Montreux Jazz Festival 2016 – das halbe Jahrhundert

Text und Fotos von Ralf Dombrowski – 50 Jahre, ein stolzes Alter: im Sommer 1967 brachte Claude Nobs, gelernter Koch und begeisterter Musikfan, in seiner Heimatstadt Montreux ein Festival auf den Weg. Dem an zunehmender Bedeutungslosigkeit leidenden, wenn auch einst strahlenden Kurbad am Genfer See passierte damit ein Glücksgriff, der ihm zu neuer Größe verhalf. Denn jener Visionär, der am 4. Februar 80 Jahre alt geworden wäre, baute das Montreux Jazz Festival nicht nur zu einem der wichtigsten sommerlichen Musiktreffpunkte in Europa, sondern auch zu einem der am besten dokumentierten Verstaltungsreihen der Konzertwelt auf. Es gibt also etwas zu feiern in diesem Sommer. Zwar schweigt sich die Programmleitung des Festivals bis April über das kommende Line-Up aus. Trotzdem aber wurde schon einmal zum Stelldichein in das Chalet Nobs hoch über dem Genfer See geladen. Denn erstens wurde das Jubiläums-Plakat vorgestellt, für das der Waadtländer Künstler Giovanni Riva das Logo des Festivals mit Details der vorangegangenen 49.Ausgaben hinterlegte. Am Berg wurde dafür eigens eine leuchtende Skulptur mit den Schriftzug aufgestellt, das von der anwesenden Medienwelt auch ausgiebig abgelichtet wurde. Weit spannender aber waren zweitens zwei andere …

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+++ News +++ Konzertvorschau +++ Oberthulba +++ Weidener Jazzherbst +++

PIANO BÜHNE KLEINHENZ +++ Freitag 23. Oktober 2015,  um 20 Uhr: Harry Ahamer & Band aus Wien – „Ko ma scho was song?“ -Mundart Funk , Blues, Soul , Jazz! Als Integrationsfigur, Szenemittelpunkt oder Katalysator bezeichnet man Vollblutmusiker wie Harry Ahamer gerne, die nicht nur vom Publikum, sondern ganz besonders auch von den Kolleginnen geschätzt werden – aufgrund der Hingabe zur Musik und einer großen Begabung, die über das Alltägliche hinausweist. Geschenkte Inspiration, von wo auch immer,  und klangliche Umsetzung des nicht zu Versprachlichenden sind die Stichworte jener besonderen Kunst, die über das Handwerk hinausgeht – interessanterweise oft von Autodidakten.  So auch bei Harry Ahamer, geboren 1964 in Vöcklabruck (oö). Statt einer Uhr gibt es eine Gitarre zur Firmung, der weitere Weg ist somit vorgezeichnet. Dieser dann oft per Autostop zurückgelegt, und als handliches Instrument für beengte Fahrstunden die Bluesharp erlernt, der Gesang kommt mit der Zeit dazu. Musik am Lagerfeuer schult dabei die Praxis und gibt einen entwicklungstechnisch wichtigen Experimentierrahmen ab. Viele Bands versichern sich in weiterer Folge der vielseitigen Musikalität des aufstrebenden Gitarristen und Sängers, eigene Ensembles entstehen: City blues band, Million Dollar …

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Zweite Ausgabe der Montreux Jazz Academy vom 5. bis 11. Oktober 2015

Anlässlich der zweiten Ausgabe vom 5.-11. Oktober 2015 sind bei der Montreux Jazz Academy zehn junge Musiker aus der ganzen Welt zu Gast.  Yaron Herman, Al Jarreau, Ziv Ravitz, Nils Petter Molvær, Kurt Rosenwinkel und Joe Sanders werden als Mentoren anwesend sein. Das Publikum kann dabei täglich und kostenlos von Workshops und Jam-Sessions profitieren.Die Academy will Karrieresprungbrett sein und- sieht sich als Plattform für musikalische und kulturelle Begegnungen in einem intimen Rahmen. Sie steht für intensives Spielen und den Austausch von Wissen zwischen mehreren Musikergenerationen.   Zwei Konzerte unter der Direktion von Yaron Herman finden am 8. Oktober 2015 ganz im Herzen der Residenz – also dort, wo die Talente arbeiten – statt: Im Centre Musical Sylvia Waddilove in Villeneuve. Die MJAF gibt dem Publikum die Möglichkeit, sich noch öfter an diesen Ort musikalischen Schaffens – ins Centre Musical Sylvia Waddilove – zu begeben. Jeden Abend um 17.00 Uhr werden öffentliche und kostenlose Workshops angeboten, wo Mentoren wie Al Jarreau oder Nils Petter Molvær, aber auch externen Referenten wie dem englischen Komponisten der Filmmusik John Altman freie Hand gelassen wird. Eine etwas andere Art, die Künstler …

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Lorenz Kellhuber in Regensburg 2014. Foto: Hufner

