Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1. Aktuell bekommen wir nutzbare Informationen nur vom SWR Kultur, Ö1 und in Sachen Neue Musik von BR-KLASSIK und ebenfalls Ö1.
Senderliste:
- ORF – Ö1
- Deutschlandfunk – „Fakten und mehr“
- Deutschlandfunk-Kultur – „Das Feuilleton im Radio“
- ndr Kultur – Hören und genießen
- ndr blue – Meet The Music
- radio bremen – Neugier lohnt sich.
- Radio 3 –
- mdr-kultur – Das Radio.
- WDR3 – Das Kulturradio
- hr2-kultur – Das Kulturradio für Hessen.
- SR2 Kulturradio – … gut zu hören.
- SWR kultur – Kultur neu entdecken
- BR-KLASSIK – Klassikstars geben auf BR-KLASSIK den Ton an. Attraktive Magazine bringen Interviews und Neuigkeiten aus dem Musikleben.
- Bayern 2 – Preisgekröntes Radio für Hörer, die mehr wissen wollen
Internet:
- Schweden: P2 sendet immer Dienstags von 21:00 bis 22:00 und Sonntags von 18:40 bis 20:00 ein Jazzkonzert
- Ungarn: Bartok Radio sendet täglich von 23:00 bis 23:55 eine Jazzsendung
mo – 02.11.2026
19:30:00 +++ Ö1
Bassist Stéphane Kerecki und sein Quartett mit „Liberation Songs“ bei den INNtönen 2026
Mit dem Programm „Liberation Songs“ hat sich der französische Bassist Stéphane Kerecki des Repertoires von Charlie Hadens berühmtem, 1969 gegründetem Liberation Music Orchestra angenommen. Dieses wurde alle paar Jahre zusammengerufen, immer dann, wenn aus Sicht des Kontrabassisten die politische Lage in den USA es erforderte – etwa 2005 für das Album „Not in Our Name“, als Statement gegen den Irak-Krieg. Nach Hadens Tod 2014 führte Carla Bley das Orchester noch für einige Jahre weiter.
Stéphane Kerecki erweckte am 14. August 2026 im Rahmen des INNtöne-Festivals auf der Scheunenbühne des Buchmannhofs in Diersbach im oberösterreichischen Innviertel die Lieder und Stücke des Liberation Music Orchestra im schlanken, gediegenen Quartettformat zu neuem Leben: Gemeinsam mit Klarinettist Thomas Savy, Pianist Enzo Carniel und Schlagzeuger Fabrice Moreau wurden etwa „The People United Will Never Be Defeated“, „We Shall Overcome“, Hanns Eislers „Einheitsfrontlied“ sowie Charlie-Haden-Kompositionen wie „La Pasionaria“ und „Sandino“ angestimmt und in spannenden Improvisationen verarbeitet, sehr zum Vergnügen des Publikums.
22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
ARD Jazz. Spotlight: Das Danaergeschenk des Jazz – Swingende Nazi-Propaganda
Von Henry Altmann. Das NS-Regime nutzte Swing für Propaganda und gründete dafür 1940 die Band, „Charlie and His Orchestra“: eine Bigband, bestehend aus verfolgten und versklavten Menschen, spielte als „entartet“ gebrandmarkte Feind-Musik. Was die Deutschen hören wollten, aber nicht hören sollten, bekamen die Alliierten per UKW frei Haus: Von einer deutschen Bigband gespielte US-Jazzhits unterfüttert mit propagandistisch geänderten Texten. Dieses bizarre Konstrukt hat Jazzhistoriker Rainer E. Lotz aufgearbeitet und einen opulenten Schuber mit 162 Propagandasongs, aufgenommen zwischen 1936 und 1943, herausgebracht.
23:03:00 +++ Ö1
Neue Musik „aus dem Versteck“ – Zeitgenössische Musik verstehen: Dietmar Hellmich erhellt zentrale und dezentrale Werke der Musikgeschichte.
