Lauschangriff auf Tom Reinbrecht

Saxophonist Tom Reinbrecht hat Silberhorns „Lauschangriff“ beantwortet… – Jazz ist für Tom Reinbrecht nicht nur Musik, Jazz ist ein Lebensgefühl: Zusammensitzen mit Freunden, ein paar Takte spielen und der Improvisation freien Lauf lassen. Reinbrecht liebt vor allem die besondere Stimmung zwischen den unterschiedlichen Klangkörpern und das gegenseitige Beflügeln beim Spiel. Reinbrechts Leidenschaft sind intime Duette, wenn sein Saxophon mit Klavier, Percussions, Gitarre oder Kontrabass eine Melodie entwickelt und sich die Stimmung im Publikum auf die Musiker überträgt. Dieses Zwiegespräch hat er auf seiner aktuellen CD „The Duo – We, the Night and the Music“ festgehalten. Auf der Live-CD spielt Tom Reinbrecht mit langjährigen Jazz-Weggefährten wie Chris Gall, Joe Kienemann, Stefan Noelle u.a.. Einer davon, Gitarrist und Sänger Paulo Alves begleitet ihn auch intensiver: Gemeinsam haben Sie das Projekt Chop Gelado ins Leben gerufen – indem sich die rauchige Stimme Paulo …

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Jazz war seine zweite Leidenschaft – Zum Tode von Roger Willemsen

Von Dietrich Schlegel. Die Literatur war die eine Leidenschaft des am vergangenen Sonntag am Krebs gestorbenen Autors, Fernseh-/Radio-Moderators und Filmemachers Roger Willemsen. Seine zweite war der Jazz. Sie kam aber in den vielen Nachrufen in den Medien eher zu kurz, wurde oft gar nicht einmal erwähnt. Zu vielfältig, fast unübersehbar war auch das Schaffen dieses ungewöhnlichen, auch ungewöhnlich kreativen Intellektuellen. Doch die Hingabe, mit der er sich der Musik im Allgemeinen und dem Jazz im Besonderen widmete, war beeindruckend. Er verfügte über fundierte Kenntnisse der Geschichte des Jazz, seiner Stilrichtungen und seiner Interpreten. Und er war – wie das Verve-Online-Magazin „Jazz Echo“ seinen Nachruf überschrieb – „ein Advokat des Jazz“, ein unermüdlicher Werber für die heiß geliebte Musik der Improvisation. In seine Fernseh-Talkrunden lud er nicht nur Jazzmusiker wie Herbie Hancock, Chick Corea oder Quincy Jones ein. Er gewann auch …

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Aus dem Bergwerk an die Spitze – Wolfgang Dauner zum Achtzigsten

Der 1935 in Stuttgart geborene und dort bis heute lebende und arbeitende Komponist und Musiker Wolfgang Dauner ist seit mehr als fünf Jahrzehnten ein Innovator für den Jazz aus Deutschland. Am 30.12. 2015 feiert der Jazzpianist seinen achtzigsten Geburtstag: Anlass für JazzZeitung.de die Laudatio zu publizieren, die JazzZeitungs-Chefredakteur Andreas Kolb am 21. November 2003 bei der Verleihung der „German Jazz Trophy – A Life for Jazz“ in Stuttgart hielt.   Lieber Wolfgang Dauner, sehr geehrte Damen und Herren, als Chefredakteur der Jazzzeitung begegne ich immer wieder jungen, begabten Musikern, die vor der Frage stehen: „Studiere ich Jazz? Werde ich Jazzmusiker? Oder soll ich nicht doch lieber einen bürgerlichen Beruf ergreifen?“ Mit einem Blick auf die Vita des heute hier Ausgezeichneten fällt mir eine Antwort da nicht schwer: „Mach‘ es einfach wie Wolfgang Dauner. Lebe deine Leidenschaft für den Jazz. Berührungsängste …

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Dombert’s Urban Jazz, unterwegs mit dem neuen Programm

