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+++ Bayreuther Jazz-November +++

Der Bayreuther Jazz-November präsentiert sich in seinem elften Jahr vom 9. bis 12. November musikalisch noch breiter aufgestellt. Das mehrfach ausgezeichnete Jazzforum (Kulturpreis 2017 der Stadt Bayreuth, Spielstättenprogrammpreis bzw. APPLAUS 2013, 2014 und 2016) zündet als Veranstalter die nächste Stufe für das Herzensprojekt Bayreuther Jazz-November. Beinahe könnte man ihn „Allstar-Jazz-November“ nennen, wenn da nicht die Spätkonzerte wären mit spannenden jungen Projekten. Wenn an den Festivaltagen um 20 Uhr die Jazzgrößen Makiko Hirabayashi, Marilyn Mazur, Rolf Kühn, Jasper van‘t Hof, Tony Lakatos, Wolfgang Haffner oder Christopher Dell auf der Bühne im Becher stehen, machen sich die jungen Wilden schon mal warm: Mario Rom im Glashaus oder die fulminante Jazzrausch Bigband und die meistgehörte deutsche Jazz-Soul-Stimme Pat Appleton im Lamperium.

In Kooperation mit den Kulturfreunden Bayreuth kommt sogar ein ganzes Orchester auf die Bühne des Zentrum, um mit dem David Gazarov Trio und der Sängerin Fola Dada den Sonntag Nachmittag mit dem Great American Songbook zu versüßen. In den Werkstätten der Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne gibt es einen Workshop für Kinder mit Percussion am halbfertigen Flügel. Und zusammen mit Kino ist Programm e.V. bringt das Jazzforum an zwei Abenden Jazz auf die Leinwand.


Doch nicht nur die Zahl der Konzerte ist in diesem Jahr ungewöhnlich hoch: Mit dem Becher-Saal, der Klaviermanfaktur Steingraeber & Söhne, dem Glashaus, dem Lamperium, dem Iwalewahaus und dem Zentrum sind auch so viele Bayreuther Orte beteiligt wie nie zuvor. So werden aus sechs Festival-Events ganze elf – der bisher größte Jazz-November also. Doch die wichtigsten Bausteine sind – wie immer – die hohe Qualität der Musiker und die musikalische Vielfalt.

Neu in diesem Jahr: Vorverkauf über okticket

Ganz neu in diesem Jahr ist unser Partner für den Ticket-Vorverkauf: okticket. Damit sind Karten für den Jazz-November künftig an fast allen Vorverkaufsstellen in Nordbayern verfügbar. Und für alle, die ihre Jazz-November Tickets online erwerben möchten, gibt es von Kreditkartenzahlung bis zur Überweisung ein sehr breites Spektrum der Zahlungsmöglichkeiten. Reservieren Sie Ihre Jazz-November Tickets jetzt ganz bequem:

Mit Makiko starten wir in den Jazz-November: Makiko Hirabayashi aus Japan, die Amerikanerin Marilyn Mazur und der Däne Klavs Hovman sind eine wahre Weltbürgertruppe. Das Trio schafft es, spielerisch die Musiktraditionen Japans und Skandinaviens in puren Modern Jazz zu weben – und so etwas ganz Eigenes, Einzigartiges entstehen zu lassen. Diese sanften, filigranen Klangwelten sind etwas für den Genießer – und sicherlich ein Highlight im diesjährigen Jazz-November. Dieses feine Jazz-Trio von internationalem Rang nimmt seine Alben in München auf, lebt in Kopenhagen und bezaubert die ganze Welt.

Mario Rom’s Interzone sind das aufstrebende Trompeten-Trio Österreichs. Ihr Motto? Alles ist erlaubt! Was kommt dabei heraus? Die Zeit formuliert es so: „Ungestüm fräsen sie ihre Bahn, räumen alle stilistischen Wegweiser zur Seite, swingen, grooven, nehmen abrupt Tempo aus der Bewegung, kurz: Spielen, wie es ihnen die Energie gerade einflüstert.“ Und wirklich: Die drei lassen sich in aller Brillanz vom Chaos leiten. Oder sind sie am Ende Herren darüber? Friedrich Nietzsche – ein großer Freund Bayreuths – ließ einst seinen Zarathustra sagen: „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“ Selten hat dieser Satz so schön gepasst, wie bei Mario Rom’s Interzone, die ja selbst Stars sind, die gerade geboren werden: Vor unseren Augen. Darum spielen sie auch an jenem Ort in Bayreuth, der schon so viele kommende Stars gesehen hat: Dem Glashaus. Unser Spätkonzert am Donnerstagabend.

