Die Postmoderne unter Druck. Foto: Hufner
Die Postmoderne unter Druck. Foto: Hufner

Die „Aufmessers Schneide“-Radiowoche vom 15.06.26 bis 21.06.26

Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1.

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Aktuell bekommen wir Informationen von SWR Kultur, Ö1 und in Sachen Neue Musik von BR-KLASSIK und ebenfalls Ö1.

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Senderliste:



Internet:


  • Schweden: P2 sendet immer Dienstags von 21:00 bis 22:00 und Sonntags von 18:40 bis 20:00 ein Jazzkonzert
  • Ungarn: Bartok Radio sendet täglich von 23:00 bis 23:55 eine Jazzsendung

mo – 15.06.2026


17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Astrid Schwarz und Rainer Elstner.

19:30:00 +++ Ö1
Sängerin Katharina Hohenberger und ihre Band Wiener Brut mit Yasmo beim Schrammelklang-Festival 2025 in Litschau

Das Schrammelklang-Festival in Litschau startet heuer am 10. Juli und wartet erneut mit interessanten Brückenschlägen im Programm auf. So auch letztes Jahr: Am 12. Juli 2025 fanden sich im Herrenseetheater in Litschau erstmals Rapperin Yasmo und Sängerin und Violinistin Katharina Hohenberger mit ihrer Band Wiener Brut auf einer Bühne wieder. Politisch aufgeladene Rhymes trafen Wienerlied, musikalisch unterfüttert von Johannes Münzner (Gesang, Akkordeon), Bernhard Osanna (Kontrabass) und Jürgen Groiss (Schlagzeug). Wobei sich feministische Botschaften durch die Lieder beider Vokalistinnen zogen. Ein vom Publikum mit viel Applaus aufgenommenes Konzert in Litschau!

22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
ARD Jazz. Spotlight: Von Cherokee zu Witchi-Tai-To – Indigene Amerikaner im Jazz

Von Odilo Clausnitzer. Viele Jazzgrößen zählen Native Americans zu ihren Vorfahren. Aber erst in den 1960er Jahren hat sich der Saxofonist Jim Pepper mit seinem Hit Witchi-Tai-To an eine Fusion von indigenem Gesang und Jazz gewagt. Heute verbinden vor allem zwei indigene US-Künstlerinnen die Musik der Ureinwohner mit zeitgenössischem Jazz. Die Sängerin Julia Keefe bezieht sich mit ihrer „Indigenous Big Band“ auf Traditionen von Kanada bis Südamerika. Die Bassistin Mali Obomsawin, eine Abenaki, bindet überlieferte Gesänge ihrer Vorfahren in einen Kontext von improvisierter Musik ein.

23:03:00 +++ Ö1
Jörg Piringer im Zeit-Ton Portrait – Im Grenzland zwischen Musik und Sprache mit Jörg Piringer

Als „sound visual interactive electronic poetry“ beschreibt Jörg Piringer seine künstlerische Arbeit. Seit über 30 Jahren bereits forscht Piringer an der Schnittstelle von Musik und Sprache und nutzt dafür eine breite Palette an Instrumenten und Ausdrucksformen, von elektronischer Musik und Klanginstallationen über Radiokunst bis hin zu selbst entwickelten Poesie Apps. Und so erwartet die Besucher:innen von Jörg Piringers Website statt der klassischen Biographie ein kleines Vorstellungsvideo. „Ich strebe danach Problemfelder im Kontinuum zwischen Text, Schrift, Laut, Form und Inhalt zu erschließen“, hört man den Künstler darin sagen, während zu elektronischen Klängen Buchstaben über den Bildschirm rattern, die sich immer wieder zu konkreten Formen verdichten, bevor sie im nächsten Moment auch schon wieder auseinanderfallen.

2025 ist Piringers fünftes Solo-Album „resample“ erschienen, das 40 Stücke aus 30 Jahren „sample sound poetry“ versammelt. Als Klangmaterial dienten editierte politische Reden, Werbung, Aufnahmen diverser Fernseh- und Radiosendungen, „obskure“ Platten und anderes gefundenes Sprachmaterial. Die Stücke auf „resample“ stellen „die Illusion des genialen Künstlers“ in Frage, steht im begleitenden Text zu lesen. Und weiters: „In einer Gesellschaft, in der selbst Autogeräusche einem Sounddesign-Prozess entspringen und Popmusik zu Umweltlärm wird, scheint es nur natürlich, auch in der Poesie auf mediale Sprachklänge zurückzugreifen – eine Entwicklung, die in der Musik längst gängig ist: Künstler/Poeten als Verarbeiter und Recycler.“