Lorenz Kellhuber gewinnt Piano Solo Competition des Montreux Jazz Festival

Lorenz Kellhuber konnte am Dienstag als erster Deutscher die Piano Solo Competition des Montreux Jazz Festival für sich entscheiden. Er setzte sich im Finale gegen acht weitere junge Talente aus der ganzen Welt durch. Zwei Tage zuvor spielte er noch beim Bayerischen Jazzweekend in Regensburg im Tobias-Meinhart-Quintett sowie der abendlichen Jamsession im Andreas-Stadl. Erstmals erreichten nicht nur drei, sondern insgesamt neun Musiker das Finale. Der Gewinner des ersten Preises der Parmigiani Montreux Jazz Solo Piano Competition erhält 10.000 Schweizer Franken, eine in Fleurier hergestellte Schweizer Uhr der Marke Parmigiani im Wert von 14.500 CHF (limitierte Auflage), ein Zertifikat sowie eine 4-tägige Aufnahme-Session im Balik Farm Studio inmitten der atemberaubenden Landschaft der Schweizer Toggenburg-Region. Ein kleiner Zusammenschnitt mit Interview des Künstlers im Nachgang zur Preisverleihung. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren PS: Von Lorenz Kellhuber gibt es eine noch aktuelle Aufnahme mit seinem Trio bei Blackbird Music. Konzertbesprechung und CD-Hinweis bei nmz.de

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Jazz Sommer im Bayerischen Hof – mit Verlosung: gewinnen Sie eine Übernachtung!

Von Oliver Hochkeppel. Man kann es Innegrit Volkhardt, der Chefin des Hotels Bayerischer Hof, und ihrer Programm-Macherin Katarina Ehmki nicht hoch genug anrechnen, dass sie das einzige kontinuierliche Jazzfestival Münchens stemmen. Doch war der ohne einen Cent Subventionen in Eigenregie veranstaltete „Jazz Sommer“ beim Spagat zwischen Zug- und Aussagekraft zuletzt im Bewährten erstarrt. Entsprechende Mahnungen scheint man sich zu Herzen genommen zu haben, denn das  Programm für die nächste Ausgabe vom 16. bis 20. Juli liest sich vielversprechend. Den Auftakt bestreitet Gitarrengott Al Di Meola, der zwar auf den ersten Blick auch ein alter Recke ist, aber nach einer persönlichen Krise wieder die Kurve bekommen hat: Sein aktuelles Beatles-Programm ist durchaus innovativ, alleine schon durch das Arrangement mit sechs Streichern neben der Rhythmusgruppe. Auch die portugiesische Vokal-Akrobatin Maria João ist mit ihren aktuellen Weltmusik-Interpretationen auf der Höhe der Zeit – ihr letztes München-Gasstpiel war noch ein Unterfahrt-Special. Als traditionelle Anlaufstelle der Münchner Salsa-Gemeinde muss der Bayerische Hof beim Jazz Sommer den Latin Jazz in Ehren halten. Für die große Sause am Donnerstag, 17. Juli, im Festsaal hat man diesmal Oscar D‘Léon verpflichtet, den mehrfachen Grammy-Gewinner …

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Monster Montreux

„Jazz“ ist ein schönes Wort. Sanft im Anklang, mit offenem Vokal in der Mitte und einem langen, weichen Zischen am Ende. Das Wort ist so schön, dass es gerne als Name für ganz unterschiedliche Dinge hergenommen wird. Für einen japanischen Kleinwagen zum Beispiel. Oder für ein französisches Herrenparfum. Für eine kanadische Fluglinie. Und sogar für einen leckeren neuseeländischen Apfel. Niemand aber würde im Ernst erwarten, dass aufgrund des bedeutungsvollen Namens irgendetwas Jazziges in diesen Dingen steckt. Weder geht ein Honda mit besonders viel Swing in die Kurve noch schätzt man bei Air Canada Jazz die Improvisation im Flugplan. Auch in der Schweiz mag man den Namen „Jazz“. Da gibt es zum Beispiel das Montreux Jazz Festival – und auch da sollte niemand den Namen überbewerten. Dieses Jahr präsentiert Montreux zum Beispiel Arcade Fire, Aloe Blacc, Deep Purple, Guano Apes, Ricky Martin, Milow, Mogwai, Paolo Nutini, Seal, Paul Simon und Sting. „Jazz“ ist ein schönes Wort – so schön, dass es gerne als Name für ganz unterschiedliche Dinge hergenommen wird. Warum nicht für ein Pop-Festival?

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R.I.P. Gary Moore

Gary Moore ist tot. Der nordirische Gitarrist ist im Alter von 58 Jahren im Urlaub im spanischen Estepona gestorben. Bisher ist nicht mehr über die Todesursache bekannt. Mann, was haben wir nicht alle dieses Riff von Still got the Blues geübt – die Kunst dabei war, nicht zu klingen wie eine singende Säge, aber auch nicht zu triefen wie ein Schwamm. Besser als Gary Moore hat es meines Wissens keiner hinbekommen. Lasset uns in memoriam ein paar von seinen Songs anhören. Nicht nur den einen … von dem wir zumindest glauben, dass er wirklich vom Mann mit der wenig kleidsamen Matte ist … Songauswahl: Still got the Blues – Live in Montreux ’90 Walking By Myself – Live Parisienne Walkways – Live Oh Pretty Woman The Boys are back in Town – Live schlechtes Bild und schlechter Ton, sollte man aber mal gesehen haben: The Thrill is Gone (mit B.B. King – Live) …und es gibt Hoffnung, dass andere kommen werden, die sein Werk fortführen… http://www.youtube.com/watch?v=Unq7I5It0Jk&feature=related Weitere Links: http://www.gary-moore.com/ (derzeit offline) http://de.wikipedia.org/wiki/Gary_Moore Spiegel-Artikel zum Plagiatsurteil von 2008

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