Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1.
Aktuell bekommen wir Informationen von SWR Kultur, Ö1 und in Sachen Neue Musik von BR-KLASSIK und ebenfalls Ö1.
Senderliste:
- ORF – Ö1
- Deutschlandfunk – „Fakten und mehr“
- Deutschlandfunk-Kultur – „Das Feuilleton im Radio“
- ndr Kultur – Hören und genießen
- ndr blue – Meet The Music
- radio bremen – Neugier lohnt sich.
- Radio 3 –
- mdr-kultur – Das Radio.
- WDR3 – Das Kulturradio
- hr2-kultur – Das Kulturradio für Hessen.
- SR2 Kulturradio – … gut zu hören.
- SWR kultur – Kultur neu entdecken
- BR-KLASSIK – Klassikstars geben auf BR-KLASSIK den Ton an. Attraktive Magazine bringen Interviews und Neuigkeiten aus dem Musikleben.
- Bayern 2 – Preisgekröntes Radio für Hörer, die mehr wissen wollen
Internet:
- Schweden: P2 sendet immer Dienstags von 21:00 bis 22:00 und Sonntags von 18:40 bis 20:00 ein Jazzkonzert
- Ungarn: Bartok Radio sendet täglich von 23:00 bis 23:55 eine Jazzsendung
mo – 11.05.2026
17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Astrid Schwarz und Rainer Elstner.
19:30:00 +++ Ö1
Spoken-Word-Künstler Anthony Joseph und Band bei den INNtönen 2025
Coole Grooves, smoothe Soli und substanzvolle Spoken-Word-Einlagen wurden am 20. Juli 2025 zum Ausklang des INNtöne-Festivals auf Paul Zauners Buchmannhof in Diersbach geboten: Mit dem aus Trinidad und Tobago stammenden Dichter-Sänger Anthony Joseph war ein wichtiger Repräsentant der afrokaribischen Musikszene Londons im oberösterreichischen Innviertel zu Gast, um Musik zwischen Jazz, Afrobeat, Soul, Dub und mehr zu servieren, und um dazu afrofuturistische Botschaften zu formulieren – nebst einer Hommage an die verstorbene nigerianische Schlagzeuger-Legende Tony Allen. Mit in der Band: Tenorsaxofonistin Chelsea Carmichael, Keyboarder Renato Paris sowie Dave Okumu (E-Bass) und Leo Taylor (Schlagzeug).
22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
ARD Jazz. Spotlight: Hören wir Gutes und reden darüber!
Von Beate Sampson, Roland Spiegel und Ulrich Habersetzer. „Eine Sendung wie eine Insel. Draußen herrscht hoher Seegang, aber was im Hier und Jetzt zählt, das sind handverlesene Töne, die in die Ohren des Publikums tropfen“. Das schrieb 2022 die Grimme-Jury in ihrer Begründung dafür, dass „Hören wir Gutes und reden darüber!“ den Deutschen Radiopreis als „Beste Sendung“ erhielt. Wir nehmen Sie mit auf diese Hör-Insel! Jede und jeder stellt ein neues Jazzalbum vor, ohne den anderen vorher zu verraten, worum es sich handelt. Hören, rätseln und laut nachdenken über Töne – darum geht es bei „Hören wir Gutes“. Lassen Sie sich überraschen.
23:03:00 +++ Ö1
Meisterkurs spektraler Klavierwelten – Tristan Murail bei den Wiener Tagen der zeitgenössischen Klaviermusik
Tristan Murail (geboren 1947) zählt zu den prägenden Figuren der Spektralmusik (“musique spectrale”), einer Ästhetik, die Klang nicht mehr als feste Größe versteht, sondern als schillernden Prozess. Ermöglicht wurde das durch revolutionäre Mittel der Klanganalyse, die wiederum neue Kompositionstechniken angeregt haben.
