alle in der höchst lebendigen Kölner Jazzszene zu Hause. Wenn auch immer wieder interessante Gäste aus der nationalen und internationalen Szene mit oder vor der Band auftreten, so werden die Konzerte als Projekte doch vorwiegend von Komponisten und Arrangeuren aus den eigenen Reihen gestaltet. Produktive Szene Die Kreativität der Subway Jazzer erschöpft sich natürlich nicht in der Arbeit …

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news+++hr-Sinfonieorchester setzt Stage@Seven bis Ende Juni fort+++Bundesbigbandarchiv in neuem Look+++Edumusica Summermasterclasses im August+++

Ruth Reinhardt und Simon Oslender auf der „Stage@Seven“ Bis einschließlich Freitag, 26. Juni, setzen das hr-Sinfonieorchester und die hr-Bigband ihre erfolgreiche Livestream-Reihe „Stage@Seven“ fort. In der kommenden Woche erklingen unter der Leitung von Ruth Reinhardt berühmte Werke wie die „Kleine Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart und die „Holberg-Suite“ von Edvard Grieg, aber auch das Cellokonzert von Robert Schumann und das Oboenkonzert von Bohuslav Martinu. Die hr-Bigband hat sich den jungen Hammondorgel-Virtuosen Simon Oslender eingeladen und präsentiert groovige Stücke aus der Feder von Ray Charles und Co. Soul-Jazz, Rhythm ’n‘ Blues und Boogaloo verspricht der Dienstagabend mit der hr-Bigband, die einen der sogenannten „Rising Stars“ der deutschen Jazzszene trifft: Simon Oslender. Dank seines außergewöhnlichen Talents ist der 21-Jährige bereits festes Mitglied der Wolfgang Haffner Band und spielt in der neuen Formation von Saxofonist Bill Evans, den Spykillers. Auf der „Stage@Seven“ trifft er jetzt die hr-Bigband unter der Leitung von Jörg Achim Keller. Zuvor ist hr-Solo-Cellist Peter-Philipp Staemmler in Schumanns Cellokonzert zu erleben und am Freitag zudem Solo-Oboist José Luis García Vegara im selten gespielten Oboenkonzert von Bohuslav Martinu. Die nächsten Konzerte bei „Stage@Seven“: Montag bis Freitag, …

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Die Wüste lebt – Das Bahrain Jazz Fest

Selbst in Bahrain gibt es jetzt ein Jazzfestival. Expansion ist Programm Die Liste der Länder, die auf der – wegen COVID-19 auf 29. April bis 2.Mai 2021 verschobenen – Messe Jazzahead in Bremen vertreten gewesen wären, ist auf der Jazzahead-Homepage alphabetisch sortiert. 23 Nationen sind es inzwischen, was – ebenso wie Kanada als Gastland – die wachsende internationale Bedeutung der deutschen Jazz-Fachmesse unterstreicht, zumal andere Szene-Meetings wie auf der MIDEM weggebrochen sind. An erster Stelle taucht ein Land auf, an das man beim Stichwort Jazz wohl bisher kaum gedacht hat: Bahrain. Auch das Königtum in der Golfregion hat nämlich seit drei Jahren sein Jazzfestival. Und nicht nur das, das Bahrain Jazz Fest ist in dieser kurzen Zeit schon zum „größten nationalen Musik-Festival und authentischsten Jazz-Festival der Region“ geworden, wie die Veranstalter stolz auf der Homepage verkünden. Dass dieses Ereignis natürlich nicht aus dem eigenen Kulturleben erwachsen, ja vielleicht generell weniger einem kulturellen als vielmehr einem touristischen Ansatz zu verdanken ist, macht schon das Gründer-Triumvirat klar: Der künstlerische Direktor Michael Goodger ist ein amerikanischer Ex-Pat, der im Hauptberuf als Wein-Manager beim bahrainischen Lebensmittel-Vertriebs-Konzern BMMI arbeitet; der …

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Herrliches, Kurioses und satte Boni: Legendäre Alben auf Vinyl bei „Groove Replica“

