Das Internationale Feringa Jazzfestival im Rückblick

Jede Menge los in München und Umgebung. Helene Fischer in der Allianz Arena, Sommerfestival im Olympiapark und das Endspiel der Fussball-Weltmeisterschaft … bei dem Programm des Internationalen Feringa Jazzfestival in Unterföhring gab es an diesem Wochenende für die Jazzfans keine Entscheidungsnöte. Der Jazz wurde gefeiert! Das Herrliche ist im Bürgerhaus Unterföhring vor allem das einladende Ambiente und die relaxte Atmosphäre.

Werbung

Als Festivalopener gab sich dieses Jahr Kenny Garrett mit seinem Quintett die Ehre und veranstaltete ein Jazzfeuerwerk vom Feinsten. Seine Beats sind live, gespickt mit herrlich inspirierten Soli, im Gegensatz zu seinem aktuellen Albums „Sounds From The Ancestors“, durchaus eingängig und danceable, was sich gegen Ende seines Auftritts widerspiegelte. Der ausverkaufte Saal tanzte, gute Vibes überall. Die Band mit Percussion Legende Rudy Bird, Keith Brown, Jeremiah Edwards und Michael Ode, bestens eingespielt, waren so gut gelaunt, dass sie nach der Zugabe, nachdem nur noch eine Handvoll Zuschauer im Saal waren, kurzfristig noch eine Jam-Session auf der Bühne einlegten. That’s Jazz!

Werbung

Aufregendes Quintett

Am zweiten Abend dann die grandiose Vibraphonistin Sasha Berliner mit einem aufregenden Quintett: Pablo Held am Flügel, dem Saxophonisten Seamus Blake, Simon Jermyn am Bass und Schlagzeuger Anthony Fung. Sie schaffte es mühelos Legenden wie Bobby Hutcherson oder Gary Burton zu zitieren und dabei gleichzeitig unverwechselbar Sasha Berliner zu sein. Sie ist längst kein Rising Star mehr, vielmehr Mallet-Meisterin! Ihre musikalische Strahlkraft sorgte an dem Abend für komplexen Jazz mit Popanklängen, die sie mit treibenden Rhythmen, beseelten Improvisationen und gleichzeitig poetischen Momenten verband.

Cyrille Aimée ist eine Vokal-Institution für sich. Am vorletzten Abend präsentierte sie ihr aktuelles Programm „À Fleur de Peau“ und begeistere das Publikum. Aus Turner Laytons Ballade „After You’ve Gone“ machte sie kurzerhand eine Scat-Swing-Manouche Nummer die zündete. Ein Raunen ging durch die Menge bei „What A Difference A Day Made“. Die Kraft der Liebe, so der Songtext, beschreibt wie ein einziger Tag ausreicht, um das Leben eines Menschen von Trauer und Einsamkeit in pures Glück und Romantik zu verwandeln. Gänsehaut pur dabei während des Solo von Gitarrist Michael Valeanu. Zum Schluss durfte als Zugabe natürlich ihre feinfühlige, rhythmisch geprägte Version von „La Vie En Rose“ nicht fehlen. Damit war der Abend perfekt.

Spannender Abschluss

Den Abschluss des Festivals bestritt der rumänische Kaval Spieler und Komponist Zhivko Vasilev. Ein spannender Abend, der die ZuhörerInnen in die Gefilde bulgarischer Folklore entführte. Seine musikalischen Wurzeln mündeten in einem ausgewogenen Sound aus Improvisation und zündenden Balkan-Grooves zusammen mit dem slowenischen Duo Harmelogic (Kris Korat am Piano und Schlagzeuger Damir Mazrek). Gegen Ende des Abends gesellte sich noch Rayna Vasileva dazu und verzauberte mit Ihrer einzigartigen Stimme, die mit traditionellen folkloristischen Elementen, rhythmisch betont, das dynamische Klangbild der Band abrundete.

Was hat das diesjährige Feringa Jazzfestival geprägt? Ein abwechslungsreiches Programm mit Headlinern, die das Publikum begeisterten und musikalisch abholten. Ein dankbares, interessiertes und konzentriertes Publikum, das die Abende entspannt genossen hat. So etwas funktioniert nur mit einem eingespielten Team. Sei es die Organisation im Hintergrund, das Booking ein spannendes Programm zusammen zu stellen und all die helfenden Kräfte und MitarbeiterInnen, angefangen von Bühnen- & Soundtechnikern, Vorverkauf, Garderobe & Einlasskräften. Alle waren mit guter Laune dabei und sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Eine sehr persönliche, fast familiäre Atmosphäre mit guten Gesprächen und Begegnungen zeichnete das Festival auch dieses Jahr wieder aus. Nach diesen wunderbaren Abenden freuen wir uns auf ein spannendes Feringa Jazzfestival im nächsten Jahr.

Text & Fotos: Thomas J. Krebs

Der tägliche
JazzZeitung.de-Newsletter!

Tragen Sie sich ein, um täglich per Mail über Neuigkeiten von JazzZeitung.de informiert zu sein.

DSGVO-Abfrage 

Wir senden keinen Spam! Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.