Konzertreihe „jW geht Jazz“ in der Berliner Maigalerie feiert Zweijähriges

(Von Gisela Sonnenburg) Das ist selten: Eine Tageszeitung betreibt eine Galerie und präsentiert dort regelmäßig Konzerte mit renommierten Jazzmusizierenden. Diese Besonderheit bietet die überregional erscheinende, linke Berliner Tageszeitung „junge Welt“ („jW“), die sich damit kulturell zu profilieren weiß. Zustande kam die „jW geht Jazz“ genannte Reihe aber durch einen Notfall. Denn die Jazzkoryphäe Hannes Zerbe, bekannt als Pianist, Komponist und Organisator, musste befürchten, dass die von ihm ausgerichteten, seit Jahrzehnten beliebten Jazzkonzerte im Berliner Musikinstrumenten-Museum mangels Förderung durch den örtlichen  Senat eingestellt würden. Diese Förderung kam später wieder dazu. Doch auch die zunächst nur als Ersatz gedachte, nicht mit Steuergeld geförderte Konzertreihe „jW geht Jazz“ in der Maigalerie der „jungen Welt“ wurde ein Erfolg – und blieb. Jetzt begeht sie ihr zweijähriges Jubiläum. Zeit der Unsicherheit „Das war damals wirklich prekär“, erinnert sich Hannes Zerbe, wenn man ihn auf die Zeit der Unsicherheit in Bezug auf die Finanzierung der Konzerte im Musikinstrumenten-Museum in Berlin anspricht. Zerbe, 1941 im heute polnischen Litzmannstadt geboren, ist seit Jahrzehnten eine treibende Kraft im  Berliner Jazz. „Jatz“ spricht Zerbe sein Lieblingswort auf deutsch aus, als Ausdruck seiner ostdeutsch geprägten Herkunft. Aber …

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Jenny Evans zum 50. Bühnen-Jubiläum – ein Interview

50 Jahre auf der Bühne, das muss ihr erst einmal jemand nachmachen. Die Sängerin und Schauspielerin Jenny Evans ist ein Phänomen und auch mit über 70 munter auf den Jazz-Bühnen unterwegs. Anlässlich ihres Jubiläums haben wir mit ihr gesprochen. Wie bist du zum Jazz gekommen? Mein Vater hatte Frank Sinatra-LPs und auch das wunderbare Album „Ella in Berlin“. Da habe ich zum ersten Mal Scatgesang gehört. Als 13-Jährige hörte ich aber die Alte Musik und während Gleichaltrige Fans von Bubble.Gum Music waren, war ich fasziniert vom „Early Music Consort Of London“! Als ich nach München kam, war ich im Universitätschor und Münchner Motettenchor. Mein damaliger Freund war aber Amateur-Kontrabassist bei einer Dixieland-Band, und er fragte, ob ich nicht in seiner Band einsteigen könnte. Ich kannte eh alle Songs. Bald habe ich aber erkannt, dass Jazz für mich etwas anders bedeutete und gründete meine eigene Band. Die ging ab wie eine Rakete. In den 1970ern gab es überall Musik-Kneipen, und wir haben fünfmal die Woche gespielt. Dann wurde ich eingeladen, mit dem alten Drummer Freddie Brocksieper zu singen. In seiner Band habe ich angefangen, sogenannten Head …

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+++ news +++ Jazzclub Regensburg: freier Eintritt u20 +++ Registrierung jazzahead! 2025 beginnt +++

