Musikant Quasthoff – zum Thema U & E

Habe heute den Pianisten Frank Chastenier zu seinem neuen Album „Songs I’ve Always Loved“ interviewt. Unter anderem zu meinem Lieblingsthema U und E. Das meint er dazu: „Ich halte von diesen Unterscheidungen gar nix. Gute Musik, schlechte Musik, das ist auch wieder eine Geschmacksfrage. Aber es gibt definitiv gut gemachte und auch schlecht gemachte Musik, das gibt es in der Klassik genauso wie in allen anderen Bereichen. Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass ich so groß geworden bin, da lief alles kunterbunt durcheinander. Das ist auch der Grund, warum ich die Möglichkeit habe, viele Stilistiken zu spielen. Für mich existiert das nicht. Wenn man aufwächst mit kompletter Ernährung, darf man nachher nicht sagen, die Muttermilch war jetzt nicht das beste, es also gegenüber dem anderen Produkt abwerten. Ich kann das nicht. Für mich ist alles gleichwertig, das Wichtigste ist, die Musik muss mich irgendwo berühren. Da ist es mir völlig egal, was das für eine Musikrichtung ist. Das sieht man zum Beispiel auch an jemanden wie Thomas Quasthoff, der auch so aufgewachsen ist, da gibt es eine Aufnahme, auf der er als Dreijähriger einen …

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Gegoogelt: Wussten Sie schon…

…, welcher Künstler an oberster Stelle erscheint, wenn man bei YouTube das Suchwort „Jazz“ eingibt? Wer jetzt auf Miles Davis, Louis Armstrong oder Charlie Parker getippt hat, liegt leicht daneben. Die Ehre gebührt dem österreichischen DJ-Zweigespann Kruder & Dorfmeister: „Jazz Master“ Auf Nummer zwei, rechtmäßig durch den Tag „Smooth Jazz“ gekennzeichnet, ein Titel von Fusion-Gitarrist Claudio Spiewak „High Rise“ Auch die Ärzte sind ganz vorne dabei mit einem Track aus ihrem Album „Jazz ist anders“. Immerhin gerade noch unter den ersten zehn  Einträgen ist Altmeister Herbie Hancock mit… na?

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Echo-Effekt

Über den ECHO Jazz ist schon alles gesagt. Obwohl… mir fällt da schon noch was ein. Haben wir denn ausreichend gewürdigt, dass die Macher des ECHO die allerschlauesten Musikpreismacher der ganzen Galaxis sind? Das fängt ja schon an beim Namen. In Amerika müssen Preisnamen immer erst mal hochtrabend klingen, z.B. Academy Award of Merit, MacArthur Fellows Program oder Chamber Music America’s 2010 Richard J. Bogomolny National Service Award. Bekannt werden die Preise am Ende aber unter so griffigen Rufnamen wie Oscar, Emmy oder Grammy. Also haben sich die ECHO-Leute gesagt: Lieber gleich was Kurzes, zwei Silben, vier Buchstaben, alles andere ist überflüssig. Und noch etwas lernten sie von Amerika: Dort wird niemals etwas für einen Grammy oder Oscar nominiert, was nicht kommerziell kalkuliert ist. Denn Erfolg gilt in Amerika als Ausweis von künstlerischem Talent: Wer nicht ankommt, dem fehlt das künstlerische Gespür dafür. Dass einem Künstler die Vision wichtiger sein könnte als der Erfolg, ist einfach nicht vorstellbar. Die ECHO-Leute (Pop und Klassik) sagten sich also: Dann brauchen wir ja gar nicht lange zu nominieren, wir nehmen einfach Nummer 1 bis 5 der Jahres-Charts als …

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Tollwood mit Jazznachwuchs

Heute beginnt das Sommerfest „Tollwood“ am Münchner Olympiagelände. Dabei gibt’s neben kleineren und größeren Pop-Rock-Acts wie immer auch einige Konzerte mit „Jazznähe“ (Norah Jones – bereits ausverkauft!, Gilberto Gil, Roger Cicero). Neu hingegen ist die Plattform für den Jazz-Nachwuchs, die Blue-Note-Lounge. Tizian Jost, Dozent für Jazzpiano an der Hochschule für Musik und Theater München, hat aus dem Umfeld noch aktiver sowie ehemaliger Jazzstudenten ein tägliches Programm zusammengestellt. Jazz-, Electrolounge- und Singer/Songwriter-Projekte stellt die Hochschule auf die Bühne. Unter anderem dabei: Rickie Lee Kroell, die wir erst kürzlich als Konzertact bei uns im Blog hatten und auch Tizian Jost selbst, der bei seiner „Hommage an Milt Jackson“ einmal nicht am Piano, sondern am Vibraphon zu sehen sein wird. Tollwood 2010, vom 1.–25.7.2010 München, Olympia-Park Süd Blue Note Lounge, Beginn: jeweils 22.00 Uhr Programm Tollwood 2010

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Erste Bundesbegegnung „Jugend jazzt“ für Big Bands