Bei den 32. “Wiener Tagen der zeitgenössischen Klaviermusik” war der französische Komponist zu Gast und hat mit Klavier-Studierenden an eigenen Werken aus unterschiedlichen Schaffensphasen gearbeitet. Die Ergebnisse dieses Interpretations-Meisterkurses wurden in einem Schlusskonzert präsentiert. Dabei war eine große kompositorische Bandbreite zu erleben. Denn bei Murail, so Lukas Haselböck in einem begleitenden Aufsatz zu dieser Veranstaltung, sei wie bei fast allen Komponist:innen der sogenannten Spektralmusik, “eine Abkehr vom ursprünglichen Purismus spektraler Klangprozesse zu bemerken”.
Mit Obertonreihen, Resonanzen und feinsten Farbverschiebungen wurde das Klavier bei diesem Konzert weniger als perkussives Instrument begriffen, sondern als Resonanzraum fließender Übergänge. “Zeit-Ton” bringt ausgewählte Stücke dieses Abends vom 3. Februar 2026.
di – 12.05.2026
17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen.
21:00 – 22:00 UHR +++ SWR KULTUR
JetztMusik: Magie und Energie – Pat Thomas solo und das Trio Sanchez / Guy / Lopez beim Jazzfest Berlin 2025
Von Nina Polaschegg. Wie im Flug verging der Auftritt von Pat Thomas – voller Konzentration und Energie, ganz unabhängig von Lautstärke und Klanglichkeit. Blitzartige Wechsel, kontrastreich bis ins Detail gestaltete einzelne Gesten, ein feiner, klangreicher Anschlag. Abstraktion und Konkretes bis hin zu Monk-Anleihen, all dies vermag der britische Pianist völlig organisch miteinander zu verbinden. Pianistin Angelica Sanchez, Altmeister Barry Guy am Bass und Ramon Lopez am Schlagzeug gingen bei ihrem Konzert verschlungene Wege zwischen Lyrik und Energie, klarer Struktur und schwebenden Fortspinnungen.
23:03:00 +++ Ö1
aushalten und standhalten. Liquid Loft und Radian.
Die Uraufführung von „HOLD&RESIST_ a springrite“ von Liquid Loft und Radian beim Donaufestival 2026.
Seit einiger Zeit hat die Band Radian mit Manu Mayr einen neuen Bassisten. Nun hat das Trio beim Kremser Donaufestival das erste in dieser Besetzung neu komponierte Projekt präsentiert, das in Zusammenarbeit mit der Tanz- und Performancecompany Liquid Loft entstanden ist. In „HOLD&RESIST_ a springrite“ loteten die Künstler:innen gemeinsam „das Potenzial des Körpers im Konflikt mit dem Diktat der Schwerkraft“ aus. „Eine Pose überdehnen, die Erschöpfung ausreizen, eine Spannung aushalten, die den Naturgesetzen widerspricht“, – für Radian und Liquid Loft ist das auch Ausdruck einer widerständigen Haltung, die den „erdrückenden Umständen und autoritären Tendenzen trotzt“. Es gelte die Hoffnung „auf das Unwahrscheinliche, aber eben doch Mögliche“ zu bewahren. Damit ist das gemeinsame Werk auch eine Antwort auf die Leitfrage des diesjährigen Donaufestival, das unter dem Motto „Mad Hope“ dazu einlädt darüber nachzudenken, ob im „Zeitalter der multiplen Krisen” dem Prinzip Hoffnung noch eine transformative Kraft innewohnen kann. Gestaltung: Susanna Niedermayr
23:03 bis 00:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Horizonte: Percussion Studio München
Steve Reich: „Drumming“. Am Anfang steht ein einfaches rhythmisches Muster, das sich erst auf einer, dann auf zwei Bongotrommeln nach und nach aufbaut. Mehr Instrumente kommen hinzu, überholen sich gegenseitig, synchronisieren sich wieder. Wie Glassteinchen in einem Kaleidoskop ordnet sich die Musik zu immer neuen Klangbildern. Bei der Uraufführung 1971 wurde Steve Reich (Jahrgang 1936) für seine Rhythmusspielereien noch belächelt, heute gilt „Drumming“ als Meilenstein der Minimal Music. Wir senden einen Mitschnitt vom 15. April aus dem Redoutensaal in Erlangen mit dem Percussion Studio München unter der Leitung von Christian E. Wissel. Das Ensemble besteht aus Studierenden der Schlagzeugklasse der Hochschule für Musik und Theater München. Eine Sendung von Thorsten Preuß
mi – 13.05.2026
17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.
