Radiowoche

Die Radiowoche vom 15.11.21–21.11.2021

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 46. Wie es mit der Live-Musik weitergeht, das kann sich schnell ändern. Das Radio dagegen spielt und spielt und spielt. Die Wochenübersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. mo – 15.11.2021 12:00 | hr2-kultur Doppelkopf: Am Tisch mit Gerald Mertens, „Orchester-Stratege“ Am 3. Oktober 1990 trat die ehemalige DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Für viele Menschen begann eine Zeit der Unsicherheit, unter ihnen auch diejenigen, die in einem der rund fünfzig Kulturorchester an Opern- und Konzerthäusern spielten. Am 4. Oktober 1990 trat der junge, musikbegeisterte Jurist Gerald Mertens seine Stelle bei der Deutschen Orchestervereinigung an. Seine Aufgabe: so viele Berufschöre und -orchester wie möglich in den neuen Bundesländern zu erhalten. 17:30:00 | Ö1 Musik aus allen Richtungen mit Astrid Schwarz und Rainer Elstner. 19:30:00 | Ö1 On stage Daniel Zamir & Shalosh beim Jazzfestival Leibnitz 2021 Das Trio Shalosh hat sich seit der Veröffentlichung des Debütalbums „The Bell Garden“ (2014) rasch zu einer der erfolgreichsten jungen Bands des israelischen Jazz entwickelt: Aus Tel Aviv stammend, nennen Pianist Gadi Stern, Bassist David Michaeli und Schlagzeuger Matan Assayag die …

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Radiowoche

Die Radiowoche vom 25.10.21–31.10.2021

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 43. Dies ist die reduzierte Radiowoche, wenn nur die Daten eingepflegt werden, die von den Redaktionen angeliefert werden und „benutzbar“ sind. Die kommen von BR-KLASSIK, der SWR-Jazzredaktion und dem Österreichischen Rundfunk, ORF, mit Ö1. Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. mo – 25.10.2021 19:30 | Ö1 Sylvie Courvoisier & Kris Davis beim Jazzfestival Saalfelden 2021 Die Hauptbühne des Jazzfestivals Saalfelden im zentral gelegenen Congress war am 21. August d. J. Schauplatz einer besonderen Premiere: Mit Kris Davis und Sylvie Courvoisier waren zwei maßgebliche Wahl-New Yorker Pianistinnen zum ersten Mal im Duo zu erleben. Sowohl die aus Kanada stammende Kris Davis als auch die ebenfalls seit vielen Jahren im „Big Apple“ lebende und arbeitende Schweizer Tastenkollegin Sylvie Courvoisier gelten als strukturbewusste Klangdenkerinnen, aber auch als Freigeister, die das Abenteuer der freien Improvisation suchen. Improvisierte Kammermusik europäischer Prägung ist ebenso Teil ihres Spektrums wie sinnliche Groove- Freudigkeit. Marlene Schnedl präsentiert diesen mit Spannung erwarteten Programmpunkt des Saalfeldener Festival-Klassikers im Salzburger Pinzgau. 23:03 – 24:00 | Ö1 Avantgardist mit Humor: Anestis Logothetis wäre 100 – In allen Kunstbereichen …

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Eine vitale deutsch-amerikanische Begegnung: Im Regensburger Degginger überzeugte ein New Yorker Trio mit Gitarrist Rüdiger Eisenhauer mit modernem Jazz und Latingroove

