Jazzfest Berlin 2015 – Splitter Orchester, Cécile McLorin Salvant und Vincent Peirani

Mit dem neuen Mann in der Programmierung des Jazzfests Berlin kehrt auch ein neuer Wind ein, oder ein frischer Besen. Die Erwartungen sind also groß. Wie dreht der Sportjournalist Richard Williams die Sache? Wohin geht die musikalische Reise? Die Augen groß, die Ohren spitz. Mit seinem ersten Abend hat er schon mal einige Ecken des Jazzlebens ausgefüllt. Es war eine Reise in die Gegenwart, gesättigt mit einer Vergangenheit, die man nicht nostalgisch beschwor. *) Alle Fotos stammen vom HuPe-kollektiv (mehr dann sicherlich bald dort), zu 99 Prozent von Petra Basche. Zettelwirtschaft Das Splitter Orchester besteht aus 24 MusikerInnen, die aus der Szene freier Improvisation kommen. Der Posaunist George Lewis komponiert für dieses Ensemble ein „Creative Construction Set“, eine Uraufführung. Gesteuert haben sich Musiker untereinander, in dem sie Zettel mit Spielanweisungen von Zeit zu Zeit anhoben. Das Verfahren ist bekannt und wirkt nach außen leider wenig sexy. Vor allem droht ein heilloses Klangchaos bei 24 Mitspielerinnen. Dass es dazu nicht gekommen ist, ist der weisen „Construction“ von Lewis zu danken und der hervorragenden Klangkunst der einzelnen MusikerInnen. Dünne Passagen mit ordentlich Luft waren ebenso in den …

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Jazz im Radio

Die Herbstmonate sind Hochsaison, was Live-Acts angeht. Wer dennoch nicht sein Zuhause verlassen will – denn mit dem Verlassen der eigenen vier Wände beginnt ja bekanntlich das gesamte Unglück der Menschheit, für den hat die Jazzzeitung.de -Redaktion ein paar Radio-Empfehlungen ausgesucht.   hr2 Live-Jazz SA. 24.1 OKT/19.05-20.00h HENRY THREADGILL SEXTET Henry Threadgill,, sax, fl | Frank Lacy, tb | Rasul Sidik, tb | Deidre Murray, cello | Fred Hopkins, b | Newman Baker. dr | Yaron Israel, dr | Ein Mitschnitt vom 21. Deutschen Jazzfestival Frankfurt 1988, VON CLAUS GNICHWITZ SO 25. OKT/19.05-20.00h DIE HR-BIGBAND: Konzerte und Produktionen u.a. mit: “Incomprendido” – hr-Bigband feat. Miguel Zenón, cond. by Mike Holober, Frankfurt am Main, Instituto Cervantes, September 2012, Teil 1 VON DANIELLA BAUMEISTER   SWR2 SA 17. OKT ⁄ 20:30 – 22:45 UHR DONAUESCHINGER MUSIKTAGE – LIVE NOWJAZZ SESSION ACOUSTIC & ELECTRIC HABITAT Die dänische Saxofonistin Lotte Anker im Trio und Sextett mit Sofia Jernberg Thomas Lehn ⁄ Ikue Mori ⁄ Sten Sandell und Michael Vorfeld AM MIKROFON: JULIA NEUPERT SAMSTAG ⁄ 17. OKTOBER ⁄ 22:45 – 24:00 UHR DONAUESCHINGER MUSIKTAGE NOWJAZZ DONAU.PHON VON HARRY LACHNER …

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Jazzfest Berlin 2015: Berliner Festspiele veröffentlichen Programm, Kartenverlosung

Das Jazzfest Berlin 2015 präsentiert mit dem neuen künstlerischen Leiter Richard Williams vom 5. bis 8. November über 120 Musiker/-innen aus 5 Kontinenten. Das Festivalprogramm ist jetzt online und der Kartenvorverkauf startet. Wir verlosen in Kooperation mit dem Jazzfest 2×2 Karten für Freitag, den 06.11.15, 20:00 Uhr, Haus der Berliner Festspiele – Große Bühne – The Keith Tippett Octet „The Nine Dances Of Patrick O’Gonogon” & Miguel Zenón Quartet  „Identities Are Changeable“. Bitte schicken Sie bis 20. Oktober eine Mail an gaisa@jazzzeitung.de mit dem Betreff „Jazzfest Berlin“ und unter Angabe Ihrer Postadresse. Das folgende Interview mit Richard Williams führte Ralf Dombrowski und wird auch in der kommenden Print-Ausgabe der neuen musikzeitung 10-15 zu lesen sein. Richard Williams versucht sein Glück. Und er hat gute Voraussetzungen. Hierzulande kennt man den 68-jährigen Briten kaum, auch wenn er Bücher über Miles Davis oder Bob Dylan geschrieben hat und den angesehenen Insider-Blog thebluemoment.com betreibt. Außerdem startet er mit neuem, verjüngtem Team in die Zukunft der Berliner Jazztage. Viel Freiheit also für ein Festival mit großer Tradition.  neue musikzeitung: Herr Williams, wie wurden sie in Deutschland empfangen? Richard Williams: Ich verstehe die Leute gut, die …