Gitarrist Andreas Dombert tourte in den vergangenen Jahren mit Weltstars wie Larry Coryell, Philip Catherine, Ulf Wakenius oder Airto Moreira. Mit seiner Formation „Night of Jazz Guitars“ trat er bei hochkarätigen internationalen Festivals auf, als Kopf der Band „Dombert´s Urban Jazz“ experimentierte er mit Elektronik-Einflüssen und feilte an seiner ganz eigenen Klangästhetik. Am kommenden Mittwoch (4. 11.) gastieren Dombert und sein Urban Jazz-Projekt in seiner Wahlheimatstadt Regensburg mit einem brandneuen Programm. Ein Jahr lang feilte er in der Stadtkunst, einem Künstlerhaus am Stadtrand von Regensburg, zusammen mit dem Elektroniker Peter Sandner und dem Videokünstler Ralf Oberleitner an den neuen Stücken. Im Jazzclub Leerer Beutel in Regensburg erwartet die Besucher ein brandneues Programm, das gerade auf einer Tour durch Süddeutschland erprobt wird und gleichzeitig im Münchener Studio von Manfred Mildenberg aufgenommen wird. Die Premiere in der Münchner Unterfahrt ist gelungen, und mit …

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Abschied von der Škoda-Allstar-Band: Uli Beckerhoff blickt auf ein gelungenes Modell zur Förderung der Kultur zurück

Von Stefan Pieper – Zum letzten Mal geht ab dem 5. November die Škoda Allstar Band auf Tour. Danach zieht sich der Autokonzern endgültig aus dem Bereich des Jazz-Sponsoring zurück. Damit ist der hochkarätig besetzten Combo aus internationalen Jazzgrößen die Möglichkeit zur weiteren Existenz als tourneefreudige Liveband genommen. Ulrich Beckerhof, Gründer und langjähriger Leiter der Skoda Allstar Band blickt mit großer Dankbarkeit auf die gute Zusammenarbeit mit dem Sponsor zurück. Bei voller künstlerischer Souveränität hat Škoda dieser Band das lebenswichtige  Rückgrat gegeben. Beckerhoffs ernüchterndes Fazit beschreibt die heutige wirtschaftliche  Situation für die meisten Jazzmusiker und – bands: „Mit so einer großen Formation zu spielen, ist heutzutage auf der Live-Ebene nicht mehr finanzierbar. Ein Tourbetrieb in dieser Größenordnung ist nicht ohne einen Sponsor zu stemmen. Ich bin sehr dankbar, dass wir so lange von diesem Sponsor unterstützt worden sind.“ Durch das …

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Fesselnde Big-Band-Klänge – Caroline Thon und ihr Thoneline Orchestra

Von Dietrich Schlegel – Die künstlerischen Möglichkeiten der Großformationen im Jazz scheinen noch lange nicht ausgeschöpft. Überzeugende Beispiele liefern etwa Lars Seniuks New German Art Orchestra oder die Monika Roscher Big Band. Und nun erregt fünf Jahre nach ihrem Debüt mit „Panta Rhei“ (JazzZeitung 04/2011) die Kölner Saxophonistin, Komponistin und Bandleaderin Caroline Thon (48) mit ihrem Thoneline Orchestra erneut berechtigtes Aufsehen. Für die zweite CD mit ihrer Big Band unter dem aufs erste rätselhaften Titel „Black & White Swan“ hat sie sich bewusst Zeit gelassen, denn sie ist eine gründliche und selbstkritische Komponistin und Arrangeurin. Zudem ist das Thoneline Orchestra nicht ihr einziges, wenn wohl auch ihr ehrgeizigstes Projekt. Gerade erst hat sie mit ihrem Ensemble „Eurasians Unity“ beim TFF Rudolstadt, dem größten deutschen Festival für Roots, Folk und Weltmusik, den Weltmusikpreis RUTH 2015 für „Praktizierte Völkerfreundschaft auf hohem künstlerischen …

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Endlich ist er da – der Jazzclub Augsburg!