Was für ein Treibauf! Oder auch Antreiber, das kommt – wie immer – auf die Perspektive an. Adam Nussbaum, Schlagzeuger im Quartett mit Rüdiger Eisenhauer, Gitarre, Mark Soskin am Flügel und Bassmann Jay Anderson, hatte beim Konzert im Degginger auf jeden Fall die Hosen an. Lustvoll trieb er seine Mitspieler mit harten Schlägen vor sich her, gab Gas und bremste im nächsten Moment wieder ein. Bei dunklen Bluesballaden schien er die Luft anzuhalten, so dass von seinem hingetupften Spiel kaum mehr etwas zu hören war. Dann wieder drehte er auf und eilte auch mal Zehntelsekunden voraus. Daneben riss er Witze, versuchte auch das unschlüssige Publikum zu animieren, aus sich herauszugehen, und vollführte solistisch regelrechte Tänze auf Becken und Fellen. Der 60-Jährige, der eine Stunde außerhalb des Big Apple in ländlicher Umgebung lebt, gehört seit Jahrzehnten zu den bestbeschäftigten Schlagzeugern in New Yorks Jazzszene. Er ist auf vielen Alben des im letzten Jahr verstorbenen Gitarristen John Abercrombie zu hören, spielte mit Sheila Jordan, Steve Swallow, Stan Getz und der Bigband von Carla Bley. Zudem war Nussbaum Mitglied im Quintett von Dave Liebman und unterrichtet heute an …

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Stefano Bollani Piano solo im Stadttheater Landsberg

Bei Piano Solo Konzerten von Stefano Bollani sollte man auf alles gefasst sein. Nichts lässt sich vorhersagen; es ist immer spontan, unberechenbar und voller musikalischer Überraschungen. So auch beim Konzert im Landsberger Stadttheater. Ein Parforceritt durch die Musikstile, sehr spaßig und mit Augenzwinkern, aber immer hoch konzentriert und virtuos. Die Auswahl der Zugaben durfte das Publikum bestimmen, und so gab es schließlich einen wilden Mix aus Henri Mancini, Stevie Wonder, Duran Duran, Ragtime, Frank Zappa, George Gershwin und Co. Ein begeisternder Abend!  Thomas J. Krebs hat Momente des Abends mit seiner Kamera eingefangen.

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Joachim Kühns Ausstellung „Schönheit und Wahrheit“ in Hamburg

„Sechzehntelnoten machen mich an“ Ein Energiebündel am Klavier. Und ein Musiker, der auch malt. Joachim Kühns Ausstellung „Schönheit und Wahrheit“ in Hamburg Sie heißen „Ansicht“, „Zeichen“ oder „Noten Landschaft“, leuchten dem Betrachter in kräftigen Farben entgegen und haben sichtbar mit Musik zu tun: Gemälde von dem Jazzpianisten Joachim Kühn, zurzeit zu sehen (noch bis 21. Mai) in der „Fabrik der Künste“ in Hamburg. Manche reichen vom Boden bis zur Decke und sind mehrere Meter breit, manche haben das eher handliche Format einer aufgeklappten großen Tageszeitung. Mit der energiegeladenen Musik von Kühn und Anmerkungen zu seinen Bildern wurde die Ausstellung mit dem Titel „Schönheit und Wahrheit“ – inspiriert von einem Stück des von Joachim Kühn verehrten Saxophonisten Ornette Coleman, „Beauty and Truth“ – jetzt eröffnet. Auf zwei Etagen in den großen, lichten Räumen des Ausstellungsortes in einer ehemaligen Lagerhalle im Hamburger Industriegebiet Hamm-Süd sind die Exponate zu sehen, mit viel Luft gehängt, damit sich die Farben und die Notenwirbel auf den Bildern nicht gegenseitig neutralisieren. Oben, vor einem großformatigen Bild in strahlendem Gelb mit vielen Noten, die wie kleine mystische Figuren auf der Farbfläche zu tanzen …

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Kulturtag Oberscheid – das Avantgarde-Jazz und -Kunstfestival im Westerwald

