Ramón Valle heizt im Münchner Jazzclub Unterfahrt ein

Draußen vor der Tür satte zweistellige Minusgrade, drinnen im Club karibische Hitze und kubanische Rhythmen. Der 1964 in Holguin auf Kuba geborene Pianist Ramón Valle zündete ein mitreißendes musikalisches Feuerwerk mit seinem langjährigen Begleiter Omar Rodriguez Calvo am Bass und dem inspirierten Schlagzeuger Jamie Peet. Da wippten die Füße zum ungezügelten Groove der Musik, perlende Klavierläufe mit vertrackten Tempi ließen immer wieder aufhorchen, herrliche Soli sorgten für Spannung und Valle prägte den Abend mit einer sehr persönlichen Songauswahl. Das Trio spielte ausschließlich Kompositionen aus Valles Feder. Ein Coversong war dann doch dabei: Michael Jacksons – Nomen est omen – „Don’t stop ‘til you get enough“. Das begeisterte Publikum konnte einfach nicht genug bekommen und die Musiker spielten bis auch das letzte Eis (im Glas der Drinks) geschmolzen war.  

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Stephanie Lottermoser präsentiert „This Time“ live

Im Nightclub des Hotel Bayerischer Hof präsentierte die Tenorsaxophonistin Stephanie Lottermoser ihre brandneue auf Motor Entertainment erschienene CD „This Time“. Ihre Kompositionen sind gespickt mit packenden Grooves im Wechsel mit einfühlsamen Beats und klasse Texten – von ihr gesungen. Begleitet wird sie dabei von versierten Musikern wie dem Gitarristen Ferdinand Kirner, Jan Eschke an den Keyboards (im Konzert mit Hansi Enzensperger von Organ Explosion), Ludwig Klöckner am Bass sowie dem Drummer Christoph Buhse. Das Ganze soundtechnisch sauber produziert von Meister Steve Greenwell, aber mit Bedacht und immer Lottermosers eigene Sound-Handschrift tragend.   „This Time“ zeigt Lottermoser allen wo das Saxophon hängt: locker um den Hals, fast schwebend spielt sie auf Teufel komm raus und begeistert den Hörer. Da wippen die Füße, schnippen die Finger und angesichts der mitreißenden Mucke fällt es einem schwer still zu sitzen. Bis dann doch die eine oder andere Ballade gespielt wird, die Vocals zu ihren Stücken sind ebenfalls erste Sahne, eine kurze Verschnaufpause bis zum nächsten Kracher.     Bei ihrer Livepräsentation im Nightclub Bayerischer Hof legte Stephanie Lottermoser dann noch eins drauf. Im Vergleich zur CD war das ganze …

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Matinee: Das Duo Elin-Sakas bei Eleven-eleven in Olching

Die Musikreihe „Eleven-eleven MusikKultur e.V.“ wurde im Februar 2005 aus der Taufe gehoben. Seitdem fanden 156 spannende Matineen im Konzertsaal des Olchinger KOM statt. Am letzten Sonntag, dem 18.02.18, war es wieder einmal soweit: diesmal mit dem Duo des Saxophoninsten und Bassklarinettisten Christian Elin und Prof. Maruan Sakas am Flügel. Eine besondere Matinee dieser Konzertreihe, stand sie diesmal ganz im Zeichen des Jazz und der Improvisation. Allerdings mit einem kleinen Wermutstropfen gleich zu Beginn: Elin, der außer Sopransaxophon auch ein Virtuose an der Bassklarinette ist, musste beim Konzert leider kurzfristig auf dieses herrliche Instrument verzichten, da es kurz vor dem Konzert umfiel und nicht mehr spielbereit war. Wie es im Jazz nun mal ist wurde das Programm kurzerhand umgestellt, und so spielten die beiden einfach Stücke für Piano und Sopransaxophon aus ihrem Repertoire… und die hatten es in sich! Außer Marcus Millers „Straight to the heart“ und Jan Garbareks „Twelve Moons“ standen vornehmlich eigene Kompositionen im Focus. Allesamt vorgetragen mit Verve und beseelten Improvisationen. Dabei entwickelten sich lyrische Zwiegespräche, geprägt von herrlichen Melodieläufen und zogen das Publikum in Bann, getreu dem Motto der Matinee „Rhythm …

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Norma Winstone mit „Descansado“ am 18. Februar im Landsberger Stadttheater