+++ Jazzclub Regensburg sorgt für frischen Wind: Freier Eintritt für alle unter 20 Jahren ab Herbst 2024 +++ (PM) Der Jazzclub Regensburg setzt ein deutliches Zeichen für die Zukunft der Musik und Kultur in unserer Stadt: ab dem Herbst 2024 werden alle Personen unter 20 Jahren zu allen Veranstaltungen des Jazzclubs kostenlosen Eintritt erhalten. Mit dieser Initiative möchte der Club junge Menschen für die vielfältige Welt des Jazz begeistern und einen Raum schaffen, in dem sie sich musikalisch entfalten können. Ziel der Initiative ist es, junge Menschen für die vielfältige Welt des Jazz zu begeistern und mit dieser Aktion einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung zu leisten. Musik kennt keine Altersgrenzen – mit dem kostenlosen Eintritt für Jugendliche möchte der Jazzclub nicht nur den Zugang zur Jazzmusik erleichtern, sondern auch das soziale Miteinander fördern und junge Menschen dazu anregen, gemeinsame musikalische Erlebnisse zu schaffen. Neben dem freien Eintritt zu Konzerten möchte der Jazzclub Regensburg e.V. auch durch die regelmäßig stattfindenden, kostenlosen Sessions junge Menschen ermutigen, mit Musiker:innen in Kontakt zu treten und Bühnenerfahrung zu sammeln. Werbung Türen auf für die Jugend Der Jazzclub Regensburg freut …

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Konzerttipps +++ Ron Williams in Oberthulba +++ Kilian Kemmer auf Gut Keferloh +++

+++ Ron Williams auf der Pianobühne Oberthulba +++ Der international erfolgreiche und bekannte Sänger, Moderator, Bühnen- Radio- und TV-Star aus Oakland (USA)/München gastiert am Freitag, den 12. Januar 2024, zusammen mit der groovigen jungen Soul-Crew seines Sohnes Julian Williams zum ersten Mal auf der Piano-Bühne Oberthulba. Blues, Funky Soul, Shuffle und Party Jam der Extraklasse sind angesagt. Bekannt aus dem Fernsehen Ron Williams ist dem internationalen Publikum bestens bekannt durch seine zahlreichen erfolgreichen Tourneen und TV Auftritte im In- und Ausland. Auftritte als Ray Charles Double und Bühnenshows mit der WDR und NDR Bigband und in über 800 teils eigenen Fernsehsendungen wie „Ronabend“ und „Countdown“ sowie Stern TV oder Maischberger machten ihn populär. Markant ist vor allem seine einzigartige Stimme und unverwechselbare Bühnenpräsenz . Aktuell hatte er im Oktober 2023 einen sensationellen Erfolg mit dem Jörg Seidel-Trio im Schlosspark Theater Berlin von Dieter Hallervorden. Werbung Im Team mit Sohn Julian Auch sein Sohn Julian Williams ist in den Genres Funk Soul & Jazz erfolgreich. Jahrelang war er als Streetworker in Sachen Straßenmusik in München unterwegs, aber auch mit professionellen Kombos tourte er schon durch Deutschland, …

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Drei glorreiche Pianisten beim 8. Jazz Piano Marathon in Ottobrunn

Wieder einmal beschloss das Wolf-Ferrari-Haus in Ottobrunn bei München seine von den Brüdern Cornelius Claudio & Johannes Tonio Kreusch geleitete Reihe „Ottobrunner Konzerte“ in der Vorweihnachtszeit mit einem Jazz Piano Marathon. Bei der 8. Ausgabe teilten sich die Strecke der Mailänder Antonio Faraò, der Züricher Nik Bärtsch und der Lokalmatador Cornelius Kreusch als Solisten. Der Gastgeber eröffnete über 20 Minuten bescheiden, aber ungestüm mit kurzen Improvisationen, in denen er nach eigenen Worten sein Wesen offenbarte. Werbung Nik Bärtsch spielte seine faszinierenden „Module“ im Habit und Habitus des Zen-Meisters, repetitiv und minimalistisch, mit intensiver Spannung in feinsten Veränderungen, direkt auf den Saiten auch mal Koto-Harfen-Klänge erzeugend. Mystisch  zog er mit seiner „ritual groove music“ in den Bann. Aus dem zog, das Publikum ganz anders mitreißend, abschließend Antonio Faraò mit dem ganzen Reichtum der modernen Jazzpiano-Tradion. In langen Improvisationen – mit oft verschwenderisch vielen Noten – gab er dem Marathon eine sportliche Note und verausgabte sich dabei auch physisch.

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Radioschmelze. Foto: Hufner

Deutsche Jazzunion fordert: Keine Reduzierung des Jazz-Angebots in der ARD!

