Karibische Note: Das Amaka Trio feat. Terrence Ngassa spielte im Jazzkeller Hürth

Die Sängerin Amaka und Terrence Ngassa. Foto: Harald Haenßgen
Die Sängerin Amaka und Terrence Ngassa. Foto: Harald Haenßgen

Am Wochenende wartete der Jazzclub Hürth wieder einmal mit einem besonderen Leckerbissen für die Jazzfreunde der Region auf. Das Amaka Trio feat. Terrence Ngassa spielte im Jazzkeller in der Hermülheimer Straße. Dem Hürther Publikum ist die in Heidelberg geborene Sängerin Amaka bestens von zahlreichen Auftritten bekannt. Entsprechend viele Jazzfans waren erschienen, um sich von Amaka (Gesang), Hans-Günther Adam (Piano mit Fußbass) und Hajo Hök (Perkussion) verzaubern zu lassen. Als besonderen Gast hatten die Musiker erneut den aus Kamerun stammenden Trompeter Terrence Ngassa mit nach Hürth gebracht.


Amaka, die ihre Bühnenpräsenz mit eleganten Bewegungen und humorvollen Kommentaren unterstreicht, nahm die Zuhörer mit auf eine magische Reise von Brasilien über die Metropolen des Jazz bis nach Nigeria, wo sich die Wurzeln der Sängerin befinden. Nicht nur in einer Nummer wie «Sawale» (Cardinal Rex Lawson) entfachte Amaka zusammen mit Terrence Ngassa immer wieder afrikanische Glut. Auch in anderen, teilweise selbstgeschriebenen Kompositionen beschwor die Sängerin, die sich in renommierten Londoner Clubs einen Namen gemacht hat und seit einigen Jahren wieder in ihrer deutschen Heimat lebt, afrikanische Rhythmen, Harmonien und Themen.

Einen wichtigen Standpfeiler des Programms bildeten Standards aus Jazz und Blues wie «Love for Sale» (Cole Porter) oder Nat King Coles «Nature Boy», das im furiosen Spiel von Hans-Günther Adam, den kraftvollen Solopassagen von Terrence Ngassa und dem sinnlichen Rhythmus von Hajo Hök eine unverkennbar karibische Note erhielt. Einer der vielen Höhepunkte des Abends war Bruno Martinos Klassiker «Estate», den auch schon João Gilberto zu einer unsterblichen Bossa-Nova-Version verarbeitet hat. Amakas Zugang war deutlich von dieser Fassung beeinflusst, hatte jedoch einen kräftigen Schuss Blues zu bieten.

Oft wird Amaka mit Ella Fitzgerald und Sarah Vaughan verglichen. Tatsächlich sind beide Vergleiche treffend, Amakas Timbre hat aber auch merkliche Ähnlichkeit mit einer anderen Diva des Jazz: Billie Holiday. Während Holiday aber in ihren Songs tief in die Abgründe der Seele hinabstieg, klingt Amaka lebensbejahender und optimistischer als ihre amerikanische Kollegin. Das mag daran liegen, dass Musik für Amaka auch eine therapeutische Funktion hat, wie die Sängerin zwischenzeitlich lachend verriet.

Das Amaka Trio hatte während des dreistündigen Programms zusammen mit Terrence Ngassa sichtlich Spaß. Die Musiker agierten als eingespieltes Team und ließen sich gegenseitig genügend Raum, um auch solistisch zu glänzen. Hans-Günther Adam zeigte sich als vielseitiger Tastenkünstler und entfaltete an Keyboard und Fußbass unterschiedlichste Klangwelten. An der Percussion legte Hajo Hök gekonnt das rhythmische Fundament des Abends. Terrence Ngassa sorgte mit seinen phantasievollen und kraftvollen Interventionen an der Trompete für eine ganz eigene Note und wurde auch zu fortgeschrittener Stunde ausgiebig beklatscht.

Nach dem Konzert war sich Günter Reiners, Vorsitzender des Jazzclubs Hürth, sicher: „Dieser Abend geht in die Geschichte des Jazzclubs ein. Deswegen haben wir das Amaka Trio auch bereits für das kommende Jahr eingeladen.“ Zu den nächsten Glanzpunkten der diesjährigen Saison zählen Red Onion Hot Jazz am 18. März im Jazzkeller und The Blue Motion Trio feat. Joscho Stephan am 23. März in der Gelben Villa in Hürth. Jazzfans sollten sich diese Termine unbedingt vormerken.

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