Leo Betzl absolvierte seine Master-Abschlussprüfung in der Unterfahrt

Nicht einfach nur ein Konzert mit dem Leo Betzl Trio – an diesem Abend ging es um die Wurst: für Leo Betzl, der an diesem Abend im ersten Set seine Master-Abschlussprüfung an der Hochschule für Musik und Theater München bestritt und für Maximilian Hirning, der im zweiten Set seine Master-Zwischenprüfung absolvierte. Bereits der Soundcheck war tiefenentspannt und souverän. Es wurde geprobt, letztlich noch ein wenig am Sound gefeilt – das war’s. Alles Weitere passte! Was das Trio dann im Konzert ablieferte war ebenso fantastisch wie atemberaubend! Werbung Leo Betzl ging in die pianistischen Vollen und überzeugte auf ganzer Linie. Komplett losgelöst präsentierte er mit dem Trio Standards, ausgewählte Stücke wie Eigenkompositionen, spielte die Themen an, zerlegte diese virtuos, um sie danach spielerisch geschickt wieder zusammen zu fügen. Beeindruckende Arrangements, die er dem Publikum und der Jury darbot. Maximilian Hirning begab sich dann auf komplett anderes Terrain: er spielte das komplette zweite Set technoiden Jazz, mit erfrischender Dynamik, abwechslungsreichen Clustern und mit von Sebastian Wolfgruber verblüffend gespielten, klar strukturierten Technorhythmen ohne elektronische Zusätze. Hirning spannte einen energiegeladenen musikalischen Bogen mit facettenreichem, analogen Bassspiel. Zwei wunderbare, komplett …

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Bergklänge und Stadtkultur – das Südtirol Jazzfestival Alto Adige geht in die 35. Runde

Klaus Widmann traut sich was. Denn er widersetzt sich als künstlerischer Leiter souverän den Gesetzen der Festivalwelt, die in der Regel Aufmerksamkeit über Prominenz generiert, und gestaltet das Südtirol Jazzfestival Alto Adige überwiegend mit Musikern, die erst noch entdeckt werden wollen. „Mich interessieren die jungen Leute und ihre Ideen“, meint Widmann und erzählt weiter, dass er aus diesem Grund beispielsweise der grenzüberschreitenden Euregio Jazzwerkstatt viel Raum gebe. Längst muss auch ein „Artist In Residence“ kein alter Meister des Geschäfts mehr sein, sondern kann, wie im Jahr des 35. Jubiläum des Festivals, mit dem holländischen Gitarristen Reinier Baas einen Newcomer der europäischen Jazzszene in den Mittelpunkt stellen. Sein Eröffnungsabend im Messezentrum von Bozen ist eine unterhaltsam-skurrile Mischung aus Konzeptmusik, medienübergreifender Gestaltungsidee und subversivem Witz, die er im elfköpfigen Ensemble präsentiert. Im Mittelpunkt stehen die Zeichnungen von Cartoon-Künstler Raymond Koot (Typex), die eine etwas holprige Liebes- und Leidensgeschichte der schrillen Princess Discombobulatrix illustrieren, von der Sängerin Nora Fischer stellenweise bühnentheatralisch umgesetzt werden, ansonsten aber als Projektionen präsent sind. Für den Festivalstart fügte Baas außerdem eine ebenso fröhlich schräge Bearbeitung der ladinischen Geschichte von Prinzessin Dolasilla hinzu, ähnlich …

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Musikalisches Elmsfeuer auf dem Technobeat

Einer wäre wohl innerlich angewidert davongezogen. Mehr als hundert andere dagegen überliessen sich lustvoll den harten Technobeats, mit denen die Münchner Jazzrausch Bigband das Degginger in heftige Schwingungen versetzte. Der verstorbene Richard Wiedamann, eine Autorität in Sachen Jazz, sprach dem in den 90er Jahren aufgekommenen Techno und House jegliche Musikalität radikal ab. Dass heute junge Musiker, meist gut ausgebildete Profis, ausgerechnet diese maschinenhafte Musik, oft bis aufs rhythmische Gerüst skelettiert, als Grundlage für ihren berauschenden Bigbandsound nutzen, hätte ihn wohl eher verärgert als nachhaltig verstört. Gänzlich unbeleckt von musiktheoretischen Qualifizierungen lieferte sich das überwiegend weibliche Publikum den pochenden Grooves aus, die DJ Kuhn mit seinem Laptop entwarf. Spannend wurde es dann, wenn die Bläser gruppenweise oder gemeinsam einsetzten und dem stoischen Beat musikalische Elmsfeuer abtrotzten. Tieffrequent schoben sie schwere, tempomäßig heruntergeregelte Brecher unter den Clubsound und rissen mit Tuba, Posaunen und Kontrabassklarinette Löcher in den unbarmherzigen Beat. Sängerin Lena Geue, neu in dem nur scheinbar wilden Haufen, verbreitete zwar viel gute Laune, tat sich aber sonst etwas schwer. Meist klebte sie mit der Nase am Notenblatt. In etwas freieren Passagen, wo sie lediglich vokale Soundsilben …