Am kommenden Sonntag um 19:00 gastiert die Sängerin und Lyrikerin Norma Winstone mit ihrem Trio, erweitert um den Perkussionisten Helge Andreas Norbakken, im Landsberger Stadttheater. Im Gepäck dabei hat sie ihre neue CD „Descansado – Songs For Films“. In der Besetzung mit Glauco Venier am Piano und Klaus Gesing (Bassklarinette & Sopransaxophon) ist es ihr mittlerweile fünftes Album. Die letzten drei Aufnahmen in dieser einzigartigen Trio-Besetzung sind bei ECM erschienen und bei der aktuellen ECM Aufnahme hat sie ihre Formation um Mario Brunello am Cello und den Perkussionisten Helge Andreas Norbakken verstärkt. Winstone interpretiert mit ihrem Programm „Descansado“ Filmmusiken legendärer Komponisten wie Nino Rota, Ennio Morricone oder Michel Legrand. Man kennt die Melodien der Themen von Il Postino, Taxi Driver, Lisbon Story oder Vivre Sa Vie. Was die Musik bei Norma Winstone letztlich auszeichnet sind die Arrangements in ihrer Handschrift sowie die intime Besetzung mit Stimme, Klavier und/oder Bassklarinette – hier nun ergänzt mit Brunellos feinem Cellospiel und der einfühlsamen Perkussion von Norbakken. Nicht für alle Stücke gab es bis dato Texte. Die wurden von Norma Winstone selbst verfasst, wobei die Quelle ihrer Inspiration dafür …

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CD-Rezension und Konzert-Tipp: Chris Gall Trio – Cosmic Playground

„Cosmic Playgrund”, die neue Trio CD des Pianisten Chris Gall, ist auf eine besondere Weise eine „family affair”, begleitet am Schlagzeug von seinem jüngeren Bruder Peter Gall (der bereits an den ersten Vorgängeralben mitbeteiligt war) und dem Münchner Ausnahmebassisten Henning Sieverts. Die drei kennen sich seit Jahren, musizieren und arbeiten immer wieder in unterschiedlichsten Besetzungen erfolgreich zusammen. Mit der neuen Aufnahme gelingt Gall etwas, das beim ersten Hören leicht und unbeschwert klingt, es im Nachgang aber in sich hat. Ob Nina Simones „Sea Line Woman“, Lennon/ McCartneys „Across The Universe“ oder die übrigen für diese Aufnahme komponierten Stücke: Chris Gall geht sein aktuelles Trio-Album musikalisch unkonventionell aber gleichzeitig vollkommen balanciert an. Absolut fresh und melodiebetont, wie man es bislang von ihm kennt, schert er sich nicht um Genrereinheit eines Jazzalbums, sondern spielt hochemotional und gleichzeitig harmonisch pointiert. Das Trio musiziert homogen mit viel Raum für Klangmomente und erzählt so mit den Instrumenten großartige, spannende Geschichten. Dabei entsteht eine grandiose Stimmung die nicht nur Jazzfans begeistern dürfte. Allem voran herrscht ein klarer Sound, der die ausdrucksstarken Themen betont. Ob kühle Phrasierungen, heitere Läufe oder groovende Rhythmen …

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Iiro Rantala Trio begeistert im Jazzclub Unterfahrt

Ein mitreißendes Piano-Trio Feuerwerk zündete der finnische Pianist Iiro Rantala vergangenen Mittwoch mit Dan Berglund am Bass und dem Schlagzeuger Morten Lund in der Münchner Unterfahrt. Im ersten durchgehenden Set spielte das Trio eine Standards-Auswahl (…ab sofort gehört Keith Jarretts „So Tender“ zum Great American Songbook), während sie im zweiten Set Eigenkompositionen von Rantala präsentierten. Das Ganze garniert mit herrlichen Bonmots von Rantala in den Ansagen zu seinen Stücken. Dicht gedrängt in der restlos ausverkauften Unterfahrt erlebten die Zuhörer einen fantastischen Abend, der lange nachwirkt. Ein Konzert, das vom ersten bis zum letzten Ton zündete.

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CD-Rezension: Till Brönner & Dieter Ilg: Nightfall

Till Brönner und Dieter Ilg im Duo, diese Konstellation konnten bis dato nur wenige Zuhörer in sporadischen Konzerten erleben. Nun war die Zeit reif für einen Tonträger – und damit geht für so manchen Jazzfan ein Traum in Erfüllung. Die Rede ist von „Nightfall“, der brandneuen, bei OKeh/Sony Music erschienenen, CD von Till Brönner und Dieter Ilg. Was sich bereits in den letzten Jahren bei vereinzelten, gemeinsamen Auftritten ankündigte, findet in der vorliegenden Aufnahme ihren Niederschlag. Eine musikalische Konstellation, die überfällig war: Freunde, Kollegen, Jazzstars, wie auch immer… beide Musiker kennen sich, schätzen einander und haben, trotz der eigentlich gegensätzlichen Instrumente, eine gemeinsame musikalische Geisteshaltung. Der Klangkosmos von Trompete/Flügelhorn und akustischem Bass wurde von beiden grundlegend analysiert, erprobt und entsprechend ausgelotet. Das Ergebnis der beiden Protagonisten ist schließlich ein klanglich harmonisches Meisterwerk, das von der ersten bis zur letzten Minute begeistert. Bei der Auswahl der Stücke haben sich die Beiden bewusst breit aufgestellt. Neben drei Eigenkompositionen finden sich auf der CD unter anderem Standards von Jerome Kern, Ornette Coleman, Johann Sebastian Bach oder Melchior Vulpius, den Beatles, Leonhard Cohen oder Britneys Spears – thematisch enorm …