22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
ARD Jazz. Das Magazin
Von Mauretta Heinzelmann. Das wöchentliche Jazz-Update, präsentiert von Eurer ARD: außergewöhnliche Veröffentlichungen, relevante Ereignisse und aktuelle Debatten. Wir diskutieren Jazz in allen seinen Facetten und suchen auch deutschlandweit die Orte auf, an denen er zu Hause ist. Nicht verpassen.
do – 14.05.2026
17:10:00 +++ Ö1
Douze points. Eine Revue unglaublicher Eurovisions-Beiträge
Generationen haben mitgefiebert oder die Nase gerümpft, je nach Musikgeschmack, seit der ersten Austragung 1956 im Schweizer Lugano. Die Beiträge zum Grand Prix Eurovision de la Chanson bzw. Eurovision Song Contest rangieren auf einer Skala von peinlich über grandios-schmalzig bis zum gelungenen, gelegentlich genialen Schlager oder Popsong.
Das Theater Bronski & Grünberg im Wiener Alsergrund zeigt eine Revue bemerkenswerter Eurovisions- Song-Contest-Beiträge, die Show ist inzwischen zum Dauerbrenner geworden. Das Wiedersehen (oder Neuentdecken, je nach Lebensalter) kann gemischte Gefühle auslösen – dabei zeigt sich aber: Der Song Contest eignet sich auch als Spiegel einer sich verändernden Gesellschaft, Mentalität und Popkultur.
Die Gestalterinnen der Revue „Eurobronski Song Contest“, die Darstellerin und Texterin Julia Edtmeier
19:36 – 20:00 UHR +++ SWR KULTUR
Big time Jazz. Jazz-Orchester, Big Band, Oktett – hier kommt Musik mit Vielen!
Im Big Time Jazz stellen wir für Sie interessante und schöne Klänge zusammen – von großen Ensembles aus dem Jazz und der improvisierten Musik. Wir bergen Archivaufnahmen und durchforsten Neuveröffentlichungen für eine Zeit, die ganz den großen Klängen gehört.
22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
Jazz and more
Von Daniella Baumeister. Jazz-Orchester, Big Band, Oktett – hier kommt Musik mit Vielen! Im Big Time Jazz stellen wir für Sie interessante und schöne Klänge zusammen – von großen Ensembles aus dem Jazz und der improvisierten Musik. Wir bergen Archivaufnahmen und durchforsten Neuveröffentlichungen für eine Zeit, die ganz den großen Klängen gehört. (Übernahme von hr2-kultur.)
22:05:00 +++ Ö1
Jet Lag All Stars Radio Show
23:03 bis 00:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Horizonte: Musik der niederländischen Komponistin Rozalie Hirs
„bron“ (Nederlands Philharmonisch Orkest: Elena Schwarz); „Infinitiy Stairs“ (Marieke Franssen, Flöte; Fie Schouten, Klarinette; Wiek Hijmans, E-Gitarre); „arbre généalogique“ (Susan Narucki, Sopran; Asko/Schönberg Ensemble: Pierre-André Valade); „Avatar“ (South Netherlands Philharmonic: Duncan Ward)
Rozalie Hirs schreibt Musik und sie schreibt Gedichte. Das Wort ist in ihren Kompositionen von großer Bedeutung, und in ihrer Lyrik spielt sie mit dem Klang der Sprache. Und manchmal interpretiert sie als Sängerin oder Rezitatorin ihre Werke sogar selbst. In der heutigen Ausgabe der „Horizonte“ sind vor allem größere Orchesterstücke von Rozalie Hirs zu hören, die vor einigen Monaten auf CD herausgekommen sind. Die Komponistin arbeitet mit modernster Computertechnologie, analysiert Klänge und erzeugt ihr musikalische Material. Vor allem geht es ihr aber um die Emotion, um eine ganz unmittelbare Wirkung der Musik. Eine Sendung von Florian Heurich
fr – 15.05.2026
14:05:00 +++ Ö1
Klarinettist Michel Portal mit seinem New Quintet 2018 in Paris
Im Stadttheater seiner Heimatgemeinde Bayonne im äußersten Südwesten Frankreichs absolvierte er als Zehnjähriger seine ersten Auftritte, heute trägt es seinen Namen: Théâtre Michel Portal.
