Der Fotograf Ssirus W. Pakzad in der Unterfahrt

Face To Face – Soul To Soul ist Ssirus W. Pakzads erste Einzelausstellung seit 2010. Nachdem sie zuerst im Rahmen des 67. Ljubljana Jazzfestivals im „Cancarjev dom“ gezeigt wurde, ist sie nun vom 4. Oktober bis 12. Dezember in der Münchner Unterfahrt zu sehen. Jüngere Farbfotos von Odean Pope, Melissa Aldana, Patricia Brennan, Jamaaladeen Tacuma, Adam O´Farrill, Guillaume Perret oder Mark Shim machen gut die Hälfte der Exponate aus. Die andere besteht aus Schwarzweiß-Aufnahmen, die bis ins Jahr 1990 zurückreichen – von Größen wie Roy Hargrove, Ornette Coleman, Erykah Badu, Al Green, Anita Baker, Macy Gray, Ravi Coltrane, Don Cherry, Joe Zawinul oder Dee Dee Bridgewater. Einige dieser intimen close up-Portraits gelten heute als junge Klassiker der Jazz-Fotografie. Kuratiert wurde die Ausstellung vom slowenischen Fotografen und Filmemacher Žiga Koritnik. Werbung Ssirus W. Pakzad (* 1961) arbeitet seit Mitte der 80er Jahre als Autor, Fotograf, Moderator (Bayerischer Rundfunk, SWR Kultur) und Musik-Journalist mit Schwerpunkt Jazz. Seine Bilder finden sich auf über hundert Album- und mehreren Dutzend Buch-Covers und waren bislang in elf Einzel- und vier Gruppenausstellungen in Europa zu sehen.

Weiterlesen

Jazzfest Berlin 2025: Kleine Fluchten, große Momente

(Text & Fotos von Robert Fischer) „Where Will You Run When the World’s on Fire?“ lautete das Motto der diesjährigen 62. Ausgabe des Jazzfests Berlin, die vom 30. Oktober bis zum 2. November im Haus der Berliner Festspiele,  in den Clubs A-Trane und Quasimodo sowie in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche stattfand. Und obwohl die Antwort darauf ja eigentlich auf der Hand liegen sollte – „Nirgendwohin, denn irgendjemand muss ja beim Löschen helfen“ – kamen die Festivalmachenden im Lauf der vier Tage gern darauf zurück. Überzeugender als das, was dazu in Interviews, Artist Talks und bei sonstigen Gelegenheiten zu hören war, war aber in vielen Fällen: die Musik. Denn gute Musik ist im Idealfall ja immer auch ein Ausdruck der Zeit, in der sie entsteht. Eindrücklich belegt wurde das zum Beispiel durch das Eröffnungskonzert  am Donnerstag auf der Großen Bühne im Haus der Berliner Festspiele, bei dem die Altsaxofonistin Angelika Niescier mit der Cellistin Tomeka Reid und der Schlagzeugerin Eliza Salem ihr im Jahr 2023 erschienenes Album „Beyond Dragens“ präsentierte. In ihren Ansagen machte sie angenehm unverkrampft deutlich, wie einige der Stücke auf diesem Album gemeint sind – …

Weiterlesen