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Stefano Bollani Piano solo im Stadttheater Landsberg

Bei Piano Solo Konzerten von Stefano Bollani sollte man auf alles gefasst sein. Nichts lässt sich vorhersagen; es ist immer spontan, unberechenbar und voller musikalischer Überraschungen. So auch beim Konzert im Landsberger Stadttheater. Ein Parforceritt durch die Musikstile, sehr spaßig und mit Augenzwinkern, aber immer hoch konzentriert und virtuos. Die Auswahl der Zugaben durfte das Publikum bestimmen, und so gab es schließlich einen wilden Mix aus Henri Mancini, Stevie Wonder, Duran Duran, Ragtime, Frank Zappa, George Gershwin und Co. Ein begeisternder Abend!  Thomas J. Krebs hat Momente des Abends mit seiner Kamera eingefangen.

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Midsummer Jazz: Cæcilie Norby und Lars Danielsson im Hertener Glashaus

Wer heutzutage neue Konzertreihen etablieren will, braucht Durchhaltewillen und Mut. Beides zeichnet Bernd Zimmermann und Susanne Pohlen, die Macher der „Fine Art Jazz“-Konzertreihe aus, die seit fünf Jahren im nördlichen Ruhrgebiet neue Spielstätten erschließen – etwa ehemalige Industriebauten, intime Wasserburgen oder, als jüngster Wurf, das sogenannte „Glashaus“ in der kleinen Ruhrgebietsstadt Herten. Das städtische Gebäude kann mit einer spektakulären Architektur, vor allem mit einem transparenten Dach aufwarten. Das Debut an dieser neuen Spielstätte fiel hochkarätig aus: Mit der Sängerin Cæcilie Norby und dem schwedischen Bassisten Lars Danielsson. Der Tag ging, die blaue Stunde kam – und mit ihm großer Vocal Jazz. Die dänische Sängerin und der Bassist/Cellist aus Schweden fanden schon vor vielen Jahren privat und künstlerisch zusammen. Auf der Konzertbühne lebt eine innige Vertrautheit, bei der sich keiner dem anderen beweisen muss. Und beide sich auch dem Publikum nicht mehr beweisen müssen. Das garantiert eine besonders tiefe Entspanntheit auf der Bühne. Werbung Cæcilie Norby singt Jazz und macht vom ersten Moment an klar: Sie darf das. Ihre Stimme ist reif, wirkt tief geerdet, aber kann trotzdem sanft die Seele streicheln. Sie kommt mit ihrem …

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+++ News +++ »Komm mit ans Meer!« – JazzBaltica 2017 beginnt +++ Jazz Initiative Würzburg hat eine neue Website +++ Preisträgerkonzert: Erster Jazzpreis Berlin 2017 für Gebhard Ullmann +++ Internationales Oldtime Jazz Festival in Speyer im August +++

+++ »Komm mit ans Meer!« – JazzBaltica 2017 beginnt +++ Das Schleswig-Holstein Musik Festival beginnt heute, 22.06.2017 mit Nils Landgren mit dem »upptakt« in der 73Bar im Maritim Seehotel in Timmendorfer Strand auf JazzBaltica 2017 und morgen, Freitag 23.06. startet das internationale Jazzfestival auf dem Gelände der Niendorfer Evers-Werft und im Niendorfer Hafen der Gemeinde Timmendorfer Strand. Auch in seiner 27. Saison (23.-25.6.) richtet JazzBaltica seinen Blick auf die baltische und vielfach auch regionale Jazzszene sowie darüber hinaus. Zu Gast sind Musikergrößen wie Michael Wollny und Peter Weniger in spannenden neuen Formationen, und Powerfrauen des Gesangs wie Viktoria Tolstoy und Jasmin Tabatabai. Zu hören sind außerdem Bands, die sich auf geniale und spielerische Weise zwischen verschiedensten Musikstilen bewegen, zum Beispiel Jin Jim, Pixel und das Tingvall Trio. Zudem stellt die NDR Bigband mit ihrem Programm »Watt about« ihren neuen Leiter Geir Lysne bei JazzBaltica vor. Ein Muss ist auch die Dance Night, zu der in diesem Jahr die fünf Musiker von Mezzoforte einladen. Zum krönenden Abschluss spielt die Monika Roscher Bigband auf, deren Auftritte auch international längst Kultstatus erlangt haben. Werbung Preisträgerin des diesjährigen IB.SH-JazzAward …

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+++ News +++ „Jazzorchester featuring Wu Wei“ in Weimar +++ „JAZZ – live, keys & sticks“: Fotografien von Thomas J. Krebs in Unterföhring +++ 1. Jazzfest Ottobrunn im Wolf-Ferrari-Haus +++

