jazzahead in Bremen: Wenn das Showcase zum Erlebnis wird

Das Abschlusswochenende der Jazzahead begann mit kulturpolitischen Diskussionen: Musiker und Musikerinnen sprachen über das Thema Gleichberechtigung im Jazz, Vertreter von Goethe-Institut, Initiative Musik und dem neugegründeten Musikfond e.V. stellten ihre Förderprogramme vor. In Conference-Sälen und bei den Ausstellern herrschte reges Treiben. Sobald aber die Showcase-Konzerte begannen, gab es für das Messepublikum – bestehend aus Bookern, Agenten, Label-Chefs, Musikerkollegen sowie vielen interessierten Jazz-Liebhabern – kein Halten mehr: Um einen Platz  in einem der Showcasekonzerte zu bekommen, musste man sich sputen. Die Showcase-Reihe „European Jazz Meeting“ bot 2017 eine Mischung aus guter Unterhaltung und Konzerten auf Weltniveau – hier muss beispielhaft beispielhaft das Projekt „A Novel of Anomaly“ von Schaerer, Biondini, Kalima und Niggli genant werden. Die vier verbanden Können, Konzept und Improvisationslust auf einmalige Art und Weise. Meisterhaft Konzertantes gab es auf der „German Jazz Expo“, etwa mit dem Lorenz Kellhuber Trio, dem umjubelten Auftritt von Trio Elf, dem Eva Klesse Quartett, Niels Kleins „Tubes & Wires“ oder dem Trio von Julia Hülsmann. Außerhalb der Messehallen konnte man am Samstagabend an mindestens 40 Orten in Bremen Jazzmusik erleben. Die Programmpalette reichte von Trompeter Ack van Rooyen, …

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Unikat auf der ostdeutschen Jazzlandschaft – 40 Jahre Jazzclub Tonne Dresden

Er gehört zu den angesehensten Jazzclubs in Deutschland, ist auf der internationalen Szene bestens bekannt, hatte im Oktober 2015 zum dritten Mal in Folge den renommierten Spielstättenprogrammpreis der Initiative Musik – der Fördereinrichtung für aktuelle Musik der Bundesregierung – erhalten: der Dresdner Jazzclub Tonne. Vor 40 Jahren, am 18. März 1977, wurde er – noch als »IG Jazz« – gegründet. Von Mathias Bäumel Heute wieder in den kultigen Kellerräumen des Kurländer Palais mitten im Stadtzentrum ansässig, bietet die Tonne durchschnittlich drei Live-Konzerte pro Woche mit Weltstars der Jazzszene, mit regionalen Größen und mit vielversprechenden Nachwuchsmusikern. Der Akzent liegt auf avanciertem Jazz mit kleiner Gastronomie, nicht, wie andernorts häufig, auf Kneipe mit Mainstreamjazz-Dudel-Beschallung. Angefangen hat alles vor vierzig Jahren – am 18. März 1977 gründeten Enthusiasten um den Jazzfan und Theatermenschen Frank W. Brauner die Interessengemeinschaft Jazz innerhalb der Kulturbund-Stadtorganisation Dresden. Jazz, vor allem der moderne, galt damals als klingendes Symbol für ein freies Leben als Individuum gemeinsam mit Gleichgesinnten, wurde häufig empfunden als Musik gegen Bürgerlichkeit und Gleichschaltung. Natürlich war diese Initiative Brauners nicht die erste in Dresden. Aber sie hatte – als einzige dieser …

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Initiative Musik fördert 34 Projekte von Pop bis Jazz

