„Fränkisches Weißbrot“ Wolfgang Haffner lobt Regensburg

In der Muppets-Show sitzt „Das Tier“ am Schlagzeug und drischt mit wilder Lust und leidenschaftlicher Energie auf die Felle und Becken seines Drumsets ein. Selbiges passiert auch bei Wolfgang Haffner, wie bei seinem heftig umjubelten Auftritt am Wochenende im Leeren Beutel zu erleben war. Haffner trägt zwar keinen ungezähmten Bart und sein hoch differenziertes Spiel lebt auch nicht allein von purer Energie und emotionaler Kraft. Der 52-jährige Schlagzeuger aus Franken gehört heute zu den erfahrensten und vielseitigsten Musiker weltweit. In seinem delikaten Spiel stecken sowohl die eruptive Energie des entflammten Meisters, als auch die feinsten Klangzaubereien eines Ziseleurs der Besen und Stöcke. Dennoch hat ihm einer der Musiker seines Quartetts beinahe die Show gestohlen, zumindest bildlich gesehen. Der aus Darmstadt stammende Vibraphonist Christopher Dell macht äußerlich den Eindruck eines einfachen Beamten in der Kfz-Zulassungsstelle und entwickelte in seinem fulminanten Solospiel eine musikalische Ekstase und einen flirrenden Ideenreichtum wie sie jedem Minister mehr als gut anstehen würden. Gleich anfänglich im eher gemächlichen „Hippie“ brillierte er mit einem Solo, dass manchem begeisterten Zuhörer im voll besetzten Saal der Mund offen stehen blieb. Nach einem kurzen Break wechselte …

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Ramón Valle heizt im Münchner Jazzclub Unterfahrt ein

Draußen vor der Tür satte zweistellige Minusgrade, drinnen im Club karibische Hitze und kubanische Rhythmen. Der 1964 in Holguin auf Kuba geborene Pianist Ramón Valle zündete ein mitreißendes musikalisches Feuerwerk mit seinem langjährigen Begleiter Omar Rodriguez Calvo am Bass und dem inspirierten Schlagzeuger Jamie Peet. Da wippten die Füße zum ungezügelten Groove der Musik, perlende Klavierläufe mit vertrackten Tempi ließen immer wieder aufhorchen, herrliche Soli sorgten für Spannung und Valle prägte den Abend mit einer sehr persönlichen Songauswahl. Das Trio spielte ausschließlich Kompositionen aus Valles Feder. Ein Coversong war dann doch dabei: Michael Jacksons – Nomen est omen – „Don’t stop ‘til you get enough“. Das begeisterte Publikum konnte einfach nicht genug bekommen und die Musiker spielten bis auch das letzte Eis (im Glas der Drinks) geschmolzen war.  

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Stephanie Lottermoser präsentiert „This Time“ live

Im Nightclub des Hotel Bayerischer Hof präsentierte die Tenorsaxophonistin Stephanie Lottermoser ihre brandneue auf Motor Entertainment erschienene CD „This Time“. Ihre Kompositionen sind gespickt mit packenden Grooves im Wechsel mit einfühlsamen Beats und klasse Texten – von ihr gesungen. Begleitet wird sie dabei von versierten Musikern wie dem Gitarristen Ferdinand Kirner, Jan Eschke an den Keyboards (im Konzert mit Hansi Enzensperger von Organ Explosion), Ludwig Klöckner am Bass sowie dem Drummer Christoph Buhse. Das Ganze soundtechnisch sauber produziert von Meister Steve Greenwell, aber mit Bedacht und immer Lottermosers eigene Sound-Handschrift tragend.   „This Time“ zeigt Lottermoser allen wo das Saxophon hängt: locker um den Hals, fast schwebend spielt sie auf Teufel komm raus und begeistert den Hörer. Da wippen die Füße, schnippen die Finger und angesichts der mitreißenden Mucke fällt es einem schwer still zu sitzen. Bis dann doch die eine oder andere Ballade gespielt wird, die Vocals zu ihren Stücken sind ebenfalls erste Sahne, eine kurze Verschnaufpause bis zum nächsten Kracher.     Bei ihrer Livepräsentation im Nightclub Bayerischer Hof legte Stephanie Lottermoser dann noch eins drauf. Im Vergleich zur CD war das ganze …

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CD-Rezension: Till Brönner & Dieter Ilg: Nightfall