Dietmar Hellmich, Komponist und Musikwissenschaftler aus Wien, beleuchtet für „Zeit-Ton“ im Kamingespräch mit Rainer Elstner zentrale und dezentrale Werke der Musikgeschichte. Diesmal leuchten sie in besonders geheimnisvolle Ecken der Musikgeschichte.
Neue Musik seit dem Ende des zweiten Weltkriegs wird meist von Kommentaren der Komponisten und Komponistinnen begleitet: Sie veröffentlichen ihre Ästhetik, analysieren die Werke, erklären die Musik aus ihrer Biografie und nehmen Gelegenheiten wahr, in den Medien zu erscheinen. Vor diesem Hintergrund überraschen die Sonderfälle, in denen die schaffende Person sich ins Dunkel hüllt und analytische Verständnishilfen verweigert.
In der Sendung werden verschiedene (Extrem-)Fälle der Selbst- und Werkpräsentation einer kleinen Gruppe von Komponisten und Komponistinnen gegenübergestellt, die ihre Musik „aus dem Versteck“ in die Öffentlichkeit entlässt. Als extrem kann Karlheinz Stockhausens Vorgehen angesehen werden, Werk für Werk mit umfangreichen Texten als mit geradezu wissenschaftlicher Konsequenz betriebene Problemlösung ästhetischer Aufgabenstellungen zu präsentieren, die wiederum Schritt für Schritt aus den jeweils letzten zurückgelegten Stationen erwachsen und somit eine zwingende Folge des Fortschritts darstellen.
Damit prägte Stockhausen die musikalische Avantgarde ab den 1950er-Jahren, später eignete er gar seinem Auftreten etwas Guruhaftes an. Sein amerikanischer Gegenpol John Cage begleitete die künstlerische Produktion zwar auch mit ästhetischen Überlegungen, ironisierte den Vorgang jedoch, und liebte es, Fragen offen zu lassen.
In derselben Zeit verblieben zwei Komponisten in der Obskurität mangelnder Anerkennung, aus der sie erst in den 1980er-Jahren durch „Entdeckung“ gerissen wurden. Giacinto Scelsi bemühte sich jedoch auch, als er im Alter berühmt wurde, sein Aussehen geheim zu halten und nahm sich als Person zurück, da er sich eher als Medium verstand, durch das seine spirituelle Musik ins Dasein gelangte.
Conlon Nancarrow war durch seine Erfolglosigkeit gezwungen, seine komplizierten rhythmischen Studien auf dem mechanischen Klavier zu realisieren. Als er bekannt wurde, hielt er weder die Chronologie der Studien noch seine Biographie für mitteilenswert.
Im 21. Jahrhundert tritt die Rolle des Konzeptuellen nicht nur in der bildenden Kunst, sondern auch in der Neuen Musik zusehends in den Vordergrund. Im Extremfall wird der ästhetische Wert völlig unabhängig von der klanglichen Gestaltung erreicht, etwa, wenn Johannes Kreidler in seiner Komposition „Fremdarbeit“ Kritik an den Marktverhältnissen übt, indem er Komponisten aus Billiglohnländern anstellt, Musik in seinem Stil zu schreiben, und dann nur einen Teil seiner daraus lukrierten Einnahmen an die „Notenarbeiter“ weitergibt.
Während hier alles, worauf es ankommt, im Konzept liegt, und das Hören der Musik geradezu irrelevant wird, stellt sich Aleksandra Gryka in anderer Weise gegen die Bedingungen des Neue-Musik-Betriebs, indem sie ihre Werke nicht kommentiert, keine Interviews gibt und Kritikern Einsicht in ihre Partituren verweigert. So bleibt die Person wie ihre Musik mysteriös. Redaktion: Rainer Elstner Gestaltung: Dietmar Hellmich
di – 03.11.2026
22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
JetztMusik: Carme López beim Enjoy Jazz Festival 2026
Von Konrad Bott. Das spanische Galicien – nicht zu verwechseln mit dem slawischen Galizien – ist für Carme López Heimatland und Forschungsobjekt zugleich. Vor allem der galicische Dudelsack und die mündlich überlieferten Gesangstraditionen haben es der Künstlerin angetan. Die archaischen Klänge, deren Struktur und die Eigenheiten der Instrumente und der Stimmführung stellt sie mit elektronischen Sounds in einen neuen Kontext. So erschafft sie klingende Exponate, die sich andächtig von allen akustischen Seiten begutachten lassen. In dieser Sendung präsentieren wir ihren Auftritt beim Enjoy Jazz Festival 2026.