Im Februar machte eine für Vinyl-Fans beunruhigende Meldung die Runde: Ein Feuer hatte die Fabrik der Firma Apollo/Transco in Kalifornien zerstört, eine von zwei Produktionsstätten weltweit, welche die so genannten Lacquers, die für die Herstellung von LPs notwendigen Master-Folien produzieren. Die Auswirkungen dieses Vorfalls sind noch nicht abzusehen, doch ein Blick auf die Rückseite der ersten Scheiben dieser neuen Vinyl-Wiederveröffentlichungsserie namens „Groove Replica“ (Vertrieb: in-akustik) zeigt, dass sie davon nicht betroffen war: Sie sind mittels „Direct Metal Mastering“ hergestellt, jenes alternativen Verfahrens, das Ende des 20. Jahrhunderts in Deutschland entwickelt wurde. Zum moderaten Preis von etwa 17 Euro bekommt man eine sauber gepresste 180g-Vinylplatte  unsterblicher Klassiker der Jazz- und R&B-Diskothek mit den originalen Liner Notes, dazu eine CD in Klappkartonhülle, die neben den LP-Titeln weiteres Material, zum Teil ganze Zusatzalben enthält. Beachtlich! Zur Musik selbst muss nichts mehr gesagt werden, hier nur ein paar Anmerkungen zum Bonusmaterial und, wo nötig, zur Klangqualität: Miles Davis: Kind of Blue (Groove Replica 77012) Beginnen wir mit dem aufnahmetechnischen Kuriosum der Serie, wobei ein wenig auszuholen ist. Wie erst 1992 bemerkt wurde, lief die Masterbandmaschine am 2. März 1959, …

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Solist, Bigband-Gründer und Komponist: Zum Tode von McCoy Tyner

Der Jazz-Pianist Alfred „McCoy“ Tyner ist laut seiner Website am Freitag, den 6. März, im Alter von 81 Jahren verstorben. Die New York Times bezeichnete ihn einmal als einen der einflussreichsten Pianisten im Jazz. Tyner komponierte einige bekannte Titel wie Passion Dance, Contemplation, Blues on the Corner, Land of the Lonely, Celestial Chant, Enlightenment Suite und Desert Cry. Tyner begann im Alter von 13 Jahren mit dem Klavierspielen und trat seit seinem 15. Lebensjahr regelmäßig live in Jazzgruppen auf. Nachdem er John Coltrane in seiner Heimatstadt Philadelphia getroffen hatte, wurde er 1962 Mitglied des „John Coltrane Quartets“. Darauf folgten Albenproduktionen und Songs mit Künstlern wie Tina Turner, Jimmy Witherspoon und Wayne Shorter sowie  Schallplatten unter seinem Namen auf dem Label „Impulse!“. 1967 erschien dann das Album „The Real McCoy“. Im Jahr 1995 gewann Tyner einen Grammy in der Kategorie „Best Large Jazz Performance“ mit seiner „McCoy Tyner Big Band“ mit einem Song aus dem Album „Journey“. Einen weiteren Grammy gewann er mit seinem Album „Infinity“ in der Kategorie „Best Jazz Instrumental Performance“ im Jahr 1996. Im Jahr 2002 zeichnete ihn die NEA-Stiftung, die jedes Jahr …

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Musik eines Genies – neu interpretiert 

