News +++ Roscoe Mitchell +++ Jazz&Joy-Festival +++ Jazz-Pott 2016 Preisträger Jochen Rückert +++

+++ Roscoe Mitchell im Konzert +++ Am Freitag den 30.9.16 um 20.30 gibt der amerikanische Saxophonist Roscoe Mitchell ein Konzert in der Manufaktur Schorndorf. 1966 schuf Roscoe Mitchell mit seinem ersten Solo-Album „Sound“ ein Manifest der AACM-(Association fort he Advancement of Creative Musicians) Ästhetik. Stille und Pausen wurden plötzlich ebenso wichtig wie Töne und Klänge. Hier setzte jemand dem konventionellen Free Jazz-Ideal, einer riskanten Kakophonie das Konzept eines penibel organisierten Klangraums entgegen. Mit dieser musikalischen Vision sollte die Chicagoer AACM die Vorherrschaft von New York im Jazz nachhaltig in Frage stellen. Den Musikern ging es vor allem um Fragen einer homogenen Sound-Architektur. Von 1967 bis 1969 formierte Mitchell mit seinen Chicagoer Weggefährten Lester Bowie, Joseph Jarman und Malachi Favors das Roscoe Mitchell  das Art Ensemble of Chicago. Das Kollektiv trat in afrikanischen Gewändern und mit Gesichtsbemalung auf und emanzipierte die sog. „little instruments“ – kleine afrikanische Geräuscherzeuger – als vollwertige Musikinstrumente.   +++ Jazz, Jam und Rock beim Wormser „Jazz & Joy“-Festival +++ Die 26. Ausgabe des Wormser „Jazz & Joy“-Festival bietet vom 19. bis 21.8.16  auf 5 Open-Air-Bühnen um den historischen Wormser Kaiserdom Konzerte …

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Der „Jazz Pott“ 2016 geht an Jochen Rückert

Auch in diesem Herbst beginnt die „Jazz in Essen“-Saison mit der traditionellen „Jazz Pott“-Verleihung. Der diesjährige Preisträger ist einer der wenigen deutschen Musiker, die auch in der Jazzmetropole New York Fuß fassen konnten: der Schlagzeuger Jochen Rückert. 1975 in Düren bei Köln geboren, begann Rückert im Alter von sechs Jahren Schlagzeug zu spielen. Er studierte von 1993 bis 1995 an der Hochschule für Musik in Köln und zog direkt nach seinem Abschluss nach Brooklyn, wo er 1998 sein Debütalbum „Introduction“ mit Hayden Chisholm, Ben Monder, Kurt Rosenwinkel, Chris Potter und Johannes Weidenmüller veröffentlichte. 2000 erhielt er den Förderpreis für Musik des Landes Nordrhein-Westfalen. Bislang hat er an etwa 80 Alben mitgewirkt und unternahm Tourneen durch Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Australien. Er arbeitet(e) mit Bands und Musikern wie Marc Copland Trio, Nils Wogram’s Root 70, Kurt Rosenwinkel Group, Mark Turner Band sowie Chris Cheek, Jason Seizer, John Abercrombie, Kevin Hays, Madeleine Peyroux, Thomas Rückert, Tim Hagans und Sam Yahel. Außerdem leitet er selbst ein international besetztes Quartett aus Top-Musikern der New Yorker Szene. Mit ihnen realisiert er sein Ideal eines zeitgemäßen Jazz, der auch …

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Bundesbegegnung Jugend jazzt beendet – Bigbandpreis geht nach Niedersachsen

