Jazzfestivals im März

Der März sieht wieder einige Jazzfestivals in Deutschland: Im Süden der Klassiker, die Internationale Jazzwoche Burghausen und in München die interdisziplinären Festivals Jazzlines (27. März – 7. April) und ffAT (17.–19. März) im Südwesten das Jazzfestival St. Ingbert (18.–27. März), im Norden und Nordosten die Jazztage Emsdetten (17.–19. März) und der Neubrandenburger Jazzfrühling (23.–27. März), im Osten das LeipJazzig-Festival (24.–27. März) und quer durch Deutschland nach Österreich in 13 Städten und 14 Clubs die Club-Tour Brit-Jazz Week (14.–20. März; 21.–27. März).

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Kulturbeutel-Verse

Vom 27. März bis 3. April steigt in München wieder das wunderbare Festival „Jazz Lines“. Weil dort aber nicht einfach nur losgejazzt wird, sondern auch gekammerorchestert, diskutiert, gelesen, gehörspielt und filmgeguckt, sitzen Kulturförderer jeder Form mit im Boot: das Kulturradio Bayern 2, das Kulturreferat der Landeshauptstadt, die Kulturstiftung des Bundes, sogar der Veranstalter heißt Kulturkontor. Also alles Kultur hier, links- und rechtsdrehend, ein ganzer Kulturbeutel voll. Und das hebt den Jazz natürlich gleich auf eine ganz andere Ebene: Im ersten Satz des ersten Abschnitts des Grußworts der Künstlerischen Direktorin der Kulturstiftung des Bundes (genug Genitive?) wird gleich die Brücke geschlagen zwischen Bebop und Lyrik. Frau Völckers zitiert nämlich ein „legendäres Jazz-Gedicht des englischen Schriftstellers Adrian Mitchell“: „He breathed in air / He breathed out light / Charlie Parker was my delight.“ Gegen dieses Bekenntnis ist wenig zu sagen (außer dass der äquivoke Reim nicht schön ist), aber die Stiftungsfrau fällt darüber geradezu in Begeisterung: „Poetisch prägnanter ist selten eine Hymne auf das Saxofonspiel von Charlie Parker ausgefallen.“ Poetisch prägnanter? Oder einfach nichtssagender? Ich frage mich, ob Frau Völckers im Geleitwort einer Kunstausstellung ähnlich mutig vorpreschen …

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Eintritt frei in runde drei: BMW Welt Jazz Award 2011

Am 23. Januar 2011 haben mit der Performance von Wanja Slavin Lotus Eaters die Konzerte des BMW Welt Jazz Award 2011 begonnen. An zwei Sonntagen im Monat finden bis zum 13. März noch fünf weitere Jazz Matineen im Doppelkegel der BMW Welt statt. Nach dem Gesangsschwerpunkt im letzten Jahr, stellen sich unter dem diesjährigen Motto „Two horns and more“ Solostimmen mit kleinem Ensemble dem Wettbewerb um den BMW Welt Jazz Award – und um die 10.000 Euro Preisgeld. Die Jury nominiert nach dem sechsten Konzert die beiden Finalisten, die am 9. April 2011 um 20 Uhr im Auditorium der BMW Welt auftreten. Die Matineen beginnen jeweils um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei, ein nettes Feature, das die BMW Welt bei den Matineen im Doppelkegel seit dem Start des Kulturprogramms 2007 beibehalten hat. Das Finale gibt’s leider nicht umsonst zu sehen. Der Ticketverkauf beginnt heute (23.1.11) in der BMW Welt und bei München Ticket. BMW Welt Jazz Award 2011. Die Termine: 23. Januar 2011: Wanja Slavin Lotus Eaters 30. Januar 2011: Rosario Giuliani 5et featuring Flavio Boltro 13. Februar 2011: Matthias Spillmann´s mats-up 27. Februar …

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Education sucks!

