Korallenpilz. Foto: Hufner
Korallenpilz. Foto: Hufner

Die „Coltrane100“-Radiowoche vom 21.09.26 bis 27.09.26

Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1. Aktuell bekommen wir nutzbare Informationen nur vom SWR Kultur, Ö1 und in Sachen Neue Musik von BR-KLASSIK und ebenfalls Ö1.

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Senderliste:



Internet:


  • Schweden: P2 sendet immer Dienstags von 21:00 bis 22:00 und Sonntags von 18:40 bis 20:00 ein Jazzkonzert
  • Ungarn: Bartok Radio sendet täglich von 23:00 bis 23:55 eine Jazzsendung

mo – 21.09.2026


17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Astrid Schwarz und Rainer Elstner.

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19:30:00 +++ Ö1
Omniversal Earkestra und das Projekt „Le Mali 70“ bei Glatt & Verkehrt in Krems 2026

2019 ist das Omniversal Earkestra aus Berlin nach Mali gereist, um dort den Klängen der 1970er Jahren nachzuspüren, etwa der Musik der berühmten Rail Band mit Salif Keita, Mory Kanté und Check Tidiane Seck in Bamako oder dem Orchester Mystère Jazz de Tombouctou. Seither sind zwei Alben und ein Dokumentarfilm erschienen, und die Berliner Bigband kooperiert eng mit afrikanischen Musiker:innen.

Am 23. Juli d. J. präsentierte das Omniversal Earkestra seinen rhythmusbetonten, tanzbaren Afro-Jazz erstmals in Österreich – bei Glatt & Verkehrt im Innenhof der Winzer Krems. Die Berliner prunkten dabei mit prominenten afrikanischen Gästen: Neben Sänger Tom Diakité und Sängerin Mariam Koné glänzten Perkussionist Adama Bilorou und Balafon-Virtuose Aly Keita als Solisten. Und mit dem 72-jährigen Cheick Tidiane Seck betrat etwa zur Mitte des Konzerts ein Original-Mitglied der Rail Band aus Bamako die Bühne, um mit seiner Stimme und mit Hammond-Orgel-Soli das muntere Bühnengeschehen zu bereichern.

Jörg Duit präsentiert dieses sehr gelungene Konzert im Rahmen von Glatt & Verkehrt 2026.

22:03 – 23:00 Uhr +++ SWR KULTUR
ARD Jazz. Spotlight: Offerings – John Coltranes kosmisches Spätwerk

Von Rald Dorschel. Mit seinem legendären Quartett war John Coltrane bis an die Grenzen des Sagbaren, des Spielbaren – des Jazz gegangen. Doch 1965 wurden ihm selbst die zu eng: Er suchte sich neue Wege mit Freigeistern wie Rashied Ali, Pharoah Sanders und Alice Coltrane. Gerade noch hallte „A Love Supreme“ nach, da gab Coltrane letzte Sicherheiten auf: Alben wie „Ascension“, „Meditations“ und „Stellar Regions“ wurden zu seinem Vermächtnis – überwältigend, mitunter brutal in ihren Eruptionen. Coltranes letzte Alben haben Kritiker*innen und Fans zu schaffen gemacht – für den Spiritual Jazz wurden sie bahnbrechend.

23:03:00 +++ Ö1
Das zeitgenössische Musikleben der Ukraine – Neue Musik in Kriegszeiten

In den viereinhalb Jahren nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges hat sich das zeitgenössische Musikleben der Ukraine den widrigen Bedingungen angepasst und sich als wichtiger soziale Ort etabliert. Wir fragen nach – bei Komponierenden und bei Organisator:innen. Gestaltung: Rainer Elstner


di – 22.09.2026


17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen.

20:03 bis 20:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Horizonte: Ensemble der/gelbe/klang

Schon zum zweiten Mal hat Vladimir Jurowski, Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, das Münchner Neue-Musik-Ensemble der/gelbe/klang dirigiert. In Mauricio Kagels „Stücken der Windrose“ führt er die Musiker:innen wie mit einem Kompass durch die acht Himmelsrichtungen. Die Partitur ist ein filigranes und höchst abwechslungsreiches Geflecht aus Stilzitaten, individueller Kompositionsweise und polyrhythmischen Überlagerungen verbunden mit kammermusikalischer Präzision. Tango, Klezmer, südamerikanische Volksmusik, Märsche sowie asiatische oder afrikanische Rhythmen tauchen in diesem Werk auf, in dem Kagel mit Witz und Ironie unterschiedliche geographische und klangliche Räume eröffnet. Eine Aufnahme vom 10. Juli 2026 aus dem „Schwere Reiter“ in München

