Nils Petter Molvaer solo beim Münsterland-Festival

(Text und Fotos: Stefan Pieper) Nils Petter Molvaer ganz allein auf einer Bühne: Das ein ganz anderes Hörerlebnis als seine energetischen Band-Auftritte – und mutete in der Dorstener Galerie Traumfänger doch extrem vertraut an! Denn auf den Trompeter und Klangforscher aus Norwegen war bei einer Kooperation zwischen der Fine-Art-Jazz-Konzertreihe und dem Münsterland-Festival Verlass. So wie der späte Miles Davis seinen Sound bevorzugt mit dem Dämpfer manipulierte, so geht Molvaers frei atmendes, aufs hypnotische Wesentliche konzentrierte Trompetenspiel in unermesslichen elektronischen Welten auf. Und wie etwa Jon Hassell solche Klangwelten mit fernöstlicher Spiritualität auflud, so kreiert Molvaer hier seine eigene Diktion als musikalischer Reisender – eine große Rolle spielte über viele Jahre die Club – und DJ-Musik, aktuell haben es ihm vor allem Einflüsse aus Nordafrika. „Ich lasse mich stark von der weiten norwegischen Landschaft inspirieren, aber ich schöpfe auch aus einem multikulturellen Ort wie Berlin viel kreative Energie“, sollte er dann später auch im Gespräch bekunden. Molvaer schöpft aus all dem eine mächtige, eigene Diktion und rückt den etwa 250 auch teilweise von weither angereisten musikbegeisterten Menschen in der weitläufigen Industriehalle betörend nah. Oft mit einer …

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Nachlese: Jazz & The City Salzburg 2018

Text und Fotos von Ralf Dombrowski. Schon faszinierend, eine Stadt, der man architektonisch anmerkt, dass sie Musik mag. Ein Saal wie das Solitär im Neubau des Mozarteums mit großem Panoramafenster Richtung Mönchsberg wäre andernorts womöglich Immobilienspekulanten zum Opfer gefallen, denn exklusiver geht es kaum. Salzburg aber leistet sich Musik, angedockt an den feudalen Park des Schlosses Mirabell, in Rufnähe zum Stadttheater. Tina Heine wiederum, die nun zum dritten Mal das Programm von „Jazz & The City“ verantwortet, weiß genau, dass so ein Raum nach Hochkultur lechzt und sorgt dafür, dass er am wichtigen Finalsamstag des Festivals auch mit passenden Projekten bespielt wird. Da ist zum Beispiel die Pianistin Tamar Halperin, die sich im Duo mit dem allerdings sehr dezent agierenden Elektroniker Guy Sternberg Satie, Cage, Corea widmet. Das hat zwar wenig mit dem Kerngeschäft des Jazz zu tun, bietet dafür aber die Möglichkeit, vor allem die Miniaturen des französischen Exzentrikers in einem textur-übergreifend atmosphärischen Zusammenhang zu erleben, mit Blick auf das erleuchtete Kunstmuseum am Mönchsberg, das in der frühen Abendstunde wie ein Raumschiff in der Dunkelheit schwebt. Danach dann einer der Höhepunkte des Festivals. Der …

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Um fünf Uhr bei den alten Steinen

Das 9. Jazzfestival im südschwedischen Ystad – unter anderem mit Musik von Nils Petter Molvaer, Avishai Cohen und Wolfgang Haffner Wer Jazz an traumhaften Spielstätten erleben will – auf nach Ystad! Dieser Ort in Südschweden hat ideale Bedingungen für ein Festival. Für die Hauptkonzerte ein Theater von 1894 mit großer Bühne, aber ungemein intimer Atmosphäre. Für Open-air-Matineen ein idyllischer Innenhof aus dem 16. Jahrhundert mit Birnbaum seitlich vor der Bühne. Für kleinere Konzerte am späteren Abend eine 750 Jahre alte Klosterkirche. Zum 9. Mal gab es das Festival jetzt, dessen künstlerischer Leiter der in Ystad lebende Pianist Jan Lundgren ist. Der hob es einst zusammen mit dem ehemaligen Bürgermeister Thomas Lantz aus der Taufe – und stellte auch diesmal wieder ein reizvolles Programm mit internationalen Stars und Angeboten zum Entdecken zusammen. Es kamen 10.600 Besucher. „Hier zieh ich her!“ Ystad lockt. Denn die Küstenstadt mit rund 19 000 Einwohnern – sonst Kulisse der Kurt-Wallander-Krimis von Henning Mankell – hat auch bei heftig schwülem Wetter eine wunderbare Aura. Das mit der Hilfe vieler freiwilliger Helfer gestemmte Festival empfängt Besucher und Künstler mit außergewöhnlicher Freundlichkeit – sodass …

