Tag der offenen Tür: Münchner Berufsfachschule für Rock, Pop und Jazz stellt sich vor

Mit seinen Berufsfachschulen für Musik geht das Bundesland Bayern einen Sonderweg im staatlichen Bildungssystem. Am 25. Januar 2020 zeigt der Neue Jazzschool München e.V. bei seinem Tag der offenen Tür von 11 bis 14 Uhr, was Auszubildende bei diesem Schultyp erwartet. Interessierte Instrumentalisten und Sänger können sich bis 10. Januar 2020 für ein kurzes Probe-Vorspiel oder -Vorsingen bei Lehrkräften seiner staatlich anerkannten Berufsfachschule für Rock, Pop und Jazz anmelden. Die restlichen Programmpunkte stehen ohne Voranmeldung zum kennen lernen offen. Besucher können Schülerbands bei der Arbeit im Fach Ensemblespiel erleben. Dozenten wie der Saxofonist Alexander von Hagke, der mit Martin Grubingers Projekt „The Percussive Planet“ auf internationalen Bühnen zu Hause ist, oder Andreas Keller, aktueller Schlagzeuger der bayerischen Rock-Band „Spider Murphy Gang“, stellen ihren Unterricht im instrumentalen und vokalen Hauptfach vor. Komponist und Produzent Friedemann von Rechenberg zeigt, welche digitalen Werkzeuge in den Fächern Recording und elektronische Musikproduktion während der Ausbildung zum Einsatz kommen. Zudem gewährt er einen Blick ins schuleigene Tonstudio. Ein Info-Punkt steht für allgemeine Fragen zu Anmeldeverfahren, Voraussetzungen, berufliche Chancen sowie zur Finanzierung der Ausbildung zur Verfügung: Was ist der Unterschied zu einem …

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+++ news +++ Jahrespreis der DSK für Emile Parisien Quartet +++ Jazzkonzerte in Northeim/Göttingen +++ Konzertfinale Junger Münchner Jazzpreis 2019 +++

+++ Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik für Emile Parisien Quartet „Double Screening“ +++ Die Jury des wichtigsten deutschen Musik-Kritikerpreises hat „Double Screening“ des französischen Saxofonisten Emile Parisien unter die elf besten Alben des Jahres 2019 gewählt. Überreicht wurde die Auszeichnung am 28.10. auf Schloss Elmau von Jurymitglied und Musikjournalist Ralf Dombrowski. Zur Begründung heißt es: „Der französische Saxophonist Émile Parisien, Jahrgang 1982, zählt zu den Glücksfällen des europäischen Jazz. Seine Musik fährt in die Beine, ohne das Hirn zu vernachlässigen, sie liebt die dichte Struktur, aber auch griffige Pointen, und besitzt Witz im doppelten Sinn. Außerdem klingt sie stets nach ihrem Verfasser, obwohl dieser den Jazz aus einer Vielzahl verschiedener Quellen schöpft. Ja, das Émile Parisien Quartet tönt selbst dann noch unangestrengt und homogen, wenn es einen Spagat zwischen Free Jazz und der reduzierten Avantgardesprache eines Anton Webern vollzieht. Mit dem Album „Double Screening“ gelingt darüber hinaus ein weiteres Kunststück: Geschildert werden die Überforderungen des digitalen Zeitalters mit rein akustischen Mitteln. Parisiens Musik verlangt nach einer heiß umkämpften Ressource namens Aufmerksamkeit – belohnt dafür aber reichlich.“ (Für den Jahresausschuss: Christoph Irrgeher). Mehr zum Preis auf www.schallplattenkritik.de . Emile Parisien ist …

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Das 30. Jazzfest der Jazzmusiker-Initiative München – erste Halbzeit

