75 Jahre Blue Note – das Buch

Buch_BlueNote_D_Rünger_93.inddDas ist wirklich beeindruckend, was Herausgeber Rainer Placke vom Jazzprezzo Verlag anlässlich 75 Jahre Blue Note herausbringt: „Painted Jazz – Das Buch zum Jubiläum“ heißt es und ist versehen mit einem Vorwort von Joe Lovano. Weiterhin gibt es große Kapitel von Michael Cuscuna (Blue Note), Ira Gitler (über die Geschichte), Theresia Ziehe (über Alfred Lion und Francis Wolff), Barbara Steingiesser (über die Verbindung von Kunst und Musik), Bert Noglik (über das legendäre Cover-Design von Reid Miles), Don Was (über die Blue Note-Zukunft) und Ben Rünger (über den Künstler Dietrich Rünger). Darüberhinaus erzählen viele Prominente ihre ganz persönliche Blue Note-Geschichte: Götz Alsmann, Nils Landgren, Gregory Porter, Joachim Krol, Esperanza Spalding, Udo Lindenberg, Nils Wülker, Till Brönner, Klaus Doldinger, Siggi Loch, Karsten Jahnke, Wayne Shorter, Sheila Jordan und viele mehr. Zehn seiner Lieblingstitel des Labels bespricht Roger Willemsen, immer korrespondierend mit den Bild-Kompositionen des Düsseldorfer Künstlers Dietrich Rünger. Dem Buch liegen zwei CDs bei. Dabei handelt es sich um zwei Radio-Sendungen aus dem Jahre 1964, in denen Alfred Lion und Francis Wolff in ihrer deutschen Muttersprache über ihre fanatische Liebe zum Jazz erzählen und die größten Hits der ersten 25 Jahre des Labels ansagen.

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Rainer Placke im Editorial: „Überzeugung, Entschlossenheit, Freundschaft und Leidenschaft – daraus wurde 1939 das bis zum heutigen Tag noch faszinierende Jazzlabel Blue Note – gegründet in New York von zwei aus Berlin stammenden jüdischen Emigranten. Alfred Lion und Francis Wolff ist dieses Buch gewidmet. / Seit nunmehr 75 Jahren steht der Name Blue Note für die Qualität der Musik, das kunstvolle Cover-Design in Verbindung mit den Fotos von Francis Wolff sowie die durch Rudy Van Gelder verbürgte Aufnahmequalität. Das Projekt „Painted Jazz“ fügt diesen Erfolgsgaranten eine weitere Komponente hinzu: Musik wird sichtbar. Und zwar durch den ebenfalls vor 75 Jahren geborenen Künstler Dietrich Rünger, der einzigartige Bild-Kompositionen nach Blue Note-Titeln entstehen lässt – im Jahr des Jubiläums exakt 75 abstrakte Gemälde –, ergänzt durch Geschichten und Erinnerungen bekannter Persönlichkeiten rund um das zentrale Thema Blue Note. / JOE LOVANO, einer der stilprägenden, bei Blue Note unter Vertrag stehenden Tenorsaxophonisten, hat das Vorwort geschrieben. / MICHAEL CUSCUNA, der wohl profundeste Blue Note-Kenner, schildert seine persönliche Entdeckungsreise durch das Blue Note-Archiv. / THERESIA ZIEHE, Kuratorin am Jüdischen Museum Berlin, wandelt auf den Spuren von Alfred Lion und Francis Wolff in Berlin und später New York. / IRA GITLER, legendärer Jazz-Publizist, erzählt als lebender Zeitzeuge von der persönlichen Zusammenarbeit mit Alfred Lion und Francis Wolff. / JULIAN BENEDIKT, Regisseur des Films „Blue Note – A Story of Modern Jazz“, lässt im Kapitel „The Lucky Label“ die emotionalen Momente bei den Dreharbeiten auferstehen. / BERT NOGLIK, einer der renommiertesten deutschen Jazz-Publizisten, hat das legendäre Cover-Design des Labels unter die Lupe genommen. BARBARA STEINGIESSER, Kunsthistorikerin, Literaturwissenschaftlerin und Jazzkritikerin, stellt den historischen Zusammenhang zwischen Musik und bildender Kunst her. / DON WAS, seit 2012 Blue Note-Chef, wagt den Blick in eine mögliche Zukunft des Labels. / BEN RÜNGER, Chef von XEO Enterprise Engineering, versorgt die Leser mit Informationen über den Künstler, seinen Vater Dietrich Rünger. / In dem drei Jahre währenden Entstehungsprozess dieses Buches gab es einige Schlüsselmomente. Zunächst einmal, als Stefan Gerdes, Leiter der NDR-Jazzredaktion, vom Fund zweier Radiosendungen mit Alfred Lion und Francis Wolff sowie herrlicher Musik aus dem Jahre 1964 berichtete – diese historischen Dokumente sind dem Buch auf zwei CDs beigefügt. Bestätigung für das Konzept gab es beim ersten Treffen mit Roger Willemsen. Nachdem der wortgewaltige Jazz-Enthusiast spontan mit dem Satz „So sieht Jazz aus“ seine Begeisterung für die Werke Dietrich Rüngers bekundet hatte, erklärte er sich dazu bereit, zehn seiner Blue Note-Lieblingstitel zu besprechen – diese Seiten ziehen sich wie ein „blauer Faden“ durch die Kapitel. / Spannend wurde es dann ein Jahr später beim Recherche-Aufenthalt in New York. Die intensiven Gespräche mit dem Zeitzeugen Ira Gitler sowie Michael Cuscuna werden unvergessen bleiben. In diesem Zusammenhang haben sich zwei weitere Momente ganz fest eingebrannt: zum einen der Augenblick, als ich die von Alfred Lion penibel geführten Session-Hefte in den Händen hielt. Zum anderen der Besuch des Friedhofs Beth-El in Paramus, auf dem die beiden Freunde fürs Leben, Alfred Lion und Francis Wolff, nur wenige Meter voneinander entfernt begraben liegen. „Through jazz he lived a life he loved“ – diese Worte auf Alfred Lions Grabstein gelten auch für das Projekt „Painted Jazz“.“


Die offizielle Präsentation des Buches wird am Dienstag, den 28. Oktober, ab 19 Uhr im Jüdischen Museum in Berlin stattfinden. Den ersten Teil (ab 19.30 Uhr) gestaltet Roger Willemsen, den zweiten (musikalischen Teil) übernimmt ab 20.30 Uhr der New Yorker Vibraphonist Joe Locke mit seiner Band. Kartenbestellungne auf der homepage des Jüdischen Museums Berlin, Eintritt 15 Euro .

Außerdem veranstaltet die Evangelische Akademie Tutzig vom 21. bis 23. November ein dreitägiges Seminar 75 Jahre Blue Note. Auch dort wird das Buch ein Teil dieser Veranstaltung sein. Unter anderem tritt dort das Jukia Kadel Trio, die jüngste deutsche Blue Note-Künstlerin auf. (eine Rezension der CD finden Sie in der Printausgabe der nächsten JazzZeitung 5-14, die am 23.10. gedruckt wird.

Preis: 75 Euro, 236 Seiten, Fadenheftung 28,5 mal 32,5 cm, ISBN-Nummer: 978-3-9816642-0-1

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