Keith Jarrett: La Fenice
Keith Jarrett: La Fenice Keith Jarrett: La Fenice

Rezension: Keith Jarrett: La Fenice

Man weiß nicht so genau, was noch in den Archiven von ECM schlummern mag, aber da scheint es ja in Sachen Jarrett kaum ein Ende zu geben. Nun also eine Aufnahme aus dem „Gran Teatro La Fenice“ in Venedig. Man schreibt das Jahr 2006. Und Keith Jarrett schreibt eine weitere Improvisation. Von den langen improvisatorischen Gleisen der 70er bis 90er Jahre hat er sich längst entfernt. Sein Soloabend ist dokumentiert auf zwei CDs und besteht aus acht „Parts“ und vier Standards; insgesamt 97 Minuten. Wie schon in anderen Solo-Aufnahmen nach 2000 wirken die Improvisationsgleise bei Jarrett kondensierter als bei den Lang-Improvisationen aus der Zeit davor (beginnend mit dem „Köln Concert“ den Konzerten in Lausanne und Bremen (Danke für den Hinweis, Herr Ries) und einstweilen endend mit „A Multitude of Angels“) – oder anders: sie sind schlicht kürzer. Zwischen den „Parts“ …

Weiterlesen

Nordlichter in Südtirol – ein Festival für Entdecker

Grob gesagt gibt es zwei Typen von Jazzhörern: Die einen wollen das hören, was sie schon immer gehört haben. Im Extremfall reisen sie ihren Idolen von Konzert zu Konzert, von Stadt zu Stadt nach. Besonders beliebt sind Klavier-Ikonen wie Keith Jarrett, Brad Mehldau, Herbie Hancock oder Jamie Cullum. Aber auch Saxophonisten wie Charles Lloyd oder Gitarristen wie Pat Metheny haben großes Verehrungspotenzial. Die Fans dieser Künstler leben in der Musikwelt ihrer Hausgötter und legen Wert auf den rituellen Vollzug ihrer Jazz-Andachten. Der zweite Typus des Jazzhörers will immer Neues. „Kinder, schafft Neues“ fordern sie von den Musikern und suchen es live, online oder auf Tonträger. Neue Gesichter entdecken sie dabei regelmäßig beim Jazzfestival Südtirol Alto Adige. So auch wieder dieses Jahr: Das schwedische Rotkehlchen Anni Elif Egecioglu gastierte in Meran mit ihrem Jazz-Dance-symphonischen Trio  „Elifantree“ im Rahmen eines Kurkonzerts, mit …

Weiterlesen

Gewinnen Sie Tickets! JAZZ SOMMER 2018 im Bayerischen Hof

Als Medienpartner des Jazz Sommers im Bayerischen Hof verlosen wir 15 mal 2 Tickets. Versuchen Sie Ihr Glück – Postkarte oder E-Mail genügen! Das Festival „Jazz Sommer im Bayerischen Hof“ gilt als offizieller Nachfolger des Münchner Klaviersommers, der bis Ende der 90er Jahre Weltstars wie Miles Davis, Sonny Rollins, Keith Jarrett, Stan Getz, Wynton Marsalis, aber auch Klassik-Stars wie Svjatoslav Richter, Jewgenij Kissin, Martha Argerich, Ivo Pogorelich in der Philharmonie und anderen Hallen der Hochkultur in München prästentierte. Auch diesen Sommer bietet das 2007 vom Hotel Bayerischer Hof gegründete Festival vom 23. – 28. Juli ein erlesenes und abwechslungsreiches Musik-Programm im Festsaal und Night Club. Das Festival wird am 23.7. von der britische Soul-Jazz-Band Incognito eröffnet. Im Anschluss daran spielt Nik West mit ihrer Band im Night Club coolen Funk. Die Blues-Legende Lucky Peterson tritt am 24.7. mit seiner Band The …

Weiterlesen
Wenn Siri Keith Jarrett versteht. Screenshot
Wenn Siri Keith Jarrett versteht. Screenshot

Wer ist eigentlich dieser Kies Jerry@?