Die Deutsche Jazzunion fordert die Intendanzen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu mehr Transparenz auf. Die geplanten Umstrukturierungen im Kulturangebot der ARD-Radiosender erfordern die Einbeziehung der Fachexpertise von Berufsverbänden und Szeneakteur*innen. Die Deutsche Jazzunion hatte im September einen offenen Brief an die Verantwortlichen der ARD gerichtet, der bereits von über 2.300 Institutionen und Personen mitgezeichnet wurde. In einer Stellungnahme des Arbeitskreises Medien der Deutschen Jazzunion heißt es: Werbung „Die Rundfunkanstalten der ARD planen für ihre Radioangebote derzeit die Zusammenlegung von Sendestrecken ihrer Kulturwellen. Die offizielle Informationslage ist derweil dünn – die Vorbereitungen und Verhandlungen finden weitestgehend hinter verschlossenen Türen statt. Nach bisherigen Verlautbarungen aus dem Kreis von ARD-Programm-Verantwortlichen betreffen die geplanten Änderungen insbesondere die Abendstrecke zwischen 20.00 und 24.00 Uhr. Anstelle der bisherigen Vielfalt mit eigenen regionalen Kulturprogrammen soll es offenbar im Hörfunk der ARD ein bis zwei zentral gestaltete Programme geben, die am Abend bundesweit ausgestrahlt werden. Damit sollen zahlreiche Sendungen, gerade auch jene mit regional ausgerichteten und spezifischen Inhalten, eingestellt werden. An ihre Stelle sollen vereinheitlichte Sendungen zu verschiedenen Kulturbereichen treten. Der damit einhergehende Verlust an kulturjournalistischer Vielfalt sowie an regionalen und lokalen Programminhalten ist …

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+++ news +++ Konzerte +++ Ingrid Arthur in Oberthulba +++ Michael Wollny in Bonn +++

+++ Ingrid Arthur auf der Piano-Bühne in Oberthulba +++ Die in Gainesville, Georgia (USA) geborene Ingrid Arthur ist eine der mächtigsten Stimmen in der Geschichte der Musik. Sie ist nicht nur eine wunderbare Sängerin, sie ist die Göttin des Souls mit ihrem reichhaltigen und traditionellem Gospel Hintergrund mit dem Einfluss von Aretha Franklin, Mavis Staple oder Mahalia Jackson. Unter anderem war sie Background-Sängerin bei der Grammy-Award-Gewinnerin von 1996 und 1997, Cissy Houston (Mutter von Whitney Houston), „Face to Face“ und „He Leadeth me“ und bei der 1995 Grammy-Award-Gewinnerin Bette Midler mit dem Song des Jahres „From A Distance“. Werbung Unterwegs mit James Last Sie trat auf den verschiedensten Bühnen in New York, Paris, London und Berlin auf und wurde wegen ihrer Professionalität, sympathischen Erscheinung und einzigartigen Stimme überall mit stehenden Ovationen belohnt.  Ihr musikalischer Triumphzug begann mit den „Golden Gospel Singers“ als auch mit ihrer Performance in „Little Shop of Horrors“ am Metropol Theater in Wien. Oft war Ingrid auch mit James Last und seinem Orchester auf Tournee. Seit 2002 lebt Ingrid Arthur nun in Berlin, ist aber auf der ganzen Welt mit ihrem Talent …

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Chorleiter und Bühnenderwisch: Jacob Collier beim Tollwood-Festival in München

Jacob Collier passt in die Zeit. Er wirkt wie die künstlerische Verkörperung einer Ära der Optionen. Der junge Brite rennt auf die Bühne des Tollwood Musikzelts, sprintet zu den Instrumenten und wechselt sie oft und präzise choreografiert. Er spielt eine Handvoll davon ziemlich gut, vor allem Klavier und Bass, außerdem Gitarre und Percussion, flankiert und sekundiert von einer hervorragend stilflexiblen Band. Er packt viel in die zwei Stunden Konzert, Funk und jazzgetönten Soul, dunkle Club-Beats und helle Latin-Passagen, Freddie-Mercury-Pathos und Singer-Songwriter-Intimität. Die Rasanz der Opulenz erinnert strukturell ein wenig an Kulturtechniken, die die Mobiltelefonie in die Welt gebracht hat, das Wischen vom einen zum anderen, geklammert über die Plattform, die die Vielfalt zur Verfügung stellt. Magische Zusammenklänge Ein wesentlicher Unterschied ist aber, dass Collier nicht nur vom Publikum etwas will, sondern ihm auch viel zurückgibt. Zu den magischen Momenten des Abends gehören neben hinreißend privaten Songs wie „The Sun Is in Your Eyes“ die Passagen, wo sich der hyperaktive Bühnenderwisch in einen brillant intuitiven Chorleiter verwandelt, der die Menschen im Zelt zu einer Stimme zurückführt, von der sie wahrscheinlich gar nicht wussten, dass sie sie …