Kulturtag Nr. 10:  Drei Tage Avantgarde, Jazz, Rock und Kunst bei freiem Eintritt Vom 18. bis 20. August wird das kleine Dörfchen Buchholz/Oberscheid wieder zum Treffpunkt für Jazzfans und Kulturinteressierte von nah und fern. Der Buchholzer Kulturverein Taftahü freut sich darauf, mit Unterstützung des Kultusministeriums Rheinland-Pfalz, ein prallvolles Programm der Extraklasse präsentieren zu können. Drei Tage lang werden sich wieder renommierte Jazzmusiker und -bands wie Jan Klare, Limpe Fuchs, Tamara Lukasheva, Florian Walther, Simon Carmatta, Machine Mass und viele andere in Oberscheid die Klinke in die Hand geben. Ein ganz besondere Ereignis wird der Auftritt der „Grande Dame“ der Improvisationsszene Limpe Fuchs werden. Mit Pendelsaiten, Steinreihen, Bronzetrommeln, Violinen und diversen elektronischen Mitteln forscht Limpe, gemeinsam mit den „Flamingo Creatures“ nach Musik aus und für den Moment. Darüber hinaus  wird Limpe Fuchs einen Percussionsworkshop für Kinder anbieten. Jan Klare und Alex Schwers bilden das Powerduo „Frustice“ . Der Saxophonist Jan Klare ist durch die Leitung der Ruhrgebiets Big-Band „The Dorf“ sowie seine unzähligen Projekte bekannt. Alex Schwers macht an den Trommeln dahinter tüchtig Druck. Als Drummer der Punklegende „Slime“ und Organisator eniger Punkfestivals (Ruhr-Rodeo) muss er …

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Musik der Begegnung: die 43. Freiberger Jazztage starten am 19. April 2017

Diesmal versteckt sich das Teufelchen (manche sagen Faun zu diesem Jazz-Wesen), und zwar hinter einer Trommel mit mittelalterlicher Häuserzeile. Ob das in spezieller Weise auf Freiberger Verhältnisse anspielt, sei dahingestellt – die 43. Freiberger Jazztage jedenfalls, nach wie vor das einzige hochschulbezogene Jazzfestival im Osten Deutschlands, bieten wie stets das Besondere in bewährten Programmstrukturen. Unter dem Motto »Jazz meets Tango« läuft die 2017er Kooperation mit der Mittelsächsischen Philharmonie in Freiberg und Mittweida, es gibt Jazz für Kinder, das Piano-Solo-Konzert im Stadtmuseum, mit »Frank Zappa – Eat that question« den (diesmal nicht ganz jazzigen) Filmabend, es gibt natürlich die beiden Hauptkonzerte im Mittelsächsischen Theater und es gibt auch die rasante Auftakt-Party im Studentenklub Alte Mensa am 19. April. Schwerpunkte des Programms sind heutige Musikformen, Begegnungen von zeitgenössischem Jazz und kammermusikalischen Elementen, Musik, die eine Art Gelassenheit und Wissen vermittelt, Musik, die verschiedene Einflüsse aufgreift und dennoch wie aus einem Guss wirkt. Beispiele: Matthias Spillmann MatsUp aus der Schweiz und Peuker8 aus Deutschland, aber auch die aus Israel kommende Band Shalosh sowie, möglicherweise der Festivalhöhepunkt, die Band um Silke Eberhard und Boris Bell. Die hatte mit der …

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Gyula Babos: Wie die Weitergabe des Feuers klingt

Der Krabbenfänger (Rákfogó). So hieß eine Gruppe in Ungarn, die in ihrer Kernform nur kurze zwei Jahre von 1972 bis 1974 existierte und die trotz der Tatsache, dass sie damals keine LP veröffentlichen konnte, bis in die Gegenwart hinein einen großen Einfluss auf den ungarischen Rock- und Fusion-Jazz ausübte. Rechnet man die Vorgängergruppe »Új Rákfogó« und die personell verbundenen Bands »Syrius« und »Kex« dazu, existierte damals ein Pool von exzellenten Musikern, aus dem sich bis heute immer neue, brillante Musik entwickelt. Aktuelles Beispiel: Die CD »Makrokozmosz« des Gitarristen Gyula Babos. Die Musik auf dieser CD scheint wie eine Vertonung des bekannten Mottos von Thomas Morus zu sein, das – zum Beispiel – Gustav Mahler so formulierte: »Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.« Schon mit dem ersten Stück der Scheibe – gewidmet dem in der Ungarischen Tiefebene in der Mitte des 19. Jahrhunderts aktiven Räuber und Revolutionär Sándor Rózsa, einer Art ungarischem Robin Hood – wird loderndes Feuer weitergegeben! Rasante Themen und Motive erinnern an die Ästhetik Miles Davis’ (Trompete hier der grandiose Kornél Fekete-Kovács) an der Schwelle zu »Bitches …

