Südafrika, olé!

 Posted by on 10. Juni 2010  Blog  2 Responses »
Jun 102010
 
Südafrika, olé!

Die Preise lassen uns in diesem Blog nicht los. Jetzt erhält der südafrikanische Pianist Abdullah Ibrahim den Aachener Innovationspreis Kunst für 2009 der Peter und Irene Ludwig Stiftung. Schön, jetzt wo die Fußball-WM losgeht, einem südafrikanischen Künstler so einen Preis zu geben. Hat man auch gar nicht das Gefühl, dass Zeit und Umstände wichtigere Faktoren einer Preisvergabe wären, als die künstlerische Leistung an sich. Obwohl Ibrahim über derartige Zweifel erhaben ist, schließlich wurde er ja weiland vom „Duke“ selbst entdeckt. Seine Solo-Scheibe [… mehr]

Jun 032010
 

Der Deutsche Kulturrat, der Dachverband der Bundeskulturverbände, hat erneut einen Nothilfefonds für Kultureinrichtungen gefordert. Erst kürzlich hatte Schleswig-Holstein ein Sparkonzept zur Konsolidierung seines Haushaltes vorsgestellt, das Streichungen unter anderem beim Schleswig-Holstein Musik Festival und beim Festival JazzBaltica vorsieht. Letzteres würde eine Einstellung der Förderung auf Dauer kaum überleben. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats Olaf Zimmermann hat daraufhin die vom DKR im Zuge der Krise der kommunalen Kulturfinanzierung bereits früher geäußerte Forderung nach einem Nothilfefonds erneut bekräftigt: „In Schleswig-Holstein wird Tabula rasa gemacht. [… mehr]

Jun 012010
 

Kein guter Monat für die Macher von JazzBaltica. Nach dem Tod des Pianisten Hank Jones, den man in Salzau als langjährigen Wegbegleiter und Freund schätzte, kommen nun schlechte Nachrichten aus der Landespolitik. Schleswig-Holstein ist auf striktem Sparkurs und hat ein Konzept vorgelegt, das bis zum Jahr 2020 neben Kürzungen beim Schleswig-Holstein Musikfestival auch eine komplette Streichung der Fördermittel für das Jazzfestival vorsieht. Die Landesliegenschaft Salzau selbst wird ebenfalls als zu großer Kostenfaktor angesehen (jährlich 1.2 Mio. €) und soll verkauft werden. Das [… mehr]

Mai 192010
 

Nachdem die letzten Wochen voller jazziger Echos waren, möchte ich noch einmal in den Wald hineinrufen und das Augenmerk auf einen Deutschen Jazzpreis richten, der nicht von der Musikwirtschaft, sondern, nach einem Gang durch mehrere Instanzen, vom Endverbraucher selbst vergeben wird. Der Neue Deutsche Jazzpreis in Mannheim. Derzeit erhält der Veranstalter, die IG Jazz Rhein-Neckar, jährlich etwa 200 Bewerbungen von deutschen Bands. Man kann also sagen, dass sich die deutsche Jazzszene hier durchaus in der Breite repräsentiert.

Musikhören

 Posted by on 11. Mai 2010  Blog  15 Responses »
Mai 112010
 

Und jetzt? Alles vorbei: jazzahead!, Jazz ECHO, Musikmesse, und der JazzZeit-Blog verstummt. Damit dem nicht lange so ist, hier ein paar Gedanken und Statements, die während der letzten „Scheiben-Jury“ im Regensburger Leeren Beutel, aufkamen. Zum Thema Jamie Cullum, den der Drummer Gerwin Eisenhauer mitgebracht hatte, meinte BR-Klassik-Redakteur Roland Spiegel, das sei aber doch „Unterhaltungsmusik“. Woraufhin Manfred Rehm vom Neuburger Birdland entgegnete, qualitativ hochwertige Musik spreche auch ein breiteres Publikum an. Ein weiterer Diskussionspunkt: wo höre ich mir das an? Kann man CDs [… mehr]

Mai 042010
 

Wer noch vor wenigen Wochen „Bundesverband Musikindustrie“ und „Jazz“ in eine Suchmaschine tippte, fand alles – außer sinnvolle Treffer. Doch plötzlich sieht das anders aus. In den letzten Jahren fiel der Verband mit seinem Vorstandsvorsitzenden Dieter Gorny eher durch unzählige Versuche auf, ilegale Downloads mit allen Mitteln verhindern zu wollen. Doch anlässlich des Echo Jazz, seit dessen Ankündigung sich schon viele Jazzer die Augen reiben, setzt sich der höchste Pop-Funktionär unserer Republik in der Welt nicht nur selbst als „alter Freejazzer“ in [… mehr]

Jazz-Mütter

 Posted by on 30. April 2010  Blog  No Responses »
Apr 302010
 

Habe gestern die Sängerin Lisa Wahlandt zu ihrer neuen CD „Stay a while“ (enja) interviewt, unter anderem zum Thema Mutterschaft: Wie hat sich ihre Musik, ihr musikalisches Leben dadurch verändert? Hier ein kurzer Ausschnitt: „Ich hatte eine  Art Wellenerfahrung: Während meines ersten Auftritts knapp zweieinhalb Monate nach der Geburt dachte ich – wieso steh‘ ich bitteschön hier? Das hat einfach nicht gepasst, wenn man sich noch in dieser abgeschlossenen Welt befindet. Man will sich gar nicht selbst im Mittelpunkt stehen sehen, weil [… mehr]

Apr 272010
 

So wirklich will sich im ernsthaft verbissenen Deutschland keiner über den neuen Wurf der hiesigen Musikindustrie, den ECHO JAZZ, freuen. Warum eigentlich nicht? Liegt wohl am bereits redlich verdienten kommerziellen Image seiner älteren Brüder ECHO und ECHO KLASSIK, bei denen man vermuten darf, dass die Champagnermarken für’s Catering schon getestet werden, bevor die Nominierungen rausgehen. Der moderierende Till Brönner ist bei dieser Sache vermutlich nicht die schlechteste Wahl – nicht weil er angeblich so gut aussieht, letztlich ist er optisch auch nur [… mehr]