Come together: Hülsmann–Wogram–Dell live im BR

Corona hin, Corona her – im Bayerischen Rundfunk finden zum Glück auch weiterhin Jazz-Live-Produktionen statt. So auch Ende März mit dem Trio Hülsmann-Wogram-Dell, die sich getreu dem Motto „Come together“ mit den Kompositionen der Beatles auseinander gesetzt haben.


Das Studio 2 des BR
Die Jazzreihe „Bühne frei im Studio 2“ wie auch das Studio selbst haben eine lange Tradition. Der Studiobau des Bayerischen Rundfunks wurde 1963, nach vier Jahren Bauzeit (!), eingeweiht. Akustisch wie aufnahmetechnisch nach wie vor state of the art, nicht zuletzt wegen seiner Raum-in-Raum Bauweise (die auch in der Hamburger Elbphilharmonie zum Einsatz gekommen ist), werden im intimen Rahmen des „Studio 2“ seit den 60er Jahren erste Jazz-Konzerte veranstaltet. Seinerzeit unter der Leitung von Werner Götze und Ado Schlier. Joe Kienemann rief 1974 dann die Konzertreihe „Bühne frei im Studio 2“ ins Leben. Im Jahr 2003 wurde die Leitung der Jazzredaktion des BR an Beate Sampson übergeben. Fernab des Mainstream werden von ihr regelmäßig interessante Formationen, Newcomer oder auch etablierte Jazzmusiker eingeladen und bekommen hier die Möglichkeit ihr aktuelles Programm, respektive interessante Musikprojekte, zu präsentieren.

 

„Come Together“ im Trio
Das Trio um die Pianistin Julia Hülsmann, mit dem Vibrafonisten Christopher Dell und Nils Wogram an der Posaune, haben letztes Jahr am 17. August, anlässlich des 60. jährigen Bühnenjubiläums der Beatles im Hamburger Musikclub Indra, in der  Elbphilharmonie ihre Versionen von Beatles Songs, Corona-bedingt als Streaming-Konzert ohne Publikum, aufgeführt. Schon im Jahr zuvor beschritt Hülsmann mit ihrem bewährten, klassischen Trio und dem Vokalisten Theo Bleckman Beatles-Terrain. Die Beatles im Jazzgewand? Das ist in der Tat eine Sache für sich. Jeder erkennt die Songs nach den ersten Takten und kann diese praktisch mitsummen! Was macht man mit solch gewaltigen Kompositionen wenn man, wie Hülsmann selbst, mit diesen Evergreens aufgewachsen ist und seit jeher auch bekennender Beatles Fan ist? Die Lösung liegt zum einen natürlich in den besonderen Arrangements des Trios und zum anderen in der doch eher ungewöhnlichen Besetzung mit Piano, Vibrafon und Posaune.                                         

Das Konzert im BR
Bereits nach den ersten Takten, begleitet von spontanem Fußwippen, ist schnell klar, dass in der folgenden Stunde etwas ganz Besonderes für’s Ohr geboten wird: ob Klassiker wie „Eleanor Rigby“, „Norwegian Wood“, „Paperback Writer“, „Julia“ oder „Yesterday“, ein von Hülsmann ergreifend interpretiertes Solo von „The Long And Winding Road“, das legendäre „Come Together“ oder last not least „Blackbird“, es fehlte nichts bei diesem Gig. Es stimmte einfach alles – vom Anfang bis zum Ende! Demonstriert wurde ein spektakuläres Gefühl für musikalische Zwischenräume und inspirierte Improvisationen, während harmonische Klänge durch den Raum schwebten. Zudem genoss das Trio sichtlich Beatles Hits zu spielen, über die einzigartigen Harmonien, Rhythmik und Phrasierung der Songs zu improvisieren und endlich mal wieder gemeinsam musizieren zu können, wenn auch ohne Live-Publikum. Der emotionale Gehalt dieser Klassiker bewegt heute noch genauso wie im letzten Jahrhundert und demonstriert eindrucksvoll die schöpferische Bandbreite der legendären Beatles.

Text & Fotos Thomas J. Krebs

An den Geräten kann man dieses brillante Konzert am Karfreitag, den 02.April nachhören. Im Rahmen der Hörfunkreihe „Jazztime“ auf BR Klassik von 23:05h bis 00:00h, respektive unter:
https://www.br-klassik.de/programm/radio/ausstrahlung-2412712.html

Und für die Freunde laufender Bilder, um die wunderbare Stimmung in Ton und Bild nachverfolgen zu können, gibt es den kompletten Mitschnitt ebenfalls auf www.br-klassik.de, sowie auf www.youtube.com unter dem Titel:
„Bühne frei im Studio 2: Hülsmann/Wogram/Dell“: https://www.google.com/search?q=b%C3%BChne+frei+im+studio+2+youtube&rlz=1C1GCEA_enDE906DE906&oq=b%C3%BChne+frei+im+studio+2+youtube&aqs=chrome..69i57.8837j0j15&sourceid=chrome&ie=UTF-8

 

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