23:03:00 +++ Ö1
Zeitgenössische Musik aus Afrika – Neue Musik aus afrikanischen Ländern
In Europas Konzertsälen finden täglich unzählige Konzerte statt. Werke afrikanischer Komponist:innen sind dort nach wie vor selten zu hören. Auch in der musikwissenschaftlichen Forschung ist zeitgenössisches Musikschaffen aus afrikanischen Ländern bislang wenig vertreten.
Die Sendung richtet den Blick auf einige Komponist:innen aus unterschiedlichen Ländern Afrikas und fragt nach ihren jeweiligen Zugängen zum Komponieren: Welche Musik hat sie geprägt? Welche Rolle spielen Orte, Sprachen, musikalische Traditionen oder persönliche Erfahrungen? Gestaltung: Susanne Hofinger
mi – 04.11.2026
14:05:00 +++ Ö1
Gitarristin und Sängerin Julia Malischnig präsentiert ihr Projekt „Amistad“ im Studio 2 des Wiener RadioKulturhauses
In ihrem neuen Projekt „Amistad“ versammelt die Gitarristin und Sängerin Julia Malischnig um sich eine hochkarätige Formation, die musikalische Freundschaft als offenen Dialog versteht. Das Programm basiert weitgehend auf Malischnigs neuem Album „Amistad“ und verbindet Einflüsse aus Jazz, Weltmusik, Klassik und improvisierter Musik zu einem farbenreichen Klangbild. An ihrer Seite steht der mexikanische Gitarristenkollege Cecilio Perera, dessen Spiel mit jenem Malischnigs in einen ebenso virtuosen wie klug abgestimmten Dialog tritt. Klaus Paier erweitert mit seinem Akkordeon das klangliche Spektrum um eine unverwechselbare lyrische und rhythmische Dimension, während Saxofonist Wolfgang Puschnig für improvisatorische Freiheit und expressive Akzente sorgt. Mit Cellistin Asja Valcic und Kontrabassist Stefan Gfrerer erhält das Ensemble eine warme, zugleich dynamische klangliche Basis.
Klaus Lippitsch (Perkussion) und Marina Razumovskaja (Kastagnetten) setzen zusätzliche rhythmische Akzente und bringen einen Hauch spanischer Klangwelt ins Spiel. „Amistad“ (spanisch für „Freundschaft“) ist dabei nicht nur Titel, sondern musikalisches Programm: ein Konzert über Nähe, Neugier und die Lust am gemeinsamen Musizieren.
Im ersten Teil dieser Ö1 Radiosession spricht Julia Malischnig anhand eigens ausgewählter und mitgebrachter Musik über ihre musikalischen Einflüsse und Inspirationen.
22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
ARD Jazz. Das Magazin
Von Ulrich Habersetzer. Das wöchentliche Jazz-Update, präsentiert von Eurer ARD: Außergewöhnliche Veröffentlichungen, relevante Ereignisse und aktuelle Debatten. Wir diskutieren Jazz in allen seinen Facetten und suchen auch deutschlandweit die Orte auf, an denen er zuhause ist. Nicht verpassen.
do – 05.11.2026
22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
Blues’n’Roots
Von Dagmar Fulle. In dieser Sendung präsentieren wir alte und neue Aufnahmen aus den Bereichen Blues, Jazz, Swing, Rhythm’n’Blues, Soul und Country. (Übernahme von hr2-kultur.)
