Das Klavier und die Politik. Foto: Hufner
Das Klavier und die Politik. Foto: Hufner

Die (Jazz-)Radiowoche vom 05.10.26 bis 11.10.26

Die (Jazz-)Radiowoche vom 05.10.26 bis 11.10.26

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Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1. Aktuell bekommen wir nutzbare Informationen nur vom SWR Kultur, Ö1 und in Sachen Neue Musik von BR-KLASSIK und ebenfalls Ö1.

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Senderliste:



Internet


  • Schweden: P2 sendet immer Dienstags von 21:00 bis 22:00 und Sonntags von 18:40 bis 20:00 ein Jazzkonzert
  • Ungarn: Bartok Radio sendet täglich von 23:00 bis 23:55 eine Jazzsendung

mo – 05.10.2026


22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
ARD Jazz. Spotlight: Die Ruhe im Sturm – Camila Nebbia und ihr Saxofon

Von Konrad Bott. Ein Fluss fragt nicht, ob er fließen darf. Ein Vulkan bricht nicht aus, weil er bösartig ist. so – stoisch und doch gleichzeitig dringlich wie Naturgewalten, zeigt sich auch Camila Nebbia mit ihrem Saxofon. Woher kommt es, dass sie einen so – chaotisch komplexen Klang entwickelt hat? Warum sind Reibung im Klang und Zerstörung von Sicherheiten beim Hören so – wichtig für die Saxofonistin, die so – umgänglich und sanftmütig scheint? Lassen Sie sich überraschen und lernen Sie Camila Nebbia kennen, die 2026 beim traditionsreichen SWR NEWJazz Meeting den Ton angeben wird.

23:03:00 +++ Ö1
Thomas Wally analysiert Steve Reich

Neue Musik auf der Couch. „Different Trains“ für Streichquartett und Tonband von Steve Reich zu dessen 90. Geburtstag

„Different Trains“ gehört zu jenen Werken des amerikanischen Komponisten Steve Reich, deren musikalisches Material seinen Ursprung in sorgfältig ausgewählten Sprachaufnahmen hat: kurze Sprachsamples, die klar erkennbare Tonhöhen und Rhythmen haben, werden in einen vielstimmigen musikalischen Satz eingewoben – und auch immer wieder von Instrumenten begleitet und imitiert. Die Inspiration für dieses Werk gewann Reich einerseits aus den zahlreichen Zugfahrten als Kind von 1939 bis 1942 zwischen Los Angeles und New York, den Wohnorten seiner getrennten Eltern, andererseits aus der Überlegung, dass die Zugfahrten, wäre er zu der Zeit in Europa gewesen, für ihn als jüdisches Kind wohl eine andere Bedeutung gehabt hätten und er mit „different trains“ hätte fahren müssen.

Thomas Wally, neben seiner Tätigkeit als freischaffender Komponist und Violinist auch an der Wiener Musikuniversität als Senior Lecturer in musiktheoretischen Fächern aktiv, betrachtet Reichs „Different Trains“ aus (hör)analytischer Perspektive: Was hören wir, wenn wir dieses Werk hören? Worauf können wir achten? Was sind Besonderheiten, denen wir Aufmerksamkeit schenken sollten? Den Hörer:innen werden analytische Tools bereitgestellt, mit deren Hilfe diese Musik mit einem geschärften Fokus wahrgenommen werden kann.

Wir wiederholen diese erhellende Analyse vom 6. März 2023, weil Steve Reich am Samstag, 3. Oktober 2026 seinen 90. Geburtstag gefeiert hat. Redaktion: Rainer Elstner Gestaltung: Thomas Wally


di – 06.10.2026


21:00 – 22:00 UHR +++ SWR KULTUR
JetztMusik: Das Trio ACH im SWR Studio Freiburg

Von Julia Neupert.** Im Trio ACH treffen die Pianistin Andrea Neumann, der Perkussionist Christian Dierstein und der Geiger Harald Kimmig aufeinander. Die drei Musiker*innen spielen erst seit Kurzem in dieser Konstellation, an zwei sommerlichen Tagen im August sind sie im Schlossbergsaal des SWR Studios Freiburg zum ersten Mal für Aufnahmen zusammengekommen. Zu Beginn stand ein strukturiertes Arbeiten zu bestimmten Themen wie „Punkte“, „Flächen“ oder „Noise“, danach ist das Trio ergebnisoffen in den Prozess des freien Improvisierens eingetaucht.