Ein Quintett aus München lässt die Musik des Bebop-Saxofonisten Charlie Parker beim Jazzclub Regensburg wieder aufleben.   Regensburg. Er war ein Genie. Ein tragisches sagen viele, ein „natürliches Genie“, wie es einmal Gigi Gryce, Mitglied der Jazz Messengers und Altsaxofonist wie sein Freund Charlie Parker, über diesen ausdrückte. Der Einfluss, den der bereits mit 34 Jahren verstorbene Saxofonist auf die – weitere – Entwicklung des Jazz hatte und noch immer hat, ist immens. Heuer wäre Charlie Parker, „Bird“ wie er von seinen Kollegen genannt wurde, hundert Jahre alt geworden. Da kommt das Bandprojekt von Geiger Jörg Widmoser und Klarinettist Stephan Holstein, „The music of Charlie Parker“, gerade richtig. Die beiden Münchner haben ein ganzes Album mit Kompositionen des Meisters und Mit-Erfinders des Bebop im Quintett aufgenommen. In einem gut besuchten Konzert stellten sie es beim Jazzclub Regensburg mit Thomas Stabenow am Bass, dem fränkischen Pianisten Bernhard Pichl und dem Augsburger Schlagzeuger Walter Bittner im Leeren Beutel vor. Aufgenommen und veröffentlicht haben die beiden das gleichnamige Album bereits vor zwei Jahren, „da haben wir überhaupt nicht daran gedacht, dass Parkers Jubiläumsgeburtstag ansteht“, rückt Holstein die zeitliche Koinzidenz …

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+++ news +++ Dienstag after work: Der BMW Welt Jazz Award 2020 +++ Will Jacobs in Oberthulba +++

+++ Dienstag after work: Der BMW Welt Jazz Award 2020 +++ Bereits zum 12. Mal findet dieses Jahr der BMW Welt Jazz Award statt: allerdings nicht länger Sonntagvormittag, sondern zwischen 14. Januar und 10. März an sechs Dienstag-Abenden im Doppelkegel der BMW Welt. Die Veranstalter stellen in diesem Jahr alles unter das Motto „The Melody at Night“. Denn „jeher war der Abend und die Nacht das Terrain des Jazz“. Lesen Sie mehr zum neuen Konzept des Jazzpreises im Interview mit Zana Koval, Leiterin Marketing und Vertrieb der BMW Welt. Auf dem Programm stehen sechs kostenfreie Konzerte, in denen Virtuosen um den BMW Welt Jazz Award 2020 spielen. Im Rahmen der hochkarätigen Event-Reihe geben die ausgewählten Ensembles ihr Bestes, um Publikum und Jury von ihrem Können, ihrem Konzept und vor allem von ihrer Live-Performance zu überzeugen. Die Jury nominiert nach Abschluss der Konzertrunde zwei Finalisten. Diese treffen am 9. Mai 2020 in einem musikalischen Duell um die begehrte, mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Auszeichnung aufeinander. Der Gewinner wird direkt im Anschluss an das Finale im Auditorium der BMW Welt gekürt. Die Dienstags-Konzerte finden ab 19.00 Uhr im …

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Flügelhorn und Zeichentisch: Zum Tod von Herbert Joos

Er war ein kompromissloser Künstler, einer der sagte: „ Zuerst kommt das, was ich machen möchte, unabhängig davon, ob es jetzt gerade ‚in‘ oder ‚out‘ ist.  Dann erst kommt das Geldverdienen.“ Dieser Maxime blieb er treu und von daher war sein Künstlerleben immer ein Tanz auf der Rasierklinge. Durch den immensen Erfolg des Vienna Art Orchestra wurde der Flügelhornist und Trompeter Herbert Joos zu Beginn der 80er-Jahre endlich einem breiteren Publikum zum Begriff. Da stand er schon zwei Jahrzehnte auf der Bühne. Seit Mitte der 1960er Jahre gehörte er zum Modern Jazz Quintet Karlsruhe, aus der dann die Gruppe Four men only (mit Wilfried Eichhorn und Rudolf Theilmann) entstand. Anschließend war er Mitglied in verschiedenen Modern- und Freejazz-Formationen (u. a. mit Bernd Konrad, Hans Koller und Adelhard Roidinger bzw. Jürgen Wuchner). Er spielte auf dem Free Jazz Meeting Baden-Baden bei einem Flügelhorn-Workshop mit  Kenny Wheeler, Ian Carr, Harry Beckett und Ack van Rooyen. Außerdem leitete er sein eigenes Bläsertrio, Quartett und Orchester. Aus den über 50 Alben, die er unter eigenem Namen herausbrachte oder auf denen er als Sideman zu hören ist, ragt die Soloplatte …

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