Im 17. Jahr gab es nun das Jazzfestival im südschwedischen Ort Ystad: Traumwetter mit angenehm kühlem Wind, musikalische Vielfalt – und bewegende Stunden mit jung gebliebenen Altstars. Ideale Bedingungen für ergiebige Sommertage mit Jazz. Scharfgeschnittene Gesichtszüge, Brille, elegant grau-gescheiteltes Haar, beigefarbener Anzug: Der brasilianische Songschreiber und Sänger Ivan Lins, seit über 50 Jahren ein großer Name, stand mitten auf der Bühne hinter einem Keyboard und legte die Hand aufs Herz. „Ich bin verliebt in diesen Ort, mein Gott!“ Er hob hervor, wie beeindruckt er sei: „Keine kommerzielle Firma, keine politische Verwaltung, einfach nur Menschen“ würden das zuwege bringen, was er hier erlebe. „Erstaunlich!“ – Das klang, hervorgebracht in ruhigen, bedachten Sätzen, nicht nach Schmeichelei, sondern nach authentischer Begeisterung. Entsprechend lang kostete der Sänger sein Konzert auch aus: Fast zwei Stunden stand er vor dem Publikum im ausverkauften Theater der südschwedischen Küstenstadt, erzählte in intimer Langsamkeit von seinem Leben und seinen Songs, interpretierte mit immer noch tragfähiger, wenn auch in wenigen Momenten inzwischen brüchiger Stimme zur feinfühligen Begleitung einer hochversierten Band Liebeslieder aus unterschiedlichen Phasen sowie Klassiker wie seinen 70er-Hit „Madalena“ – und wurde am Ende …
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