Aber auch die Arbeit im Kollektiv nimmt einen wichtigen Platz im künstlerischen Schaffen Jörg Piringers ein. So ist er etwa Mitglied des Ersten Wiener Gemüseorchesters und des Instituts für transakustische Forschung. Im Vorfeld zur Premiere seines neuesten Hörstückes „verbrenner“ in der Ö1 Sendereihe „Blaue Stunde“ am 29. Juni widmen wir Jörg Piringer ein Zeit-Ton Portrait. Gestaltung: Susanna Niedermayr


di – 16.06.2026


17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen.

20:03 bis 22:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Interpretationen im Vergleich: Die „Tageszeiten“-Sinfonien von Joseph Haydn

Die drei sogenannten „Tageszeiten-Sinfonien“ (Nr. 6, 7 und 8) von Joseph Haydn entstanden um 1761, kurz nach seinem Eintritt in die Dienste des Fürsten Nikolaus I. Esterházy. Sie gehören zu Haydns frühen Sinfonien und tragen die programmatischen Titel „Le matin“ (Der Morgen), „Le midi“ (Der Mittag) und „Le soir“ (Der Abend). Zusammen bilden sie den musikalischen Verlauf eines Tages. Was die Sinfonien so besonders macht, sind sowohl Naturstimmungen wie Sonnenaufgang oder Gewitter als auch die spielerische Virtuosität, die sich immer wieder in solistischen Einlagen zeigt. Dazu kommt der geradezu überfließende musikalische Charme dieser Werke. Die drei Sinfonien sind frühe Beispiele für Haydns Fähigkeit, außermusikalische Ideen (Tageszeiten, Naturstimmungen) in die sinfonische Form zu integrieren. Gleichzeitig zeigen sie seinen experimentellen Umgang mit Orchesterfarben – ein Spiegel seiner Situation am Esterházy-Hof, wo der Komponist die vorhandenen Musiker gezielt präsentieren konnte. Eine innovative sinfonische und konzertante Trilogie. BR Klassik vergleicht Interpretationen von Neville Marriner bis La Petite Bande. Eine Sendung von Robert Jungwirth

23:03:00 +++ Ö1
Dunkle Töne mit dem ensemble xxi. jahrhundert – Uraufführungen von Jana Kmiťová und Petra Stump-Linshalm sowie Christian Ofenbauers “fancies (fancy-papers)” von 1997.

„Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten“, gibt Bert Brecht in den 1930ern in „An die Nachgeborenen“ zu Protokoll. „Wahrlich, es waren finstere Zeiten, in denen ein kluger Mann sich genötigt sah, Dinge zu denken, die zueinander im Widerspruch standen“, ruft denn auch in auffälligem Gleichklang Adson von Melk aus, der Ich-Erzähler von Umberto Ecos Mittelalterroman „Der Name der Rose“ – je nach Sichtweise Jahrhunderte vor Brecht oder Jahrzehnte nach ihm. Strahlt uns heute mehr Licht über die Schultern? Erblicken wir es am Ende des Tunnels? Oder geht es uns langsam aber sicher aus?

„Finstere Zeiten“ als Konzertmotto: Das passte an diesem Abend mit dem ensemble xxi. Jahrhundert (exxij) unter Peter Burwik gleich zum eröffnenden „panic“ der slowakischen Komponistin Jana Kmiťová – mit düsteren Konturen über einem sich verwandelnden, aber stets bedrohlichen, unaufhaltsamen Puls.

Es war dies das eine von gleich zwei uraufgeführten Auftragswerken dieses Klangkörpers und seinem konsequent neugierigen Gründer und Leiter.

Seit mittlerweile 55 Jahren leuchtet Burwik am Pult des virtuos-sensiblen, sich immer wieder verjüngenden exxij mit musikalischen Scheinwerfern die dunklen Ecken unserer Epoche aus. Denn Eskapismus hat sich die Neue Musik ja nie wirklich auf die Fahnen geschrieben, das Düstere liegt ihr weitaus besser. Auch Kmiťovás Kollegin Petra Stump-Linshalm lässt sich unter der offenen Stückbezeichnung „untitled“ zwar nicht in die Karten blicken, entwirft aber klar eine pittoreske Landschaft, die von alten Katastrophen gezeichnet scheint und zugleich neue erwartet.

