Mit künstlerischer Qualität in die Zukunft – die 46. Freiberger Jazztage im dritten Anlauf

(Von Mathias Bäumel) Das könnte die Statistiker unter den Jazzfreunden verunsichern – zum dritten Mal die 46. Freiberger Jazztage! Und tatsächlich: die 46. Jazztage in Freiberg waren für den April 2020 geplant und mussten dann Corona-bedingt abgesagt werden, der nächste Anlauf 2021 wurde aus gleichem Grund gestoppt, nun also werden sie nach drittem Anlauf durchgeführt, vom 20. bis 25. April 2022 in den bekannten Spielstätten.

Bewährte Veranstaltungselemente

„Unser kleines Festival nochmals wegzulassen hätte wohl das endgültige Aus bedeutet“, vermutet der Chef der Freiberger Jazztage, Gert Schmidt. Auch um der Wiederherstellung einer Kontinuität willen halten die Macher der IG Jazz Freiberg an bewährten Veranstaltungselementen fest: es gibt das Kinderkonzert, die auswärts in Mittweida und Döbeln stattfindenden Konzerte „Jazz meets Klassik“ mit der Mittelsächsischen Philharmonie, Konzerte in der Petrikirche und im Klub Alte Mensa und ein Piano-Solo-Konzert, diesmal im Kreuzgang des Doms. Auch die Reihe „Jazz und Film“ wird mit der Vorführung des Streifens „Beware of Mister Baker“ (USA, 2013) fortgesetzt.

Höhepunkte werden sicherlich wieder die beiden Doppelkonzerte am Freitag und Sonnabend abends im Mittelsächsischen Theater sein. Hier stellen sich deutsche sowie internationale Top-Musiker vor, die teils über viele Jahre schon die Klanggestalt und das exzellente Niveau des europäischen zeitgenössischen Jazz mitprägen. WeNeT (das Werner Neumann Electric Trio) schaffen die Brücke zwischen berühmten Orgel-Gitarren-Jazztrios und heutigen experimentellen Klangauffassungen.

Bläser-Modernjazz

Das Christof Tewes Quartett begeistert mit fulminanten, Hardbop-beeinflussten Bläser-Modernjazz mit Sinn für kompositorische Finessen. Zentrale Persönlichkeit der jeweiligen Hauptband freitags und sonnabends ist der Musiker und Komponist Hans Lüdemann, wohl seit mehr als drei Jahrzehnten einer der wichtigsten Jazzpianisten in Deutschland. Mit seinen vielfältigen Projekten und einer schier unüberschaubaren Zahl an CDs und Konzerten – auch in Freiberg ist er längst Stammgast – prägt er die deutsche (und in Zusammenarbeit mit dem ungarischen Label BMC Reords auch die französische und ungarische) Szene wie kaum ein anderer Musiker. Sein Ensemble TransEuropeExpress begeisterte mit seiner kompositorisch raffinierten Präsenz und improvisatorischen Sensibilität das Publikum in Paris, Budapest, Köln, Düsseldorf und in vielen deutschen Städten. Und sein Quartett am Sonnabend bringt neben Stamm-Drummer Dejan Terzic mit Luciano Biondini italienischen Akkordeon-Charme und mit Kalle Kalima ein raues Berliner Gitarrenklima ein.

Die Freiberger Jazztage geben ein Statement ab, mit Geduld und Zähigkeit, vor allem aber – eine Investition in die Zukunft – mit künstlerischer Qualität.

Sämtliche Informationen zu Programmdetails, Spielorten und Zeiten sowie zum Kartenverkauf und zu Preisen unter:

http://www.freiberger-jazztage.de

Beitragsfoto: Hans Lüdemann (Horst Schmeck/PR)

 

 

 

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