21:00 – 22:00 Uhr +++ SWR KULTUR
JetztMusik: John Coltrane 100 – Baden-Baden & Stuttgart Tapes

Von Julia Neupert. Er ist neben Miles Davis der zweite prominente Jazz-Jubilar in diesem Jahr – und einer der bis heute einflussreichsten Musikerpersönlichkeiten: Am 23. September wäre John Coltrane 100 Jahre alt geworden. Im Herbst 1961 war der Saxofonist zum ersten Mal mit einer eigenen Band auf Europatour und hat damals auch in Stuttgart und Baden-Baden Halt gemacht. In der JetztMusik hören wir heute rare Tonaufnahmen aus dem SWR-Archiv mit John Coltrane an Tenor- und Sopransaxofon, Eric Dolphy an Altsaxofon und Flöte, McCoy Tyner am Piano, Reggie Workman am Kontrabass und Elvin Jones am Schlagzeug.

23:03:00 +++ Ö1
Uraufführungen von den Klangspuren Schwaz – Das britische Riot Ensemble spielt Weltpremieren von Jonah Haven und Dilay Doğanay.

Zwei Uraufführungen waren beim Konzert des Londoner Riot Ensemble im Rahmen der Klangspuren Schwaz zu erleben, das wir am 11. September 2026 im Studio 3 des Landesstudios Tirol aufgenommen haben. In „Naomi“ für Ensemble, Sopran und Tape des US-Komponisten Jonah Haven schlüpft Sopranistin Juliet Fraser gleich in sechs verschiedene Rollen. Auch Dilay Doğanays Stück „no signatures“ beinhaltet eine kleine Erzählung: Es verklanglicht den Prozess der Interaktion mit einer KI. Die türkische Komponistin war Siegerin des Ö1 Talentebörse Kompositionspreises 2024.

Die Klangspuren Schwaz stehen in ihrer 33. Ausgabe von 10. bis 26. September 2026 unter dem Motto „Love is Louder“. Angeregt wurde das Thema „durch das gleichnamige Kunstwerk des US-amerikanischen Künstlers Sam Durant, der die drei Worte einem Demonstrationsplakat entnommen hat. Der Slogan wird im Festivalprogramm zum Leitmotiv, das in vielen Werken durchklingt“, wie es in der Festivalankündigung heißt. Es ist dies die erste Festivalausgabe unter der künstlerischen Leitung des niederländischen Trompeters Marco Blaauw. Gestaltung: Verena Gruber


mi – 23.09.2026


14:05:00 +++ Ö1
Cellyfish alias Alex Tod und Joana Karácsonyi im Studio 2 des Wiener RadioKulturhauses

Zwei Musikerinnen, eine unverwechselbare Klangsprache: Das Duo Cellyfish verbindet die eindringliche Stimme und die poetischen Songs von Alex Tod mit dem warmen, facettenreichen Cellospiel von Joana Karácsonyi. Alex Tod singt, spielt Gitarre und Kontrabass und schreibt Texte und Kompositionen von großer persönlicher Direktheit. Joana Karácsonyi erweitert die Lieder mit Cello, Stimme und Kontrabass zu fein gearbeiteten, kammermusikalischen Arrangements. Zwischen Singer-Songwriter-Musik und Folk, verbunden mit improvisatorischer Freiheit, entsteht ein überraschend vielschichtiger Duo-Sound. Das Cello setzt rhythmische Akzente, intoniert Gegenstimmen und tritt in einen Dialog mit Tods Gesang.

Im ersten Teil dieser Ö1 Radiosession, die einen Beitrag zum heutigen European Folk Day darstellt, sprechen der Musiker und die Musikerin anhand eigens ausgewählter und mitgebrachter Musik über ihre musikalischen Einflüsse und Inspirationen.

17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa

22:03 – 23:00 Uhr +++ SWR KULTUR
ARD Jazz. Das Magazin

Von Anja Buchmann. Das wöchentliche Jazz-Update, präsentiert von Eurer ARD: außergewöhnliche Veröffentlichungen, relevante Ereignisse und aktuelle Debatten. Wir diskutieren Jazz in allen seinen Facetten und suchen auch deutschlandweit die Orte auf, an denen er zu Hause ist. Nicht verpassen.


do – 24.09.2026


17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber.