Die Bundesbegegnung Jugend jazzt 2016 ist beendet. Das seit dem 5. Mai laufende Event in Kempten im Allgäu ist am Sonntag nun zuende gegangen. Die Bigband des Gymnasiums Berenbostel unter der Leitung von Bodo Schmidt aus Niedersachsen ist laut Expertenjury das beste Jugendbigbandorchester Deutschlands. Aus den Landesvorentscheiden waren die folgenden Bigbands zur Bundesbegegnung Jugend jazzt nach Kempten entsandt worden: die Bigband des Kepler-Gymnasiums Freudenstadt(BW, Ltg: Christof Ruetz), des Gymnasiums Weilheim(BY, Ltg: Arthur Lehman), des Konservatoriums Cottbus(BB, Ltg: Frank Petzold), Think Big!(HH, Ltg: Sven Kagelmann), SchulJazzO Schlüchtern(HE, Ltg: Franz-Josef Schwade & Andreas Leibold), des Goethe-Gymnasium Schwerin – BAGGS(MV, Ltg: Michaela Geisler & Matthias Strauch), des Curuba Jazzorchesters(NW, Ltg: Elmar Frey & Michael Scheuermann), des Blueberry Jazzorchestras(RP, Ltg: Andreas Steffens), der Ricarda-Huch-Schule(SH, Ltg: Hans-Joachim Kempcke) sowie die freebirds bigband(TH, Ltg: Joseph Geyer). Unter der Leitung von Jörg Achim Keller präsentierte die NDR Bigband in Kempten ein Programm mit dem kubanischen Pianisten Omar Sosa. Folgende ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bundesbegegnung erhielten an diesem Abend die einmalige Gelegenheit, gemeinsam mit den Profis der NDR Bigband auf einer Bühne zu stehen: Steffen Langenmeyer (Klavier, Big Band des Kepler-Gymnasiums Freudenstadt, …

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Leidenschaftlich kreativ – schlecht bezahlt!

Neue jazzstudie2016 zeigt: Der Mut zur Improvisation wird mit nur 1.000 Euro monatlich belohnt Jazz leistet einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag in der Kunst sowie im Bereich der kulturellen Bildung und doch bleiben die Künstlerinnen und Künstler schmerzlich unterbezahlt. Ihr durch musikalische Arbeit erzieltes Jahreseinkommen liegt bei durchschnittlich 12.500 Euro. Erkenntnisse wie diese liefert jetzt eine großangelegte Studie, die erstmals empirische Daten zu der aktuellen Lebens- und Arbeitssituation professioneller Jazzmusikerinnen und -musiker verfügbar und für die breite Öffentlichkeit nachvollziehbar macht. Als Grundlage diente eine Online-Befragung mit über 2.000 Teilnehmern. Auftraggeber der von dem Kulturwissenschaftler Thomas Renz vom Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim verfassten Studie waren das Darmstädter Jazzinstitut, die Union Deutscher Jazzmusiker und die Interessengemeinschaft Jazz Berlin. Bei der Vorstellung der Studie in Berlin sah auch Siegmund Ehrmann, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag, Handlungsbedarf: „Mit der jazzstudie2016 liegen endlich belastbare Zahlen vor, auf die Kulturpolitik jetzt reagieren muss. Dabei sind die Erkenntnisse weit über die Jazzszene hinaus für viele frei arbeitende Kulturschaffende relevant.“ „Diesen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag zu unterstützen war mir ein besonderes Anliegen“, so Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters in …

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Präsentation der jazzstudie2016

Am 16. März 2016 sollen die Ergebnisse der jazzstudie2016 von Dr. Thomas Renz vom Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim in Berlin präsentiert werden. Die Studie liefert erstmals gesicherte Daten über die Rahmenbedingungen, unter denen Jazz und improvisierte Musik in Deutschland gegenwärtig geschaffen werden. Ende 2014 waren die Vorbereitungen der Studie gestartet, im April 2015 wurde das Projekt dann der Öffentlichkeit vorgestellt. Der von den Wissenschaftlern der Universität Hildesheim entwickelte Fragebogen wurde Anfang Juni unter der entsprechenden Domain für vier Wochen freigeschaltet. Parallel dazu wurden Jazzmusikerinnen und -musiker in verschiedenen Regionen der Bundesrepublik in qualitativen Interviews befragt, um Erkenntnisse zu vertiefen und die Interpretation der Ergebnisse zu erleichtern. Begleitend zur Auswertung half ein im September durchgeführtes Expertengespräch bei der Einordnung der Resultate und der Entwicklung politischer Handlungsempfehlungen. Darüber hinaus fand im Februar 2016 ein Gespräch mit Abgeordneten im Deutschen Bundestagstatt. Diese Studie dient damit zukünftig als fundierte Grundlage, den kulturpolitischen Handlungsbedarf im Bereich Jazzmusik zu diskutieren und konkrete Empfehlungen für eine bedarfsgerechte Politik in Bezug auf diese Kunstform zu entwickeln. Gefördert wurde die Studie durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) sowie die …