23:03 bis 00:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Horizonte: Heimat, die nicht existiert – Auf den Spuren von Ruth Schönthal
In einem Interview hat die Komponistin Ruth Schönthal einmal diesen Satz gesagt: „Vielleicht ist Heimat immer da, wo ich nicht bin.“ Schon als Kind wird sie aus Nazideutschland vertrieben, weil ihre Familie jüdisch ist – und danach beginnt für sie eine Reise um die ganze Welt, die nie wirklich zu Ende geht. Ihr visionäres Werk ist gerade heute relevant, denn es erzählt von Vertreibung, von Migration, von der Sehnsucht nach einem Zuhause, das nicht existiert. Stück für Stück entdecken Musikerinnen und Forscher ihr hochaktuelles Werk in diesen Jahren wieder. Eine Sendung von Hannah Schmidt
fr – 06.11.2026
14:05:00 +++ Ö1
Die österreichische Band Nifty’s und ihr unorthodoxer Klezmer-Sound
Seit 2019 entsenden europäische Rundfunkstationen vielversprechende Künstlerinnen und Künstler ihres Landes zum Euroradio Folk Festival, das alljährlich im Rahmen des Rudolstadt-Festivals, dieses renommierten europäischen Festivals für Folk-, Volks- und Rootsmusik, über die Bühnen der Stadt in Thüringen geht.
Heuer wurde von Ö1 das Ensemble Nifty’s auserkoren, Österreich bzw. den ORF in Rudolstadt zu vertreten. Das von Gitarrist Fabian Pollack geleitete Ensemble hat sich nach dem Spitznamen des Klarinettisten Naftule Brandwein benannt, der 1908 in die USA emigrierte, um dort zum „King of Klezmer“ aufzusteigen.
Klezmermusik steht auch an der Basis der Band Nifty’s, doch oft bleiben davon nur Melodiefragmente, die von wabernden Gitarren und treibenden Beats zwischen Polka-Punk und Surf-Rock hin- und hergebeutelt werden. Mag Naftule Brandwein auch ihr namensgebender Pate sein, bei ihrem Auftritt im Heinrich-Heine-Park in Rudolstadt am 3. Juli 2026 zeigte sich einmal mehr, dass die fünf Musiker eher beim dekonstruktivistischen und eklektischen Klezmer-Zugang von Leuten wie John Zorn und Marc Ribot zu Hause sind, und dass für sie spielfreudiger Einfallsreichtum und das Schlagen musikalischer Haken stets mehr zählen als Brauchtumspflege.
19:30:00 +++ Ö1
Die Sängerin und Songautorin Lia Pale präsentiert ihr neues Album „Woman and I“ live aus dem RadioCafe
Wieder beginnt für die Musikerin Lia Pale etwas Neues. Ihr aktuelles Album „Woman and I“ zeigt sie als Songwriterin – die sich intensiv mit ihrer Rolle und ihren Erfahrungen auseinandersetzt. Die Lieder seien „eine Verneigung vor der Schönheit und Widersprüchlichkeit des Menschseins“, erklärt Lia Pale im Begleittext dazu.
Die Sängerin, Pianistin und Flötistin aus Oberösterreich mit internationaler Karriere blickt bereits auf eine Palette künstlerischer Erscheinungsformen zurück. Ihr Durchbruch kam mit dem Album „Gone Too Far“, Mathias Rüeggs und ihrer jazzigen Neukonzeption von Schuberts „Winterreise“. Darauf ließ das Duo neue Interpretationen der Musik von Händel, Brahms und des Great American Songbook folgen. Schon davor hatte Lia Pale mit einer eigenen Elektropop-Band debütiert, vor Kurzem veröffentlichte sie die EP „Begin Again“ unter ihrem zivilen Namen Julia Pallanch.
Auch in Lia Pales neuen Liedern geht es um Weiterentwicklung, dabei gleichzeitig um die Heimkehr zu sich selbst – das demonstriert sie live und erzählt sie im Gespräch mit Johann Kneihs.
23:03:00 +++ Ö
Neue Musik nach Elfriede Jelinek – Wien Modern 2026.
Das Black Page Orchestra präsentiert Kompositionen von Olga Neuwirth und anderen Komponist:innen nach Texten der Literaturnobelpreisträgerin.