22:03 – 23:00 Uhr +++ SWR KULTUR
Blues’n’Roots

Von Dagmar Fulle. In dieser Sendung präsentieren wir alte und neue Aufnahmen aus den Bereichen Blues, Jazz, Swing, Rhythm’n’Blues, Soul und Country.

23:03 bis 00:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Horizonte: ARD-Musikwettbewerb 2026 – Die Auftragskompositionen

Seit 2001 werden beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD auch Auftragskompositionen vergeben. Sie sind Teil des Programms, mit dem sich die Kandidat:innen vor der Jury präsentieren. Heuer haben Nina Šenk (Fagott), Camille Pépin (Streichquartett), Enjott Schneider (Orgel) und Johannes Schachtner (Schlagzeug) Werke geschrieben, die BR Klassik in dieser Ausgabe der „Horizonte“ mit den preisgekrönten Interpretationen vom Wettbewerb vorstellt. Eine Sendung von Florian Heurich


fr – 25.09.2026


14:05:00 +++ Ö1
Akkordeonist Almir Meškovic und Geiger Daniel Lazar

Der bosnische Akkordeonist Almir Meškovic und der serbische Geiger Daniel Lazar sind ein Duo mit der Klangfülle eines ganzen Orchesters, virtuos und gleichzeitig extrem gefühlvoll im Zusammenspiel.

Kennengelernt haben sie sich im fernen Oslo beim Masterstudium an der Norwegischen Musikakademie. Da waren beide bereits in der sogenannten Klassik zwischen Barock und zeitgenössischer Musik aktiv. Aufgrund ihrer familiär bedingt tiefen Verwurzelung in den Volksmusiktraditionen des Balkans und entgegen ihren ursprünglichen Karriereplänen haben sie zu einem Duo zusammengefunden, das genau diese Verwurzelung in den Mittelpunkt stellt. „Roots“ nannten sie denn auch 2018 ihr von Kritik wie Publikum gefeiertes Debütalbum, mit Volksmusik vom Balkan, die sie mit großer Liebe zu den Ursprüngen neu erzählen und mit Klassik, Tango, Klezmer, skandinavischer Volksmusik und einigem mehr verschmelzen.

Am 6. Juli 2025 begeisterten Almir Meškovic und Daniel Lazar beim Rudolstadt-Festival in Thüringen. Am selben Tag war dort auch der rumänische Roma-Akkordeonist Ionica Minune mit seinem Ensemble Taraf Ionica Minune zu erleben. Ein Ausschnitt aus diesem Konzert ergänzt den Auftritt von Meškovic und Lazar mit partytauglicher balkanischer Musik ohne die Brille akademisch ausgebildeter Musiker.

17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Johann Kneihs.

23:03:00 +++ Ö1
Klangforum Wien mit „archipelischen Klängen“

Werke von Gerhard Stäbler, Laure M. Hiendl, Bernhard Lang und Luxa M. Schüttler. Dirigent: Vimbayi Kaziboni

Im März 2026 war das Klangforum Wien im Wiener Konzerthaus mit einem Konzert zu erleben, das die faszinierende Vielfalt aktueller kompositorischer Ausdrucksformen erlebbar gemacht hat.

Unter der Leitung von Vimbayi Kaziboni und mit dem Bariton Holger Falk spannte das Programm einen Bogen von Gerhard Stäblers klanggewaltiger Hommage an die Müllfahrer von San Francisco über die österreichische Erstaufführung von Laure M. Hiendls „Chronochromatic Variations IV“ bis zu Bernhard Langs intensivem „Songbook II.2 – Retextured“ sowie Luxa M. Schüttlers vielschichtigem „i wd leave leaf & dance“.

Wir hören in diesem “Zeit-Ton extended” ein Panorama zeitgenössischen Komponierens: Alltagsgeräusche werden zu Musik, klassische Fragmente neu befragt, Sprache verwandelt sich in pulsierenden Klang, und musikalische, literarische sowie elektronische Spuren verbinden sich zu einem offenen, „archipelischen“ Denken, in dem das Fremde Teil der eigenen Identität wird. Gestaltung: Astrid Schwarz


sa – 26.09.2026


18:20 – 19:00 Uhr +++ SWR KULTUR
Jazz. Homezone – Jazz in Südwest: Die Jazzszene(n) am Bodensee (2/2)

Von Henry Altmann. Wenn Musiker aus Konstanz in Friedrichshafen oder Bregenz eine Mucke haben, steht ihnen eine lange Schifffahrt oder einen noch längerer Landweg bevor. Dennoch gibt es zahlreiche Verbindungen zwischen den Ufern, und auch auf der deutschen Seite braucht sich der See in Sachen Jazz nicht zu verstecken. Tourismus- und Eventbedingt gibt es zwar viel „Gebrauchsjazz“, aber eben auch so einiges an Unerhörtem und sogar den einen oder anderen Star. In zwei Folgen macht die Homezone eine klingende Jazz-Ufer-Tour, vom bayerischen Lindau übers schwäbische Friedrichshafen ins badische Konstanz.

