Setzt Maßstäbe: Ottobrunner Jazzfest 2018

Im Rahmen des 2. Ottobrunner Jazzfests spielte ein ungemein spannendes Quartett auf und zog das Publikum mit einem komplett improvisierten Programm in seinen Bann. Die Perkussionistin Marilyn Mazur, Gitarrentüftler Eivind Aarset, Nils Petter Molvaer an der Trompete und Jang Bang mit Live-Samples bewiesen eindrucksvoll, dass ein Zusammenspiel im Quartett auch ohne Absprachen, Kompositionen oder Jazz-Standards funktioniert, wenn man auf den anderen hört, dessen Ideen aufnimmt und dabei gleichzeitig alles im Fluss bleibt. Natürlich braucht auch so eine Entwicklung Zeit. Viele Konzerte, Produktionen und gemeinsame Erfahrungen verbinden diese vier Ausnahmemusiker, die klanglich immer wieder aus dem Vollen schöpfen und damit neue Wege gehen. Der Konzertsaal im Ottobrunner Wolf-Ferrari- Haus mit seiner wunderbaren Akustik war wie geschaffen für dieses wunderbare Klangabenteuer. Thomas J. Krebs hat mit seiner Kamera fesselnde Momente des Abends eingefangen. Fotos & Text: Thomas J. Krebs

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Zwei Stunden nach dem WM-Aus: Jason Seizer in der nächsten Runde mit Cinema Paradiso

Zwei Stunden nach dem WM Debakel der deutschen Fußball Nationalmannschaft war der Kummer vergessen, als im Studio 2 des Bayerischen Rundfunks die ersten Töne des Saxophonisten Jason Seizer mit seinem Quartett Cinema Paradiso erklangen. Mit von der Partie der wunderbare Pianist Pablo Held, kraftvoll am Bass Jonas Westergaard und mit viel Fingerspitzengefühl der unglaubliche Schlagzeuger Fabian Arends. Wunderbare Klänge, die in eine andere Welt entführten. Dabei wurden, neben Filmmelodien aus dem Programm der CD Cinema Paradiso, auch brandneue Stücke gespielt, die hoffentlich ihren Weg auf das neue Album finden werden, das die Formation gerade plant. Für alle, die den Abend in Ausschnitten noch einmal nachhören wollen: Sendetermin auf BR Klassik am 06.07. um 23:05h in der „Jazztime“. Text & Fotos: TJ Krebs

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Fotovernissage „JAZZ – live, keys & sticks“ in Augsburg

Während des 26. Augsburger Jazzsommer 2018 findet eine Ausstellung des Fotografen Thomas J. Krebs in den Räumlichkeiten der Deutschen Rentenversicherung Schwaben in der Dieselstraße 9 in Augsburg statt. Unter dem Titel „JAZZ ̶  live, keys & sticks“ lädt Krebs am Montag, den 9. Juli 2018, um 18 Uhr, zur Vernissage ein. Musikalisch wird der Abend von Jan Kiesewetter und dem Tilman Herpichböhm Duo gestaltet. Die Begrüßung wird Bernd Schön, Erster Direktor und Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Schwaben, übernehmen. Ralf Dombrowski, seines Zeichen Musikjournalist und Fotograf, errzählt die Geschichten zu den Fotos von Thomas J. Krebs. Im Folgenden eine kleine Auswahl an Fotos von Thomas J. Krebs aus den zahlreichen Konzertberichten und Fotogalerien auf www.jazzzeitung.de

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Standing Ovations im Münchner Prinzregentheater für das Michael Wollny Trio

Michael Wollny ist aktuell unglaublich umtriebig und mischt die Szene richtig auf.  Zeitgleich mit zwei neuen CDs am Start „Oslo“ und Wartburg“, ist er begleitend dazu mit seinem Trio auf Tour. Nach Bonn, London, Berlin, dem Elbjazz-Festival, auf dem er als Artist in Residence mehrere Konzerte in unterschiedlichen Besetzungen spielte, und Bayreuth, stand für das Trio endlich wieder einmal München auf dem Tourplan. Zur bayerischen Metropole hat Michael Wollny ein ganz besonderes Verhältnis: Act Label, Anfänge im Jazzclub Unterfahrt, das Münchner Publikum; last not least ist mittlerweile auch das Prinzregententheater für die Band ein „coming home again“ mit bewegenden Erinnerungen und vor allem guten Vibes. Das Trio betrat die Bühne sichtlich entspannt und gut gelaunt. Mit leichtem, federnden Gang ging Wollny ans Piano, griff gleich in die Vollen und mit Christian Weber am Bass und dem Schlagzeuger Eric Schaefer spielte die Band ein langes, sehr persönlich gestaltetes, durchgehendes Set, was der Dramaturgie des Abends sehr gut tat. Alte und neue Stücke wurden präsentiert: Angefangen bei „Interludium“ von Paul Hindemith über „Big Louise“ von Scott Walker bis hin zu eigenen Kompositionen wie „Der Wanderer“ oder das …

