Das Leben lieben – trotz allem

Unsere Newcomer des Monats April sind eigentlich schon alte Hasen, haben aber ihr erstes Duo-Album mit dem Titel „Lifelover“ beim deutschen Label Traumton herausgebracht. Die ungarische Sängerin und Songschreiberin Veronika Harcsa hat dafür elf federleichte Lieder geschrieben, die sich mit allen Höhen und Tiefen des Lebens auseinandersetzen. Begleitet werden sie und ihre glasklare Stimme nur von dem Gitarristen Bálint Gyémànt, der auch mit komponiert hat. Eine außergewöhnliche Kombination, die überzeugt und sicher ihre Fans bei uns finden wird. (Traumton 4606/Indigo). Ursula Gaisa sprach mit Veronika Harcsa.   JazzZeitung: Der Titel „Lifelover“, ist das sozusagen das Motto des Duos? Was inspiriert Sie zu Ihren Texten? Veronika Harcsa: Die Palette der Gefühle in den Liedern ist sehr breit. Als ich die Texte geschrieben habe, durchlebte ich gerade eine schwierige Periode, und der Schreibprozess war die richtige Therapie dafür. Der Titel „Lifelover“ ist der Abschluss dieser Therapie. Trotz aller Schwierigkeiten, trotz aller Enttäuschungen sind wir dankbar, dass wir unser Leben leben und wir uns mit Musik beschäftigen können. JazzZeitung: Warum nur Gitarre und Stimme? Was ist die Intention dieser Minimalbesetzung? Harcsa: Früher habe ich mit Bálint auch schon …

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German Jazz Trophy 2014 für den britischen Posaunisten und Bandleader Chris Barber

Für sein Lebenswerk erhält der britische Posaunist und Bandleader (geb. am 17. April 1930 in Welwyn Garden City, Hertfordshire, England) die German Jazz Trophy 2014. Die Auszeichnung wird seit 2001 jährlich von der Sparda-Bank Baden-Württemberg, der Kulturgesellschaft Musik+Wort e.V. und der Jazzzeitung verliehen. Seit beinahe sieben Jahrzehnten prägt Chris Barber nicht nur das britische Musikleben, sondern wirkte mit seiner Band weltweit als erfolgreicher Vertreter des Oldtime Jazz. Sein Markenzeichen war aber nicht nur die Beherrschung des Dixie- und Swing–Idioms, sondern seine Offenheit gegenüber anderen Stilistiken wie Blues, Rhythm’n‘ Blues und Rock’n‘Roll. So zählen zu den Musikern mit denen er zusammengearbeitet hat Muddy Waters, Rory Gallagher, Eric Clapton, Keith Emerson, Mark Knopfler, Van Morrison, Dr. John u.v.a. mehr. Obwohl Barbers Name untrennbar mit der Posaune verknüpft ist, ist er eigentlich Multiinstrumentalist. Er lernte zunächst Violine und Sopransaxophon, studierte dann Posaune und Kontrabass an der Guildhall School of Music und war ein Bandleader und Arrangeur mit unverkennbarer Handschrift. 1949 gründete er seine erste eigene Band, 1953 seine zweite zusammen mit Ken Clyer. Der Durchbruch gelang dem Bandleader mit der LP „Chris Barber Plays (Vol. 3)“ – sie …

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SOFIA – ein Förderprogramm für junge Jazzmusikerinnen

Sie ist hochbegabt, attraktiv und versteht gleich viel von Business und Vermarktung ihrer Talente wie von ihrer Musik. Die Rede ist von Nicole Johänntgen, der Initiatorin von SOFIA. SOFIA ist ein auf Nachhaltigkeit angelegtes Projekt zur Förderung begabter Jazz Musikerinnen. Sechs junge Frauen werden aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland von einer Fachjury sorgfältig ausgewählt und für SOFIA nominiert.  Im März 2014 finden dann in den Metropolen Paris, Köln und Zürich Konzerte und Workshops statt. SOFIA verhilft jungen Musikerinnen zu einem vertieften Know-how, wie sie sich selber oder ihre Band vermarkten können. Mit gezielten Business-Kursen und Workshops zu Themen wie Booking, Moderation, Labelarbeit, Urheberrechte, Medientraining, PR oder Musikphysiologie machen sich die Frauen fit für ihre Zukunft. Ihre musikalischen Talente werden gefördert, indem sie als SOFIA Band 2014 unter Anleitung internationaler Jazzmusiker Eigenkompositionen einstudieren, die sie im März 2014 in exquisiten Konzerten in den drei Ländern vortragen. Den Auftakt bildet je ein Konzertabend in Paris und Köln. Hier werden die sechs Jazz Musikerinnen als SOFIA-Band auftreten. Die Krönung bildet das SOFIA-Festival im Jazzclub Moods in Zürich vom 17. bis 19. März 2014. Neben den Konzerten wird …

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Preis der deutschen Schallplattenkritik für Kurt Edelhagen und Michael Wollny