Die Veröffentlichung der Aufnahmen des Labels ECM bei zahlreichen Streamingdiensten hat für einiges Aufsehen und -hören gesorgt. Aber natürlich gibt es auch eine Welt jenseits von ECM. Vor allem bei Kies Jerry@ – wie mein „guter“ Freund „Siri“ immer sagt. Es folgt also eine kleine Playlist mit den vermutlich nicht so bekannten Aufnahmen von Keith Jarrett in seinen frühen Jahren, bevor die großen Plattenlabels und ECM auf ihn aufmerksam wurden. Als Sideman, in seiner ersten Trioformation oder ganz solo mit geordertem Streichquartett. Lange waren diese Aufnahmen nicht so einfach zugänglich. Ich hatte sie das erste Mal als Schüler noch gehört, als Peter Rüedi für den NDR die dreizehnteilige Jarrett-Reihe Anfang der 80er Jahre produzierte mit dem wunderschönen Titel „Die Geometrie der Inspiration“. Die Sachen hatten mich damals sehr interessiert und ich suchte nach Aufnahmen wie „Restoration Ruin“, die ich zu …

Weiterlesen

Um Haltung geht es: Im Gespräch mit Florian Peters über dessen neues Album „11 Waves“

Was ist jenseits der Gedanken und Meinungen, die vielleicht doch nicht alles sind? Höre auf, das Haus suchen zu wollen, wenn Du gerade im Raume bist! Kannst Du noch die Stille hören? Oder die Leere lieben? Florian Peters, Singer/Songwriter, Pianist und Gitarrist aus Regensburg hatte sehr lange viele Gedanken im Kopf, die irgendwann Worte, Sätze und schließlich Songs bildeten. Etwa sein „Mantra to stop Crazyness“, aus welchem die oben zitierten Zeilen stammen. Für seine Songs nimmt Peters sich Jahre Zeit. Jahre des Lebens, des Suchens und des Angekommen-Seins. Genug Material für viele Momentaufnahmen von Stimmungen, Gefühlszuständen und Reflexionen ist hier zusammen gekommen, wie Florian Peters im Gespräch betont: „Jeder Song hat seine individuelle Geschichte. Mein Leben ist ja auch sehr vielfältig und genau diese Vielfalt ist mir ein sehr hoher Wert.“ Zur gelebten Vielfalt des Florian Peters gehören neben seinen …

Weiterlesen

Ein Buch-Tipp: 100 Jahre Jazz

Die Geburtsstunde des Jazz ist ja nach wie vor umstritten. Das gibt der Autor dieses Jubiläumsbandes auch ganz offen zu. Viele datieren sie aber nach wie vor auf den 26. Februar 1917, als die Original Dixieland Jass Band des Kornettisten Dominic James La Rocca die Titel „Livery Stable Blues“ und „Dixieland Jass Band One-Step“ für das Plattenlabel Victor aufnahm. Wie danach der Jazz zu dem wurde, was er heute ist, führt dieses Buch in 63 Porträts von Musikern, die den Jazz prägend beeinflusst haben, vor: Von seinen Anfängen in den Straßen New Orleans 1917 bis heute stehen sie stellvertretend für inzwischen 100 Jahre Jazzgeschichte. Die bedeutendsten Akteure des Jazz werden vorgestellt – nach Epoche und Stilrichtungen: von Louis Armstrong und Johnny Dodds über Count Basie und Benny Goodman bis hin zu Stan Getz und Sonny Rollins. Jedes Porträt umfasst eine …

Weiterlesen

Brubeck for Two – Die CD „IN YOUR OWN SWEET WAY“ von Sabine Kühlich und Laia Genc

Von Dietrich Schlegel – Eine der schönsten und originellsten CDs dieses Jahres ist zweifellos „IN YOUR OWN SWEET WAY – A Tribute To The Great Dave Brubeck“, ein Duo der Aachener Sängerin/ Saxophonistin Sabine Kühlich und der Kölner Pianistin Laia Genc (Double Moon Records). Gut Ding will Weile haben – das alte Sprichwort trifft haargenau den Werdegang und Reifeprozess, den dieses Album seit 2009 bis zum Release im Frühjahr durchschritten hat. Über den Verlauf gaben die beiden erfolgreichen und sympathischen Musikerinnen, die sich längst mit Konzerten, Festivalauftritten und CDs in der Jazzszene behaupten, in einem lebhaften Gespräch mit der JazzZeitung ausgiebige Auskunft. Vor bald sechs Jahren hatte Sabine Kühlich auf Anfrage einer Veranstalterin nach einem „Tribute“-Wochenende mehrere Vorschläge unterbreitet. Die Wahl fiel auf Dave Brubeck. Bald wurde daraus die Idee eines Duo-Projekts. „Ich brauchte nicht lange zu überlegen, mit wem …