22:05:00 +++ Ö1
Neuigkeiten aus der Welt des Jazz

Konzertempfehlungen für die kommende Woche, Buchbesprechungen, Kurznachrufe und aktuelle Meldungen.

23:03:30 +++ Ö1
Der bei Berlin lebende niederösterreichische Trompeter Richard Koch im Gespräch

Seit über 25 Jahren lebt der aus Tulln stammende Trompeter Richard „Ritsche“ Koch in bzw. nahe Berlin, wohin es ihn einst zum Studium an der Hochschule der Künste verschlug. Inzwischen ist er längst fixer Teil der Musikszene in der Stadt an der Spree. Dabei bespielte Koch an der Seite etwa von Rapper Peter Fox auch große Konzerthallen, sein Herz schlägt aber für den Jazz: In den letzten zehn Jahren ist der 47-Jährige hier auch zunehmend als Bandleader hervorgetreten und hat eine Reihe von hörenswerten Alben vorgelegt, in denen er durch lustvolle Grooves und expressive Kantilenen sowie einen satten, lebensprallen Trompetenton besticht. Für das Programm der aktuellen Quintett-Arbeit „Rays of Light“ wurde Richard Koch Ende April 2026 bei der Jazzahead in Bremen heftig akklamiert, Anfang Oktober präsentiert er die Musik live in Österreich.

19:05 bis 20:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Musik der Welt: Cello’s Song

„Cello’s Song“ – dieses Sendungsmotto impliziert die Stärke dieses wohlgeformten Instruments, das mit viel Wärme eine enorme Bandbreite an Emotionen vermitteln kann. Aber vor allem ist es der Gesang, mit dem das Violoncello imponiert und dadurch oft als „seelennah“ empfunden wird. Wenn etwa Meistercellist Yo-Yo Ma in Filmmusik des chinesischen Komponisten Tan Dun zu hochdramatischen Melodien-Flügen ansetzt – da wird das Cello zum „Rufer“ und zum „Seelen-Echo“ zugleich. Der Münchner Cellist Sebastian Hess führt uns in besonders berührende Gefilde mit seiner „Wave of Passion“: Es ist in der Tat eine Welle der Leidenschaft, die er losschickt, indem er 6 Cellospuren übereinanderlegt und dadurch selbst zu einem Cello-Orchester wird. Auch Ausnahme-Cellistin Raffaela Gromes, das Celloquartett „Cellomania“, Stjepan Hauser mit einem großen Hit von Yiruma und die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker werden zu erleben sein, und am Ende der Sendung gibt es keinen Zweifel: Das Cello trägt das Herz auf der Zunge! Eine Sendung von Roland Kunz


so – 27.09.2026


00:05:00 +++ Ö1
(Fortsetzung); Der bei Berlin lebende niederösterreichische Trompeter Richard Koch im Gespräch

01:03:00 +++ Ö1
Klassiker und Fundstücke aus 100 Jahren Jazzgeschichte (Wiederholung)

17:10:00 +++ Ö1
Ein Österreicher in St. Pauli: zur lebenden Legende Freddy Quinn

Seine Stimme war und bleibt eine der meistgehörten im deutschen Sprachraum. Kaum jemand ist bekannter als Freddy Quinn, kaum jemand hat mehr Tonträger verkauft. In den zwei, drei Minuten eines Lieds erzählt er von Seemännern, die auf dem Meer zu Hause sind, von einem weißen Schiff, das nach Hongkong fährt; vom Leben unter fremden Sternen, vom Abschied, der damit einhergeht, von Sehnsucht und der Hoffnung auf ein Wiedersehen. Wer kann wissen, was einmal geschieht?

Der Wahlhamburger Freddy Quinn stammt aus Österreich. Am 27. September 1931 kam er zur Welt – doch schon beim Geburtsort gehen die Angaben auseinander. Sein Vater soll ein Kaufmann irischer Abstammung gewesen sein, daher der Nachname. Auf der Flucht vor der Roten Armee zu Ende des Zweiten Weltkriegs soll Sohn Freddy sich als Amerikaner ausgegeben und mit den US-Streitkräften in die Vereinigten Staaten gelangt, doch nach Europa zurückgeschickt worden sein. In Wien besuchte er das Gymnasium Albertgasse, mit 16 Jahren schloss er sich einem Zirkus an, gelangte über Rom, Palermo und Tunis zur französischen Fremdenlegion in Algerien – entschied sich jedoch zur Rückkehr.