Das 30. Jazzfest der Jazzmusiker-Initiative München JIM begann mit zwei Konzerten  in der Black Box im Kulturzentrum Gasteig. Dort ist es durch die Unterstützung des Kulturreferats der Stadt München seit einigen Jahren zu Hause. Begonnen hat es 1990 als 5-tägige Selbstdarstellung und Werbeveranstaltung der Münchener Jazzszene. Aus ihr gründete sich im Jahr darauf JIM e. V. als Selbsthilfeorganisation und Veranstalter des Festivals. Im Zirkuszelt im Olympiapark, wo das Jazzfest manchmal fast im Schlamm versank, war es 5 Jahre beheimatet. Danach tingelte es durch die halbe Stadt und erschloss dem Jazz vorübergehend die verschiedensten Spielorte. Einige der Musiker der vier Bands, die das Festival 2019 eröffneten, waren auch schon in den Anfangsjahren dabei. Schließlich wollten und wollen sich die Jazzmusiker mit ihrer Initiative zusätzliche Auftrittsmöglichkeiten verschaffen, wenn diese auch bei weitem nicht den Vereinsmitgliedern und längst auch nicht mehr nur Münchener Musikern vorbehalten sind. Diese standen und stehen aber beim Jubiläum eindeutig im Fokus. Zum Auftakt präsentierten drei Bands ihre bei ENJA Records erschienen Alben: Matthias Gmelin mit „Vibes Waltz“ (CD 9764) rhythmusbetonten Modern Jazz in Oktett-Besetzung mit Tim Collins, Jason Seizer, Diony Varìas Astudillo, Peter …

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„Progressive Chamber Music Festival“ im Münchner Milla Club

Zum zweiten Mal findet das „Progressive Chamber Music Festival“ in München statt. Veranstaltungsort ist der Live-Club „Milla“ im Glockenbachviertel. An zwei Abenden im November (06. und 07., Beginn jeweils 20.00 Uhr) gibt es insgesamt acht Konzerte im abwechslungsreichen Short-Cut-Format. Jedes Konzert dauert nicht länger als  eine Dreiviertelstunde – jeweils dazwischen und danach erklingt Musik von DJs. Initiator und Gründer dieses bikontinentalen, jährlichen Festivals, das 2016 in New York City gegründet wurde und seit 2018 auch im Münchener Milla Club über die Bühne geht, ist das Sirius Quartet. Die Macher des Festivals hier in München sind die beiden Komponisten und Musiker Gregor Huebner und Gerd Baumann. Kooperationspartner des „Progressive Chamber Music Festival“ ist die Hochschule für Musik und Theater München. November 2019 Das Programm des ersten Abends (06.11., 20.00 Uhr) beginnt mit MUNICH OPERA HORNS/PENTANEMOS BLÄSERQUINTETT. Nach ihnen folgt TETRA BRASS, ein einmaliges Blechbläserensemble, welches sich auf die Entdeckung, Aufführung und Erweiterung der Quartettliteratur für Blechbläser spezialisiert hat. Das dritte Ensemble des Abends ist PARADE + SIRIUS QUARTET. PARADE, das sind Maria Moling (Me & Marie, Ganes) am Schlagzeug, Sam Hylton (ark noir) am Piano und …

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Nils Petter Molvaer solo beim Münsterland-Festival

(Text und Fotos: Stefan Pieper) Nils Petter Molvaer ganz allein auf einer Bühne: Das ein ganz anderes Hörerlebnis als seine energetischen Band-Auftritte – und mutete in der Dorstener Galerie Traumfänger doch extrem vertraut an! Denn auf den Trompeter und Klangforscher aus Norwegen war bei einer Kooperation zwischen der Fine-Art-Jazz-Konzertreihe und dem Münsterland-Festival Verlass. So wie der späte Miles Davis seinen Sound bevorzugt mit dem Dämpfer manipulierte, so geht Molvaers frei atmendes, aufs hypnotische Wesentliche konzentrierte Trompetenspiel in unermesslichen elektronischen Welten auf. Und wie etwa Jon Hassell solche Klangwelten mit fernöstlicher Spiritualität auflud, so kreiert Molvaer hier seine eigene Diktion als musikalischer Reisender – eine große Rolle spielte über viele Jahre die Club – und DJ-Musik, aktuell haben es ihm vor allem Einflüsse aus Nordafrika. „Ich lasse mich stark von der weiten norwegischen Landschaft inspirieren, aber ich schöpfe auch aus einem multikulturellen Ort wie Berlin viel kreative Energie“, sollte er dann später auch im Gespräch bekunden. Molvaer schöpft aus all dem eine mächtige, eigene Diktion und rückt den etwa 250 auch teilweise von weither angereisten musikbegeisterten Menschen in der weitläufigen Industriehalle betörend nah. Oft mit einer …

