Bereits zum elften Mal verleihen die BMW Group und die Landeshauptstadt München gemeinsam den renommierten BMW Young Artist Jazz Award. Ehemalige Preisträger und Preisträgerinnen wie Roman Sladek, Philipp Schiepek oder Shuteen Erdenebaatar zeigen beispielhaft, dass die Auszeichnung für junge Talente oft das Sprungbrett in die professionelle Jazzszene ist. Die diesjährigen Auszeichnungen gehen an die Bassistin Ida Koch, den Saxophonisten Edi May und die Sängerin Fernanda von Sachsen. Zusätzlich zu einem Preisgeld sichern sich die ausgezeichneten Musiker eine exklusive Bühne: Sie dürfen sich im bekannten Münchner Jazzclub Unterfahrt mit ihren Bands und Projekten live präsentieren.
In den ersten beiden Oktoberwochen fanden die mit Spannung erwarteten Konzerte der Preisträgerinnen und Preisträger statt. So unterschiedlich die Darbietungen auf musikalisch höchstem Niveau auch waren, eines hatten alle Abende gemeinsam: Der Münchner Jazzclub Unterfahrt war an allen drei Terminen fast restlos ausgebucht. Die hoch inspirierten Musikerinnen und Musiker begeisterten das Publikum. Edi May überzeugte mit seinem international besetzten Chordless Quartett auf ganzer Linie, begleitet von Dave Sear an der Posaune, Josh Vadiveloo am Bass und Nathan Carruthers am Schlagzeug. Ida Koch spielte gemeinsam mit Elias Prinz und Rémi Oswald an den Gitarren, sowie dem Münchner Pianisten Theo Kollross. Ihr wunderbares, abwechslungsreiches Programm bot neben bewegenden Eigenkompositionen und Klassikern auch eine echte Überraschung: Papa Klaus Koch als Gast am Saxophon. Den glanzvollen Abschluss bestritt Vokalistin Fernanda von Sachsen. Ihr bestens eingespieltes Quartett – mit Pablo Struff am Piano, Bassist Sebastian Claas und Schlagzeuger Jonas Sorgenfrei – überzeugte mit einem facettenreichen Auftritt. Besonders erfrischend wirkte Fernanda von Sachsen selbst, die das Publikum mit ihrer stimmlichen Vielseitigkeit und pointierten Performance in ihren Bann zog.
Dieser Award eröffnet weitreichende Perspektiven: Nach umjubelten Konzerten zieht es Ida Koch direkt ins Tonstudio, während Fernanda von Sachsen bereits an der Postproduktion ihres im Sommer aufgenommenen Albums arbeitet. Parallel dazu feilt Edi May unermüdlich an neuen Projekten. Für alle drei gilt es nun, die ungezähmte Energie ihrer Live-Auftritte einzufangen und die eigene musikalische Vision konsequent zu verwirklichen – ein entscheidender Schritt, um sich dauerhaft in der nationalen und internationalen Jazzszene zu etablieren. Wir blicken den kommenden Veröffentlichungen mit großer Vorfreude entgegen und sind gespannt auf die nächsten Live-Konzerte, mit denen diese Ausnahmetalente die Jazzwelt bereichern werden.
Text & Fotos : Thomas J. Krebs