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Jazzfest Berlin 2015: Neue Leitung, sportliches Programm

Seit letztem Jahr war bekannt, dass das JazzFest Berlin unter einer neuen Leitung steht und eine unbestimmte Ungewissheit ging damit einher. Was wird passieren? Der englische Journalist Richard Williams folgt auf Bert Noglik, der in den letzten Jahren für das Programm die Verantwortung trug und es gut gemacht hat. Mit dem Wechsel, verändert das Programm seine Züge. Nicht zum Guten, nicht zum Schlechten, sondern zu etwas anderem, ebenso Mutigem. Williams, geboren 1947 in Sheffield, hat in seiner langen Laufbahn schon viel Erfahrungen sammeln können, die weit über das Metier des Jazz hinausgingen. Er war unter anderem auch für den Sportressortleiter des „Independent on Sunday“ tätig und verfasste Bücher zu Formel 1 und zur Geschichte der Nummer 10 im Fussball, war von 1973-76 künstlerischer Leiter bei Island Records etc. pp. Hier in Berlin programmiert er zum ersten Mal ein Jazzfestival. Er ist im besten Sinne weitgebildet und unvoreingenommen. Er hofft auf ein „Festival der neuen Gedanken, neuen Träume, neunen Wege, neuen Möglichkeiten, neuen Lösungen – und sogar der neuen Fragen …. Der Großteil der Musik wird erkennbar wie Jazz klingen. Manches vielleicht auch nicht. (…) Geschichte …

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Virtuose Akkordeonklänge in der Unterfahrt

Von Thomas J. Krebs – Der Akkordeonvirtuose Vincent Peirani, in Frankreich letztes Jahr mit dem „Prix Django d’Or“ ausgezeichnet, besuchte die Münchner Unterfahrt diesmal mit seinem aktuellen Projekt „Living Being“ und gleichnamiger CD im Gepäck (veröffentlicht auf dem Münchner ACT Label). Eine facettenreiche Band mit jungen Musikern, die alle aus unterschiedlichen stilistischen Lagern kommen. Mit großer Leichtigkeit musizierte Peirani, entlockte seinem Instrument grenzüberschreitend einzigartige Klänge, fernab aller Traditionen oder musikalischen Konventionen. Gemeinsam mit dem Saxophonisten und Weggefährten Émile Parisien, Tony Paeleman am Fender Rhodes, dem Bassisten Julien Herné und Schlagzeuger Yoann Serra zündete das Quintett ein pulsierendes „Electric Jazz & More“- Feuerwerk, das Maßstäbe setzte und die Zuhörer im ausverkauften Club restlos begeisterte. Alle Fotos: Thomas J. Krebs.

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Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, übernimmt 2015 die Schirmherrschaft zur Jubiläumsausgabe der jazzahead! Foto: Christof Rieken

Showcase-Bewerbungsphase für jazzahead endet heute

Showcase-Bewerbungsphase endet am 11. November 2014 Bewerbungen für die 40 Showcases auf der zehnten jazzahead! können für die Module German Jazz Expo (Künstler aus Deutschland), French Night (Jazz aus dem Partnerland 2015: Frankreich), European Jazz Meeting (europäische Jazzformationen) und Overseas Night (Jazz aus Übersee) eingereicht werden. Konditionen für eine Bewerbung können auf der Webseite nachgelesen werden. Die Bewerbungsfrist endet am 11. November 2014. Seit zehn Jahren ist die jazzahead! der Branchentreff für die internationale Jazzszene. An vier Messetagen und bei 40 Showcase- Konzerten kommen die Protagonisten der Szene zusammen. Zusätzlich zieht die jazzahead! clubnight am Samstag, 25. April 2015, das Publikum in 30 Clubs und Spielstätten der Stadt, um bei rund 60 Konzerten die Nacht zum Tage zu machen. Um ein jährlich wechselndes Partnerland, dessen Jazzszene auf der Messe vorgestellt wird, hat sich ein Kulturfestival entwickelt. Dieses zeigt über einen Zeitraum von zweieinhalb Wochen die zeitgenössische Kunst- und Kulturszene des jeweiligen Partnerlandes in Bremen. Zu Messe und Kulturfestival werden rund 25.000 Besucher erwartet. Die Musikmesse findet statt vom 23. bis 26. April 2015, das Kulturfestival der jazzahead! vom 9. bis 26. April 2015. Highlights zum …

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Breaking News +++ 3.11.2014: Besucherrekord beim Jazzfest Berlin +++ Aalener Jazzfest im TV +++ Junger Münchner Jazzpreis