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Jazzland Norwegen: Eindrücke vom Nutshell Festival und Nettjazz Festival

Es hat mehrere Gründe, dass die Jazzwelt die norwegischen Künstler gut kennt. Dazu gehören auf der einen Seite natürlich Kreativität, Originalität, spielerisches Können. Auf der anderen Seite aber lassen sich Institutionen wie Music Norway oder das West Norway Jazz Centre nicht lumpen und veranstalten umfangreiche Events mit internationalen Gästen, die die Künstler aus dem eigenen Land auf besonders nachdrückliche Weise vorstellen. Es ist einfach etwas anderes, wenn man, wie im vergangenen Jahr, Trygve Seim sein Solo-Saxofon am Bug eines Wikinger-Bootes spielen hört, während das Gefährt gerade einen Fjord entlang schippert. Oder wenn Erland Dahlen, wie in diesem Jahr, sein Schlagzeug vor dem pittoresk verzierten Chor der Vangskyrkja Kirche trommelt. Oder wenn das Indie-Jazz-Quartett Rune Your Day seine karg-energischen Klangräume bei einer Garden Party mit Blick auf den malerischen See von Voss entfaltet. Das Auge hört mit, das Gehirn kodiert angenehme Stimmungen mit der musikalischen Erfahrung, und die Offenheit wächst, sich mit ausgerechnet dieser Spielart des europäischen Jazz zu beschäftigen. Das kann es nicht alleine sein, aber es ist eindeutig ein spannenderes Gesamtpaket, als eine CD aus dem Posterumschlag zu holen. Außerdem zeugt es von einer …

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Keeping a Tradition: Joshua Redman mit neuer CD „Still Dreaming“

Joshua Redmans neue CD „Still Dreaming“ ist alles anderes als eine nostalgische Hommage oder gar Reminiszens an das „Old and New Dreams“ Quartett seines Vaters. In den siebziger Jahren stand diese Formation um den Saxophonisten und Joshuas Vater Dewey Redman gemeinsam mit Trompeter Don Cherry, Charlie Haden am Bass und Drummer Ed Blackwell für eine konsequente Fortführung des modernen Jazz-Geistes, der sich, ganz im Geiste ihres Weggefährten Ornette Coleman, in den frühen sechziger Jahren manifestierte. „Old And New Dreams“ – das waren ungestüme, kollektive Improvisationen die seinerzeit zelebriert wurden, das Ausleben musikalischer Freiheiten, energiegeladen, erdig, immer humorvoll mit musikalischem Schalk im Nacken und im weitesten Sinn bereits ein „Tribute to Ornette Coleman“. Der Einfluss dieses Quartetts hat natürlich seine Spuren bei Joshua Redman hinterlassen. Nun war die Zeit reif, aus seiner Begeisterung für „Old And New Dreams“ etwas Neues zu schaffen: ohne nostalgisches Pathos – höchstens als Verbeugung vor seinem Vater… „Still Dreaming“! Mit Ron Miles hat Joshua Redman einen Trompeter gefunden, der, von Don Cherrys Spielweise beeinflusst, eine eigene Sprache auf seinem Instrument entwickelt hat. Scott Colley studierte in jungen Jahren selbst bei Charlie …

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Vincent Peirani in Hamburg – Birth of a Trio

