„Progressive Chamber Music Festival“ im Münchner Milla Club

Zum zweiten Mal findet das „Progressive Chamber Music Festival“ in München statt. Veranstaltungsort ist der Live-Club „Milla“ im Glockenbachviertel. An zwei Abenden im November (06. und 07., Beginn jeweils 20.00 Uhr) gibt es insgesamt acht Konzerte im abwechslungsreichen Short-Cut-Format. Jedes Konzert dauert nicht länger als  eine Dreiviertelstunde – jeweils dazwischen und danach erklingt Musik von DJs.


Initiator und Gründer dieses bikontinentalen, jährlichen Festivals, das 2016 in New York City gegründet wurde und seit 2018 auch im Münchener Milla Club über die Bühne geht, ist das Sirius Quartet. Die Macher des Festivals hier in München sind die beiden Komponisten und Musiker Gregor Huebner und Gerd Baumann. Kooperationspartner des „Progressive Chamber Music Festival“ ist die Hochschule für Musik und Theater München.

  1. November 2019

Das Programm des ersten Abends (06.11., 20.00 Uhr) beginnt mit MUNICH OPERA HORNS/PENTANEMOS BLÄSERQUINTETT. Nach ihnen folgt TETRA BRASS, ein einmaliges Blechbläserensemble, welches sich auf die Entdeckung, Aufführung und Erweiterung der Quartettliteratur für Blechbläser spezialisiert hat.

Roland Scandella vom Duo „Me + Marie“ mit PARADE auf dem Festival im Milla Club

Das dritte Ensemble des Abends ist PARADE + SIRIUS QUARTET. PARADE, das sind Maria Moling (Me & Marie, Ganes) am Schlagzeug, Sam Hylton (ark noir) am Piano und seinem Dreiviertelblut-Band-Kollegen Benjamin Schäfer am Kontrabass. Das Repertoire von PARADE besteht aus bekannten und unbekannten Filmsongs aus Kino-Hits wie „Sommer in Orange“, „Beste Zeit“, „Beste Gegend“, „Wer früher stirbt ist länger tot“ und anderen.

Beenden wird den Abend ALEX MASCHKE mit seinem experimentellen Sound, der Streichinstrumente und Orgeln mit Synthesizer und elektronischen Elementen kombiniert.

 

  1. November 2019

Den zweiten Abend (07.11., 20.00 Uhr) eröffnet THE TWIOLINS. Anschließend folgt das SPELUNKEN ORCHESTRA, eine Begegnung zwischen einem klassischen Streichquartett und einem Jazz Piano Trio.

Das SIRIUS QUARTET und die Harfenistin EVELYN HUBER bilden den Mittelteil des Abends. Die Künstler spannen den Bogen zwischen der neuen und der alten Welt auf eine erfrischend neue Art und Weise. Der Auftritt des vielköpfigen MUNICH COMPOSER COLLECTIVE, das sich 2014 aus Studierenden und Alumni des Jazzinstituts und der Klassikabteilung der Hochschule für Musik und Theater München herausgebildet hat, beschließt das Progressive Chamber Music Festival in der Milla.

 

Gregor Huebner vom Sirius Quartet zur Philosophie des Festivals:

„Die Stadt New York war schon immer ein Schmelztiegel für Stile und Experimente in allen Bereichen und Nischen der Musik, insbesondere in der Klassik-Szene und im Jazz.  Nirgendwo sonst auf der Welt wurden und werden die Mauern der Erwartungen und Definitionen, wie Kunst zu sein hat oder präsentiert werden sollte, so wohltuend eingerissen. Das reicht von den Minimalismen der Komponisten Steve Reich und Philip Glass in den 60er und 70er Jahren über den experimentellen Genius von John Zorn und der Knitting Factory Szene in den 80er und 90er Jahren bis in die heutige Zeit.

Die Genre-Grenzen werden immer ungenauer und blenden sich gar selbst aus. Durch den stetigen Austausch und Fluss von Musikern und Ensembles wird das Leuchten dieser „Fackel“ weitergetragen und rüttelt an den Grundpfeilern des musikalischen Establishments. Kein Wunder, das Progressiv Chamber Music Festivals in zwei Clubs stattinden zu lassen, die beide dafür bekannt sind, ungewöhnliche und grenzübergreifende Projekte zu fördern: das Spectrum in New York und das Milla in München.

Die mitwirkenden kammermusikalischen Ensembles des 21. Jahrhundert sind weder stil-definiert noch durch die Unterscheidung zwischen Konzert- oder Populär-Musik limitiert. Sie verschleiern den Unterschied zwischen Musiker, Komponist und Improvisator. So entsteht progressive chamber music.“

 

Beitragsbild: Sirius Quartet im Milla Club 2018 mit Fung Chern Hwei (Violine), Gregor Huebner (Violine), Ron Lawrence (Viola) und Jeremy Harman (Cello). Foto: Susanne van Loon

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