Im Jazz ist die musikalische Bildung so weit fortgeschritten wie nie. Überall gibt es Landesjugendjazzorchester, in denen die Kids ihre Fähigkeiten schon im Teenageralter ausbilden können. Jazzmusiker an Musikschulen sorgen als Lehrkräfte dafür, dass der Nachwuchs weiterhin sprießt und die bösen Hip-Hopper mit den schweinischen Texten nicht die Oberhand gewinnen. An den Musikhochschulen gehen genug Studienbewerbungen im Jazzbereich ein, um den Bedarf mehrfach zu decken. Großes Interesse offenbar am universitären Jazz… Wie kommt es dann, dass ein an der HMT München veranstalteter 3-Tages-Workshop mit solidem Dozenten-Lineup (Randy, Brecker, Billy Cobham, Nathan Davis, Abraham Laboriel, Patrice Rushen) so geringen Zulauf von außen bekommt? Der Workshop war ausdrücklich nicht an Studenten, sondern an ambitionierte Laien gerichtet, denen man eine Gelegenheit bieten wollte, mit Profis neues Terrain zu erkunden. Eine beschränkte Öffnung der Hochschule für Interessierte. Am vergangenen Wochenende saßen den Dozenten dann doch überwiegend Studenten der Hochschule gegenüber – der erhoffte Ansturm der Amateure blieb aus. Gut, einige waren es doch und die konnten beim Workshop-Konzert zeigen, was im Laienbereich möglich ist, wenn man konzentriert arbeitet und die richtige Unterstützung hat. Kompliment! Wo aber waren die so …

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Ausstellungstipp: Jazz in München

Im Jahr 2007 wurde die von den Autoren Gisela Kurz und Hermann Wilhelm bereits zuvor als Broschüre erschienene Geschichte des Jazz in München beim Verlag der Lentnerschen Buchhandlung als Hardcover neu verlegt. Zu den Feierlichkeiten 25 Jahre Gasteig ist in München aus diesem Fundus jetzt eine Ausstellung konzipiert worden. Das Material umfasst Bilder, Originaldokumente und Schallplatten, die aus Münchner Archiven, von Sammlern oder beteiligten Musikern und Veranstaltern zusammengetragen wurden. Der zeitliche Rahmen reicht von den 1920er-Jahren bis hin zu den 1980er-Jahren. Stationen sind die frühen Tanz- und Unterhaltungsorchester der 20er, die Nazi-Zeit, die frühe Nachkriegszeit mit den ersten Ami-Clubs und die Sendungen von AFN und Radio München. Die Zeitreise endet in den Jazzkneipen Schwabings, als dort noch Live-Musik geboten war und München mit Ernst Knauffs Domicile einen Jazzclub von internationalem Renommee hatte… Ausstellung im Gasteig München: Fr, 17.12.2010 – Do, 20.01.2011 / 08.00 Uhr / Glashalle, 1. OG Eintritt frei Links: Buch: Jazz in München – Geschichte des Jazz von den 20ern bis 1982, Verlag der Lentnerschen Buchhandlung Ausstellung: Jazz in München – 25 Jahre Gasteig

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JAM:M – Jazzworkshop in München (18.12.–20.12.2010)

Zum 25. Jubiläum des Münchner Kulturzentrums Gasteig finden verteilt über die Saison besondere Veranstaltungen in den Räumlichkeiten statt. In Sachen Jazz hat die Betreibergesellschaft Gasteig München GmbH in Kooperation mit dem Jazzinstitut der Hochschule für Musik und Theater München ein Workshop- und Konzertevent entwickelt, die Jazz Masters München, JAM:M. Außerdem beteiligt sind der Neue Jazzschool München e.V. und der Jazzclub Unterfahrt. Der dreitägige Workshop richtet sich an ambitionierte Amateure im fortgeschrittenen Stadium. Die Dozenten von JAM:M sind: Randy Brecker, Trompete; Nathan Davis, Tenorsaxophon; Patrice Rushen, Klavier; Abraham Laboriel, Bass; Billy Cobham, Schlagzeug und Claus Reichstaller, Koordination von JAM:M.

