Von der Idee zur Marke: Jazz & The City Salzburg

Tina Heine hat es geschafft, innerhalb von vier Jahren das Festival Jazz & The City von einer Idee zur Marke werden zu lassen. Aus der Erbmasse eines strukturell traditionellen und bereits seit zwei Jahrzehnten bestehenden Jazzfestivals in Salzburg hervorgegangen, hat sich eine Konzertreihe in ein urbanes Event verwandelt, das der Stadt fünf Tage im Herbst ein junges, vielseitiges und immens agiles Antlitz verleiht. Zwar schwärmen weiterhin Bus-Kohorten zumeist fernöstlicher Touristen über die Gassen aus und versuchen shoppend und fotografierend ein Bild von europäischer Gegenwart zu erhaschen. Daneben aber sieht man andere Leute, freakige, szenige, auch ganz normal interessierte Musikfans, die mit dem Programm unter dem Arm von einem Venue zu nächsten pilgern, um Konzerte in ungewöhnlichen Umgebungen oder auch ungewöhnliche Künstler in bekanntem Ambiente zu erleben. Dabei gelingen dem Festival gleich mehrere Kunststücke. Zum einen sind nur wenige Konzerte klassischer Jazz im traditionell swingboppenden Stilverständnis. Wenn ein Schlagzeuger wie Pedro Melo Alves oder ein Geiger wie Théo Ceccaldi auf die Bühne kommen, dann muss man vielmehr mit Experimenten, freien Klängen, mit Energieausbrüchen oder auch clusternder Texturarbeit rechnen. Viele Konzerte brechen außerdem mit dem Tabu des …

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Jazz Talk mit Tiefgang: Markus Brock interviewt die Künstlerin. Foto: Hans Kumpf

Dee Dee Bridgewater erhält German Jazz Trophy und eröffnet das Stuttgarter Festival jazzopen

Am Donnerstag, den 4. Juli 2019, überreichte Martin Hettich, Vorstandsvorsitzender der Sparda Bank Baden-Württemberg, für die Stiftung seiner Bank die German Jazz Trophy 2019 an die amerikanische Künstlerin DeeDee Bridgewater. Die Auszeichnung – eine Statuette des Bildhauers Otto Hajek  sowie 20.000 Euro Preisgeld – erhielt die Künstlerin für ihr Gesamtwerk im SpardaWelt Eventcenter in Stuttgart. Moderator Markus Brock fand in Bridgewater eine höchst lebendige und unterhaltsame Gesprächspartnerin, deren persönliche Biografie auch die jüngste Jazzgeschichte widerspiegelt Im Anschluss an die Preisverleihungszeremonie hatte sie die Ehre, vor vollbesetztem Saal das Festival jazzopen 2019 mit ihrem Eröffnungskonzert einzuläuten. Es folgte ein fulminanter Chansonabend der mehr als zwei Jahrzehnte in Frankreich und Paris lebenden Sängerin und ihrem französischen Quartett. Unnachahmlich, wie Bridgewater in die Chanson-Klassiker von Jaques Brel und Gilbert Bécaud Soul, Swing und afrikanische Grooves einwebte. Zuletzt stand die versierte Vokalistin 2017 bei einem einmaligen Konzertabend von Quincy Jones & Friends gemeinsam mit der Jazzlegende selbst, George Benson, Jacob Collier, dem Stuttgarter Kammerorchester und der SWR Big Band auf der jazzopen-Bühne. 2013 war die 1950 in Memphis/Tennessee geborene Künstlerin auf dem Schlossplatz zusammen mit dem chinesischen Klassik-Pianisten Lang …

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+++ news +++ Podiumsdiskussion „Music Performance 4.0“ bei Jazz&Talk +++ Erster eastPLUGGED Junior Award der USB Stiftung vergeben +++

Die beiden Moderatoren der „Jazz & Talk“ Reihe im Münchner Gasteig, Andreas Kissenbeck und Michael Keul, laden am 24. Juni zu einer Podiumsdiskussion über zukunftsweisende Formate im Jazz und in anderen Genres unter dem Titel „Music Performance 4.0“ ein. „Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge, Smart Cities – wir werden alle konfrontiert mit Begriffen, die uns eine Zukunft suggerieren, in der nichts mehr so bleiben wird, wie es ist. In Zeiten großer Veränderungen gibt es auch viele Chancen, bisher Dagewesenes zu transformieren und in eine neue Zukunft zu überführen. Was heißt das für die Livemusik, für Veranstalter und Konzertformate? Erreichen wir nun andere Publika? Welche Künstler gehen mit uns einen zukunftsoffenen Weg und wer lernt hier eigentlich vom wem?“ Diese Fragen wollen Kissenberg und Keul aufwerfen und in spannender Runde diskutieren. Auf dem Podium vertreten sind Tina Heine, die als Intendantin des Jazz & The City in Salzburg, an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und als freie Kulturmanagerin arbeitet, Mario Steidl, Intendant des Internationalen Jazzfestivals Saalfelden, Schlagzeuger Alfred Vogel, der gleichzeitig als Intendant des Bezau Beatz tätig ist, Musikjournalist Ralf Dombrowski, Martina …

