Erklärung zur Gleichstellung von Frauen im Jazz ruft zur Mitzeichnung auf

Bassistin Kinga Glyk, fotografiert von Stefan Pieper

Anlässlich ihres 24. Jazzforums, das am 11. und 12. Oktober 2018 im Kulturzentrum Pavillon in Hannover stattfindet,  hat die Union Deutscher Jazz-Musiker/-innen gemeinsam mit zahlreichen Erstunterzeichner/-innen die „Gemeinsame Erklärung zur Gleichstellung von Frauen im Jazz“ veröffentlicht. Wie es in der vierseitigen Erklärung heißt, ist die Jazzszene Deutschlands „nach wie vor maßgeblich von Männern geprägt. Frauen machen laut der Jazzstudie 2016 nur ein Fünftel der Jazzmusiker/-innen in Deutschland aus.“ Obwohl mehr Mädchen als Jungen an Musikschulen Unterricht nehmen, finden weniger Frauen anschließend in Bands und Ensembles; auch bei weiterer Professionalisierung etwa als Dozent/in nimmt der Anteil der Frauen ab.


Um diese Umstände zu ändern, fordert die Erklärung für eine Gleichstellung der Frauen im Jazz nicht nur die Sensiblisierung für das Thema, sondern steht im Weiteren für eine geschlechtergerechte Sprache ein. Außerdem verlangt die Darlegung „eine geschlechterbewusste Unterrichtspädagogik in der musikalischen Bildung“ sowie Kopplung öffentlicher Geldmittel an eine angemesse Beteiligung von Frauen. Überdies sollen Frauen bewusst bei der Vergabe von Ämtern und Funktionär/-innentätigkeiten berücksichtig werden, wozu auf Quotenregelungen gedrängt wird.

Die von rund 80 Personen und Institutionen unterzeichnete Erklärung soll zum Abschluss des UDJ-Jazzforums am 12. Oktober 2018 im Zentrum stehen, wenn dann die Union Deutscher Jazzmusiker konkrete Maßnahmen der Musiker/-innenvertretung vorstellt. Unter anderem geht es dabei um die Zusammensetzung von Gremien, die Kriterien beim Deutschen Jazzpreis und das neue Programm der „UDJ-Vertrauenskollegin“. Auf einer anschließenden Podiumsdiskussion diskutieren Friederike Darius (WDR), Erhard Grundl MdB (Bündnis 90/Die Grünen), Helge Lindh MdB (SPD), Dr. Cornelie Kunkat (Deutscher Kulturrat) und Birgit Fritzen (bukof) zur „Chancengleichheit im Jazz“.

Auf dem Eröffnungspanel „Häuser machen Leute: Wie werden Orte für den Jazz zu Leuchttürmen?“ werden unterschiedliche Ansätze und Ideen für Jazzspielstätten wie das gemeinsame Konzept für ein „House of Jazz“ auf Bundesebene, das Vorhaben „House of Music“ in Hannover oder das „Zentrum für Jazz und aktuelle Musik“ in Köln erörtet. Die Union Deutscher Jazzmusiker/-innen wurde 1973 von renommierten Persönlichkeiten der deutschen Jazzszene ins Leben gerufen und versteht sich seither als Sprachrohr der Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker in Deutschland.

Titelbild: China Moses, fotografiert von Michael Scheiner
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