Förderung für 32 Künstler- und 2 Infrastrukturprojekte 390.000 Euro Fördergelder für Projekte aus 10 Bundesländern Abgabeschluss 37. Förderrunde: 17. Januar 2017 Die Initiative Musik, Förder- und Musikexportbüro der Bundesregierung und Musikwirtschaft, engagiert sich seit 2008 für eine lebendige Rock-, Pop- und Jazzmusikszene in Deutschland. In ihrer aktuellen Runde der Künstler- und Infrastrukturförderung sagt sie Unterstützung für 34 Projekte aus 10 Bundesländern zu, einschließlich der beiden Infrastrukturprojekte German Jazz Expo bei der jazzahead! 2017 sowie die Konferenz der Initiative Urheberrecht „Digitale Plattformen – Chance und Probleme.“ Die Förderprogramme der Initiative Musik bieten den aufstrebenden Künstlern und ihren musikwirtschaftlichen Partnern finanzielle Freiräume und somit „Hilfe zur Selbsthilfe“. Mit ihren Förderprogrammen für Künstler und Livemusikclubs hat die Initiative Musik in den letzten 8 Jahren bereits über 1.900 Projekte von Rock bis Jazz unterstützt – darunter zum Beispiel die mittlerweile etablierten Acts Balbina, Prinz Pi oder Boy. Die Projektmittel für die Künstler- und Infrastrukturförderung stellt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien zur Verfügung. Die Initiative Musik wird getragen von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) und dem Deutschen Musikrat sowie finanziell unterstützt von GVL und GEMA. …

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Kulturlobbyisten und -macher. Foto: Hufner

Bundestag verdoppelt Preisgelder für den Spielstättenprogrammpreis APPLAUS

Pressemeldung der BK Jazz: In einem Maßnahmenpaket hat der Deutsche Bundestag in seiner heutigen Sitzung 8,2 Millionen Euro zusätzliche Förderung für Jazz, Rock und Pop beschlossen. Dabei werden auch die Preisgelder beim Spielstättenprogrammpreis APPLAUS im fünften Jahr seines Bestehens auf 2 Mio. Euro verdoppelt. „Mit der Verdopplung der Preisgelder wird der große Erfolg des APPLAUS fulminant unterstrichen. Dafür gilt unser Dank dem Deutschen Bundestag und allen beteiligten Partnern“, so Felix Falk, Sprecher der Bundeskonferenz Jazz „Wir freuen uns, dass ab 2017 damit endlich noch mehr preiswürdige Spielstätten und Reihen ausgezeichnet werden können“. Neben den zusätzlichen Mitteln für den APPLAUS steigt der Etat der Initiative Musik gegenüber dem Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2017 u.a. mit 1,5 Mio. Euro für die Künstler- und Infrastrukturförderung und 1 Mio. Euro für ein weiteres Digitalisierungsprogramm für Musikclubs. Zusätzliche Gelder bekommen darüber hinaus das Reeperbahn Festival, die c/o pop in Köln, das Musicboard Berlin, die jazzahead! in Bremen und die Deutsche Rockmusik Stiftung für mehr Proberäume für Musikerinnen und Musiker. „Mit diesem Maßnahmenpaket sollen die wichtigen Akteure von Rock, Pop und Jazz gemeinsam aktive Angebote für Musikerinnen und Musiker realisieren. Damit …

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APPLAUS 2016 – Auszeichnungen und Förderungen für 64 herausragende Livemusikprogramme aus 13 Bundesländern

Hauptpreise gehen an Stadtgarten in Köln, Golden Pudel Club in Hamburg und „biegungen im ausland“ in Berlin Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters: „Mit ihren ambitionierten und innovativen Programmen, die sie oft mit erheblichem finanziellem Risiko realisieren, sind sie es, die für eine vielfältige Musik- und Clublandschaft in Deutschland sorgen.“ Unabhängige Musikclubs und Veranstaltungsreihen werden ausgezeichnet und mit insgesamt 900.000 Euro gefördert Dieter Gorny, Juryvorsitzender APPLAUS: „Die Auszeichnung macht von der Bundesebene deutlich, dass die Clubs für ein kulturell hochwertiges Programm stehen.“ Im Rahmen von APPLAUS – kurz für „Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten“ – prämiert Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters heute zum vierten Mal herausragende Livemusikprogramme von unabhängigen Musikclubs und Veranstaltungsreihen. Von dem Förderpreis der Initiative Musik profitieren 64 Preisträger aus 13 Bundesländern. Damit verbunden sind Programmförderungen in Höhe von insgesamt 900.000 Euro, die APPLAUS erneut zum höchstdotierten Bundesmusikpreis Deutschlands machen. Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters: „Für viele Clubbetreiberinnen und Clubbetreiber ist Musik ein Lebenselixier, weil sie die Leidenschaft für Musik jeden Tag antreibt. Mit ihren ambitionierten und innovativen Programmen, die sie oft mit erheblichem finanziellem Risiko realisieren, sind sie es, die für eine vielfältige Musik- und Clublandschaft …