23:03:00 +++ Ö1
Haas-Uraufführung mit Ensemble Proton – Ensemblestück „Ausschweifen“ bei den Klangspuren Schwaz

Mit einem neuen Werk des österreichischen Komponisten Georg Friedrich Haas hat sich das Ensemble Proton Bern bei den Klangspuren Schwaz präsentiert. Haas‘ einstündiges Werk „Ausschweifen“ spannt ein symbolisches Dreieck aus drei Klangwelten: schwebende Obertöne auf der Suche nach Transzendenz, dichte mikrotonale Cluster und eine spätromantische Tonalität in Vierteltönen, inspiriert vom fast vergessenen Richard Heinrich Stein (1882–1942). Aufgenommen am Samstag, 12. September 2026 im Haus der Musik Innsbruck. Gestaltung: Verena Gruber


mi – 07.10.2026


22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
ARD Jazz. Das Magazin

Von Ulrich Habersetzer. Das wöchentliche Jazz-Update, präsentiert von Eurer ARD: außergewöhnliche Veröffentlichungen, relevante Ereignisse und aktuelle Debatten. Wir diskutieren Jazz in allen seinen Facetten und suchen auch deutschlandweit die Orte auf, an denen er zu Hause ist. Nicht verpassen.


do – 08.10.2026


22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
Blues’n’Roots

Von Dagmar Fulle. In dieser Sendung präsentieren wir alte und neue Aufnahmen aus den Bereichen Blues, Jazz, Swing, Rhythm’n’Blues, Soul und Country. (Übernahme von hr2-kultur.

23:03 bis 00:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Horizonte: Zum 100. Geburtstag von Gottfried Michael Koenig

Er war ein Pionier der elektronischen Musik, der das Studio zur kompositorischen Werkstatt gemacht hat. Von seinen frühen Kölner Jahren beim WDR bis zu seiner prägenden Arbeit in Utrecht verband Gottfried Michael Koenig serielle Strenge mit geradezu physischer Klangfantasie. In seinen Werken wird hörbar, wie er die Parameter des Tons – Dauer, Höhe, Lautstärke, Farbe – analytisch zergliedert, um sie anschließend zu neuen, oft überraschend poetischen Gestalten zusammenzufügen. Die Aufnahmen von Koenigs Musik lassen die Atmosphäre jener Experimentierlabore lebendig werden, in denen Bandgeräte, Oszillatoren und Filter zu Instrumenten einer neuen Musiksprache wurden. In den „Horizonten“ erinnert BR Klassik an einen stillen Architekten des elektronischen Klangs anlässlich seines 100. Geburtstags am 5. Oktober. Eine Sendung von Florian Heurich


fr – 09.10.2026


19:03 bis 20:00 Uhr +++ BR-KLASSIK KlassikPlus: Avanti Dilettanti – musikalische Dilettanten

Ein Dilettant, so weiß es das Lexikon, ist ein Nichtfachmann, ein Laie, der sich mit Kunst oder Wissenschaft beschäftigt. Während wir heutzutage meist nur recht abschätzig jemanden einen Dilettanten nennen, brachte man Dilettanten in früheren Jahrhunderten ein sehr viel höheres Maß an Wertschätzung entgegen. Wer im 17. oder 18. Jahrhundert auf dem Gebiet der Künste oder der Wissenschaften dilettierte, wurde nicht spöttisch belächelt, sondern fand Anerkennung und Bewunderung. Können auch Dilettanten, selbst wenn Sie keine Fachmänner oder Fachfrauen sind, etwas Bedeutendes leisten? Friedrich der Große etwa gilt als Paradebeispiel für einen fürstlichen Musikdilettanten. Der preußische König war nicht nur ein ausgezeichneter Flötist, er komponierte auch Flötensonaten und Flötenkonzerte. Aber auch Friedrich Nietzsche oder der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt waren musikalische Dilettanten wie zahlreiche andere. Höchste Zeit also für eine Neubewertung des Begriffs – Avanti Dilettanti! Eine Sendung von Robert Jungwirth