Im Rahmen einer Kooperation der “Musikverein Perspektiven: Elfriede Jelinek” und Wien Modern spielte das Black Page Orchestra am 2. November 2026 im Gläsernen Saal des Musikvereins. Auf dem Programm standen Kompositionen von Olga Neuwirth, Óscar Escudero, Belenish Moreno-Gil, Ying Wang und Cezary Duchnowski, darunter mehrere Uraufführungen nach Texten der Literaturnobelpreisträgerin.
Musik spielt im Leben und Werk der ausgebildeten Organistin Elfriede Jelinek eine zentrale Rolle. Mit der österreichischen Komponistin Olga Neuwirth verbindet sie seit mehr als drei Jahrzehnten eine enge künstlerische Zusammenarbeit. Zuletzt entstand daraus die gemeinsame Oper „Monster’s Paradise“. Für die “Musikverein Perspektiven: Elfriede Jelinek” und Wien Modern hat Neuwirth ein sechsteiliges Video-Oratorium auf Grundlage eines Textes von Jelinek komponiert, das am 2. November 2026 zur Uraufführung kam. Das Black Page Orchestra spielte unter der Leitung von Juan Martín Miceli. Gestaltung: Susanne Hofinger
sa – 07.11.2026
09:04 – 10:00 UHR +++ SWR KULTUR
Musikstunde. Jazz global: Los Otros somos Nosotros – Lateinamerikanischer Jazz weltweit
Von Konrad Bott. „Amerika“ – dieses Wort wird oft als Synonym für die USA verwendet. Dabei sind die Vereinigten Staaten nicht mal das größte Amerika. Lateinamerika, das sich über die Sprache der Kolonialmächte definiert, ist flächenmäßig doppelt so umfangreich. Und selbstverständlich entspringen den zahlreichen Ländern dort viele großartige Jazz-Musikerinnen und -Musiker. In dieser Sendung heften wir uns an die Fersen von Latinas und Latinos aller Couleur, die in ihren Herkunftsländern oder aber als Globetrotter ihre eigene Kultur mit improvisierter Musik verbinden.
14:05 bis 15:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
KlassikPlus: Club der toten Komponisten – Der Friedhof Père Lachaise in Paris
Er ist ein gewaltiges Meer aus Grabsteinen, Gedenksteinen und Mausoleen. Der Friedhof Père Lachaise im Westen von Paris ist eine der beeindruckendsten Totenstädte der Welt. Viele Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft und Kultur haben auf dem 44 Hektar großen Areal ihre letzte Ruhe gefunden, darunter berühmte Musiker und Musikerinnen, wie Frédéric Chopin, Georges Bizet, Gioachino Rossini oder Edith Piaf. Manche Gräber einstiger Größen liegen unbeachtet im Verborgenen, andere, wie das des Doors-Sängers Jim Morrison, sind zu Pilgerstätten geworden, die jährlich von unzähligen Menschen aufgesucht werden. Wer sich auf Père Lachaise umsieht, entdeckt viele Musikgeschichten, sowohl tragische, als auch kuriose. Eine Sendung von Markus Vanhoefer (Wdh. vom November 2018)
18:20 – 19:00 UHR +++ SWR KULTUR Jazz: Homezone – Jazz in Südwest Aufbruch ins Abseits (2/2)
Von Ulrich Kriest. Das (auch heroische) Scheitern hat das Besteck des Jazz-Diskurses für die Geschichte reserviert. Die Gegenwart des Jazz signalisiert Marktgesättigtheit und bietet im Ausgleich eine Handvoll nicht transparenter Fördertöpfe. Mit welchen Strategien und Überlegungen begegnen junge Musiker*innen der stark eingeschränkten Aufmerksamkeitsökonomie der Szene, um ihre Kunst sicht- und hörbar zu machen, ohne „denen ihr Spiel“ zu spielen? Eine Gesprächsrunde zur Lage, ihren Widersprüchen, Hoffnungen und Utopien – u.a. mit Tim Stohmeier, Marco Sickinger, Iris Eckert, Lars Toepperwien, Samuel Restle.