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+++News: +++Wormser Jazzpreis 2019 für den Saxophonisten Fabian Schöne+++Jazzfest München feiert 30-jähriges Jubiläum+++

Wormser Jazzpreis 2019 Der Wormser Jazzpreis geht in diesem Jahr an den Mannheimer Saxophonisten Fabian Schöne. Der Musiker erhält den mit 5.000 Euro dotierten Preis für sein „versiertes, gereiftes Saxophonspiel und seine kompositorischen Fähigkeiten“, begründet die Jury ihre Entscheidung. Der 32-Jährige habe in den vergangenen Jahren nicht nur als Sideman für andere Künstler, sondern auch als Leader seines eigenen Quartetts die Jazzszene regional- und bundesweit bereits entscheidend geprägt, teilt der BlueNite-Vorsitzende Volker Wengert stellvertretend für die Jury weiter mit. Fabian Schöne, 1987 in Flensburg geboren, studierte Jazz- und Popularmusik an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim. Bereits während seines Studiums entfaltete er eine rege Konzerttätigkeit und war seitdem mit verschiedenen Ensembles, beispielsweise dem Little Vintage Orchestra, auf vielen Konzertbühnen und Festivals im In- und Ausland zu hören. Fabian Schöne wurde im Laufe seiner Karriere bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, so wurde er beispielsweise 2014 „Grand-Price Winner“ beim internationalen Jazz-Wettbewerb in Bukarest als Mitglied der Band „The Windwalkers“. Seit 2015 ist der Wahl-Mannheimer Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Die Musikhochschule Mannheim wählte Schöne, um sie beim von Dave Liebman geleiteten Meeting der …

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Ein Werwolf tanzt den Rap

Im Jazzclub Leerer Beutel in Regensburg bekommt die portugiesische Sängerin Maria João im Duo mit João Farinha frenetischen Applaus.           Singen? Klar, singen kann sie auch, die Portugiesin mit der Mehroktavenstimme – und wie! Was sie aber sonst noch alles mit ihrer Stimme, der Zunge, den Lippen und mit dem Mundraum macht, geht – um es mit einem vertrauten Bild zu beschreiben – auf keine Kuhhaut. Maria João gurrt, schreit, gurgelt, sie piepst und kickst, lässt die Stimmbänder flattern und fügt alles zu einer vibrierenden Klangcollage, einem rauschhaften musikalischen Erlebnis allerersten Güte zusammen. Nach Jahren der Absenz erlebten die Besucher des Jazzclubs im gut gefüllten Leeren Beutel die Vokalkünstlerin mit Kompositionen und Stücken aus ihren letzten beiden Alben.  „Plastico“ ist in Quintettbesetzung mit Ogre entstanden und von Joãos Begleiter, dem Komponisten João Farinha am Flügel, diversen Keyboards und Synthesizern für das intimere Duo neu und schlüssig arrangiert worden. Häufig spielt der Sound eine wesentlich stärkere Rolle, als herkömmliche musikalische Parameter. Eektronische Grooves ersetzen Schlagzeug und teilweise Bass, während Farinha die stimmlichen Eskapaden Maria Joãos klangmalerisch unterstreicht, kontrastiert oder auch mal herausfordert. Wechselt er bei ruhigeren, …

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Chico Freeman’s „Exotica“ eröffnet das Herbstprogramm „New York im Bayerischen Hof“

Im Rahmen der Konzertreihe „New York im Bayerischen Hof“, die mittlerweile seit mehr als fünfundzwanzig Jahren (!) im Nightclub des legendären Münchner Hotels stattfindet, eröffnete Chico Freeman’s Formation „Exotica“ das diesjährige Herbstprogramm. Ein gelungener Auftakt letzte Woche, den Chico Freeman gemeinsam mit Heiri Känzig am Bass und dem Ausnahmepercussionisten Reto Weber präsentierte. Die drei Musiker, unbestritten allesamt Meister ihres Fachs, begeisterten das Publikum mit ihren Kompositionen, vielfältigen Klangfarben, differenzierten Rhythmen und wunderbaren Improvisationen. Seit Jahrzehnten geben sich internationale Stars, Größen der JAZZ- & LATIN-Szene die Klinke des traditionellen Nachtclubs in die Hand und auch dieser Herbst verspricht erneut musikalisch abwechslungsreiche und spannende Gigs! So wird am 21.10. erst einmal der legendäre Jethro Tull Gitarrist Martin Barre mit seiner Band den Nightclub rocken. Es folgt John Scofield im Duo mit Jon Cleary am 11.11. und als weiteres Jazz-Highlight am 19.11. Ron Carter‘s „Foursight“  Quartett (!), mit Renee Rosnes, Jimmy Greene und Payton Crossley. Am 26.11. gibt sich das Brooklyn Funk Ensemble wieder einmal die Ehre und wird den Club in gewohnter Weise in eine Jazz-, Funk- & Groove-Sauna verwandeln. Am Tag darauf, dem 27.11., wird Pianist …

