Der Barpianist

 Posted by on 30. Dezember 2011  Blog  1 Response »
Dez 302011
 

Am 27. Dezember 2011 zitierte Karl Lippegaus in der Süddeutschen Zeitung einen angeblichen (und anonymen) Besucher des Jazzfests Berlin. Der soll Folgendes gesagt haben: „Dass ein eher barpianistisch ausgerichteter Finne einen Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik bekommen kann, ist nicht mehr nachvollziehbar.“ Der zitierte Jazzfest-Besucher wertete diese Preisentscheidung als Hinweis darauf, dass es im Jazz keinen „Point of Reference“ mehr gebe. In der Tat wackeln in der Jazzwelt die Maßstäbe und Orientierungen. Bestes Beispiel dafür ist, dass ein informierter Jazzfest-Besucher – womöglich ein [… mehr]

Dez 222011
 

Kurz vor seinem 82. Geburtstag ist nun auch Posaunist Bob Brookmeyer gestorben. Ein verlustreiches Jahr war 2011. Hoffen wir, dass das kommende Jahr in dieser Hinsicht besser wird…     Links: http://www.bobbrookmeyer.com/ http://en.wikipedia.org/wiki/Bob_Brookmeyer

Dez 132011
 
Jazz-Redakteurin Cooks - Teil 4: Steinpilz-Risotto mit Jakobsmuscheln

Herbstzeit ist Steinpilzzeit: wer jetzt keine frischen mehr bekommt, kann auch getrocknete benutzen, die müssen aber vor dem Anbraten ca. 30 Minuten in warmem Wasser eingeweicht werden. Für 4 Personen braucht man also ca. 200 g Arborio- oder anderen Risottoreis, 50 g Butter, Olivenöl, eine Zwiebel oder drei kleine Schalotten, 500 ml heiße Gemüsebrühe, 1 Glas Weißwein, eine handvoll getrockneter Steinpilze, 100 g Parmesan gerieben, pro Person zwei Jakobsmuscheln Uns so geht’s: Butter und etwas Öl in einem Topf mit dickem Boden [… mehr]

Die Ansage

 Posted by on 8. Dezember 2011  Blog  2 Responses »
Dez 082011
 

Liebe Jazzmusiker, wir verstehen euch ja: Jazz macht Mühe. Da hat man endlich einen Gig ergattert, steht auf der Bühne und alles soll klappen. Die Tempi sollen stimmen, die Einsätze, das Saxophonblättchen soll nicht quietschen, die Musik muss nach vorne losgehen. Und ein paar originelle Ideen in der Improvisation wären auch nicht schlecht. Klar, dass man dann zwischen den Stücken nicht auch noch den Bühnenkasper machen kann oder den plaudernden Conférencier. „Danke. Das nächste Stück ist auch von mir“ – das muss [… mehr]

Nov 202011
 
Jazz, Tote und jede Menge Rotwein...

Das neue Frankfurter Ermittler-Duo im hessischen Tatort, Steier und Mey, löst heute abend (20.11.11; 20.15 Uhr, ARD) seinen zweiten Fall. Dabei geht es dank der musikalischen Vorliebe des von Joachim Król gespielten, saufenden Kommissars Steier jazzig zu. „Sex, Suff und pumpende Bläsersätze“ resümiert der SPON-Artikel über den Auftritt des neuen Tatort-Teams. Gehört sich ja auch irgendwie für einen Frankfurter Kommissar. Die Liebe zum Jazz, nicht das Saufen… Infos zur Sendung (Quelle: HR): „Der Tote im Nachtzug“ ist der zweite Tatort-Fall des neuen [… mehr]

Jazz in Berlin (4)

 Posted by on 16. November 2011  Blog  1 Response »
Nov 162011
 

Es ist noch nicht lange her, da strömten Jazzmusiker von überall her, um hinfort in der Hauptstadt zu leben. Umbruch! Aufbruch!! Experiment!!! In geschätzten 200 Clubs konnte man Tag und Nacht performen, mal mit zwei Schlagzeugern, mal mit drei DJs, lauter Überraschungs-Gigs mit Überraschungs-Gästen – und 30 Euro Gage gab’s auch noch! Heute – so habe ich mir im Schwarzen Café in der Kantstraße erzählen lassen – muss man einen Überraschungs-Gig schon ein halbes Jahr vorher anmelden, die Wartelisten für interessierte Musiker [… mehr]

Jazz in Berlin (3)

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Nov 162011
 

Der Süddeutschen Zeitung vom 8. November entnehme ich, dass das JazzFest Berlin dieses Jahr ein erhebendes spirituelles Ereignis war. Die beteiligten amerikanischen Künstler hatten sich offenbar auf dem Weg nach Europa allesamt irgendwie verloren, vermutlich beim langen Warten vorm Flughafen-Check-in, also war erst mal gründliche Selbstfindung nötig. Lizz Wright zelebrierte auf der Bühne ihre „Suche nach Identität“, Joe Sample verarbeitete seine „private Identitätsfindung“ und auch bei Gregory Porter stand „Identitätsfindung“ ganz im Mittelpunkt. Gefunden haben sie sich schließlich durchweg in der Erinnerung [… mehr]

Jazz in Berlin (2)

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Nov 082011
 

In der englischen ersten Fußballliga spielen fünf Vereine aus London, in der spanischen immerhin zwei aus Madrid, in der italienischen zwei aus Rom. In der deutschen ersten Bundesliga spielt ab und zu die Hertha mit. Wo sollen die Fußballer auch herkommen? In Berlin gibt es nur drei große Bevölkerungsgruppen: die Polit- und Business-Kaste, die Kunst- und Bildungs-Bohème und die Hartzer Schicksalsgemeinschaft. Der Rest sind Touristen – für die macht man weiterhin das Hauptstadt-Jazzfestival. Ein paar Musiker aus Berlin, Polen und Skandinavien und [… mehr]

Jazz in Berlin (1)

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Nov 082011
 

Früher war das JazzFest Berlin bekannt dafür, dass es Projekte und Ensembles nach Deutschland holte, die man hier noch nie gehört hatte. Diese Zeiten liegen eine gefühlte Ewigkeit zurück. Jedenfalls hieß ein Schwerpunkt-Thema 2011: Polen. Dieses Land beginnt 80 Kilometer hinter Berlin – und niemand wird behaupten, dass Adam Pieronczyk, Leszek Mozdzer, Tomasz Stanko oder Vladyslav Sendecki noch nie in Deutschland gespielt hätten. Im Gegenteil: Die Logistik war diesmal sogar besonders leicht zu handhaben, denn praktischerweise konnte sich der scheidende künstlerische Leiter [… mehr]

Okt 282011
 
Orbit im Café Tasso mit Fotostrecke

Letzten Sonnabend, Berlin Friedrichshain, Café Tasso. Unten in der Ladezeile der alten sozialistischen Prachtstraßenbaus der ehemaligen Stalin-Allee. Dort hat sich das Café Tasso angesiedelt. Antiquariat und Café mit Bio-Touch. Ein Wohnzimmer mit Schaufenster. Es ist beinahe untypisch früh für einen Jazzauftritt. Aber es gibt keine Konzessionen. Gewöhnlich beginnen hier die kulturellen Veranstaltungen gegen 20 Uhr. Heute scheint ein Teil des Schlagzeugs defekt zu sein. Verspätung. Auftritt gegen kurz vor neun ein Quintett alten, bewährten Jazzerschlages: Trompete, Saxophon, Piano, Bass und Schlagzeug. Name: Orbit. Orbit [… mehr]