Anfang April fand im Rolf-Liebemann-Studio des NDR im Rahmen der Jazzkonzerte die Geburtsstunde eines besonderen Trios statt. Fern eines „klassischen“ Trios mit Schlagzeug und Bass stellte sich Vincent Peirani mit dem italienischen Gitarristen Federico Casagrande und Ziv Ravitz an den Drums ein ganz besonderes Trio zusammen. Ein „Herzenswunsch“, den sich der 1980 in Nizza geborene Ausnahmemusiker Peirani damit erfüllte. Sowohl Ravitz als auch Casagrande sind langjährige Freunde wie Weggefährten von ihm, und so verwunderte es auch nicht, dass die Vibes bereits nach den ersten Tönen auf das Publikum übersprangen. Jenseits von Stilgrenzen musizierte das Trio konzentriert, hoch inspiriert und teilte ihre musikalisch dargebotenen Geschichten mit den Zuhörern. Text & Fotos: Thomas J. Krebs

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BartolomeyBittmann als Band Nummer 6 beim BMW Welt Jazz Award 2018

Das letzte Konzert des diesjährigen BMW Welt Jazz Awards „JAZZ MOVES“ bestritt das Duo BartolomeyBittmann. Cellist Matthias Bartolomey und Geiger und Gitarrist Klemens Bittmann griffen schwer und traumwandlerisch sicher in die Saiten ihrer jahrhundertealten Instrumente, einem David Tecchler Cello aus dem Jahr 1727 sowie einer Antonius Thir Violine von 1766. Ähnlich virtuos wie seine Geige beherrschte Bittmann das Spiel auf einer sogenannten Mandola,  2004 speziell für ihn angefertigt von dem Instrumentenbauer Markus Kirschmayr. Kompromisslos spielten sie, was das Zeug hielt –  eng aufeinander abgestimmt, miteinander verwoben, betont lustvoll und mit immensem Drive. Das Duo begeisterte sowohl mit fetzigen als auch ruhigen Kompositionen – faszinierend anzusehen, wie die beiden Musiker aufeinander eingingen und im gemeinsamen Spiel aufeinander reagierten und agierten. Man darf nun gespannt sein, wen die Jury für das Finale nominieren wird, und wie das Publikum für seinen Preis abstimmen wird. Fotos & Text: Thomas J. Krebs  

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Beady Belle und Beate S. Lech bei der jüngsten Matinee in der BMW Welt

Das vorletzte Konzert des diesjährigen BMW Welt Jazz Award bestritt Beate Lech mit  ihrem Sextett Beady Belle mit quirligen Grooves, intelligenten Texten und jeder Menge Soul. Ob NuJazz, Popmucke, Folksequenzen oder mit Elektro-Elementen gespickten Moves, sie spielte sich von der ersten Nummer an in die Herzen des Publikums und ließ die Füße mehr als wippen. Großes Entertainment ohne verkopfte Songs, aber mit enormem Tiefgang! Fotos  Teil I & Text: Thomas J. Krebs Fotos Teil II: Die zweite Fotogalerie stammt aus der Nikon von Susanne van Loon. Sie hatte sich, vor die Wahl gestellt, zu tanzen oder zu fotografieren, dann doch für Zweiteres entschieden. Doch die Moves und Grooves von Beady Belle werden in ihren Bildern beinahe wieder hör- und fühlbar. Als letzter Mitbewerber um den BMW Welt Jazz Award 2018 wird am 22. April 2018 das Duo „BartolomeyBittmann progressive strings Vienna“ sein konzertantes Statement abgeben. Das Finale  findet dann am 9. Juni im Audiotorium der BMW Welt statt.

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Marcela Arroyo zu Gast beim BMW Welt Jazz Award mit den Tangomoods von Puerta Sur

Das aus Zürich kommende Trio Puerta Sur gastierte am vergangenen Sonntag beim BMW Welt Jazz Award mit seinen Tangomoods und verzauberte das Publikum mit leisen, nachdenklichen Klängen auf musikalisch höchstem Niveau. Mit Daniel Schläppi am Bass und dem Violinisten Andreas Engler hat die Sängerin Marcela Arroyo die perfekten Begleiter für ihr Projekt gefunden. Die Musik bewegte zwar, der Jazz jedoch kam bei der kunstvollen Fusion aus Tango, Klassik und Chanson deutlich zu kurz. Die Fotografen Thomas J. Krebs (Fotos unten) und Susanne van Loon (Fotos oben) sahen Marcela Arroyo und ihre Mitstreiter aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Gemeinsam ist ihren Bildern die Faszination durch Arroyos Theatralik und Bühnenpräsenz im winterlichen Morgenlicht des BMW Welt Doppelkegels.

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