Der 1935 geborene Multiinstrumentalist und Komponist Michel Portal war ein Tausendsassa und dabei absolut trittsicher in allen von ihm betretenen musikalischen Terrains. Als klassisch ausgebildeter Klarinettist interpretierte er Brahms, Mozart, Stockhausen oder Poulenc gleichermaßen und pflegte die zeitgenössische Musik im Ensemble Musique Vivante. Sein Saxofonspiel bereicherte Chansons von Barbara, Claude Nougaro oder Serge Gainsbourg. Am Bandoneon erkundete er mit Richard Galliano die Pfade des Tango Nuevo. Er prägte maßgeblich den europäischen Freejazz und komponierte Filmmusiken, von denen drei mit einem César ausgezeichnet wurden. Bis ins hohe Alter blieben seine Spielfreude, seine musikalische Neugier und Abenteuerlust und sein Bedürfnis, sich auf der Bühne mit Musikern und Musikerinnen jüngerer Generationen auszutauschen, ungebrochen.
Anlässlich seines Tods am 13. Februar 2026 hat Radio France über die European Broadcasting Union (EBU) den Mitschnitt eines Konzerts zur Verfügung gestellt, das Michel Portal am 22. September 2018 im Studio 104 des Pariser Funkhauses gegeben hat, gemeinsam mit Posaunist Samuel Blaser, Pianist Bojan Z, Kontrabassist Bruno Chevillon und Schlagzeuger Jeff Ballard.
17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Johann Kneihs.
23:03:00 +++ Ö1
NAMES beim Aspekte Festival Salzburg – Der “Puls” zeitgenössischer Musik mit dem Salzburger Ensemble NAMES
Das Aspekte Festival Salzburg für zeitgenössische Musik widmete sich in der diesjährigen Ausgabe dem „Puls“. Und damit dem Beginn allen Lebens, denn: Der erste Herzschlag, den ein ungeborenes Kind hört, prägt sein Bewusstsein für Zeit und auch Emotion. Beides – Zeit und Emotion – sind wiederum wichtige Elemente in der Musik.
“Puls” als Taktgeber war im Konzert des Salzburger Ensemble NAMES am 12. März 2026 permanent zu spüren. Ob zu acht Händen an einer Orgel mit einem Auftragswerk von Anton Lindström oder in einer Uraufführung von Matthias Leboucher, der als Gründungsmitglied des Ensembles alle Register ziehen kann.
Am Puls der Zeit ist das Aspekte Festival Salzburg seit seiner Gründung 1977, zu dem schon John Cage, Sofia Gubaidulina oder Brian Ferneyhough neben vielen anderen eingeladen waren und mit ihrer Anwesenheit in Salzburg Musikgeschichte geschrieben haben. Gestaltung: Nicole Brunner.
sa – 16.05.2026
18:20 – 19:00 UHR +++ SWR KULTUR
Jazz: French Darlings – Verträumt in Paris
Von Maxi Broecking. Wir hören einige der schönsten Aufnahmen des französischen Jazz und Aufnahmen, die in Paris entstanden sind. Mit Django Reinhardt und Stephane Grappelli, Yves Montand, Miles Davis und Juliette Greco, Barney Wilen, Madeleine Peyroux oder Ibrahim Maalouf. Lassen Sie sich verzaubern.