Wie viel an diesen und anderen Teilen seiner Lebensgeschichte stimmt, ist umstritten. Freddy Quinn selbst hat erst letztes Jahr in seiner Autobiographie „Wie es wirklich war“ manches zurechtgerückt – seine Darstellung wurde allerdings wiederum in Zweifel gezogen. Trotz seiner enormen Bekanntheit sei „der Superstar ein Fremder geblieben, umflort von der Legende des Einsamen, Weitgereisten, Heimatlosen. Ganz so, wie es seinem Image entspricht, dem Bild des Seemanns, der jederzeit bereit ist, seinen Seesack zu schultern und wieder auf große Fahrt zu gehen“, so resümierte Quinns Biograph Elmar Kraushaar 2011 in seinem Buch „Freddy Quinn – Ein unwahrscheinliches Leben“.

Gesichert ist die Musik, die Freddy Quinn gemacht hat, und die vor allem in den 1950er und 1960er Jahren auf gewaltige Resonanz stieß. Sie wurde von Schlager-Koryphäen wie Bert Kaempfert, James Last oder Lotar Olias komponiert, oft zu Filmen, in denen Quinn die Hauptfigur spielte. Seine Lieder erscheinen heute wie Botschaften aus einer vergangenen Zeit: ein „Schatz der verlorenen Gefühle“, wie der Neue-Deutsche-Welle-Sänger Stephan Remmler seine Coverversionen nannte. Sie wirken wie unbeschwerte Tagträume, zumindest vordergründig ohne die Sorgen der Gegenwart und unpolitisch, mit wenigen Ausnahmen wie der Anti-Hippie-Tirade „Wir“, von der Freddy Quinn sich später distanziert hat. Die Spielräume gratulieren Freddy Quinn zum 95. Geburtstag, begeben sich auf die Spuren eines Phänomens und lassen einige seiner großen Erfolge Revue passieren.

19:40 – 20:00 Uhr +++ SWR KULTUR
Big Time Jazz. Jazz-Orchester, Big Band, Oktett – hier kommt Musik mit Vielen!

Im Big Time Jazz stellen wir für Sie interessante und schöne Klänge zusammen – von großen Ensembles aus dem Jazz und der improvisierten Musik. Wir bergen Archivaufnahmen und durchforsten Neuveröffentlichungen für eine Zeit, die ganz den großen Klängen gehört.

23:03:00 +++ Ö1
Zeit-Ton Magazin – Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen

Jeden Sonntag präsentieren wir Ihnen in der ersten Zeit-Ton-Stunde ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und spannende Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Philipp Weismann

23:03 bis 00:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Musik der Welt: Akkordeon-Impressionen

Der Franzose Vincent Peirani ist ein Phänomen: Er akzeptiert keine musikalischen Grenzen. Mit der Leichtigkeit eines Malers bewandert Peirani die Palette der farblichen und technischen Möglichkeiten seines Akkordeons. Dass es im Jahr 2026 zum „Instrument des Jahres“ proklamiert wurde, lässt ein leichtes Schmunzeln über seine Lippen huschen: „Das Instrument des Jahres“? Für ihn ist es das Instrument des Lebens … und zwar in jeder Minute, jeder Sekunde! Ähnlich sieht das auch der Virtuose Didier Laloy. Wenn man sein Spiel hört und seine Mimik beobachtet, wahrnimmt, wie er die Töne formt, wie sein Körper sich bewegt, dann kommt man zu dem Eindruck, er sei ein Sänger. Aber Didier sieht sich eher als „Geschichten-Erzähler“. Sein Instrument, das er im Duo Belem gemeinsam mit der Cellistin Kathy Adam atmen und ausatmen lässt, erzählt mal von turbulenten, mal von sanft emotionalen Begebenheiten, die ausschließlich seinem Akkordeon über die Lippen kommen können. Auch Johanna Juhola wird in der Sendung zu erleben sein: Die Finnin weiß ganz genau, was sie will, welchen Soundeffekt sie kreieren möchte und wie ihr Akkordeon zu klingen hat. Das Instrument ist für sie ganz einfach „Mittel zum Zweck“ … und der heißt: Menschen erreichen! Eine Sendung von Roland Kunz

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