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WDR vergibt Preise für Jazz – nicht nur fürs Musikmachen

Text und Fotos von Stefan Pieper – Seit 2004 würdigt der WDR Jazzpreis alle Jahre wieder herausragende Leistungen rund um den Jazz in seinen vielfältigen Facetten. Die Preisverleihung alle Jahre wieder hat sich mittlerweile zu einem mehrtägigen Festival ausgeweitet, welches eben bewusst nicht in Köln, der Heimatstadt des WDR, sondern in verschiedenen anderen geeigneten Spielstätten in Nordrhein-Westfalen über die Bühne geht. Und da konnte der Sender in diesem Jahr auf das Münsteraner Theater als bewährten Jazz-Standort zurückgreifen. Erfahrene internationale Koryphäen begegnen hier relativ jungen Akteuren. Die Preise tragen verschiedenen Sparten und Disziplinen Rechnung und werden nicht nur fürs reine Musikmachen vergeben. Jazz als kulturelles Ganzes soll im Fokus stehen. Früh übt sich hier: Der Münsteraner Trompeter Christian Kappe hat die Jugendbigband UniJAZZity auf die Beine gestellt. Das jüngste Mitglied ist gerade einmal 11 Jahre alt. UniJaZZity als Bigband für den jungen Musikernachwuchs kommt immer noch ein gewisses Exotendasein zu. Dass junge Menschen im Schüler-Alter schon mit Leib und Seele Jazz spielen, beansprucht im weitgehend klassik-affinen Musikschulbetrieb immer noch einen gewisse Sonderstatus. Im Rampenlicht der Städtischen Bühnen agierte die Truppe unter Christian Kappes Leitung auf jeden …

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Der fünfte Kölner „Winterjazz“ – Ein Jubiläum

Von Dietrich Schlegel – Rechtfertigen fünf Jahre schon die stolze Selbstbelobigung „Jubiläum“? Im Falle des Kölner Festivals „Winterjazz“, das sein Programmheft mit dieser Headline schmückt, ist diese Frage uneingeschränkt zu bejahen. Denn über einen solch langen Zeitraum die jeweils erste Jazz-Großveranstaltung des neuen Jahres auf gleich hohem Niveau zu halten und ein nach hunderten zählendes Publikum zu erreichen, ist schon eine beachtliche Leistung. Das ist vor allem der quirligen Kölner Saxophonistin, Komponistin und Bandleaderin Angelika Niescier zu verdanken. Sie ist häufig in der New Yorker Jazzszene aktiv. Vom dortigen Winterjazzfest, das in diesem Jahr fast parallel zum zwölften Mal stattfand, war sie so beeindruckt, dass sie 2012 die Initiative zur Gründung eines ähnlichen Festivals in ihrer Heimatstadt ergriff und auch gleich die künstlerische Leitung übernahm. Auch in diesem Jahr war ihr wieder ein Programm mit 50 Musikerinnen und Musikern für 19 Konzerte auf fünf Bühnen gelungen. Und wieder war die ganze Bandbreite von modernem Mainstream bis zur experimentellen Grenzüberschreitung vertreten. Den Mittelpunkt des Konzertgeschehens bildete wie gewohnt der Kölner Stadtgarten mit seinen drei Bühnen. Zwei weitere Spielstätten befanden sich in zwei Lokalen quer über die …

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Dieser Applaus ist Geld wert

Am gestrigen Abend zeichnete Kulturstaatsministerin Monika Grütters zum dritten Mal herausragende Livemusikprogramme mit dem sogenannten Spielstättenprogrammpreis der Initiative Musik aus. Dieser firmiert erstmals unter dem neuen Namen APPLAUS – ein Kürzel für ‚Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten‘. Mit der Verleihung des bundesweiten Preises sind Förderungen in Höhe von 905.000 Euro verbunden. Die Veranstaltung fand dieses Jahr in Kooperation mit dem Kulturreferat München sowie dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie in der Münchener Muffathalle statt. „What’s a Muffat“ – diese Frage stellte sich der eine oder andere auswärtige Künstler beim Rundgang und Empfang durch das Muffatwerk, einem ehemaligen Wasserwerk am Isarufer. Georg Muffat – diese kleine Abschweifung muss sein – war ein Komponist und Organist des Barock und wirkte unter anderem im nahegelegenen Passau am Hof des Bischofs Johann Philipp von Lamberg als Kapellmeister und Hofmeister der Edelknaben als Kapellmeister. Damals war man noch am Hofe angestellt, heute ist man unabhängig und schlank im Budget. Zahlreiche Spielstätten, das wurde bei den Laudationes der Moderatorin Nina Sonneberg immer wieder deutlich, sind ohne Ehrenamt und Selbstausbeutung nicht denkbar. Der APPLAUS 2015 zeichnete 64 herausragende …