Weiterlesen

NEWS +++ Sven Fallers „Night Music“ in Weiden +++ JazzDate 2016 Leipzig +++ Konzerttermine des Jazzclub Leipzig +++

+++ Von einem, der auszog, die Magie der Nacht zu ergründen +++ Mit dem Projekt „NIGHT MUSIC“  zelebriert Sven Faller mit hauptsächlichen Eigenkompositionen Musik für den Moment, der die Nacht nicht zum Tage macht, sondern ihre geheimnisvolle Energie erleben lässt. Stimmungsvolle Jazzballaden wie „The Shining Sea“ oder „You And The Night And The Music“ spiegeln die Ruhe und Einsamkeit eines ziellosen Spaziergangs durch leere Straßen mit sparsamer Beleuchtung, eine nächtliche Autofahrt in einem fremden Land oder das Wachliegen nach einem merkwürdigen Traum wider. „NIGHT MUSIC“ ist das erste Projekt des Kontrabassisten Sven Faller unter eigenem Namen. Unterstützt wird er dabei von dem amerikanische Pianisten Bob Degen, unbestritten eine zentrale Figur in der Geschichte des deutschen Jazz, der im Stil eines Bill Evens mit lyrischen, swingenden Linien der ideale Partner für Sven Fallers musikalische Erzählungen ist. Am Schlagzeug sorgt die junge Schlagzeugerin …

Weiterlesen

+++ News +++ Konzertvorschau +++ Oberthulba +++ Weidener Jazzherbst +++

PIANO BÜHNE KLEINHENZ +++ Freitag 23. Oktober 2015,  um 20 Uhr: Harry Ahamer & Band aus Wien – „Ko ma scho was song?“ -Mundart Funk , Blues, Soul , Jazz! Als Integrationsfigur, Szenemittelpunkt oder Katalysator bezeichnet man Vollblutmusiker wie Harry Ahamer gerne, die nicht nur vom Publikum, sondern ganz besonders auch von den Kolleginnen geschätzt werden – aufgrund der Hingabe zur Musik und einer großen Begabung, die über das Alltägliche hinausweist. Geschenkte Inspiration, von wo auch immer,  und klangliche Umsetzung des nicht zu Versprachlichenden sind die Stichworte jener besonderen Kunst, die über das Handwerk hinausgeht – interessanterweise oft von Autodidakten.  So auch bei Harry Ahamer, geboren 1964 in Vöcklabruck (oö). Statt einer Uhr gibt es eine Gitarre zur Firmung, der weitere Weg ist somit vorgezeichnet. Dieser dann oft per Autostop zurückgelegt, und als handliches Instrument für beengte Fahrstunden die Bluesharp …

Weiterlesen

11 Millionen Facebook-Freunde sollt ihr sein

Eher durch einen Zufall und durch Langeweile durchforstete ich das Facebook-Universum, um ein Fan von Keith Jarrett zu werden. Der hat ja bald einen runden Geburtstag. Ich erinnerte mich an eine Sendereihe von Peter Rüedi aus den frühen 80er Jahren beim NDR, als der noch so etwas wie einen Kulturkanal hatte, der simpel NDR 3 hieß. Rüedi hatte in elf Folgen die musikalische Geschichte von Jarrett aufgezeichnet bis „Nude Ants“ mit dem verheißungsvollen Untertitel „Die Geometrie der Inspiration“. Das kam alles aufs eigene Magnetband und verschwand beim letzten Umzug leider. Das sei nur erwähnt, weil jetzt ja Wolfgang Sandner eine Biographie aufgelegt hat, die ganz gut gehypt wird. Rüedi war damals jedenfalls dicht dran und das Medium Rundfunk eine schöne Sache. Aber so bin ich bei Jarrett auf Facebook gelandet und sah mit konfrontiert damit, dass der ja über 90.000 …

Weiterlesen