Till Brönner und Dieter Ilg im Duo, diese Konstellation konnten bis dato nur wenige Zuhörer in sporadischen Konzerten erleben. Nun war die Zeit reif für einen Tonträger – und damit geht für so manchen Jazzfan ein Traum in Erfüllung. Die Rede ist von „Nightfall“, der brandneuen, bei OKeh/Sony Music erschienenen, CD von Till Brönner und Dieter Ilg. Was sich bereits in den letzten Jahren bei vereinzelten, gemeinsamen Auftritten ankündigte, findet in der vorliegenden Aufnahme ihren Niederschlag. Eine musikalische Konstellation, die überfällig war: Freunde, Kollegen, Jazzstars, wie auch immer… beide Musiker kennen sich, schätzen einander und haben, trotz der eigentlich gegensätzlichen Instrumente, eine gemeinsame musikalische Geisteshaltung. Der Klangkosmos von Trompete/Flügelhorn und akustischem Bass wurde von beiden grundlegend analysiert, erprobt und entsprechend ausgelotet. Das Ergebnis der beiden Protagonisten ist schließlich ein klanglich harmonisches Meisterwerk, das von der ersten bis zur letzten Minute begeistert. Bei der Auswahl der Stücke haben sich die Beiden bewusst breit aufgestellt. Neben drei Eigenkompositionen finden sich auf der CD unter anderem Standards von Jerome Kern, Ornette Coleman, Johann Sebastian Bach oder Melchior Vulpius, den Beatles, Leonhard Cohen oder Britneys Spears – thematisch enorm …

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+++News+++Zweites Nachtschwärmer-Konzert am Samstag im Gustav-Siegle-Haus+++JazzTime Freising präsentiert Bettina Maiers GLOBE+++

+++Zweites Nachtschwärmer-Konzert heute im Gustav-Siegle-Haus+++ Zum zweiten Nachtschwärmer-Konzert im Gustav-Siegle Haus am Samstag, 27. Januar 2018 präsentieren Sebastian Studnitzky & Band und die Stuttgarter Philharmoniker unter Leitung des Dirigenten Ekkehard Klemm Studnitzkys „MEMENTO – Orchestral Experience.“ Schon immer war Studnitzky als Wanderer zwischen den Genres Jazz, Klassik und Elektro unterwegs. Mit „MEMENTO – Orchestral Experience“ bringt er seine Vielseitigkeit und stilistische Aufgeschlossenheit eindrucksvoll auf den Punkt. Seine Musik ist detailliert, minimalistisch, transparent, dabei von großer emotionaler Tiefe und beeindruckend eigen. Hier wird tatsächlich etwas ganz Neues geschaffen. Musik zu kantig für Pop, zu emotional für Jazz, zu üppig für Elektro, zu groovig für Avantgarde.  Seit September 2014 lehrt Sebastian Studnitzky als Professor an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden. 19:00 Uhr: Einlass & Gastronomie 19:30 Uhr: Überraschungskonzert im Foyer 20:30 Uhr: Sebastian Studnitzky & Band und die Stuttgarter Philharmoniker spielen „MEMENTO – Orchestral Experience“ Trompete und Klavier: Sebastian Studnitzky, Bass: Paul Kleber, Drums: Tim Sarhan, Stuttgarter Philharmoniker, Dirigent: Ekkehard Klemm 22:30 Uhr, BIX Jazzclub: Sebastian Studnitzky & Band (Paul Kleber am Bass und Tim Sarhan am Schlagzeug) Mehr Infos unter: http://www.stuttgarter-philharmoniker.de/2085.html58902265215416/ …

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CD-Rezension: De Groote-Faes Duo – Symphony for 2 Little Boys

Mal fein und zart, mal festlich, dann wieder rau und dunkel: Bruno de Groote und Ben Faes zeigen auf „Symphony for 2 Little Boys“ eindrücklich, wie wandelbar der Mix aus E-Gitarre und Kontrabass sein kann. Trotz begrenztem Instrumentarium erschaffen die beiden Musiker auf ihrem neuen Album einen mitunter überraschenden Sound, der sich jeder klaren Einordnung entzieht. Geschuldet ist dies wohl nicht zuletzt den unterschiedlichen musikalischen Einflüssen des Duos: De Grootes Gitarrenspiel schöpft aus verschiedensten Genres, von Jazz über Ambient bis hin zu Pop und Rock, Faes steuert einen reichen Erfahrungsschatz aus Klassik und Tango bei. Dass diese Mischung funktioniert, beweist schon der erste Titel. In „Le Métropolitain“ wechseln sich warme Unisono-Passagen ab mit wilden, rockigen Jazz-Improvisationen. Auch der nächste Track, „Bastien“, besticht vor allem durch Atmosphäre. Was anfangs als Hommage an Sebastian Bach gedacht war, entwickelte sich letztlich zu einem dunklen, teils schon bedrohlich anmutenden Stück mit viel Groove. „Fermeture“ ist die erste von insgesamt drei Aufnahmen des Albums, auf denen sich Bass und Gitarre mit der gedämpften Trompete der New Yorker Jazz-Legende Dave Douglas verbinden. Dabei ergänzen sich Douglas‘ melodisches Spiel und der gut …