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Bildergalerie: Molvaer, Shakespeare, Dunbar, Aarset und Delay mit „Nordub“

Nils Petter Molvaer (tp), Robbie Shakespeare (b), Sly Dunbar (dr), Eivind Aarset (g), Vladislav Delay (electronics) und ihr Projekt „Nordub“ in der Münchner Unterfahrt: Dub the Reggae. Die Jamaikaner Sly + Robbie tummeln sich schon seit den frühen 70er-Jahren in diversen Reggaebands. Als Rhythmusgruppe ihrer Band Black Uhuru erhielten sie 1985 den ersten Grammy Award, der je für ein Reggaealbum vergeben wurde. 1999 gewannen sie ihren zweiten Grammy für ihr Duoalbum ‘Friends’. Als Produzentenduo sind Sly & Robbie bekannt für ihre Innovationsfreude: Sie kombinieren Dancehall, Hip-Hop, Jazz, Reggae, Soul und viele andere Einflüsse. Sie haben für Paul McCartney, Britney Spears oder No Doubt Hits produziert und mit Bob Dylan, Sting, Serge Gainsbourg und Sean Paul zusammengearbeitet. Nun erschaffen sie gemeinsam mit dem Norweger Nils Petter Molvaer eine einzigartige Klangwelt, die von farbenreichen, elegischen Sounds des norwegischen Jazz bis zu den energiegeladenen Grooves Jamaikas reicht. Zusammen mit Eivind Aarset an den Gitarren und Vladislav Delay an der Elektronik hat sich eine Band von seelenverwandten Musikern gefunden, die alle Genregrenzen sprengt. Fotos vom 17. Juli 2018 aus der Münchner Unterfahrt von Ralf Dombrowski

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Setzt Maßstäbe: Ottobrunner Jazzfest 2018

Im Rahmen des 2. Ottobrunner Jazzfests spielte ein ungemein spannendes Quartett auf und zog das Publikum mit einem komplett improvisierten Programm in seinen Bann. Die Perkussionistin Marilyn Mazur, Gitarrentüftler Eivind Aarset, Nils Petter Molvaer an der Trompete und Jang Bang mit Live-Samples bewiesen eindrucksvoll, dass ein Zusammenspiel im Quartett auch ohne Absprachen, Kompositionen oder Jazz-Standards funktioniert, wenn man auf den anderen hört, dessen Ideen aufnimmt und dabei gleichzeitig alles im Fluss bleibt. Natürlich braucht auch so eine Entwicklung Zeit. Viele Konzerte, Produktionen und gemeinsame Erfahrungen verbinden diese vier Ausnahmemusiker, die klanglich immer wieder aus dem Vollen schöpfen und damit neue Wege gehen. Der Konzertsaal im Ottobrunner Wolf-Ferrari- Haus mit seiner wunderbaren Akustik war wie geschaffen für dieses wunderbare Klangabenteuer. Thomas J. Krebs hat mit seiner Kamera fesselnde Momente des Abends eingefangen. Fotos & Text: Thomas J. Krebs

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Der Jazz Sommer im Bayerischen Hof – eine fotografische Nachlese