+++ „Jazzorchester featuring Wu Wei“ 29.06.2017 in Weimar +++ Am Donnerstag, 29. Juni um 19:30 Uhr im Festsaal Fürstenhaus wird ein Konzert-Projekt für ein Programm mit einem Gastsolisten, dem chinesischen Mundorgelspieler, Wu Wei stattfinden. Er spielt auf der „Cheng“, einem Instrument mit 3.000 Jahre alter Tradition, das seine Klänge mit Hilfe von 36 Pfeifen erzeugt und an eine Mundharmonika erinnert. Es erklingt moderner, teils orchestraler, teils rockiger, teils freier Bigband-Jazz, der gemeinsam mit dem Gastsolisten Wu Wei an der Mundorgel „Sheng“ und der Spießgeige „Erhu“ verschiedene musikalische Welten erkundet. Eintrittskarten zu 7,50 Euro, ermäßigt 5 Euro, gibt es bei der Tourist-Information Weimar sowie an der Abendkasse. Werbung +++ „JAZZ – live, keys & sticks“ Fotografien von Thomas J. Krebs Vernissage +++ Thomas J. Krebs stellt in der Fotoausstellung „JAZZ – live, keys & sticks“ seine neuen Werke vor. Die Vernissage ist am Freitag, 07.07.2017 um 19 Uhr im Bürgerhaus Unterföhring, Münchner Straße 65, 85774 Unterföhring (Parkplätze in der Tiefgarage sind vorhanden). Dort gibt es auch Abzüge der Jazz-„Polaroids“, deren Erlös das Schlagzeugprojekt im SOS Kinderdorf Weilheim unterstützt. Programmplanung:  Grußwort:    Stadt Unterföhring Einführung: Oliver Hochkeppel Musik:           …

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+++news +++ 20 Jahre Vorstudium Jazz in Köln +++ Joe Zawinul-Gedenk-Konzert in Steyrermühl +++ „Ten Strings Duo“ in Hürther +++

+++ Jubiläum: 20 Jahre Vorstudium Jazz in Köln +++ Ab September 2017 beginnt der einjährige Fortbildungskurs „Vorstudium Jazz“ der Offenen Jazzhaus Schule in Köln. Dieser Kurs wendet sich an Musiker, die an einer zielgerichteten, intensiven Ausbildung unter Anleitung profilierter Dozenten interessiert sind. Es eignet sich insbesondere zur direkten Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule. Die Teilnehmer können bereits vorhandenes Wissen vertiefen und auffrischen oder Neues in kompakter und systematischer Weise erlernen. Das „Vorstudium Jazz“ dient darüber hinaus als Kontaktbörse, bei der sich Musiker mit ähnlichen Zielen finden. Die Kursleitung hat André Nendza. Weitere Informationen unter http://www.jazzhausschule.de/j3/angebot/vorstudium-jazz oder telefonisch unter: 0221/13 05 65-25 Werbung   +++ „HEAVY WEATHER“ in the spirit of Joe Zawinul – ein Abend auf der Museumshalbinsel in Steyrermühl +++ 2017 jährt sich der Todestag der Jazz-Legende Joe Zawinul zum zehnten Mal. Im Österreichischen Papiermachermuseum Laakirchen – Steyrermühl gedenkt man dem Weltstar am 8. Juli 2017 mit einem Konzert am Tag nach seinem Geburtstag (Beginn: 19.30 Uhr). Der virtuose norwegische Bassist Per Mathisen hat dafür eine Band der Extraklasse zusammengestellt. Gespielt werden Stücke von Zawinul, Jaco Pastorius und Wayne Shorter sowie von Per Mathisen, dessen Kompositionen eine …

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Live im NDR – Mats Eilertsens „Rubicon“

Der Bassist Mats Eilertsen bildet eine musikalische Oase im Trubel der vielfältigen norwegischen Musikszene. Gemeinsam mit seinem „Rubicon“ Septett, dem u.a. der Saxophonist Trygve Seim und der Vibraphonist Rob Waring angehören, präsentierte Eilertsen im Rahmen eines NDR Jazzkonzerts mit seiner Formation eine unglaublich dichte, melodisch eindrucksvolle Einheit und ließ die Musik wundervoll „fließen“. Thomas J. Krebs war live dabei und begleitete das Konzert mit seiner Kamera.

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NDR Jazz-Konzert mit dem Anat Fort Trio und Gianluigi Trovesi

Seit mittlerweile fünfzehn Jahren besteht das von der israelischen Pianistin Anat Fort in New York gegründete Trio mit dem Bassisten Gary Wang und Roland Schneider am Schlagzeug. Der Italiener Gianluigi Trovesi ergänzt die Formation nun um weitere Klangfarben. Gemeinsam präsentierten sie live ihre ECM CD „Birdwatching“. Anbei eine Fotostrecke des Konzerts im Rolf-Liebermann-Studio des NDR von Thomas J. Krebs.   Werbung Merken

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