An überraschenden Orten durch die verbindende Sprache der Musik ein intensives soziales Miteinander zu erzeugen – darum ging es auch im weiteren Verlauf des Alto Adige Jazzfestival 2025. In Bunkersystemen und einem ehemaligen Gefängnishof, in zwei Bergstollen hoch oben in unwirtlicher Umgebung, aber auch in alten Gasthäusern und in einer Schnapsbrennerei. Und ja – dieser Zustand des Reisens im Rahmen eines Festivalprogramms verdichtete das Kernanliegen, um das es geht. Frei improvisierte Klänge aus Saxofonen wurden zum Bestandteil einer Sound-Archäologie, in einem 1943 von der Wehrmacht errichteten Bunkersystem am Rande von Bozen. Dan Kinzelman und die argentinische Saxophonistin Camila Nebbia verwandelten die unterirdische Anlage in einen Resonanzraum für eine besondere „Unterweltprozession“ mit dem Publikum. Werbung Zwei Saxophone addierten sich in der zerklüfteten Akustik dieses Gewölbes zu einer symbolträchtigen Sound-Skulptur. Meditierende, beschwörende, klagende, manchmal zärtliche Lautäußerungen dialogisierten vielschichtig zwischen metallischen Obertönen, Atemzüge produzierten Echos, die sich in den Gängen verloren und wiederfanden. Schließlich begaben sich Camila Nebbia und Dan Kinzelman noch in einen kleinen „See“ am Ende der Höhle hinein – das hätte auch in eine Wagner-Inszenierung hineingepasst. Bei all dem geht es beim Südtirol Jazzfestival Alto …
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