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Report München und die Straßen von San Francisco

Für alle, die noch nicht selbst auf den Jazzbrief des Jazzinstituts Darmstadt vom Oktober 2010 gestoßen sind, hier ein Link, der zu einem spannenden YouTube-Filmchen aus dem Jahr 1967 führt. http://www.youtube.com/watch?v=uocomom2sz8 Lindlau, Brubeck und die Straßen von San Francisco Es geht um die Geschichte hinter der damaligen Titelmusik des ARD-Magazins Report München, die von Dave Brubeck stammte. Dagobert Lindlau, der Redaktionsleiter der Sendung in dieser Zeit, erzählt, wie er Brubeck dazu brachte, sein Stück „Three’s a Crowd“ sekundengenau auf den Sendungsvorspann anzupassen. Interessant ist aber vor allem der nachfolgende Filmausschnitt aus dem Report-München-Beitrag „Die Hippies von San Francisco“ vom 7. August 1967. In dem Beitrag berichtet Lindlau über die Hippie-Bewegung, deren LSD-Konsum und den Absatzmarkt der damals noch wenig bekannten Droge auf den Straßen von San Francisco. Sehenswert, die Lässigkeit, mit der Lindlau aus dem Cabrio heraus seinen Stoff kauft! Großer Sport, hätte ich dem biederen Fernsehen der 60er-Jahre gar nicht zugetraut… Der ganze Beitrag über die Hippies von San Francisco ist auf der Website von Report München gestreamt. Weitere Infos: Jazzinstitut Darmstadt Report München

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Jazz im Rundfunk – Episode I: Der BR

Der Jazz beim Bayerischen Rundfunk hat eine lange Geschichte und reicht bis zur Zeit zurück, als man noch als Radio München unter der Ägide der Amerikaner sendete – Mitternacht in München hieß die berühmteste Sendung mit Jazz in dieser Zeit. Als Redakteure in der Abteilung „Leichte Musik“, zu der der Jazz im BR bis heute gehört, arbeiteten nach dem Krieg u.a. Jimmy Jungermann, Werner Götze, Ado Schlier, Peter Machac und Joe Kienemann. Jazz im BR-Hörfunk Die heutige Hauptsendung Jazztime (tägl. um 23.05 Uhr) hat ihren Platz beim Sender BR-Klassik. Neben den festen Redakteuren Roland Spiegel und Beate Sampson (u.a. Jazz aus Nürnberg) moderieren auch die Jazzjournalisten Ssirus Pakzad, Marcus Woelfle und Ralf Dombrowski regelmäßige Sendungen. Außerdem seit 2003 fest dabei: Bassist Henning Sieverts, wobei man sich bei ihm fragt, wie er noch Zeit findet, um Sendungen zu fahren, nachdem er in gefühlt jeder Jazzband spielt, die in München und auch andernorts die Bühnen besetzt…

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Werner Götze – Der Jazzmann mit der Pfeife

Bereits im Juni 2010 ist in München der ehemalige Rundfunkmoderator und -redakteur des Bayerischen Rundfunks Werner Götze verstorben. Etwas verspätet wollen wir an den Mann mit der Pfeife erinnern, der mit Sendungen wie „Mitternacht in München“ und  „Jazz auf Reisen“ das Jazzbild der Nachkriegsgeneration mitgeprägt hat. Ein Nachruf von Roland Spiegel, Bayerischer Rundfunk: Der Hörfunk trauert um seinen langjährigen Moderator und Abteilungsleiter Werner Götze. Lange Jahre prägte er mit seinen (Jazz-)Sendungen die Programme des Bayerischen Rundfunks. Von 1976 bis 1982 war er Leiter der Abteilung „Leichte Musik“. Jetzt ist Werner Götze nach längerer Krankheit kurz nach seinem 85. Geburtstag in München gestorben.

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