Dazu ein fast 30 Jahre altes Werk: Christian Ofenbauers „fancies (fancy-papers)“ für Violine und Orchester von 1997 – eine Art von kunstvollem Absturz in Zeitlupe, vollführt von der Solistin Bojidara Kouzmaonva-Vladar, ausweglos, aber ohne Resignation.

Jana Kmiťová, Petra Stump-Linshalm, Christian Ofenbauer: Drei kluge Leute, die sich jenen Dingen stellen, die in finsteren Zeiten zueinander im Widerspruch stehen.

(Mitschnitt aus dem Berio-Saal des Wiener Konzerthauses vom 17. März 2026) Gestaltung: Walter Weidringer


mi – 17.06.2026


22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
ARD Jazz. Das Magazin

Von Ulrich Habersetzer. Das wöchentliche Jazz-Update, präsentiert von Eurer ARD: außergewöhnliche Veröffentlichungen, relevante Ereignisse und aktuelle Debatten. Wir diskutieren Jazz in allen seinen Facetten und suchen auch deutschlandweit die Orte auf, an denen er zu Hause ist. Nicht verpassen!

14:05:00 +++ Ö1
Lebensreise in Klängen: Die klassisch ausgebildete Violinistin Angelika Hagen und der Jazzgeiger Andy Schreiber im Dialog

Er begann als Rockmusiker und ist heute ein gefragter Jazzgeiger und Improvisationsmusiker, sie ist Mitbegründerin des legendären Salzburger Hagen-Quartetts, entschied sich jedoch bald für einen anderen Lebensweg. Nach ihrem Violine-Studium wandte sich Hagen der Ethnologie, Verhaltensforschung und Soziologie zu. Vor vielen Jahren fanden Angelika Hagen und Andi Schreiber zueinander, begannen, gemeinsame Projekte zu entwickeln und vertieften sich in die Welt der Improvisation: eine Lebensreise durch spontanen Ausdruck.

Im ersten Teil des neuen Ö1 Radiosession-Formats sprechen die beiden anhand eigens ausgewählter und mitgebrachter Musik mit Helmut Jasbar über musikalische Einflüsse und Inspirationen sowie über das Bedürfnis, soziale und politische Themen kreativ zum Ausdruck zu bringen.

17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.

Die Postmoderne unter Druck. Foto: Hufner
Die Postmoderne unter Druck. Foto: Hufner

do – 18.06.2026


17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber.

22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
Blues’n’Roots

Von Dagmar Fulle. In dieser Sendung präsentieren wir alte und neue Aufnahmen aus den Bereichen Blues, Jazz, Swing, Rhythm’n’Blues, Soul und Country. (Übernahme von hr2-kultur).

23:03 bis 00:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Horizonte: Zum 80. Geburtstag von Gérard Grisey

Er hat die Schönheit wiederentdeckt: Anfang der 1970er Jahre warf Gérard Grisey alle abstrakten Zahlenspiele und Zufallsoperationen über Bord und machte den konkreten Klang zum Ausgangspunkt seiner Kompositionen. Grisey analysierte das Obertonspektrum zum Beispiel eines Posaunentons und leitete daraus die Tonhöhen, die Klangfarben, ja sogar die Architektur großer Orchesterwerke ab. Damit wurde er zum Vater der Spektralmusik – und zum Widerpart von Pierre Boulez, der diese neue Richtung rundweg ablehnte. Dennoch hat der Reiz von Griseys sinnlichen, schillernden Werken voll ungehörter Harmonien die französische Musik bis heute entscheidend beeinflusst. Als Grisey 1998 völlig überraschend an einem Hirnschlag starb, hinterließ er eine nicht ganz vollendete Partitur, die in vier Gesängen ausgerechnet das Überschreiten der Schwelle zum Tod umkreist. Anlässlich seines 80. Geburtstags wiederholen wir ein Feature, in dem sich der französische Dirigent Sylvain Cambreling, langjähriger enger Wegbegleiter von Grisey, an seine Freundschaft mit dem Komponisten erinnert. Außerdem führt Cambreling in Griseys „Quatre chants“ ein, den Schwanengesang eines Komponisten, der den Gang der Musikgeschichte entscheidend verändert hat. Eine Sendung von Thorsten Preuß


fr – 19.06.2026


14:05:00 +++ Ö1
Marcus Miller und Band bei den Leverkusener Jazztagen 2025

Marcus Miller zählt seit Jahrzehnten zu den prägenden Persönlichkeiten des internationalen Jazz. Der in Brooklyn, New York City, geborene E-Bassist, Komponist und Produzent hat im Lauf seiner Karriere unter anderem zwei Grammy Awards erhalten, 2010 den französischen Victoire du Jazz sowie 2013 den Edison Award für sein Lebenswerk. Im selben Jahr wurde er von der UNESCO zum „Artist for Peace“ ernannt; in dieser Funktion engagiert er sich auch für das Programm „Routes of Enslaved Peoples“.

