Vom Duo bis zur NDR Big Bigband: zum Tod des Vibraphonisten Wolfgang Schlüter

Der Jazzmusiker Wolfgang Schlüter ist tot. Wie seine Plattenfirma Skip Records am Dienstag mitteilte, starb er am Montag im Alter von 85 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Der 1933 in Berlin geborene Musiker wollte eigentlich klassischer Solopaukist werden, wechselte dann aber zum Vibraphon und zum Jazz. 2001 wurde er mit dem Deutschen Jazzpreis, 2013 mit einem Echo Jazz und 2017 mit dem Hamburger Jazzpreis ausgezeichnet.


Wolfgang Schlüter. Foto: TJ Krebs/jazzphotoagency@web.de

Der Vibraphonist Wolfgang Schlüter ist am 12. November 2018, im Alter von 85 Jahren völlig unerwartet – und gerade mit den abschließenden Aufgaben eines neuen Projektes mit seinem Quartett und Streichern beschäftigt – verstorben.

Wolfgang Schlüter hat viele Jazzepochen miterlebt und sie mit seinem unverwechselbaren Spiel geprägt: vom Swing der Nachkriegszeit über den Bebop und den „coolen“ Jazz der 50er-Jahre bis zu freieren Experimenten. Er spielte in unterschiedlichsten Besetzungen: vom Duo über das Quartett bis zum Jazzorchester. 30 Jahre war Wolfgang Schlüter Mitglieder der NDR Bigband; daneben spielte er mit vielen Jazzgrößen wie Kurt Edelhagen und Peter Herbolzheimer, vor allem aber fast ein halbes Jahrhundert lang mit dem Pianisten und späteren Redakteur Michael Naura.

An der Hamburger Hochschule für Musik und Theater hat Wolfgang Schlüter am Aufbau der Jazzabteilung mitgewirkt, hat sein Können und Wissen an Generationen von Studenten weitergegeben und junge Talente wie Kai Bussenius, Boris Netsvetaev und Philipp Steen gefördert, mit denen er seit vielen Jahren im Quartett spielt.

Sein letztes Album „Breathing As One“ im Duo mit dem Pianisten Boris Netsvetaev (skip records, 2016) ist das jüngste Dokument  seiner zeitlosen Kunst: seine Improvisationen besitzen emotionale Tiefe, mitreißende Virtuosität und einen authentischen, organischen Swing, den weltweit nur wenige Instrumentalisten beherrschen.

(siehe auch Jurybegründung des Hamburger Jazzpreises 2017 an Wolfgang Schlüter)

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