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Höllen-Jazz und Michael Mantler in Frankfurt

Der Auftritt der hr-Bigband am ersten Konzertabend des 46. Deutschen Jazzfestivals Frankfurt wird eine spannende Begegnung mit dem Free-Jazz-Trompeter und Bigband-Komponisten Michael Mantler. Unter der Leitung von Christoph Cech wird er das dreitägige Festival am Donnerstag, 29. Oktober, im hr-Sendesaal eröffnen. Der Festivalsamstag, 31. Oktober, steht ganz im Zeichen von Frank Zappa. Die Musik des Bürgerschrecks und musikalischen Chamäleons bringt Bandleader Mike Holober zusammen mit der hr-Bigband auf jazzorchestrales Format. 29. Oktober, 19 Uhr, hr-Sendesaal: Michael Mantler, hr-Bigband, Christoph Cech Mit seinem 1968 veröffentlichten Doppelalbum „The Jazz Composer’s Orchestra“ setzte Michael Mantler einen Meilenstein des orchestralen Free Jazz. Die gemeinsam mit seiner Ehefrau Carla Bley gegründete Bigband versammelte viele führende Protagonisten des „new thing“, darunter etwa Cecil Taylor, Don Cherry oder Pharoah Sanders. Als Mantler vor wenigen Jahren die alten Partituren digitalisierte und erstaunt feststellte, wie frisch diese Musik noch immer klingt, kam ihm die Idee zu einer aktualisierten Fassung. Er schrieb neue Parts für das „Radio.String.Quartet.Vienna“, castete Solisten und griff nun auch selbst als Solist zur Trompete, weil er die Leitung in andere Hände gegeben hatte. Die hr-Bigband wagt sich mit diesem Projekt auf …

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Umbria Jazz 2015

Text und Fotos von Ralf Dombrowski – Die Karawane ist wieder unterwegs. Europa wird bespielt von einer Schar internationaler Jazzkoryphäen und Publikumslieblinge, die seit Mitte Juni die großen Festivals beglücken. Einige davon sind Saurier des Geschäfts wie Chick Corea, Herbie Hancock, Charles Lloyd oder auch Tony Bennett, der auf seine alten Tage sich mit Lady Gaga als Sahnehäubchen des soliden Swings zusammengetan hat. Andere hört man in den kleineren Sälen, was ihre Kunst durchaus beflügeln kann. Vijay Iyer zum Beispiel gab sich mit Bassist Stephan Crump und Drummer Marcus Gilmore im Teatro Morlacchi die Ehre, der Bühne in Perugia, die während des Umbria Jazz Festivals für die modern jazzigen Konzerte zuständig ist. Seiner Musik tat das Ambiente eines ehrwürdig bürgerlichen Schauspielhauses gut, denn es un terstrich die Tendenz zum Kunstanspruch, die die kollektiven Energieschübe umgab, die er mit seinem langjährigen Trio präsentierte. Es war Stukturarbeit auf hohem Abstraktionsniveau, changierend zwischen Momenten des pulsierenden Flows und Gegenstücken motivisch extrem durchformter Passagen. Zuweilen auf  Suitenlänge gedehnt, entstanden Redundanzen, die aber durch den gesamten Spannungsbogen eines konzentrierten Konzerts wieder Sinn machten. Diese Gegensätze passten zum ganzen Umbria Jazz …

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