Der Durchbruch gelang Marcus Miller Anfang der achtziger Jahre in der Band von Trompeter Miles Davis, der ihm in der Folge immer mehr Aufgaben übertrug. So hat Miller etwa das 1986 erschienene Davis-Album „Tutu“ produziert und maßgeblich geprägt.

In der heute präsentierten Konzertaufnahme vom 8. November 2025 im Forum Leverkusen ist der inzwischen 66-jährige Marcus Miller mit einer prominent besetzten Band zu erleben: Donald Hayes (Saxofon), Russell Gunn (Trompete), Xavier Gordon (Keyboards) und Anwar Marshall (Schlagzeug) gruppieren sich auf der Bühne um den E-Bassisten. Die fünf Musiker, allesamt auch herausragende Solisten, stehen für einen souveränen, stilistisch offenen Jazz, der Groove, Virtuosität und klangliche Präzision verbindet.

17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Johann Kneihs.

22:01:00 +++ Ö1
Zum ersten Todestag des Funkpioniers Sly Stone

„Sly & the Family Stone“ war eine einflussreiche amerikanische Funk- und Soulband, die Ende 1966 von Sylvester Stewart alias Sly Stone gegründet wurde. Vor einem Jahr ist der 1943 in Denton, Texas geborene Stewart am 9. Juni verstorben. Seine Band so etwas wie das fleischgewordene Heilsversprechen der Hippieära: Bestehend aus Frauen und Männern, Schwarzen und Weißen mit unterschiedlichen Religionsbekenntnissen.

Ähnlich schrankenlos war die Musik. Geschickt wurden Elemente des Rock, wie verzerrte Gitarren, oder auch psychedelische Elemente, wie wabernde Keyboardklänge in die soulige Grundstruktur der Songs eingebaut.

Sly Stones Einfluss auf Musiker wie Stevie Wonder oder Prince ist offensichtlich. Von seinem vor allem durch ausufernden Drogenkonsum induzierten Karriereknick Mitte der 1970er Jahre konnte sich Sylvester Stewart nie erholen. Gelegentliche Comeback-Versuche endeten kläglich, teilweise war der afroamerikanische Musiker obdachlos. Sein Tod wurde kaum registriert, zumindest in der Spielräume Nachtausgabe wird dieser charismatische und inspirierende afroamerikanische Musiker anlässlich seines ersten Todestages gewürdigt.


sa – 20.06.2026


00:05:00 +++ Ö1
(Fortsetzung). Zum ersten Todestag des Funkpioniers Sly Stone

„Sly & the Family Stone“ war eine einflussreiche amerikanische Funk- und Soulband, die Ende 1966 von Sylvester Stewart alias Sly Stone gegründet wurde. Vor einem Jahr ist der 1943 in Denton, Texas geborene Stewart am 9. Juni verstorben. Seine Band so etwas wie das fleischgewordene Heilsversprechen der Hippieära: Bestehend aus Frauen und Männern, Schwarzen und Weißen mit unterschiedlichen Religionsbekenntnissen.

Ähnlich schrankenlos war die Musik. Geschickt wurden Elemente des Rock, wie verzerrte Gitarren, oder auch psychedelische Elemente, wie wabernde Keyboardklänge in die soulige Grundstruktur der Songs eingebaut.

Sly Stones Einfluss auf Musiker wie Stevie Wonder oder Prince ist offensichtlich. Von seinem vor allem durch ausufernden Drogenkonsum induzierten Karriereknick Mitte der 1970er Jahre konnte sich Sylvester Stewart nie erholen. Gelegentliche Comeback-Versuche endeten kläglich, teilweise war der afroamerikanische Musiker obdachlos. Sein Tod wurde kaum registriert, zumindest in der Spielräume Nachtausgabe wird dieser charismatische und inspirierende afroamerikanische Musiker anlässlich seines ersten Todestages gewürdigt.

14:05 bis 15:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Musikfeature: „Der Anfang war Komponieren“ – Musik bei Ingeborg Bachmann (Zum 100. Geb.)