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+++ News +++ hr-Bigband Saison 2016/2017 +++ Applaus-Workshops +++ trio Rosenrot braucht Unterstützung +++

+++ hr-Bigband in der Saison 2016/2017 +++ „Eine Reise von Louis Armstrong bis Nik Bärtsch mit einigen faszinierenden Zwischenstopps – das wird eine großartige Saison“, sagt Jim McNeely voller Vorfreude auf seine sechste Spielzeit bei der hr-Bigband. „Es ist eine der besten Nebeneffekte als Chefdirigent der hr-Bigband, dass ich eine beständige und langfristige Beziehung mit diesem Weltklasse-Ensemble führen darf“, so der New Yorker Komponist, Arrangeur und Bandleader weiter. Zu den vielen spannenden Künstlern, die in der neuen Saison 2016/17 bei der hr-Bigband zu Gast sein werden, gehören Ed Motta, Dave Holland und Gretchen Parlato. Preisgekrönt, lässig und weltgewandt Gerade erst wurde eine Produktion der hr-Bigband und Julian Argüelles mit dem britischen Parliamentary Jazz Award im Westminster Palace geehrt. Solche Auszeichnungen und immer zahlreicher werdende Einladungen von etablierten Festivals und Konzerthäusern spiegeln das auch überregional steigende Interesse an der hr-Bigband wieder. In der Saison 2016/17 gehört eine Wiederaufnahme der „Wunderkammer XXL“ mit dem Pianisten Michael Wollny bei den Leipziger Jazztagen und bei der von ihm selbst kuratierten „Zeitinsel Michael Wollny“ im Konzerthaus Dortmund dazu, außerdem der Auftritt mit Nik Bärtschs Ronin beim Jazzfest Berlin und die …

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Jazz+ Festival: zwischen herzigen Terzen und freien Improvisationen

Vier Konzerte an zwei Abenden, mal frei improvisiert, mal mit herzigen Terzen: das PLUS ist Programm beim Jazz+ Festival. Jazzmusiker, die das Programm für eine Konzertreihe oder ein Festival zusammenstellen, das klingt nach optimaler Lösung: Die wissen, was interessant ist und kennen sich aus in der Szene. Wenn’s gut geht. Ansonsten buchen sie die immergleiche Seilschaft – soweit sie dem eigenen stilistischen Fokus entspricht. Nichts von alledem bei Jazz+. Seit 1994 gibt es die Reihe in der Schwabinger Seidlvilla, und der Schlagzeuger Martin Kolb wird in Zusammenarbeit mit dem Saxophonisten Ulrich Wangenheim dem Pluszeichen hinter dem „Jazz“ in jeder Hinsicht gerecht: spannende Vielfalt trotz kleinem Budget. Für ihr „kulturell herausragendes Livemusikprogramm“ gab’s im vergangenen Jahr den Spielstättenprogrammpreis APPLAUS der Initiative Musik, deren Jury sicher auch vom ersten Jazz+ Festival anno 2014 beeindruckt war. Dass es eine zweite Runde geben würde, war nicht geplant, als die Reihe ihr 20jähriges feierte. Aber nun wird die Seidlvilla 25 Jahre alt… Gefeiert wird erneut mit vier Konzerten an zwei Tagen, die unterschiedliche Akzente setzen. Am Freitag sollte man für freie Improvisation aufgeschlossen sein, obwohl es durchaus auch melodisch zugeht. …

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Das jazzahead!-Showcase-Programm 2016 ist vollständig