22:05:00 +++ Ö1
Neuigkeiten aus der Welt des Jazz
Konzertempfehlungen für die kommende Woche, Buchbesprechungen, Kurznachrufe und aktuelle Meldungen.
23:03:30 +++ Ö1
Schlagzeuger Jan Samson Krizanic im Gespräch und mit dem Trio Polycrisis im Wiener RadioKulturhaus
Der aus Graz stammende und in Wien lebende Schlagzeuger Jan Samson Krizanic hat in den letzten Jahren nicht nur als gefragter Sideman aufgezeigt (u. a. in den Bands von Saxofonist Florian Supancic), sondern auch als (Co-)Bandleader: Etwa mit seinem Sextett High Touring (CD „High Touring Collective“, 2022), in dessen Rahmen Krizanic auch als (Hard-)Rock-beeinflusster Komponist originäre Ansätze erkennen lässt. Oder im exzessiven Free-Metal-Hardcore-Trio Saugbagger – Krizanic spielt hier vor allem E-Bass.
Wiederum anders ausgerichtet ist das Konzept des von Jan Samson Krizanic gegründeten Trios Polycrisis mit dem in Wien lebenden Gitarristen Kenji Herbert und dem bis 2025 am Jazzinstitut der Grazer Kunstuniversität lehrenden Saxofonisten Heinrich von Kalnein: Hier wird dem freien, intuitiven Trialog gefrönt, um die einzelnen Stimmen im dichten Interplay zu einer gemeinsamen Ganzen zu verzahnen – unberechenbar, kontrastreich und dennoch von erzählerischer und oft auch melodischer Stringenz. Das bei Kalneins Label Natango Music erscheinende erste Polycrisis-Album „Probably Possible“ wurde am 16. Oktober 2026 im Studio 3 des Wiener RadioKulturhauses im Rahmen der Reihe „5 Millionen Pesos“ präsentiert. Andreas Felber präsentiert die Konzertaufnahme und bittet Jan Samson Krizanic zum Gespräch.
so – 08.11.2026
00:05:00 +++ Ö1
Schlagzeuger Jan Samson Krizanic im Gespräch und mit dem Trio Polycrisis im Wiener RadioKulturhaus
Der aus Graz stammende und in Wien lebende Schlagzeuger Jan Samson Krizanic hat in den letzten Jahren nicht nur als gefragter Sideman aufgezeigt (u. a. in den Bands von Saxofonist Florian Supancic), sondern auch als (Co-)Bandleader: Etwa mit seinem Sextett High Touring (CD „High Touring Collective“, 2022), in dessen Rahmen Krizanic auch als (Hard-)Rock-beeinflusster Komponist originäre Ansätze erkennen lässt. Oder im exzessiven Free-Metal-Hardcore-Trio Saugbagger – Krizanic spielt hier vor allem E-Bass.
Wiederum anders ausgerichtet ist das Konzept des von Jan Samson Krizanic gegründeten Trios Polycrisis mit dem in Wien lebenden Gitarristen Kenji Herbert und dem bis 2025 am Jazzinstitut der Grazer Kunstuniversität lehrenden Saxofonisten Heinrich von Kalnein: Hier wird dem freien, intuitiven Trialog gefrönt, um die einzelnen Stimmen im dichten Interplay zu einer gemeinsamen Ganzen zu verzahnen – unberechenbar, kontrastreich und dennoch von erzählerischer und oft auch melodischer Stringenz. Das bei Kalneins Label Natango Music erscheinende erste Polycrisis-Album „Probably Possible“ wurde am 16. Oktober 2026 im Studio 3 des Wiener RadioKulturhauses im Rahmen der Reihe „5 Millionen Pesos“ präsentiert. Andreas Felber präsentiert die Konzertaufnahme und bittet Jan Samson Krizanic zum Gespräch.