Text und Fotos: TJ Krebs – Gut eine Woche gaben sich internationale Jazz Größen die Klinke in die Hand und verwandelten das Münchner Hotel Bayerischer Hof in ein Jazz-Mekka zu dem die Fans pilgerten. Angefangen von Marcus Miller, der den Festsaal zum Kochen brachte, über bluesige Klänge von Robben Ford im Nightclub, verzauberten Nils Petter Molvaer genauso wie Enrico Rava mit seinem Quartett oder Gonzalo Rubacabas Volcan Trio das Publikum. Überschattet wurde der Auftritt von Kenny Barron mit seinem Trio, der nach Abwägen ob das Konzert überhaupt stattfinden kann/soll oder nicht, den Abend schließlich den Opfern des Amoklaufes widmete. Und auch am Tag danach, als der Schock über die Tat noch tief in den Herzen der Münchner sitzt, verneigen sich Maia Barouh und die Brooklyn Funk Essentials, zollen Opfern und der Situation Respekt, bevor sie den diesjährigern Jazz Sommer beschließen. Thomas J. Krebs hat Momente der bewegenden Tage fotografisch eingefangen. Merken

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Early Bird Tickets bei Enjoy Jazz fast ausverkauft

Der Vorverkauf für die ersten Konzerte bei Enjoy Jazz hat am Montag den 30. Mai 2016 mit einem begrenzten Kontingent an Early-Bird-Tickets begonnen. Seither können für 19 Konzerte im Festival Tickets zu reduzierten Preisen erworben werden.  Das Kontingent dieser Tickets neigt sich dem Ende zu, der Early Bird Rabatt wird bald ausverkauft sein – wer sich daher noch günstige Tickets sichern möchte, sollte schnell sein. Tickets können unter www.enjoyjazz.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erworben werden.   Für folgende Konzerte gibt es noch ein geringes Kontingent an Early-Bird-Tickets: Di 04.10.16 Johannes Motschmann / Electric Fields, Providenzkirche Heidelberg Sa 08.10.16, Tord Gustavsen feat. Simin Tander,      Alte Feuerwache Mannheim Do 13.10.16, Goat Support: Josefin Öhrn, Karlstorbahnhof Heidelberg Fr 14.10.16, Christoph H. Mueller & Joachim Roedelius ‚Imagori‘, dasHaus Ludwigshafen Sa 15.10.16, Solokonzert — Malakoff Kowalski, Providenzkirche Heidelberg Di 18.10.16, Trio Feral, Karlstorbahnhof Heidelberg Do 20.10.16, New Jazz Voices, Schatzkistl Mannheim Do 20.10.16, DeJohnette – Coltrane – Garrison, dasHaus Ludwigshafen So 23.10.16, Matana Roberts, Coin Coin Chapter III, Alte Feuerwache Mannheim Mo 24.10.16, Amores Pasados John Potter / Anna Maria Friman / Ariel Abramovich / Jakob Heringman, Heiliggeistkirche Heidelberg …

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Live im Bayerischen Hof: Der Jazz Sommer 2016 naht mit sonnigem Funk und stürmischen Soundgewittern

Wann wird es endlich wieder Sommer? Definitiv ab dem 18.07. im Münchner Hotel Bayerischer Hof! Dieses Jahr findet dort zum 25. (!) Mal der traditionelle „Jazz Sommer“ statt. Die Hintergrundgeschichte dazu ist schnell erzählt: Vor genau 25 Jahren stieg das Hotel Bayerischer Hof mit seiner Location in den 1981 von Friedrich Gulda begründeten „Münchner Klaviersommer“ als Mitveranstalter ein. Als das Festival dann 2001 kurz vor dem Aus stand, wurde der Bayerische Hof zweimal alleiniger Veranstalter und führte das Festival schließlich ab dem Jahr 2007 als „Jazz Sommer im Bayerischen Hof“ komplett in eigener Regie erfolgreich weiter. Damit ist der Stadt München ein wichtiges wie renommiertes Festival erhalten geblieben…Dank des Engagements des Bayerischen Hofes, der für Jazz-Impulse und Innovationen stets seine Pforten öffnet. Abgesehen vom silbernen Jubiläum des Jazz Sommers findet auch dieses Jahr wieder ein abwechslungsreiches, interessantes, hochkarätig besetztes Festival mit allem „Drum und Dran“ statt: Traditionell eingeläutet wird der „Jazz Sommer“ bereits am Vorabend, Sonntag den 17.07., mit der Band „Münchner Musik-Kritiker machen Musik“. Danach folgt am 18.07. der offizielle Eröffnungsabend im Festsaal mit keinem Geringeren als Marcus Miller, der gerade mit seiner aktuellen …

