Die Geschichte des Jazz in Deutschland: Wolfram Knauers Buch „Play yourself, man!“

Leute lest – wenn nicht jetzt, wann dann!? Und da darf es in Zeiten von Corona, Ausgangsbeschränkungen und Kulturstillstand auch gern mal etwas Anspruchsvolles sein! Was für die Bildung tun, für den Background. Da kommt Wolfram Knauers „Play yourself, man!“ – Die Geschichte des Jazz in Deutschland genau richtig. Viel gibt es bis dato über den Jazz in Deutschland nicht wirklich zu lesen. Die Zeit des deutschen Jazz in den sechziger bis 80zigern wurde von Ekkehard Jost vor gut dreißig Jahren in seinem Buch Europas Jazz 1960-80 immerhin auf knapp 160 Seiten (wenn man das Kapitel über den Jazz in der Deutschen Demokratischen Republik mit dazu nimmt) beleuchtet und analysiert. Was bisher fehlte ist ein kompletter Abriss des Jazz in Deutschland von seinen Anfängen bis ins 21. Jahrhundert. Auf gut 500 Seiten behandelt Wolfram Knauer, Leiter und Direktor des Darmstädter Jazzinstituts, in seinem bei Reclam erschienen Buch den Jazz in Deutschland von seinen Ursprüngen bis zur Gegenwart in elf ausführlichen, klar gegliederten Kapiteln. Was auf den ersten Blick und dem Umfang des Buches geschuldet einen eher trockenen, anstrengenden Lesestoff vermuten lässt, entpuppt sich bereits nach …

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Jazz und Kultur in der Wikipedia.

Gehört der Jazz zu Deutschland?

Die Frage ist natürlich etwas provozierend gestellt. Ein bisschen anbiedernd an den kulturkritischen Zeitgeist auch. Eigentlich ist es sogar eine dumme Frage, die man gar nicht beantworten mag, wenn man noch ganz bei Trost ist. Weder in die eine noch die andere Richtung. Denn: Es gibt natürlich Jazz in Deutschland, man muss nicht allein die Tatsachen aufzählen, dass es Jazzmusikerinnen gibt, Jazzfestivals, JazzZeitschriften oder -Zeitungen, Jazzsendungen im Radio, Jazzausbildungen an Musikschulen und Musikhochschulen, Musikclubs und Plattenlabels, die mit Jazz handeln. Der Jazz ist präsent. Warum ich die Frage dennoch stelle? All die genannten Jazzpräsenzen könnten wirken als ein durch und durch abgeschlossener Bereich, in dem alles klar ist, der außerhalb dieses Bereiches aber nur wenig Wahrnehmung erfährt. Darin steht der Jazz nicht allein. Das kann man von zahlreichen Kulturbereichen ähnlich sagen. Jazz und Wikipedia Unter einem speziellen Blickwinkel unterscheidet sich aber der Jazz in Deutschland von anderen Musikgenres. In dem kleinen Bereich der allgemein lexikalischen Durchdringung. Es geht also um eine Art lexikalischen Jazzexport über Wikipedia. Schaut man beispielsweise danach wieweit Jazz in Wikipedia-Artikeln zum Thema „deutsche Kultur“ (englisch, deutsch, italienisch, türkisch) thematisiert wird, ist …

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