17:10:00 +++ Ö1
Kapellmeister, Orchestergründer und Meister der Unterhaltungsmusik: Johannes Fehring
Eine Spielräume-Spezial-Sendung anlässlich des 100. Geburtstags von Johannes Fehring, der am 14. November 1926 in Wien geboren wurde. Einer Juristenfamilie entstammend, entwickelte er sich zu einer der prägenden Musikerpersönlichkeiten Österreichs, bekannt vor allem als Arrangeur und Leiter seines eigenen Tanzorchesters. Fehring prägte über Jahrzehnte die österreichische Musikszene, lieferte den zeitgemäßen Soundtrack für Film- und Schlagerstars der 1950er und 60er Jahre und versammelte außerdem in seinen Bigbands zahlreiche herausragende Musiker der österreichischen Jazzszene.
Neben einem jungen Joe Zawinul finden sich da Namen wie Erich Kleinschuster oder Hans Salomon, die Weltstars wie Caterina Valente, Ella Fitzgerald oder Gilbert Becaud begleiteten. Johannes Fehring setzte damit Maßstäbe für die professionelle Bigband- und Unterhaltungsmusik des Landes. Aus seinem Ensemble ging 1971 die ORF-Bigband hervor, die ein Jahrzehnt lang zu den tonangebenden Klangkörpern des österreichischen Musiklebens zählen sollte. Die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Trompeter Art Farmer, insbesondere beim Album „Gentle Eyes“, zählt zu den bemerkenswertesten Kapiteln der österreichischen Jazzgeschichte. Die Spielräume Spezial, präsentiert von Gerhard Graml, erinnern an den 2004 verstorbenen Komponisten, Produzenten und Bandleader und stellen ausgewählte Kompositionen und Arrangements aus verschiedenen Schaffensphasen Johannes Fehrings vor, von leichter Kost aus Filmlustspielen von Franz Antel über Musicalbearbeitungen bis zu anspruchsvollen Arrangements sowohl aus dem klassischen als auch aus dem Bigband-Repertoire.
22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
NOWJazz: Mana – Die Posaunistin Kalia Vandever
Von Niklas Wandt. Kalia Vandever studierte Jazz an der Juilliard School in New York und wird seit ihrem 2019 erschienenen Debütalbum als eine der großen neuen Stimmen des US-Jazz gehandelt. Ihre Stücke, ob im Quartett oder komplett solistisch mit effektierter Posaune, Klavier und Gesang, durchziehen eine tiefe Melancholie, Zweifel und Zerrissenheit – für Vandever ist Musik auch ein Heilmittel in der Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit, mit Unrecht und Traumata. Auf dem aktuellen Soloalbum „Mana“ beschwört sie die titelgebende Kraft und das Wissen ihrer hawaiianischen Vorfahren.
23:03 bis 00:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Musik der Welt: Reise zum Propheten – Ein musikalischer Stimmungsbericht aus Medina
Um die Prophetenmoschee in Medina, die Masjid an-Nabawi, herrscht rund um die Uhr reges Treiben. Wenn zum Gebet gerufen wird, strömen die Menschen in Massen herbei und versammeln sich unter den gigantischen Sonnenschirmen auf dem Vorplatz, die mittlerweile zum Wahrzeichen Medinas geworden sind. Neben Mekka ist Medina die zweite heilige Stadt des Islam. Muslime aus der ganzen Welt pilgern oder reisen hierher nach Saudi-Arabien, um das Grab des Propheten Mohammed zu besuchen. Sie kommen aus Fernost, Zentralasien, Schwarzafrika, der Türkei oder der arabischen Welt. Sie haben nicht nur ihren Glauben dabei, der sie trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft vereint, sie haben auch ihre eigenen Gesänge zum Lobpreis des Propheten dabei, die zusammen mit den Rufen des Muezzin und den klassischen Rezitationen eine einzigartige Geräuschkulisse bilden. Eine Sendung von Florian Heurich
23:03:00 +++ Ö1
Zeit-Ton Magazin – Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen
Jeden Sonntag präsentieren wir Ihnen in der ersten Zeit-Ton-Stunde ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und spannende Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marlene Schnedl