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Brian Auger feat. Liliana de los Reyes spielte im Berli-Theater in Hürth.

Brian Auger ist eine lebende Legende. Im stolzen Alter von 80 Jahren geht der Brite, der viel jünger aussieht, als er ist, immer noch mit seinem Bandprojekt «Oblivion Express» auf Tour und ist ständig als musikalischer Botschafter des Jazz-Rocks unterwegs. Selten kommt er dabei aber seinen Fans so nahe wie am 1. Oktober, als er vor restlos ausverkauftem Haus im Hürther Berli-Theater zu Gast war – und das gleich im mehrfachen Sinn, denn der Jazzclub Hürth bot in Kooperation mit dem Berli nicht nur ein Konzert, sondern einen ganzen Brian-Auger-Abend mit Dokumentation und Publikumsgespräch. Dokumentation und Publikumsgespräch Zum Auftakt zeigte das nostalgische Berli-Kino, das technisch auf aktuellstem Stand ist, den von Michael Maschke produzierten Film «Brian Auger – Life on Tour». Aus der Perspektive des Regisseurs, der Brian Auger seit vier Jahrzehnten persönlich kennt, begleitete das Publikum den legendären Hammond-Organisten auf seinen Tournee-Reisen: Von der Arena di Verona, wo er mit Zucchero 2018 spielte, bis hin zu Auftritten in kleineren Sälen in Städten wie Pforzheim oder Ellwangen. Anhand von historischen Filmdokumenten führte Maschke die Zuschauer auch zurück in die umtriebigen Sechzigerjahre, als Auger mit Musikern …

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+++ news +++ Roger Jannotta & Thorsten Klentze CD-Präsentation in Gilching und München ++++++ Kenny Wayne Shepherd – Kris Barras – Eamonn McCormack bei den „Jazztagen Leverkusen“ +++

+++    ROGER JANNOTTA & THORSTEN KLENTZE PROJECT – CD PRÄSENTATION +++ Das, von Roger Jannotta und Thorsten Klentze initiierte Ensemble folgt nicht den gewohnten Klischees: “Band begleitet Sängerin“. – Vielmehr finden sich hier 6 gleichberechtigte Partner, die es verstehen, mit einschmeichelnden Melodien zu verzaubern, aber auch solistisch gerne mal verrückte Dinge ausprobieren. So entstehen vielschichtige Klangbilder über den Kompositionen der beiden Bandleader. Der US Amerikaner Roger Jannotta arbeitete in seiner langjährigen Karriere mit Carla Bley, Michael Mantler, Steve Swallow, Tom van der Geld zusammen. Als Theatermusiker komponierte er viele Jahre für die Münchner Kammerspiele unter Dieter Dorn. Seit 2007 leitet er das „Passau Jazz Orchester“. Er arrangierte für die Bigband des Hessischen Rundfunks und die Münchner Bigband „Blechschaden“. Der aus Hamburg stammende Gitarrist Thorsten Klentze kooperierte mit der Saxophon-Legende Charlie Mariano und dem Vibraphonisten David Friedman. Seine ausgefallenen Formationen sind das Fenster für seine kompositorischen Arbeiten und die Quelle seiner Inspiration. Zahlreiche Konzerte und 12 CDs dokumentieren seinen kompositorischen Weg. Natalie Elwood ist ein “Rising Star“ der europäischen Jazz-Szene. Ihre klangvolle Stimme setzt sie auch instrumental ein und hinterlässt dabei unvergessliche Gefühlsspuren in ihren  zauberhaften Improvisationen. Neben ihren eigenen Projekten ist sie eine gefragte Stimme der Münchner Szene. 2018 …

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