94 mal APPLAUS für Clubkultur

Mit dem Musikpreis APPLAUS, der „Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten“, wurden am Mittwochabend im Namen von Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Mannheim 94 Musikclubs und Veranstaltungsreihen aus insgesamt 15 Bundesländern ausgezeichnet. Die Gesamtsumme der so von der Initiative Musik verteilten Fördergelder beläuft sich 2018 auf 1,8 Millionen Euro. Der APPLAUS ist damit der höchstdotierte Musikpreis des Bundes .


Die Initiative Musik realisiert den Programmpreis APPLAUS zum sechsten Mal mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Baden-Württemberg sowie die Stadt Mannheim förderten die Preisverleihung 2018. Als beratende Fachpartner wirken die Bundeskonferenz Jazz (BK Jazz) und die LiveMusikKommission, Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (LiveKomm), mit.

Die Auszeichnungen für die „Spielstätten des Jahres“ gingen an:

Kategorie I (40.000 Euro) – Institut für Zukunft, Leipzig

Das Institut fuer Zukunft (IfZ)  wird für sein Jahresprogramm 2017 prämiert, das über 150 eigene Konzerte und Clubabende umfasste. Im Jahr 2017 setzte das IfZ zum Beispiel mit den Veranstaltungsreihen „Level“ und „No Show“ Akzente, bei denen ausschließlich weibliche und queere Live-Acts und Rapper*innen auf die Bühne standen.

Kategorie II (20.000 Euro) – LOCH, Wuppertal

Das LOCH im Zentrum von Wuppertal  belebt seitdem die ehemalige Jugendbibliothek „Bücherschiff“ mit qualitativ hochwertigen Konzerten. 2017 prägten 60 selbst veranstaltete Konzerte das prämierte Programm.

Kategorie III (7.500 Euro) – Halle424 im Oberhafen, Hamburg

Der Preis für die „Spielstätte des Jahres“ in der Kategorie III ging an die Halle424 im Oberhafen in Hamburg, die vor allem für ihre genreübergreifende Programmauswahl ausgezeichnet wird.

 

Weitere Preise:

Mit dem Preis für „Gleichstellung“ (je 5.000 Euro) würdigt die APPLAUS-Jury in diesem Jahr zwei Livemusikclubs, die in ihrem Engagement für Gleichberechtigung Maßstäbe setzen. Prämiert wurden das Institut fuer Zukunft und LOCH, die seit Jahren beweisen, dass Inklusion umfassend gelebt werden kann – auf der Bühne, an der Clubtür, im Backstage und im Tagesgeschäft. Beide Clubs berücksichtigen in ihrer Arbeit Frauen, trans- und intersexuelle Menschen, Jugendliche und Personen mit Migrationshintergrund gleichwertig und erhöhen so die Chancengleichheit.

Dass Kultur aber nicht nur in städtischen Gebieten eine wichtige Rolle spielt, unterstreicht die Jury mit dem auf 5.000 Euro dotierten Preis für „Bestes Programm im ländlichen Raum“, der an den saxstall im sächsischen Pohrsdorf geht. Der saxstall veranstaltet ein vielseitiges musikalisches Programm, bei dem vor allem die gesamte Breite des Jazz (mit Schwerpunkt zeitgenössischer Jazz) berücksichtigt wird. Die auftretenden Musiker*innen sind zu einem großen Teil junge Künstler*innen mit ihren eigenen Projekten.  n

Bereits zum vierten Mal honorierte die APPLAUS-Jury darüber hinaus einzelne Akteure und Institutionen für ihr besonderes, gesellschaftliches Engagement in der Livemusikszene. Die zwei Sonderpreise der Jury, jeweils dotiert mit 2.500 Euro:

Die Initiative „Eine Million gegen Rechts“ von Heinz Ratz aus Lutterbek versucht mit Konzerten, Sponsoren und Stiftungen bis Ende 2019 eine Million Euro zu sammeln. Das Geld soll Jugendzentren in Brandenburg, Sachsen und Thüringen unterstützen, deren Bestehen bedroht sind.

Der zweite Sonderpreis geht an den Green Club Index. Das Pilotprojekt der Green Music Initiative ist das erste nationale Projekt zum Thema Energieeffizienz für Musikclubs. Der Fokus liegt dabei auf einem kostenlosen Energieberatungsprogramm, das die enormen Klimaschutzpotenziale in diesem Bereich erschließen soll.

Weitere Preisträger auf:

http://www.initiative-musik.de/applaus

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