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Forschungsstudie Jazz in NRW: Es geht um die Selbstvermarktung

Jazz in NRW ist alles andere als eine „Randerscheinung“, sondern eine vielfältige und lebendige kulturelle Praxis. Diese Einsicht teilt auch das Wirtschaftsministerium, wenn es den Verein nrwjazz bei einer Forschungsstudie zur Jazz-Szene in Nordrhein-Westfalen unterstützt. Wie ist es um die kreativwirtschaftliche Verwertungskette zwischen Anbietern (=Musiker) und Publikum sowie den ganzen Multiplikatoren (=Konzertveranstalter, Ausbildungsstätten, Medien) bestellt. Und vor allem: Was lässt sich innerhalb dieser stark ausdifferenzierten Szene verbessern? Um hier neue Erkenntnisse zu gewinnen, hat der durchführende Verein nrwjazz für seine Forschungsstudie viele konkrete Fragen formuliert: Welche Kommunikation betreiben Musiker, um sich selbst zu vermarkten? Über welche Medien informieren sich Konzertbesucher? Wie bekannt sind überhaupt NRWs Musiker beim Publikum? Halten Jazzmusiker eine Mindestgage für notwendig? Sind Konzertveranstalter in der Lage, Mindestgagen zu bezahlen? Vermitteln Hochschulen genug Kompetenzen, um als freiberuflicher Künstler zu (über-)leben? Diese und viele weitere Fragen sind Bausteine für einen breit angelegten empirisch-quantitativen Forschungsteil (Fragebogenaktionen), außerdem werden aufschlussreiche Statements in qualitativen Interviews bei den relevanten Personengruppen gesammelt. In jedem Fall hat der neutrale Blick auf das große Ganze Priorität. Die Erhebung des Materials ist schon im Gange. Viel positive Resonanz erfahren die Publikumsbefragungen bei …

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Fesselnde Big-Band-Klänge – Caroline Thon und ihr Thoneline Orchestra

Von Dietrich Schlegel – Die künstlerischen Möglichkeiten der Großformationen im Jazz scheinen noch lange nicht ausgeschöpft. Überzeugende Beispiele liefern etwa Lars Seniuks New German Art Orchestra oder die Monika Roscher Big Band. Und nun erregt fünf Jahre nach ihrem Debüt mit „Panta Rhei“ (JazzZeitung 04/2011) die Kölner Saxophonistin, Komponistin und Bandleaderin Caroline Thon (48) mit ihrem Thoneline Orchestra erneut berechtigtes Aufsehen. Für die zweite CD mit ihrer Big Band unter dem aufs erste rätselhaften Titel „Black & White Swan“ hat sie sich bewusst Zeit gelassen, denn sie ist eine gründliche und selbstkritische Komponistin und Arrangeurin. Zudem ist das Thoneline Orchestra nicht ihr einziges, wenn wohl auch ihr ehrgeizigstes Projekt. Gerade erst hat sie mit ihrem Ensemble „Eurasians Unity“ beim TFF Rudolstadt, dem größten deutschen Festival für Roots, Folk und Weltmusik, den Weltmusikpreis RUTH 2015 für „Praktizierte Völkerfreundschaft auf hohem künstlerischen Niveau“ erhalten. Diese bemerkenswerte Band, ursprünglich als Festivalprojekt von „Women in Jazz“ entstanden, vermittelt „Jazz aus der eurasischen Mitte“. Sie besteht – mit Ausnahme des aus Polen stammenden Schlagzeugers und des deutschen Bassisten – aus Musikerinnen aus Bulgarien, Libanon, Iran, Usbekistan und Deutschland. Caroline Thon …

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