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Für schnell entschlossene Unterfranken: Adriano Prestel & 5-Mann-Groove-Band

Der junge und angesagte Soul-, Blues-, und Jazz-Sänger aus München, mit seiner „schwarzen Stimme“ kommt am Freiag, den 19. Januar um 20 Uhr mit seiner 5- Mann-Band wieder auf die Piano-Bühne im unterfränkischen Oberthulba. Der „Geheimtipp“  begeisterte schon einmal im Oktober 2016 das verwöhnte Publikum der Piano-Bühne. Laut Pressetext garantiert  er „beste Laune, Rhythmik, erdige Bässe, Partylaune und Dance Music“. Begleitet wird Adriano von den jungen Top-Musikern Hansi Enzensberger (Piano/Hammond/Rhodes), Chris Stöger (Drums), Robin Jermer (Bass), Lukas Häffner (guitar) und Thomas Roth (sax). Karten unter: Telefon 09736/657 oder info@piano.de oder www.piano.de Die Piano-Bühne finden Interessierte im Piano-Center Kleinherz in der Hans-Bördlein-Straße 1 in 97723 Oberthulba.

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Finalisten des 10. Europäischen Nachwuchsjazzpreis Burghausen stehen fest

Fünf Bands hat die Jury aus 56 Bewerbungen für den 10. Europäischen Nachwuchsjazzpreis ausgewählt. Am Dienstag, 6. März 2018 werden die jungen Talente im Rahmen der 49. Internationalen Jazzwoche Burghausen (6. – 11. März 2018) im Stadtsaal ihr Können beweisen. Jede Band hat 20 Minuten Zeit, danach berät sich die Jury. Die Gewinner erwartet ein Preisgeld von 5.000 Euro und die Ehre am Abend darauf vor in der Wackerhalle vor großem Publikum gewissermaßen die Jazzwoche zu eröffnen. Für die Zweitplatzierten gibt es ein Preisgeld von 3.000 Euro und 1.000 Euro für den dritten Platz. Bewerben durften sich nur Teilnehmer, die jünger als 30 Jahre sind. Dieses Jahr fällt auf, dass der Frauenanteil besonders hoch ist und zum ersten Mal ist ein reines Vocal-Ensemble dabei. Die Jury besteht aus: Prof. Joe Viera (Leitung) und den Musik-Journalisten Roland Spiegel, Ralf Dombrowski sowie Reinhard Köchl. Jedes Jury-Mitglied wählte im „Blindverfahren“ die Finalisten aus. Und diese Nachwuchskünstler haben es ins Finale geschafft: Den ungewöhnlichen Namen „OF CABBAGES AND KINGS“ nach einem Gedicht von Lewis Carroll gaben sich die vier jungen Jazzsängerinnen Veronika Morscher, Rebekka Ziegler, Sabeth Pérez und Laura …

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Arne Huber. Foto: Wolfgang Volz
Arne Huber. Foto: © Wolfgang Volz

Kontrabassist Arne Huber erhält Wormser Jazzpreis

Mit dem „Jazzpreis der Stadt Worms“ sollen junge Jazzmusiker mit professionellen Ambitionen – bevorzugt aus Rheinland-Pfalz und den angrenzenden Regionen – für eine besondere Leistung als Solist, Komponist, als Gruppe oder für ein Projekt ausgezeichnet sowie in ihrer weiteren musikalischen Entwicklung gefördert werden. Der Wormser Jazzpreis wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert. Zusätzlich wird der Preisträger von der Stadt Worms zum Festival „Worms: Jazz and Joy“ im Folgejahr eingeladen. In diesem Jahr ging der Jazzpreis an den aus Offenburg stammenden Kontrabassisten Arne Huber. Er erhält den mit 5.000 Euro dotierten Preis für „sein facettenreiches Spiel, das von der Tradition kommend modern variiert und weiterentwickelt die Grundlage für einen eigenen charakteristischen Sound liefert“, begründet die Jury ihre Entscheidung. Arne Huber habe in seiner rund 20-jährigen Karriere nicht nur als Sideman und Bandleader zahlreicher nationaler und internationaler Bands, sondern auch als Komponist einen markanten und eigenständigen Sound geschaffen. „Seine Fähigkeit, Stücke lyrisch subtil mit einer virtuosen Bescheidenheit zu kreieren und mit stimmigen Arrangements zu versehen, hat uns überzeugt“, heißt es weiter. Arne Huber, 1977 in Offenburg geboren, studierte in Mannheim Jazzkontrabass und in …

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