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+++ News +++ Jazz in Frankfurt, Stuttgart und Leipzig +++

Jazzinitiative Frankfurt Am Sonntag, den 25. Oktober 2015 um 20.30 Uhr präsentiert die Jazzinitiative Frankfurt das Diego Piñera Quartet im Club Voltaire. Hier steht ein großartiger junger Drummer, Percussionist und Komponist kurz vor seinem Durchbruch. Diego Piñera war für den ECHO JAZZ 2015 unter der Kategorie „Instrumentalist des Jahres“ nominiert. Das Publikum erwarten nicht nur rhythmisch sehr abwechslungsreiche Stilistiken, von Swing über Bop bis Latin, sondern auch eine feine Melodik, die federleicht ins Ohr geht. Fast unbemerkt bleibt da die hohe rhythmische und harmonische Komplexität, die seine Stücke auszeichnet. Die Band, die Piñera um sich gruppiert har, tritt seit Jahren gemeinsam auf und hat ein beeindruckendes Interplay entwickelt. Selbst Ausflüge in freie Passagen sind so als Gemeinschaftsprojekte wahrnehmbar und nicht als Egotrips. Diego Piñera wurde in Uruguay geboren und wuchs in Montevideo auf; seit Abschluss seiner Studien in Boston, Mass., Havanna/Cuba und Leipzig lebt er in Berlin. Diego Piñera (dr, perc), Peter Ehwald (sax), Tino Derado (p) und Phil Donkin (b),www.diegopinera.com Club Voltaire e.V., Kleine Hochstr. 5, Frankfurt am Main, Tel.: 069 292 408, www.club-voltaire.de, clubvoltaire@t-online.de, Tickets: 12,-/9,- Euro (Kartenreservierung empfohlen), weitere Informationen zum Konzertprogramm …

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Zweite Ausgabe der Montreux Jazz Academy vom 5. bis 11. Oktober 2015

Anlässlich der zweiten Ausgabe vom 5.-11. Oktober 2015 sind bei der Montreux Jazz Academy zehn junge Musiker aus der ganzen Welt zu Gast.  Yaron Herman, Al Jarreau, Ziv Ravitz, Nils Petter Molvær, Kurt Rosenwinkel und Joe Sanders werden als Mentoren anwesend sein. Das Publikum kann dabei täglich und kostenlos von Workshops und Jam-Sessions profitieren.Die Academy will Karrieresprungbrett sein und- sieht sich als Plattform für musikalische und kulturelle Begegnungen in einem intimen Rahmen. Sie steht für intensives Spielen und den Austausch von Wissen zwischen mehreren Musikergenerationen.   Zwei Konzerte unter der Direktion von Yaron Herman finden am 8. Oktober 2015 ganz im Herzen der Residenz – also dort, wo die Talente arbeiten – statt: Im Centre Musical Sylvia Waddilove in Villeneuve. Die MJAF gibt dem Publikum die Möglichkeit, sich noch öfter an diesen Ort musikalischen Schaffens – ins Centre Musical Sylvia Waddilove – zu begeben. Jeden Abend um 17.00 Uhr werden öffentliche und kostenlose Workshops angeboten, wo Mentoren wie Al Jarreau oder Nils Petter Molvær, aber auch externen Referenten wie dem englischen Komponisten der Filmmusik John Altman freie Hand gelassen wird. Eine etwas andere Art, die Künstler …

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