20:03 bis 22:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Live-Konzertabend der musica viva: Matthias Pintscher dirigiert das BRSO

Werke von Darius Milhaud, Lisa Streich, Francesco Filidei, Chen Yi, Hannah Kendall, Mikel Urquiza, Saad Haddad, Mark Andre, Kaija Saariaho und Jón Leifs

Licht als irisierende Mikrostruktur, Materie als geräuschhafte Textur, Leben als rhythmische Verdichtung, Transzendenz als verschwindender Klang: Das erste Kapitel der biblischen Genesis wurde zum Anlass der Kansas City Symphony, des Cincinnati Symphony Orchestra und in Zusammenarbeit mit der musica viva des Bayerischen Rundfunks, sieben kompakte Werke bei sieben Komponist*innen in Auftrag zu geben: bei Lisa Streich (Schweden), Francesco Filidei (Italien), Chen Yi (China/USA), Hannah Kendall (England), Mikel Urquiza (Spanien), Saad Haddad (USA) und Mark Andre (Deutschland). Nachdem mit dem Vorspiel aus der Ballettmusik „La création du monde'“ von Darius Milhaud das Thema auch musikalisch gesetzt ist, folgen die neuen Kompositionen der Genesis-Erzählung. Der zweite Teil des Konzertes mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks gehört dem Trompetenkonzert „Hush“ (Schweigen), dem letzten vollendeten Werk von Kaija Saariaho, das für den Jazz-Trompeter Verneri Pohjola und seine Art, Trompete zu spielen, entstanden ist. Eine existenzielle Musik zwischen Klang und Stille, mit der die 2023 an schwerer Krankheit verstorbene finnische Komponistin eine ergreifende Meditation über die Vergänglichkeit kreierte, deren Uraufführung aber sie selbst nicht mehr erleben konnte. Das Finale des Konzertabends widmet sich einem Naturphänomen: den heißen Geysir-Fontänen Islands, die Jón Leifs, der klangmächtige Komponistensohn der größten Vulkaninsel der Erde, in den Formen und Energien der Musik noch einmal erschuf und die es in den Konzertsälen des europäischen Kontinents, bald 75 Jahre nach ihrer Entstehung, erst noch zu entdecken gilt

23:03:00 +++ Ö1
Wärmende Orgelklänge bei Unsafe and Sounds – Konzerte von Chloé Ryo und Hampus Lindwall im RadioKulturhaus.

Teil 2 eines Abends im ORF RadioKulturhaus im Rahmen des Elektronik- und Klangkunst-Festivals Unsafe and Sounds mit der Posaunistin Chloé Ryo und dem Organisten Hampus Lindwall. Im „Zeit-Ton extended“ sind beide Konzerte zu hören und anschließend in fast voller Länge die beiden Solo-Sets von Christian Fennesz und Claire M. Singer, die ebenfalls in der Ö1-Konzertreihe „Orgel im Fokus“ auftraten.

Am Donnerstag, 10. September 2026 fand im Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhauses ein ereignisreicher Konzertabend statt. In Kooperation zwischen dem Festival Unsafe and Sounds und der Ö1-Reihe „Orgel im Fokus“ präsentierten der Wiener Elektronikmusiker Christian Fennesz und die schottische Organistin Claire M. Singer eine Auftragskomposition.