Einen eigenen Club betreiben und dem Jazz wieder einen festen Ort in Augsburg geben – das war eines der erklärten Ziele der Gründerinnen und Gründer – unter ihnen viele Musiker – die vor vier Jahren den jazzclub Augsburg e.V. aus der Taufe hoben. Nach vielen besichtigten Objekten, vor und nach deren Besuch sich Vorfreude und Enttäuschung die Waage hielten, ist der jazzclub nun endlich fündig geworden. Der neue Jazzclub liegt mitten in der Stadt, im Untergeschoß der Philippine-Welser-Str. 11, vielen noch als „Wunderbar“ bekannt. Künftig ist der Titel der Konzertreihe live at the jazzclub, die der Verein nun im 4. Jahr ausrichtet, also wörtlich zu nehmen! Am 22. September wird die lokale Szene den neuen Club mit der ersten auxburg jam session dieser Saison in Beschlag nehmen, und am Samstag, den 26. September, findet das offizielle Eröffnungskonzert mit dem Jacob …

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Oliver Korthals legt live im Radio auf

Der DJ, Moderator und Mojo Club-Mitbegründer Oliver Korthals legt im Radio auf Bei Freeform ist der Freigeist namensgebend. Weder stilistische noch rhythmische Grenzen engen das Programm ein, das wie ein DJ-Set konzipiert ist. Stattdessen wird der DJ, Moderator und Original Jazzrocker Oliver Korthals die Hörer formlos und unangepasst durch seinen ausgedehnten musikalischen Kosmos führen, dessen Zentrum der Jazz ist. Bonobo trifft Okay Temiz, Fat Freddy’s Drop treffen The Greg Foat Group und Azymuth treffen auf Mayer Hawthorne – um nur ein paar Namen zu nennen. Jede Sendung ist ein Unikat, keine wird gleich oder zu 100 Prozent nach einem Schema geformt sein. Freeform: The Mojo Radio Show startet läuft einmal im Monat freitags von 22:05 bis 23:00 Uhr auf NDR Info. Immer am Montag danach gibt es eine Wiederholung auf dem Digitalsender NDR Blue ab 23:05 Uhr. Premiere wird Freitag, der …

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Kollektivsound in den Armen der Krake – Christoph Irniger

Von Klaus Hübner –  5 Fragen an … Christoph Irniger:  Wenn Christoph Irniger, Raffaelle Bossard und Ziv Ravitz die Krake freilassen, greift ein komplexes, vielarmiges Konstrukt nach einer globalisierten Musik. Von der Schweiz aus nimmt der Sound Fahrt auf, schaut vielseitig interessiert in die Nebenlinien des Jazz und weicht auch Rock und Pop nicht aus dem Weg. JazzZeitung: Welchen konkreten Klängen sind Sie auf den Spuren des Oktopus begegnet? Es sind alles Melodien. Das Saxophon, der Kontrabass, das Schlagzeug und das, was der Zuhörer vielleicht automatisch ergänzt oder dazu denkt. Sie sind stark beeinflusst durch die Musik unserer Zeit (Pop, Rock) und natürlich des Jazz, welcher auch die Art und Weise, wie wir mit den Inhalten umgehen, prägt. Ich versuche, die Melodien so zu komponieren, das die Verantwortung für die Hauptmelodie nicht immer alleine beim Saxophon, die Verantwortung für den …

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Neues Gitarrenlehrwerk: ein Gespräch mit Peter Korbel

Mit „50 Songs nur mit Powerchords & Full Energy“ veröffentlicht Bosworth Music ein weiteres Lehrwerk für Gitarre aus der Feder von Peter Korbel. Zur Veröffentlichung hat Gerhard Zimmermann ein Interview mit dem Autor geführt. Viele Gitarrenlehrer werden Sie schon kennen oder haben vielleicht das Buch „E-Gitarre mit Rocko Buch“ von Ihnen im Regal. Über Ihre Anfänge ist eher wenig bekannt. Wie ging alles los und wie entstand die Idee ein Lehrwerk für Kinder zu verfassen? Die Idee zu dem Lehrwerk „E-Gitarre mit Rocko“ entstand schon um die Jahrtausendwende. Ich habe sehr eng mit den Kölner Grundschulen zusammengearbeitet und stellte damals die Gitarre und ihre Musik im Musikunterricht vor. Die schönsten Musikstücke auf einer klassischen Gitarre gespielt hatte die Schüler nicht besonders berührt. Doch als die elektrische Gitarre vorgestellt wurde, waren die Schüler hingerissen. Es war die Faszination der E-Gitarre selbst. …

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