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+++ News: +++ Preisträger des 2. ACHAVA Jazz Award in Weimar: das Miguel Zenón Quartett +++14. Caprichos Musicales – Gitarrenworkshop auf Teneriffa +++

Weimar: Das Miguel Zenón Quartett gewinnt den ACHAVA Jazz Award 2019   Der ACHAVA Jazz Award  ist eine Koproduktion der ACHAVA Festspiele Thüringen und der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Er zeichnet ein künstlerisch herausragendes Band-Projekt aus, das den transkulturellen Charakter des Jazz ins Zentrum seines Schaffens stellt und dies auf hohem künstlerischen Niveau umsetzt, indem es die improvisatorischen oder kompositorischen Ausdrucksmittel des Jazz beispielsweise mit Volksmusik, populärer Musik oder europäischer Kunstmusik vermischt. Aus den sieben Finalisten wurde von der Jury das Miguel Zenón Quartett ausgewählt. Namensgeber der Preisträger des 2. ACHAVA Jazz Award ist der Saxophonist Miguel Zenón, der in Puerto Rico geboren und aufgewachsen ist und derzeit in New York lebt. Seine Musik ist eine Mischung von lateinamerikanischer Folkmusik und Jazz. Außerdem gehören dem Quartett an: Luis Perdomo (Klavier), Hans Glawischnig (Kontrabass) und Henry Cole (Schlagzeug). Die Begründung der Jury: Der New Yorker Saxophonist Miguel Zenón widersetzt sich den Gewohnheiten. Seine Musik ist komplex und klar zugleich, fein strukturiert und weit ausholend, kunstvoll geplant und offen konzipiert. Sie verknüpft seit mehr als zwei Jahrzehnten Rhythmen und Spielformen seiner Heimat Puerto Rico mit …

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Dombrowski mit Mitchell unter den besten Jazzbildern 2019

Ein Mann, der stets seine Kamera für die Jazzzeitung bereithält. Ralf Dombrowski ist schon seit Längerem als hochgeschätzter Fotograf für die Redaktion der Jazzzeitung aktiv. Das Team freut sich umso mehr, dass Ralf Dombrowski es mit seiner Fotografie von Roscoe Mitchell auf dem Jazzfest Berlin 2018 unter die Top 30 der besten Jazzbilder des Jahres 2019 von Jazz World Photo geschafft hat. Damit ist er als einziger deutscher Fotograf im Finale. Die Redaktion der Jazzzeitung drückt die Daumen! Die Fotos der Finalisten wurden bereits auf Facebook unter folgendem Link veröffentlicht. Beitragsbild: Ralf Dombrowski. Foto: TJ Krebs  

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Spielend leichtes Bariton: Céline Bonacina beim BMW Welt Jazz Award 2019 in München

Die zierlich Céline Bonacina spielte bei der Münchener Konzertserie „Saxophone Worlds“ – der 11. Ausgabe des BMW Welt Jazz Award – das Baritonsaxophon. Es sieht in ihren Händen noch größer aus, als es sowieso schon ist. Doch wenn die ersten Töne erklingen – mächtig, tief, druckvoll oder auch im hohen Register als überblasene Obertöne – dann werden Größenverhältnisse obsolet: Bonacina ist eine Weltmeisterin ihres Instruments, und das brachte sie auch beim Award–Konzert vergangenen Sonntag im Doppelkegel der BMW Welt zusammen mit ihrer hochkarätig besetzten Band zum Ausdruck. Neben dem latin-claves-sicheren Pianisten Leonardo Montana gehört dieser Formation der kanadische Bassist Chris Jennings an, der schon viele Größen der internationalen Jazzszene begleitete. Der israelische Schlagzeuger und Perkussionist Asaf Sirkis gilt als Meister innovativen Drummings auf seinem von ihm entwickelten Drumset, das hauptsächlich aus Rahmentrommeln verschiedener Größen besteht. Die beiden Fotografen Thomas J. Krebs und Ralf Dombrowski waren wieder vor Ort und hielten die besondere Matinee-Atmosphäre fest. Eine Konzertkritik von Ssirus W. Pakzad lesen Sie auf www.nmz.de