Ebenfalls auf der Schuke-Orgel des Großen Sendesaals spielte davor der schwedische Organist Hampus Lindwall, seit 2005 Titular-Organist an der Kirche Saint-Esprit in Paris. Lindwall beschäftigt sich zudem mit Improvisationsansätzen, für die er elektronische Effekte verwendet. Er arbeitete u.a. mit Stephen O’Melley von der Heavy-Metal-Band SunnO))), mit dem Drone-Komponisten Phill Niblock und dem Noise-Künstler John Duncan. Lindwall macht aus der Orgel einen Resonanzraum, in dem alte und aktuelle Sounds aufeinanderprallen.

Eröffnet wurde der Abend von der französischen Musikerin Chloé Ryo. Seit 2025 lebt sie in Wien, wo sie an der MUK ein Master-Studium für Posaune absolviert. So war sie u.a. an Aufführungen des Black Page Orchestra beteiligt und davor, als sie in Graz studierte, im dortigen Zeitfluss Ensemble und am Elektronik-Festival Elevate. Ähnlich wie Hampus Lindwall ist Chloé Ryo darauf spezialisiert, ihr Instrument mit elektronischen Mitteln zu erweitern.

In der zweiten Stunde des „Zeit-Ton extended“ sind die Solo-Konzerte von Christian Fennesz und von Clair M. Singer zu hören. Während im „Zeit-Ton“ am Sonntag, dem 13. September ihr Austragswerk im Fokus stand und ihre Solo-Auftritte nur ausschnitthaft präsentiert werden konnten, sind sie hier nun in praktisch voller Länge zu erleben. Gestaltung: Heinrich Deisl


sa – 10.10.2026


14:05 bis 15:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
KlassikPlus: Avanti Dilettanti – musikalische Dilettanten

Ein Dilettant, so weiß es das Lexikon, ist ein Nichtfachmann, ein Laie, der sich mit Kunst oder Wissenschaft beschäftigt. Während wir heutzutage meist nur recht abschätzig jemanden einen Dilettanten nennen, brachte man Dilettanten in früheren Jahrhunderten ein sehr viel höheres Maß an Wertschätzung entgegen. Wer im 17. oder 18. Jahrhundert auf dem Gebiet der Künste oder der Wissenschaften dilettierte, wurde nicht spöttisch belächelt, sondern fand Anerkennung und Bewunderung. Können auch Dilettanten, selbst wenn Sie keine Fachmänner oder Fachfrauen sind, etwas Bedeutendes leisten? Friedrich der Große etwa gilt als Paradebeispiel für einen fürstlichen Musikdilettanten. Der preußische König war nicht nur ein ausgezeichneter Flötist, er komponierte auch Flötensonaten und Flötenkonzerte. Aber auch Friedrich Nietzsche oder der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt waren musikalische Dilettanten wie zahlreiche andere. Höchste Zeit also für eine Neubewertung des Begriffs – Avanti Dilettanti! Eine Sendung von Robert Jungwirth

18:20 – 19:00 UHR +++ SWR KULTUR
Jazz: Aktivist und Jazzsänger – Zum 100. Geburtstag von Oscar Brown Jr.

Von Hans-Jürgen Schaal. Eigentlich plante Oscar Brown Jr. eine politische Karriere: „Ich habe mich immer als Teil des Black Movement verstanden.“ Nebenher aber schrieb er Songs und Jazz-Betextungen und konnte Stars wie Mahalia Jackson, Sammy Davis Jr. und Abbey Lincoln dafür als Interpret*innen gewinnen. Als er Demo-Versionen seiner Songs an eine große Plattenfirma schickte, wurde Oscar Brown Jr. (ungeplant) selbst als Jazzsänger entdeckt – das war 1960. Rasch stieg er zum populärsten schwarzen Entertainer der Usa – auf, hatte eigene Sendungen im US-Fernsehen, kam als „Rebell“ auf die Titelseite des Downbeat.