Die Jugend jazzt erfreulicherweise nach wie vor recht aktiv – seit 1997 auch unter fachmännischer Beobachtung des Deutschen Musikrats. In diesem Jahr gab es die Bundesbegegnung „Jugend jazzt“ zum ersten Mal auch für Jazzorchester. Jugend-Bigbands aus ganz Deutschland, die sich bei den jeweiligen Landesausscheidungen durchgesetzt hatten, trafen am 26./27. Juni 2010 in Bingen am Rhein zur Endauscheidung zusammen. Workshops, Probentage und Konzerte unter der Leitung von Till Brönner und Tom Gaebel waren für die Gewinner des Škoda Jazzpreises ausgelobt, den der DMR bei „Jugend jazzt“ zusammen mit Škoda Deutschland als Hauptsponsor verlieh. Till Brönner wird überdies die Nachfolge des im März 2010 verstorbenen Peter Herbolzheimer als Workshopleiter für die Preisträger bei „Jugend jazzt“ antreten. Weitere Ehrenpreise gingen gesondert an herausragende Orchester und Solisten. Mit dem Jazzfestival „Bingen swingt“ hatte man zudem einen idealen öffentlichen Rahmen zur Austragung des Wettbewerbs gefunden. Die Preisträger des Škoda Jazzpreises 2010 Die Bundesbegegnung „Jugend jazzt“ 2011 wird in Dortmund stattfinden und ist turnusgemäß wieder für kleinere Ensembles ausgeschrieben. In Zukunft sollen die Bundesbegegnungen im jährlichen Wechsel für Ensembles und Jazzorchester ausgerichtet werden. Weiter Infos zum diesjährigen Wettbewerb und zur Ausschreibung …

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Wynton Marsalis – Gesellschaftskritik in Buchform

Wynton Marsalis ist nicht nur ein musikalischer „Lautsprecher“, auch zu Kultur und Gesellschaft hat er eine Menge zu sagen. Man denke an seine Haltung im Streit um die drohende „Europäisierung“ des Jazz in den vergangenen Jahren. In seiner 2008 erschienen Biografie „Moving on Higher Ground. How Jazz Can Change Your Life“ wagt er eine kritische Bestandsaufnahme der derzeitigen kulturellen Lage in den USA. Jetzt ist diese Biografie in der deutschen Übersetzung unter dem Titel „Jazz, mein Leben. Von der Kraft der Improvisation“ zu haben. Der Jazzpublizist Ralf Dombrowski hat sie gelesen und dabei Erhellendes wie Fragwürdiges gefunden. Hier geht’s zur Online-Rezension von Ralf Dombrowski.

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GEMA adé?

Der GEMA geht es im Moment wie schwarz-gelb. Sie scheint nur noch mit dem Managen von Krisen beschäftigt. Der einzige Unterschied: sie tut das nicht erst seit Herbst 2009. Von der Enquete-Kommission über die Sonthofer Initiative bis hin zur Petition und der dazugehörenden Anhörung setzte sich ein schon lange köchelnder Unmut in Bewegung, mit dem die ALTehrwürdige GEMA nie gerechnet hätte. Wenn über 106.000 Menschen und dazu noch größtenteils Mitglieder gegen ihre eigene Institution aktiv zu Felde ziehen, ist diese in einer existenziellen Krise. Doch wo liegt das zentrale Kernproblem der GEMA? Ich glaube, 1. Es liegt in der Überkomplexität der GEMA. 2. Sie wird diese jedoch nicht überwinden können. 3. Deshalb wird die GEMA so lange in der Kritik bleiben, bis die Menschen das Interesse verlieren oder das GEMA-Monopol gebrochen wird. Ein kleines Beispiel: Ich hatte vor ca. einem Jahr die Möglichkeit, mir direkt von der Leitung der Abteilung, die für die Berechnung des Verteilungs-(Pro)-Verfahrens verantwortlich ist, dieses im Detail ganze 3,5 Stunden erklären zu lassen. Der gesamte Verteilungsschlüssel und dessen Berechnung ist derartig kompliziert, dass sich in diesem Gespräch immer wieder zentrale Fragen …

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Jazz & Fußball

Da wohl jetzt, beziehungsweise seit gestern Abend, der vorletzte Deutsche doch noch an der WM interessiert sein wird, habe ich eben „Jazz & Fußball“ gegoogelt. Hochinteressante Ergebnisse gab das: als erstes kommt man zu Bert Nogliks Festival „Sounds no walls“, schlauer Fuchs der. Als nächstes landet man im Münchner Lokal „Ludwig’s“, das Jazzkonzerte und Fußballübertragungen vereint, auch nicht schlecht. Schließlich und endlich kommt man zum Panzertballett, den Link zu Youtube möchte ich euch hiermit nicht vorenthalten. http://www.youtube.com/watch?v=l9y8JjYivJA Weitere Kommentare zum Thema heiß erwünscht. Sind Jazzfans und Jazzmusiker generell auch Fußballfans oder schließt sich das aus?

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Südafrika, olé!

Die Preise lassen uns in diesem Blog nicht los. Jetzt erhält der südafrikanische Pianist Abdullah Ibrahim den Aachener Innovationspreis Kunst für 2009 der Peter und Irene Ludwig Stiftung. Schön, jetzt wo die Fußball-WM losgeht, einem südafrikanischen Künstler so einen Preis zu geben. Hat man auch gar nicht das Gefühl, dass Zeit und Umstände wichtigere Faktoren einer Preisvergabe wären, als die künstlerische Leistung an sich. Obwohl Ibrahim über derartige Zweifel erhaben ist, schließlich wurde er ja weiland vom „Duke“ selbst entdeckt. Seine Solo-Scheibe „Senzo“, für die er auch den „South African Music Award“ bekommen hat, ist zwar nicht besonders aufregend und enthält ungefähr soviel Afrika wie mein Stammbaum – na gut, den Preis der deutschen Schallplattenkritik 2008 hat sie Ibrahim auch eingebracht, vielleicht liege ich also falsch –, aber man wird das Gefühl nicht los, dass wieder einmal ein „Brückenbauer zwischen den Kulturen“ nach vorne geschoben worden ist, jetzt wo es gilt, wenigstens für kurze Zeit ein einig Weltvölkchen zu sein. Olé!!!

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