Besucherrekord zum 50. Jubiläum des Jazzfest Berlin Mit großem Applaus für Jason Moran und seine Auftritte mit The Bandwagon und dem neuen Projekt „Fats Waller Dance Party“ sowie für die Band Mostly Other People Do the Killing im großen Saal im Haus der Berliner Festspiele und einer anschließenden Party auf der Seitenbühne mit Brass Mask ging die Jubiläumsausgabe des Jazzfest Berlin zu Ende. Zu den insgesamt 17 Konzerten mit Auftritten von 25 Jazzformationen kamen 7.000 Besucher. Fast alle Konzerte des Festivals waren ausverkauft – ein Besucherrekord. Die lange Jazzfilmnacht im Delphi Filmpalast konnte zusätzlich 1.187 Jazzinteressierte anlocken. Besondere Aufmerksamkeit erlangten das Konzert in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche mit Organist Jasper van’t Hof und Saxofonist Archie Shepp, der kurzfristig für den erkrankten Benny Golson eingesprungen war. Weitere Höhepunkte waren Archie Shepps Auftritt im Quartett und das Set der unkonventionellen Band Get The Blessing am Freitagabend. Vom Publikum stürmisch gefeiert wurde das Konzert von Schlagzeuger Daniel Humair mit den jungen Jazzstars Emile Parisien (Saxofon) und Vincent Peirani (Akkordeon). Das anschließende Programm „Freedom Songs“ der WDR Big Band und des Sängers Kurt Elling rief kontroverse Reaktionen hervor und regte zur Diskussion an. Gefeiert wurden die Konzerte in der …

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Jazz ist Begegnung – das 32. Südtirol Jazzfestival zwischen Coax-Kollektiv und Chick Corea

  Thank you Klaus – wenn Rapper Baba Israel sich während eines Open Air-Konzerts am Ufer des Talfer beim Festivalchef Klaus Widmann bedankt, dann hat das nichts Artiges an sich, sondern ist authentisch. Und wenn sich später Israel, Keyboarder Jason Lindner, Drummer Justin Tyson und Bassist Andreou Panagiotis beim Publikum mit einer 20-minütigen feurigen Tanzsession bedanken, dann ist auch das alles andere als Dienst nach Vorschrift. Nicht nur bei diesem exzellenten Auftritt der New Yorker Electro Groover wurde deutlich: Die kompromisslose Leidenschaft des Festivalmachers Klaus Widmann spiegelte sich stets auch in den Beiträgen und in der Verve der eingeladenen Künstler zum 32. Jazzfestival Südtirol Alto Adige. Wie schon in früheren Jahren galt es, Gefäße zu befüllen wie Jazz and the Mountains, Jazz and Arts, Jazz and Culture meets Economy, Jazz and Education, Jazz and Wine, Jazz meets Busoni oder Jazz Euregio mit Konzerten in Innsbruck und dem Trentino sowie Jazz meets Film. Hinter diesen Überschriften verbirgt sich nicht nur ein abwechslungsreiches und mit wenigen Ausnahmen fast immer qualitätsvolles Programm, sondern auch ein ausgeklügeltes Finanzierungs-, Sponsoring- und Organisationskonzept für ein Festival, dass sich eine Woche lang …

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Liberté, Egalité, Virtuosité: das 32. Jazzfestival Südtirol mit Frankreich-Schwerpunkt

Ein Bericht aus Südtirol – von Oliver Hochkeppel, Fotos von Ralf Dombrowski: Dass es im Laufe der vergangenen Jahre nicht nur wegen seiner besonderen Spielorte, sondern auch programmatisch eines der außergewöhnlichsten und spannendsten Festivals geworden ist, belegte die 32. Ausgabe des Südtirol Jazzfestivals gleich mit den beiden Auftaktveranstaltungen am vergangenen Wochenende. Zunächst hatte der Wunderakkordeonist Vincent Peirani – mittlerweile beim Münchner Label ACT unter Vertrag und nicht nur als frisch gebackener „Jazz Victoires“ Sieger vielleicht der im Moment herausragende junge französische Jazzer – eine „Carte Blanche“ für „Une Nuit Francaise“ erhalten. Basis des Abends war Peiranis aktuelles „Living Being“ Quintett mit Sopransaxofonist Emile Parisien, E-Bassist Julien Herne, Schlagzeuger Yoann Serra und Tony Paeleman am Fender Rhodes. Mit Parisien – den Peirani „meinen Bruder“ nennt und der soeben gleichfalls bei den Jazz Victoires erfolgreich war – verbindet ihn eine langjährige persönliche wie künstlerische Freundschaft, unlängst ist ihr Duo-Album „Belle Epoque“ bei ACT erschienen. Es verwunderte daher nicht, dass diese Kombinationen nahezu miteinander verschmolzen, dass Peirani seine einmaligen Fähigkeiten, nahezu jedes andere Instrument auf dem Akkordeon erklingen zu lassen, problemlos jeden Einfall improvisatorisch begleiten zu können und …

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