19:05 bis 20:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Musik der Welt: Schritt für Schritt – Unterwegssein mit Musik aus vielen Ecken der Welt

Wir sind viel unterwegs. Auf vielen Wegen. Manche kennen wir. Manche sind neu. Die eine will einfach mal drauflos gehen, nach dem bekannten Motto „Ich bin dann mal weg“, kreuz und quer, krumm, kurvenreich. Der andere mag es geradlinig, zielorientiert. Mal geht‘s geographisch von A nach B, mal führt der Weg ins Innere. In dieser Stunde machen wir uns auf den Weg. Wandern in verschiedene Richtungen, passend zum Oktober, wo man gerne die Wanderschuhe hervorholt und loszieht. Und so vielfältig unsere Wege verlaufen, so facettenreich klingen sie in Liedern und traditionellen Stücken aus vielen Ecken der Welt: Norwegen, Madagaskar, Georgien, Kuba, La Réunion, Armenien, Schweden, Niederbayern und den USA. Eine Sendung von Julia Schölzel


so – 11.10.2026


18:59 – 20:00 UHR +++ SWR KULTUR
Big Time Jazz: Spirio – John Beasley und die SWR Big Band

Von Fanny Opitz. Diese Big Band-Produktion beginnt im Museum: In der Staatsgalerie Stuttgart lässt sich Arrangeur und Komponist John Beasley von Farben, Formen und Bildern inspirieren. Melodien und musikalische Skizzen, die ihm beim Betrachten der Kunst in den Kopf kommen, singt er direkt in sein Smartphone. Daraus wird ein ganzes Album: Invisible Piano, aufgenommen mit der SWR Big Band, benannt nach einem Werk von Max Ernst. In dieser Sendung erklärt John Beasley, warum ihn ausgerechnet dieses Werk inspiriert hat.

22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
NOWJazz: Die transzendente Trompete – Susana Santos Silva

Von Odilo Clausnitzer. „Openness“ ist für Susana Santos Silva die wichtigste Voraussetzung für eine gelungene Improvisation und das offene, freie Spiel die intensivste Art des Musizierens. Die in Schweden lebende, portugiesische Musikerin gehört zu den profiliertesten Improvisatorinnen ihrer Generation. Immer wieder aber tritt sie auch als Interpretin Neuer Musik, als Komponistin oder interdisziplinäre Performerin in Erscheinung. In diesem Jahr ist sie zu Gast bei den Donaueschinger Musiktagen – als Solistin mit dem SWR Symphonieorchester und im improvisierenden Duo mit der Geigerin Aisha Orazbayeva.

23:03:00 +++ Ö1
Zeit-Ton Magazin – Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen

Jeden Sonntag präsentieren wir Ihnen in der ersten Zeit-Ton-Stunde ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und spannende Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marie-Theres Himmler

23:03 bis 00:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Musik der Welt: Gesungene Leidenschaft – Die argentinische Tango-Sängerin Ximena Gimenez

Beim Tango denkt manch einer an temperamentvolle Rhythmen, melancholische Blicke und eng umschlungene Tanzpaare. Seltener hingegen an gesungene Texte voller Leidenschaft und Herzschmerz. Dabei stand Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur der Tanz an der Wiege des Tangos in Buenos Aires, sondern auch der Gesang. Darin beklagten Einwanderer aus Südeuropa aber auch afrikanische Sklaven ihr elendes, von Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Prostitution geprägtes Leben in den Hafenvierteln. Ab den 1920er-Jahren wandelten sich mit Star-Sängern wie Carlos Gardel die Themen. Es ging um Eifersucht, Begehren und Liebeskummer. In dieser Tradition des argentinischen Tango-Liedes ist auch die Sängerin Ximena Gimenez groß geworden. Sie ist heute eine gefragte Interpretin des Genres in Buenos Aires. Für Gimenez ist der Tango mehr als nur ein Musikstil – schon eher eine Welt, in der Liebe, Leidenschaft und Drama eine Verbindung miteinander eingehen. Und diese Welt will nicht einfach nur besungen, sondern gebührend in Szene gesetzt werden. Das kommt nicht nur der stimmlichen Begabung der argentinischen Künstlerin entgegen. Sie kann dabei auch ihre Wandelbarkeit zeigen und ihrer Lust an der Inszenierung freien Lauf lassen. Eine Sendung von Michaela Fridrich

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