Man sollte mit Etiketten wie „lebende Legende“ ja vorsichtig sein. Was aber, wenn die Bezeichnung nun einmal zutrifft? Unter den Jazz-Klarinettisten gibt es wohl kaum einen zweiten wie ihn: Rolf Kühn. Für Die Welt ist er noch mit über Achtzig „der coolste Jazzmusiker Deutschlands“. Für seinen – ebenfalls berühmten – Bruder Joachim Kühn ist sein neues Album „Spotlights“ das „beste Album, das er bisher aufgenommen hat“. Was kann bei diesem Konzert also noch schiefgehen? So dürfen wir dieses Jahr im Jazz-November einen der größten deutschen Jazzer aller Zeiten begrüßen. Einen, der uns beweisen wird, dass man auch in fortgeschrittenem Alter noch Ideen, Einfallsreichtum und Jugend in sich tragen kann.

Wann haben Sie das letzte Mal zu Jazz getanzt? So richtig getanzt, als ob es kein Morgen gäbe? Die Zeit verfliegt, löst sich auf. Man vergisst alles um sich herum, vergisst sich selbst und existiert nur noch in diesem elektrisierenden Moment, im Tanz. Wie? Das soll Jazz können? Oh ja! Aus München kommt die Jazzrausch Bigband, die angetreten ist, genau das zu beweisen. Dabei werden die Genres gern gleich ganz durcheinandergeworfen. So zermangeln sie schon mal Bruckners Sinfonien zwischen Techno und Jazz. Dahinter die Frage: Was wäre, wenn Anton Bruckner 1985 geboren wäre, nicht hundert Jahre früher? Welche Musik würde er wohl schreiben zwischen Klassik, Jazz und Dubstep? Statt einem klassischen Konzert kommt es im Lamperium zu einer musikalischen Kernschmelze imperialen Ausmaßes. Zu einer Klangwucht, die so wohl einzigartig ist im europäischen Jazz. Hier soll, nein, muss getanzt werden.

Natürlich gibt es auch in diesem Jahr eine Veranstaltung für Jugendliche. Das Haus Steingraeber scheut keine Kosten und Mühen, um zusammen mit dem Bayreuther Jazzforum etwas für die Kleinen anzubieten: Zuerst gibt es eine Führung durch die Klaviermanufaktur mit Imbiss. Pianist Victor Alcántara und Multiinstrumentalist Georg Alkofer unternehmen anschließend einen musikalischen Streifzug durch die Jazzgeschichte. Adventures in Jazz – Abenteuer im Jazz heißt diese musikalische Entdeckungsreise inklusive Mitmachteil.

Es geht die Mär, der Bandname sei auf eine besonders scharfe Chili namens Pili-Pili zurückzuführen. An der brannte sich nach eigener Aussage Bandleader Jasper van’t Hof auf einer Reise in Kinshasa so sehr, dass es ihm den Bandnamen wohl gleich mit eingebrannt hat. Als einer der ersten Europäer holte er afrikanische Klänge in die westliche Jazz- und Club-Musik. Mit Synthesizern, afrikanischen Trommeln und warmen Frauenstimmen schuf Jasper van’t Hof einen ganz eigenen Sound. Etwas, dass zu Beginn der Achtziger als heißer galt als die Nächte Afrikas. Ein besonderer, afrikanischer Disko-Funk, der in den schärfsten Clubs Europas und Afrikas lief und dort die Nacht zum Glühen brachte. Jasper van’t Hof’s Pili-Pili schlagen sozusagen die Brücke zum Jazz-November 2016 als es unter dem Motto Jaffrika um Jazz aus Afrika ging: Kaum jemand verbindet seit nun bald 35 Jahren so gekonnt die Musikwelt Afrikas mit der Mitteleuropas, wie Jasper Van’t Hof Pili-Pili.