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Denis Gäbel. Foto: TJ Krebs jazzphotoagency@web.de

Denis Gäbel Quartet: Gelungener 2018er „JAZZ it!“-Auftakt in Germering

Die Germeringer Jazzreihe „JAZZ it!“ eröffnete das Jahr 2018 am vergangenen Freitag mit einer hochkarätigen deutschen Jazz-Formation. Die Band um den Saxophonisten Denis Gäbel, mit Sebastian Sternal am Piano, dem Bassisten Martin Gjakonovski und Silvio Morger an den Drums, boten relaxten und gleichzeitig ungemein spannenden Jazz. Beeindruckend, wie homogen die vier Musiker interagieren zu den harmonisch ausgefeilten Kompositionen aus der Feder des Bandleaders, mit fein gesponnenen Themen, groovigen Elementen und inspirierten Improvisationen. Jeder lässt dem anderen Platz sich zu entfalten; man merkt sofort, dass die Gruppe seit Jahren zusammen spielt und sich jeder auf den anderen verlassen kann. Spielfreude pur! Das Programm des Abends bestand größtenteils aus Gäbels neuer CD „The Good Spirits“, die, eingespielt mit seinem amerikanischen Quartett (zusammen mit Kevin Hays, Scott Colley & Clarence Penn) im März auf dem Label Mons Records erscheinen wird. Mit der Zugabe „East Coasting“ von Charlie Mingus, der einzigen Fremdkomposition des Abends, wurde das beseelte Publikum dann ins neue Jahr entlassen mit der Option auf weitere, höchst interessante Konzerte im Germeringer Amadeussaal. Weitere Highlights u.a.  mit Andreas Schaerer & Lucas Niggli, dem Jason Seizer Quartet oder Marialy …

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Bugge Wesseltoft - Everybody Loves Angels. ACT 9526-2

Bugge Wesseltoft solo am Klavier

Jetzt fehlt noch ein Weihnachtsgeschenk auf den letzten Drücker?! Aber besonders soll es sein! Was bietet sich da an? Hier ist der ultimative Tipp für alle, die noch ein Präsent brauchen: Bugge Wesseltofts neues Piano Solo Album: „Everybody Loves Angels“. Genau 20 Jahre nach seinem Album „It’s Snowing On My Piano“, der wohl meistverkauften Veröffentlichung des Münchner Act Labels, hat sich Bugge Wesseltoft diesmal in die LofotKatedralen zurückgezogen, eine der größten Holzkirchen Norwegens mit einer einzigartigen Akustik. An diesem wunderbaren Ort ist er seiner Inspiration gefolgt und hat auf einem Steinway-Flügel Stücke eingespielt, die wieder dermaßen entschleunigt daherkommen, dass es gut tut sich einfach einmal hinzusetzen, den Klängen zu lauschen und so auch im Nachgang den hektischen Tagen zu entgehen.  Anders als auf „It’s Snowing On My Piano“ liegt der musikalische Schwerpunkt diesmal nicht auf weihnachtlichen Liedern, sondern auf Evergreens wie z.B. Cat Stevens „Morning Has Broken“, Dob Dylans „Blowing In The Wind“ oder Simon & Garfunkels „Bridge Over Troubled Water“. Trotz dieser bekannten „HITS“ funktioniert das Ganze durch Bugges extrem pointiertes Spiel und den schwebend angelegten Melodien, die er den Tasten Ton für Ton …

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Marius Nesets „Circle of Chimes“ in der Unterfahrt

„Before the storm“ – so betitelt Thomas J. Krebs seine Fotostrecke, die er während der Proben des Marius Neset Quintetts aufgenommen hat. Ungestüm und kraftvoll war dann auch das vom Publikum bejubelte Konzert im Jazzclub Unterfahrt, bei der die Band ihr aktuelles, beim Label ACT, veröffentlichtes Album „Circle of Chimes“ vorstellte. Das Miteinander der Musiker, eine relaxte Stimmung, Jokes, Ausprobieren und den Sound im Club checken – eine ganz eigene Stimmung, die letztlich alles über die Musiker selbst, die Band und ihr Zusammenspiel sagt. Es gehört Vertrauen und gleichzeitig Zurückhaltung dazu Musiker zu bewegen, sich bei den Proben fotografieren zu lassen. Ohne Absprache vorab geht hier natürlich nichts, und die Kunst sich im Hintergrund zu halten, eröffnet dann immer wieder neue Perspektiven – stimmungsmäßig wie fotografisch … eben „before the storm“. Fotos & Text: Thomas J. Krebs  

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