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Richtig beliebt: Maciej Obara Quartett eröffnet BMW Welt Jazz Award 2019

„Unloved“ hieß das Programm, das Altsaxophonist Maciej Obara am vergangenen Sonntag in den den Doppelzylinder der BMW Welt in  München mitbrachte.  Nach gut zwei Stunden hoch energetischem Spiel seines polnisch-norwegischen Quartetts waren die vier Musiker beim Publikum das krasse Gegenteil von „unloved“, nämlich extrem beliebt. „Unloved“ ist ein Song des Komponisten und Pianisten Krzysztof Komeda, dem Spiritus Rector des modernen Jazz in Polen, der ihn einst für den gleichnamigen Film von Janusz Nasfeter komponiert hatte. Er war das einzige Stück des Jazzvormittags, das nicht von Bandleader Maciej Obara  stammte. Im Zentrum der sinfonisch-opulenten Kollektiv-Improvisationen stand stets das lyrisch-kraftvolle Saxophon von Maciej Obara, der seine vier Mitmusiker sicher durch die Klippen komplexester Rhythmen und Harmonien führte. Seinem virtuosen Spiel standen sein Landsmann Dominik Wania am Klavier sowie die beiden Norweger Ole Morten Vagan am Bass und Gard Nilssen am Schlagzeug um nichts nach. Für die JazzZeitung.de hielten die Photographen Ralf Dombrowski und Thomas J. Krebs Momente in Farbe und Schwarzweiss fest. Ein ausführliche Kritik von Ssirus W. Pakzad lesen Sie demnächst unter www.nmz.de Mit diesem Auftakt ging der BMW Welt Jazz Award 2019 unter dem Motto …

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Jazz News. Foto: Hufner

+++News: +++Die Finalisten des Nachwuchs-Jazzpreises der Jazzwoche Burghausen 2019+++Jetzt Anträge zur nächste APPLAUS-Förderrunde stellen+++

Nachwuchspreis Burghausen Es  ist ein wichtiges Signal, das die Macher der 50. Internationalen Jazzwoche Burghausen  (26. bis 31. März 2019) mit Ihrer diesjährigen Programmgestaltung aussenden: Erstmals  wird die Jazzwoche von der Jugend eröffnet und auch das letzte Konzert des Musikfestivals werden in Burghausen  ausgezeichnete  Nachwuchs- künstler bestreiten. „Wir gehen mit der Zeit und möch- ten den vielen hochkarätigen Nachwuchs-Jazzern Raum geben“,sagt der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) Jazz Burghausen e.V. Herbert Rißel. Bereits zum 11. Mal richtet die IG  Jazz  gemeinsam mit  der Stadt Burghausen  den Europäischen  Nachwuchs-Jazzpreis aus bei dem sich die fünf Finalisten in einem immer voll besetzten Stadtsaal ein Battle der Musikkunst liefern. Am 26. März 2019 sind also die jungen Musiker diejenigen, die die Jazzwoche eigentlich  eröffnen.  Jede Band hat wie gewohnt 20 Minuten Zeit, um die hoch- karätige Jury zu überzeugen. Von Anfang an sind in der Jury: Prof. Joe Viera (Leitung) und die Musik-Journalisten Roland Spiegel, Ralf Dombrowski sowie Reinhard Köchl. Jedes Jury-Mitglied wählte im „Blindverfahren“ die Finalisten aus, die Reihenfolge wird am Tag des Finales ausgelost. Der 1.  Platz ist wieder mit 5.000 Euro, der 2. Platz mit 3.000 …

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Chris Minh Doky (b). Foto: Ralf Dombrowski
Chris Minh Doky (b). Foto: Ralf Dombrowski

Chris Minh Doky und der Neue Nordische Jazz

Ralf Dombrowski war mit seiner Kamera dabei, als Chris Minh Doky in der Vorweihnachtswoche in München gastierte. In der Unterfahrt spielte der in Kopenhagen geborene Sohn einer Dänin und eines Vietnamesen  mit dem „New Nordic Trio“ Musik, die deutlich auf seine musikalische Heimat verweist. Beim BMW Welt Jazz Award 2017 demonstrierte Chris Minh Doky mit dem Pianisten Peter Rosendahl und dem Schlagzeuger Jonas Johansen bereits eindrucksvoll, wie der Norden tönen kann. Ein erstes Album des „New Nordic Trio“ setzte sich noch mit der Natur Skandinaviens, mit den endlosen Weiten, den Mythen auseinander. Das neue Werk des Dreiers befasst sich eher mit den Menschen, die in den höheren Regionen Europas leben – kurz: mit der nordischen Seele.  

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