Was für eine Stimme hat diese Pat Appleton! Nicht umsonst bezeichnete 3sat sie als eine der „wichtigsten Stimmen des zeitgenössischen, deutschen Jazz“. Eine Einschätzung, der man sich sofort anschließt, hört man dieses leicht raue, kehlige in ihrer ansonsten so weichen Stimme. Als wolle uns Pat Appleton mit ihrem Soul ein Angebot machen, dass wir nicht ablehnen können – und wollen. Es ist Musik, die der Jazz-Liebhaber genießen kann, die aber auch ins Ohr geht. Eine Einstiegsdroge in die Jazz-Sucht. Zu diesem Konzert können Sie getrost die Freunde und Familienmitglieder mitnehmen, die sonst nicht so auf Jazz stehen: Sie werden es Ihnen danken. Natürlich kommt Pat Appleton nicht alleine, insgesamt steht ein Quintett auf der Bühne im Lamperium. Es verspricht ein feines Konzert zu werden mit fantastischen Musikern. Eines, das einen weiteren Aspekt der mitteleuropäischen Jazz-Szene beleuchtet: Dass sich Jazz und Pop nicht ausschließen müssen, sondern sich durchaus wohltuend ergänzen können.

Der Pianist David Gazarov ist ein weiteres großartiges Beispiel dafür, welche Vielfalt und Internationalität im mitteleuropäischen Jazz steckt. Geboren in Baku als Sohn einer Malerin und eines Musikers malt er heute mit Tönen – ist also zum komponierenden Jazz-Musiker geworden. Zusammen mit dem Stuttgarter Kammerorchester gibt es das „Great American Songbook“ zu hören. Eine Art „Best of“ der großen Swing-Stücke der 30er bis 60er Jahre. Genau auf diese Art Musik hat sich die gebürtige Stuttgarterin Fola Dada spezialisiert. Sie bringt uns die Stimme und die Stimmung dieser Zeit näher, deren Songs Klassiker für die Ewigkeit wurden. Ein Konzert, mit dem sich die Kulturfreunde Bayreuth auf besonders edle Weise in den Bayreuther Jazz-November 2017 einbringen. Die Brücke unseres Mitteleuropa-Jazz-Novembers zum „very American way of Jazz“, unsere Brücke zur Klassik, unser „Grand Concert“. Wo könnte das passender stattfinden, als im Europasaal im Zentrum?

Mit Rolf Kühn haben wir bereits den „coolsten Jazzmusiker Deutschlands“ (Die Welt) beim Jazz-November zu Gast. Wolfgang Haffner wiederum nennen „manche gerne den coolsten Schlagzeuger Deutschlands“ (ARDalpha). Der Oberfranke ist als Junge zum Jazz gekommen, wie die Jungfrau zum Kinde. Sein Vater war immerhin Kirchenmusiker – aber auch der erste, der mit ihm zusammen eine Platte von Dave Brubeck hörte. „Ich habe eigentlich immer nur gemacht, worauf ich Lust hatte. Wenn sich etwas wie Arbeit anfühlt, dann läuft etwas falsch“, sagt Haffner selbst. Das merkt man auch seinem gerade erschienenen Album „Kind of Spain“ an, das er uns sozusagen frisch von der Presse mit in seine oberfränkische Heimat bringt. Zusammen mit Hip Hop-Jazzer Roberto di Gioia, Ringsgwandl-Bassisten Christian Diener und dem Vibraphonisten und Chef des Instituts für Improvisationstechnologie Christopher Dell ergibt das mit Sicherheit einen einzigartigen Abend voller Improvisationen, spontaner Genialität und Spannung. Eben echten, kreativen Jazz.

 

+++ Jazzwoche Hannover +++

Vom 20. bis 29. Oktober 2017 findet die Jazzwoche Hannover statt, das Festival für zeitgenössischen Jazz in Niedersachsen. Damit zelebriert die Jazzmusiker Initiative Hannover in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum. Erneut zeigen wir ein vielfältiges und wegweisendes Programm des zeitgenössischen Jazz, das die regionale Szene mit in- und ausländischen KünstlerInnen verbindet. An 10 Tagen und 13 verschiedenen Orten der Stadt veranstaltet die JMI ein Jazzfestival mit mehr als 15 Ensembles und Solokünstlern. Darüber hinaus gibt es ein vielseitiges Rahmenprogramm mit Jazz-Kino Abend und Late-Night Sessions.

 

www.jmi-hannover.de

+++ 40. Göttinger Jazzfestival +++

Das Programm des diesjährigen Göttinger Jazzfestivals ist jetzt online und einsehbar. Es findet vom 2. bis 11. November 2017 statt. Mit dabei:

TONY ALLEN SEXTETT | GOURMET | A NOVEL OF ANOMALY

ROLF KÜHN UNIT ft. PHILIPP GROPPER | SHALOSH | SUN RA ARKESTRA

THÄRICHENS HENDRIXPERIENCE | GUNTER HAMPEL | JULIA HÜLSMANN TRIO  u.v.a.m.

www.jazzfestival-goettingen.de

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