Der Preis der deutschen Schallplattenkritik wird vierteljährlich verliehen und ehrt herausragende CD- und DVD-Produktionen der vergangenen drei Monate. Eine unabhängige Jury aus führenden deutschen Musikjournalisten wählt für die aktuelle Bestenliste die Gewinner in den Bereichen Klassik, Jazz und Rock/Pop aus. Gleich zwei CDs aus dem Jazzbereich wurden jetzt ausgezeichnet: Die jazzhaus-Produktion „Orchester Kurt Edelhagen feat. Mary Lou Williams and Caterina Valente” wurde als künstlerisch herausragende Neuveröffentlichung in die Bestenliste 4/2013 aufgenommen. Es gab 1954 nicht nur das „Wunder von Bern“, sondern auch das „Wunder von Baden-Baden“. Verantwortlicher Trainer war SWF-Redakteur Joachim-Ernst Berendt, und ein ehrgeiziger Spielführer namens Kurt Edelhagen hatte ein brillantes Team zusammengestellt, das den jazzhungrigen Deutschen 69 grandiose Minuten auf dem Spielfeld bot – von „Tuxedo Junction“ über „You Go To My Head“ bis zu „Lester Leaps In“. Auf der Ersatzbank: Mary Lou Williams und Caterina „Ganz Paris träumt von der Liebe“-Valente, die das Spiel gegen Ende noch einmal gehörig auf Tempo bringen. Noch heute stellt sich beim Hören von Valentes Stimme Bedauern darüber ein, dass Deutschland sie als Jazzsängerin nicht gewollt hat. (für die Jury: Rainer Nolden) Michael Wollny erhält für das …

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Helmut Nieberle und Howard Alden beim Weidener Jazzherbst

Zwei Gitarristen, die zu den besten der Welt gehören stehen am Samstag, dem 12. Oktober, ab 20.00 Uhr im Bistrot Paris in Weiden (am Schlörplatz, Sebastianstr. 2) auf der Bühne und werden eine ganz besondere Klangwelt des Jazz abbilden: Howard Alden und Helmut Nieberle. Howard Alden gehört zu den weltweit führenden Jazzgitarristen in der Garde der “Great American Guitars”. Viele Auszeichnungen hat er mit seinem virtuosen, ausgefeilten Spiel auf der Jazzgitarre erhalten, unter anderem viermal den Downbeats Critics Poll – einen Preis, den man nur bei extrem guten, herausrragenden technischen wie musikalischen Leistungen bekommt. Helmut Nieberle ist in Europa einer der wenigen Jazz-Gitarristen, der sich seit mehr als zwanzig Jahren der siebensaitigen Gitarre verschrieben hat. Vor allem im Duo mit Howard Alden zeichnet er sich durch einfühlsame Begleitungen, spontane Interplays und Soli aus, in denen seine zwei Inspirationsquellen stets hörbar zum Ausdruck kommen: das Musikstück, dem sich die Spieler gerade widmen und der einmalige musikalische Augenblick, in dem sich das alles gerade ereignet. Kammermusikalischer Jazz auf höchstem Niveau wird hier geboten, eine „Pflichtveranstaltung” für Freunde der Musik, nicht nur für Jazzfreunde und Gitarristen. Eintritt: 17.- …

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Zwei Tipps eines Lesers und Autors

Anbei zwei Anregungen/Tipps unseres Autors und Lesers Dieter Schlegel: „Der Verfolger“ – wieder mal lesen Dass Argentinien in diesem Jahr Partnerland der Frankfurter Buchmesse ist, sollte Anlass sein, die großartige Erzählung „Der Verfolger“ von Julio Cortázar (1914 – 1984), eines der bedeutendsten argentinischen Schriftsteller, wieder zu lesen. Es ist – leicht verschlüsselt und fiktiv geschildert – die Geschichte zuerst der letzten Jahre Charlie Parkers aus der Sicht des Ich-Erzählers, eines in Paris lebenden Jazzkritikers, zugleich einer der wenigen echten Freunde des genialen Saxophonisten „Johnny Carter“. Der schmale Band, 1978 erstmals bei Suhrkamp erschienen, ist als Nr. 21 der Bibliothek der Süddeutschen Zeitung wieder veröffentlicht worden. Den Einband schmückt das Foto eines nachdenklich schauenden, fast abwesenden Charlie Parker gemeinsam mit Billy Bauer, Eddie Safranski und Lennie Tristano. Jazz in Neuseeland? Im Apfelangebot der Supermärkte fand ich vor Tagen eine Sorte mit dem verheißungsvollen Namen „Jazz“. Ein Produkt aus Neuseeland. Warum von dort ausgerechnet Äpfel bis zu uns transportiert werden müssen, erschließt sich mir nicht. Für meinen Geschmack ist die Sorte eh zu sauer. Aber mir drängte sich die Frage auf: Gibt es außer Äpfeln auch Jazz …

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TV-Tipp: Arte sendet Harlem in Montmartre

Diesen Tipp möchte ich euch nicht vorenthalten: Am Montag, 20. September 2010, 22.05 Uhr sendet Arte-TV den Dokumentarfilm „Harlem in Montmartre. Eine Geschichte des Jazz in Paris“ (ARTE France, Frankreich 2009, 82 Min. Regie: Dante J. James) als Erstausstrahlung in HD. Im Pressetext heißt es: „Harlem in Montmartre“ zeichnet ein faszinierendes Kapitel der afroamerikanischen Kulturgeschichte nach: das Fußfassen des amerikanischen Jazz in Paris zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg. Viele schwarze Musiker aus den USA kamen 1917 als Soldaten nach Europa und blieben nach Kriegsende dort, da sie hier nicht der Rassentrennung ausgesetzt waren, die in ihrer Heimat herrschte. Insbesondere der Pariser Stadtteil Montmartre wurde für viele ein beliebtes Wohnviertel. Die schwarzen Musiker bildeten schon bald eine eingeschworene und in Frankreich ganz neue Gemeinschaft: die des Jazz. Schlüsselfiguren dieses musikalischen Abenteuers waren Ada „Bricktop“ Smith mit ihren Clubs, die unvergessliche Josephine Baker, der Klarinetten- und Saxophonvirtuose Sidney Bechet und ein ehrgeiziger Nachtclubbesitzer: Eugene Bullard. Einige gelangten zu Ruhm, andere gerieten in Vergessenheit, aber alle leisteten ihren Beitrag zur Weiterentwicklung des Jazz. Die Musikdokumentation beruht auf dem Buch „Harlem in Montmartre: A Paris Jazz Story …

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