40 Bands aus 16 Ländern wurden für das Showcase-Festival der jazzahead! ausgewählt – Messe verzeichnet 587 Bewerbungen aus 43 Ländern – Die vier Juryteams, die das Showcase-Programm der jazzahead! auswählen, hatten auch in diesem Jahr allerhand zu tun: Für das Showcase-Festival reichten insgesamt 587 Bands aus 43 Ländern ihre Bewerbung ein. Dies bedeutet eine Steigerung von rund 26%. 40 Bands aus 16 Ländern schafften es letztendlich in die offizielle Jury-Showcase-Auswahl 2016. Die Bands präsentieren sich auf den drei Bühnen der Fachmesse vom 21.-24. April 2016 in Bremen vor internationalem Publikum. Am 21. April startet das Showcase-Programm mit dem Partnerland der jazzahead! 2016: In der Swiss Night zeigen acht Bands aus der Schweiz, wie spannend Jazz aus unserem Nachbarland klingt. „In den Bewerbungen für die Schweiz offenbart sich sehr klar, dass dort eine großartige, bisher in Europa so noch nicht bekannte Jazzszene existiert. Besonders bemerkenswert ist die große Anzahl an fantastischen Piano-Trios. Auch die Tradition der Schweizer Trommler setzt sich signifikant in der Schweizer Jazzszene fort“, sagt Jury-Mitglied Ulrich Beckerhoff. Neben den stilistischen Standards des internationalen Jazz seien in der Schweiz immer auch wieder ein subtiler …

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+++News +++ Stimmgewaltiger Abschluss bei Jazz & The City in Salzburg +++ IBK-Förderpreis verliehen +++ Förderprogramm zur Digitalisierung der Live-Musikclubs startet +++

+++ Stimmgewaltiger Abschluss bei Jazz & The City in Salzburg +++ 5 Tage, 80 Konzerte, 30 Locations und rund 35.000 BesucherInnen – die 16. Auflage des Festivals Jazz & The City lockte Jazzfans aus aller Welt in die Salzburger Altstadt und bewies einmal mehr, dass sich die Stadt nicht nur als hervorragende Bühne für österreichische KünstlerInnen sondern vor allem auch für internationale Stars eignet. Zum krönenden Abschluss brachte Omar Sosa mit seinen hörbaren kubanischen Wurzeln Schwung ins Publikum des Salzburger Landestheaters und Lisa Simone erfüllte den Raum mit ihrer gewaltigen Stimme! „Jazz & The City“ hat es geschafft: Von anfänglichen 18 Konzerten an drei Spielstätten im Jahr 1999, hat es sich 16 Jahre später in ein Festival mit internationaler Strahlkraft entwickelt. Die rund 80 unterschiedlichen KünstlerInnen entführten die BesucherInnen auf eine musikalische Reise um die ganze Welt. Stars wie Dhafer Youssef, Anouar Brahem, das Avishai Cohen Trumpet Trio, Chris Potter, Bill Frisell, John Scofield & Joe Lovano, Eska, Omar Sosa, Lisa Simone und viele mehr waren die absoluten Highlights und lösten mit ihren Auftritten am vergangenen Wochenende wahre Begeisterungsstürme aus. Zahlreiche Österreichpremieren u.a. von Yom, …

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Dieser Applaus ist Geld wert

Am gestrigen Abend zeichnete Kulturstaatsministerin Monika Grütters zum dritten Mal herausragende Livemusikprogramme mit dem sogenannten Spielstättenprogrammpreis der Initiative Musik aus. Dieser firmiert erstmals unter dem neuen Namen APPLAUS – ein Kürzel für ‚Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten‘. Mit der Verleihung des bundesweiten Preises sind Förderungen in Höhe von 905.000 Euro verbunden. Die Veranstaltung fand dieses Jahr in Kooperation mit dem Kulturreferat München sowie dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie in der Münchener Muffathalle statt. „What’s a Muffat“ – diese Frage stellte sich der eine oder andere auswärtige Künstler beim Rundgang und Empfang durch das Muffatwerk, einem ehemaligen Wasserwerk am Isarufer. Georg Muffat – diese kleine Abschweifung muss sein – war ein Komponist und Organist des Barock und wirkte unter anderem im nahegelegenen Passau am Hof des Bischofs Johann Philipp von Lamberg als Kapellmeister und Hofmeister der Edelknaben als Kapellmeister. Damals war man noch am Hofe angestellt, heute ist man unabhängig und schlank im Budget. Zahlreiche Spielstätten, das wurde bei den Laudationes der Moderatorin Nina Sonneberg immer wieder deutlich, sind ohne Ehrenamt und Selbstausbeutung nicht denkbar. Der APPLAUS 2015 zeichnete 64 herausragende …

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