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Elbjazz 2023: Jazz & Dance unter der Diskokugel

Gleich vorweg: Auch das diesjährige Hamburger Elbjazz war wieder ein voller Erfolg. Bei Temperaturen bis zu 28 Grad und herrlichem Sonnenschein am 10. und 11. Juni waren die wettertechnischen Voraussetzungen optimal, vorausgesetzt man hatte Sonnencreme und Kopfbedeckung dabei. Als vorausschauende Maßnahme des Veranstalters wurden kostenlose Trinkwasserstellen aufgestellt, die angesichts der mittlerweile doch recht hohen Getränkepreise an den Ständen absolut sinnvoll waren. Ebenfalls hilfreich die Festival App, die über Programmänderungen, etwa den Einlassstand oder Staus an der Schiffbauhalle informierte. Bemerkenswertes Programm für ein Jazzfestival Auf den ersten Blick war das Elbjazz Programm schon ein wenig ungewöhnlich. Internationale Jazzgrößen, respektive typische Jazzheadliner, suchte man dieses Jahr vergebens. Dafür traten Bands wie Dope Lemon mit Mastermind Angus Stone oder das Unknown Mortal Orchestra aus Neuseeland auf, die alle wenig, bzw. gar nichts, mit Jazz am Hut haben, das Publikum trotzdem enthusiasmierten, welches zum Teil szenemäßig mit Weißwein im Glas und Icepack (!) anstieß, ausgelassen tanzte und feierte. Wahrscheinlich ist das Line-up ohnehin für die meisten Besucher zweitrangig. Der Fokus liegt offensichtlich auf einer entspannten Atmosphäre und guter Laune, kombiniert mit einem vordergründig ansprechenden, aber solide aufgestellten Programm. Für …

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News: +++ Tag der Gegenwartsmusik mit Uraufführung von Shuteen Erdenebaatar +++ Lübecker Jazz Allstars treten auf +++

+++ Tag der Gegenwartsmusik mit Uraufführung von Shuteen Erdenebaatar +++ Am Sonntag, dem 18. Juni 2023, findet in Riedenburg zum ersten Mal der Tag der Gegenwartsmusik statt. Hinter der Veranstaltung steht die Musikinitiative Metax Modern, die seit 2021 mobil in Bayern unterwegs ist und Musik der Gegenwart in verschiedenste Orte bringt. Das Programm in Riedenburg dreht sich rund um das Thema „Rhythmusstörung. Im Weltgarten der Gegenwartsmusik“. Dabei treffen regionale auf internationale Künstler*innen und Jazz auf aktuelle Klassik und Weltmusik. Die transkulturelle Musikvermittlung steht an diesem Tag auch in Wechselwirkung mit Kirche, Kunst und Neuen Medien. Werbung Den Auftakt der Veranstaltung bildet ein Musikgottesdienst um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes. Das Ensemble Tengerton und der Organist Robert Lehner erwecken mit zeitgenössischen Orgelwerken und mongolischem Obertongesang „Töne des Himmels“ zum Leben. Um 15 Uhr werden unter dem Titel „Maske und Farbe“ im Alten Pfarrhof Werke von Adriana Hölszky, Henrik Ajax und Shuteen Erdenebaatar aufgeführt. Den ganzen Tag über gibt es „künstlerisch-musikalische Interventionen“ im Rahmen eines Artists in Residence-Projekts der Galerie der Gestaltenden Gesellschaft. Höhepunkt ist das Uraufführungskonzert um 20 Uhr, das mit einer Spendenaktion für …

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