Musik sei für sie größer als alles, was es gibt an Ausdruck, bekannte Ingeborg Bachmann in einem Interview kurz vor ihrem Tod. Tatsächlich galt der Musik die erste große Liebe und Faszination der Schriftstellerin. Schon als Kind wollte sie Komponistin werden – lange bevor sie sich für die Literatur entschied. So lag es nahe, dass sie zunächst als Lyrikerin ihren Weg machte. Die Möglichkeiten der Poesie, die Gemeinsamkeiten mit dem Komponieren und dem musikalischen Ausdruck, hat sie in ihren Gedichten auf beispielhafte Weise ausgelotet. Bachmanns enge Beziehung zur Musik schlug sich auch in ihren Verbindungen zur Musikszene nieder. Insbesondere mit dem Komponisten Hans Werner Henze verband sie eine intime Freundschaft wie auch eine langjährige Zusammenarbeit. In ihren Gedichten, Essays und in ihrer Prosa hat sich Bachmann immer wieder zu musikalischen Themen geäußert, sich auf Komponisten und ihre Werke bezogen und dabei ihre Sicht auf die Musik offenbart. Eine Sendung von Michaela Fridrich (Wdh. vom 24.05.2024)

18:20 – 19:00 UHR +++ SWR KULTUR
Jazz: O Bruxo – Zum 90. Geburtstag von Hermeto Pascoal

Von Henry Altmann. Für Hermeto Pascoal war Musik alles und er hat alles zu Musik gemacht: Politikerreden, Spielzeug, Barthaare oder die vielen Instrumente, die er beherrschte. „O Bruxo“ wurde er in seiner Heimat Brasilien genannt, der Hexenmeister. Dem traditionellen Chorro verabreichte er eine Frischzellen-kur, er spielte mit Miles Davis, das Album „A Música Livre de Hermeto Pascoal“ wurde 1973 ein Gegenentwurf zur Enge der damaligen Militärdiktatur, in „Calendário do som“ schrieb er ein Jahr lang täglich einen Song – sein Output war legendär. Einige seiner Aufnahmen senden wir heute zu seinem 90. Geburtstag.

19:05 bis 20:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Musik der Welt: Lichtbringer und Lebensspender: Wir feiern die Sonne

Es ist die Zeit der längsten Tage und der kürzesten Nächte im Jahreskreis. Das wollen wir auch in „Musik der Welt“ feiern: Wir flechten Blumenkränze in Schweden, tanzen barfuß durch Stonehenge und reisen auf die Südhalbkugel, wo in Peru das jahrtausendealte „Fest der Sonne“ ansteht. Mehrere hundert Tänzerinnen und Tänzer inszenieren dort in bunten Kostümen einen alten Inka- Ritus, der den Sonnengott gnädig stimmen soll. Außerdem hören wir Lieder aus aller Welt, in denen es um die Sonne geht. Oft steht sie dabei als Metapher für etwas Großes und Warmes, das Geborgenheit und Leben spendet. Eine Sendung von Judith Rubatscher

22:45:00 +++ Ö1
Neuigkeiten aus der Welt des Jazz

Konzertempfehlungen für die kommende Woche, Buchbesprechungen, Kurznachrufe und aktuelle Meldungen.

23:03:30 +++ Ö1
Kontrabassist Gregor Aufmesser über das neue Album von Aufmessers Schneide

Anfang April 2026 hat der gebürtige Badener Gregor Aufmesser das dritte Album seines Septetts Aufmessers Schneide veröffentlicht. In Zeiten, in denen Ensembles immer kleiner werden, um bessere Auftrittsmöglichkeiten in einem schrumpfenden Markt für Livemusik zu generieren, ist das ebenso bemerkenswert wie das unverändert gebliebene Personal des Siebeners. Bereits auf dem Debüt „Orbs“ aus dem Jahr 2018 setzten Trompeter Dominik Fuss, Posaunist Alois Eberl, die Saxofonisten Lukas Schiemer und Leonard Skorupa, Pianist Lukas Kletzander und Schlagzeuger Lukas Aichinger die musikalischen Visionen des Bassisten Gregor Aufmesser um. Und diese Visionen drehen sich definitiv um einen konzisen Ensembleklang im Geiste eines Saitenkollegen Aufmessers, des legendären Charles Mingus. Im Ö1 Jazznacht-Gespräch erklärt Gregor Aufmesser unter anderem, wieso gleich drei seiner Kompositionen auf dem neuen Tonträger „Blurp“ heißen.

