Education sucks!

Im Jazz ist die musikalische Bildung so weit fortgeschritten wie nie. Überall gibt es Landesjugendjazzorchester, in denen die Kids ihre Fähigkeiten schon im Teenageralter ausbilden können. Jazzmusiker an Musikschulen sorgen als Lehrkräfte dafür, dass der Nachwuchs weiterhin sprießt und die bösen Hip-Hopper mit den schweinischen Texten nicht die Oberhand gewinnen. An den Musikhochschulen gehen genug Studienbewerbungen im Jazzbereich ein, um den Bedarf mehrfach zu decken. Großes Interesse offenbar am universitären Jazz… Wie kommt es dann, dass ein an der HMT München veranstalteter 3-Tages-Workshop mit solidem Dozenten-Lineup (Randy, Brecker, Billy Cobham, Nathan Davis, Abraham Laboriel, Patrice Rushen) so geringen Zulauf von außen bekommt? Der Workshop war ausdrücklich nicht an Studenten, sondern an ambitionierte Laien gerichtet, denen man eine Gelegenheit bieten wollte, mit Profis neues Terrain zu erkunden. Eine beschränkte Öffnung der Hochschule für Interessierte. Am vergangenen Wochenende saßen den Dozenten dann doch überwiegend Studenten der Hochschule gegenüber – der erhoffte Ansturm der Amateure blieb aus. Gut, einige waren es doch und die konnten beim Workshop-Konzert zeigen, was im Laienbereich möglich ist, wenn man konzentriert arbeitet und die richtige Unterstützung hat. Kompliment! Wo aber waren die so …

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Deutschland. Ein Bigband-Märchen?

In unserem Blog-Eintrag Till Brönner will Zentrum für Jazz gründen haben wir Brönners Äußerungen aufgegriffen, in denen er ein Zentrum für Jazz in Deutschland fordert. Darin prognostiziert er für die deutschen Rundfunk-Bigbands eine Rest-Lebensspanne von weniger als zehn Jahren. In der Süddeutschen Zeitung von Freitag, 26.11.10 ist nun ein Artikel erschienen, der Deutschland als wichtigstes Land für den Big-Band-Jazz außerhalb der USA bezeichnet und die Bedeutung der Rundfunk-Bigbands auch für amerikanische Jazzmusiker betont, die immer wieder mit ihnen konzertieren und aufnehmen. Ein Auszug aus dem Artikel „Tranatlantische Schwingungen“ von Lewis Gropp: „Tatsächlich ist die deutsche Big-Band-Landschaft weltweit einmalig. In Europa leistet sich niemand mehr den Luxus einer professionellen Big Band mit Musikern in Festanstellung, abgesehen von den Niederlanden mit dem Metropol Orkest oder Dänemark mit der DR Big Band. Dass es in Deutschland gleich vier Big Bands dieser Art gibt, ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Selbst in den USA hat sich die Big Band-Landschaft stark gewandelt und verdünnt. Neben dem von Wynton Marsalis unter großem Aufwand und mit Stiftungs- und Sponsorengeldern betriebenen Jazz at Lincoln Center Orchestra spielen hier vor allem die von den Universitäten getragenen …

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Marsalis im Trend

Moment: Haben wir Wynton Marsalis’ neues Buch richtig verstanden? Da predigt also einer die Vorbild-Tugenden des Jazz: Achtung, Respekt, Vertrauen, Flexibilität, Toleranz, Krisen-Management, Risikobereitschaft. Der Jazz, heißt es da, lehre uns, das Beste aus dem Augenblick zu machen, anderen nicht unseren Willen aufzuzwingen, Gemeinsamkeit vor Egoismus zu stellen. Brav! So ähnlich wie bei Marsalis tönt es heute bei vielen Lobbyisten ganz verschiedener Couleur. Zum Beispiel bei den Management-Trainern, weshalb die sich ja die kollektive Improvisationsbereitschaft des Jazz inzwischen gerne zum Modell nehmen. Aber im Ernst: Wer glaubt denn wirklich, dass es im Firmen-Management tolerant, respektvoll und unegoistisch zugeht? In jeder Führungsriege finden bekanntlich Machtkämpfe statt, gefährden Intrigen den gemeinsamen Erfolg, wird mit dem eigenen Prestige gewuchert. Kenner der Materie sehen dort statt Vertrauen und Respekt vielmehr „maßloses Geltungsbedürfnis, nervenaufreibendes Statusgerangel und ‚politisches’ Positionen-Geschacher“. Die Münchner Management-Consulterin Anne M. Schüller schreibt: „ Leider werden auch heute noch in vielen Unternehmen Haudegen bevorzugt. Dort wird Durchsetzungskraft in ihrer negativen Ausprägung gefördert und gelebt. Erst kürzlich hat eine Online-Studie der australischen Bond University gezeigt: Je fieser der Vorgesetzte, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass er Karriere macht.“ Im Jazz …

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Jazz & Fußball

Da wohl jetzt, beziehungsweise seit gestern Abend, der vorletzte Deutsche doch noch an der WM interessiert sein wird, habe ich eben „Jazz & Fußball“ gegoogelt. Hochinteressante Ergebnisse gab das: als erstes kommt man zu Bert Nogliks Festival „Sounds no walls“, schlauer Fuchs der. Als nächstes landet man im Münchner Lokal „Ludwig’s“, das Jazzkonzerte und Fußballübertragungen vereint, auch nicht schlecht. Schließlich und endlich kommt man zum Panzertballett, den Link zu Youtube möchte ich euch hiermit nicht vorenthalten. http://www.youtube.com/watch?v=l9y8JjYivJA Weitere Kommentare zum Thema heiß erwünscht. Sind Jazzfans und Jazzmusiker generell auch Fußballfans oder schließt sich das aus?

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