Außerdem in dieser Jazznacht: das Album „Little Red’s Fantasy“ von Trompeter Woody Shaw. Aufgenommen im Juni 1976 mit Altsaxofonist Frank Strozier, Pianist Ronnie Mathews, Bassist Stafford James und Schlagzeuger Eddie Moore, enthält es drei der bekanntesten Eigenkompositionen des früh verstorbenen Woody Shaw („In Case You Haven’t Heard“, „Little Red’s Fantasy“, „Tomorrow’s Destiny“).

19:42 – 20:00 UHR +++ SWR KULTUR
Big Time Jazz. Jazz-Orchester, Big Band, Oktett – hier kommt Musik mit Vielen!

Im Big Time Jazz stellen wir für Sie interessante und schöne Klänge zusammen – von großen Ensembles aus dem Jazz und der improvisierten Musik. Wir bergen Archivaufnahmen und durchforsten Neuveröffentlichungen für eine Zeit, die ganz den großen Klängen gehört.


so – 21.06.2026


00:05:00 +++ Ö1
(Fortsetzung). Kontrabassist Gregor Aufmesser über das neue Album von Aufmessers Schneide

17:10:00 +++ Ö1
Maxwell´s Urban Hang Suite

1996 wurde eines der besten Alben der jüngeren Soulgeschichte veröffentlicht: „Maxwell´s Urban Hang Suite“ des gebürtigen New Yorkers Gerald Maxwell Rivera.

Das Album gilt heutzutage als einer der Meilensteine des Neo-Soul, hatte aber keinen unmittelbaren kommerziellen Erfolg. Das begann schon damit, dass die Plattenfirma Columbia Records fast ein Jahr zögerte, diesen Tonträger zu veröffentlichen. Zu sehr aus der Zeit gefallen schien damals der Verweis auf den Klang der klassischen Soulalben der 60-er und 70-er Jahre, vor allem auf jene von Marvin Gaye. Das dokumentierte sich auch in Maxwells betörendem Falsettgesang, der einen unweigerlich an Gaye erinnert. Letztlich wurde „Urban Hang Suite“ zu einem Millionenseller und hatte neben allen Einflüssen genug eigenes kreatives Potential, um den Test der Zeit zu bestehen.

22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
NOWJazz: Klang wird Bild – Die Videokünstlerin und Musikerin Billy Roisz

Von Nina Polaschegg. Als fest in der freien (Musik)szene verankerte Experimentalfilmerin sucht Billy Roisz die Verflechtungen von Bild und Klang. Auf der Bühne, in Live-Settings koppelt sie sogar oft Audioausgang mit Videoeingang, verknüpft Sounds mit Visuals, macht Klänge sichtbar. Glitches, Abweichungen, darum geht’s ihr – im Rhythmischen, im Abstrakten. Ihre Bildsprache ist nie eindimensional, selbst Reduziertes wirft immer wieder Fragen auf. Als Elektronikmusikerin oder Bassistin – vor allem im Noise und der freien Klangimprovisation –tritt sie mit und ohne Bewegtbild auf die Bühne.

23:03:00 +++ Ö1
Mivos Quartet live aus dem RadioKulturhaus – Das Ensemble präsentiert seine neue CD

Lange Zeit war ihr Lebensmittelpunkt New York, mittlerweile ist es Wien: Das Mivos Quartet mit Primgeigerin Olivia De Prato ist zu Gast in dieser „Zeit-Ton“-Live-Sendung, die Ö1 Redakteur Rainer Elstner präsentiert. Das virtuose Quartett, das eine Referenzeinspielung der Werke von Steve Reich vorgelegt hat, spielt ausgewählte Werke ihres neuesten Albums im Radiocafé.

Das international hochaktive Mivos Quartet ist eine willkommene Bereicherung des Wiener Musiklebens. Neben seiner regen internationalen Konzerttätigkeit tritt es regelmäßig als Ensemble-in-Residence bei Sommerfestivals auf. Darüber hinaus beteiligt sich das Quartett an zahlreichen Workshops an Universitäten und Sommerakademien, wo es mit jungen Interpretinnen, Interpreten und Komponierenden arbeitet, um deren handwerkliche Fähigkeiten, technische Fertigkeiten und künstlerischen Ausdruck weiterzuentwickeln.

Zudem vergibt das Ensemble Kompositionspreise, um aufstrebende Komponistinnen und Komponisten in den USA und international zu fördern. Über diese Aktivitäten hinaus arbeitet das Quartett regelmäßig mit Gastkünstlerinnen und -künstlern zusammen, realisiert multimediale Projekte und widmet sich auch der improvisierten Musik.

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