22:05:00 +++ Ö1
Neuigkeiten aus der Welt des Jazz
Konzertempfehlungen für die kommende Woche, Buchbesprechungen, Kurznachrufe und aktuelle Meldungen.
23:03:30 +++ Ö1
5 Millionen Pesos: Pianist Lukas Meißl im Interview und im Wiener RadioCafé; Musik zum 70. Geburtstag von Saxofonist Wolfgang Puschnig
Der aus der Oststeiermark stammende Pianist Lukas Meißl war parallel zu seinem Studium an der Jazzabteilung der Kunstuniversität Graz bei Olaf Polziehn bereits in Ensembles wie dem Max Kreuzer Octet oder der Funkband Candlelight Ficus aktiv. Mit seinem eigenen Trio, der OSTstyrian Rhythm Section, veröffentlichte er 2024 das bemerkenswerte Konzeptalbum „Great Austrian Songbook“. In dieser Arbeit nähert sich Meißl mit seinen Partnern, Maximilian Kreuzer (Bass) und Andreas Reisenhofer (Schlagzeug), ikonischen Kompositionen aus Jazzperspektive an, die als musikalischer Inbegriff des „Österreichischen“ gelten: Der „Donauwalzer“ darf da ebenso wenig fehlen wie Wolfgang Ambros‘ Hymne „Schifoan“ oder Falcos Charts-Hit „Rock Me Amadeus“ und die durch Marianne Mendt bekannt gewordene Austropop-Pioniertat „Wie a Glock’n“. Eine heikle Reise in potenziell klischeeträchtige Gefilde, deren Gefahren Lukas Meißl mit Witz und Ideenreichtum begegnet – wie man am 10. April 2026 im Wiener RadioCafe hören konnte, wo die OSTstyrian Rhythm Section mit den Gästen Peter Kunsek (Klarinette) und Ines Reiger (Stimme) in der Reihe „5 Millionen Pesos“ für jungen Jazz in und aus Österreich auftrat. Andreas Felber präsentiert das Konzert, davor wird sich Lukas Meißl im Interview seinen Fragen stellen.
Außerdem erwartet uns Musik von Wolfgang Puschnig: Der international renommierte Kärntner Saxofonist und Flötist, der in seiner Musik modellhaft regionale Roots und Weltoffenheit verbindet, feiert am 21. Mai seinen 70. Geburtstag.
so – 17.05.2026
00:05:00 +++ Ö1
(Fortsetzung); 5 Millionen Pesos: Pianist Lukas Meißl im Interview und im Wiener RadioCafe; Musik zum Geburtstag von Saxofonist Wolfgang Puschnig
17:10:00 +++ Ö1
Die Musikerinnen Monika Roscher, Josephine Davies und Clarissa Forster
Drei Jahre, drei Alben und drei Bandleaderinnen und Komponistinnen die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch vereint sind in ihrem starken Ausdruck, ihrer Passion und Kreativität.
Die preisgekrönte Big Band rund um Komponistin, Gitarristin und Sängerin Monika Roscher legte 2025 mit „Witchy Activities – live“ ein neues Album vor. So viel sei zuvor gesagt: Roscher wurde nicht umsonst vom renommierten US-amerikanischen Musikmagazin „DownBeat“ bereits zwei Mal in der Kategorie „Rising Star“ angeführt. Der Sound des Orchesters ist ab dem ersten Ton überwältigend, aufregend und zieht das zuhörende Ohr wie ein Sog hinein in die elektrisierenden Klangwelten der 2011 in München gegründeten progressive Big Band. Die Band ist bekannt für ihre extravaganten, genreübergreifenden Liveauftritte die stilistisch irgendwo zwischen Jazz, Rock, Metal, Avantgarde Pop oder außerirdischem Big Band Sound liegen. Ebenfalls in Großbesetzung tritt das Enso Ensemble von Josephine Davies in Erscheinung – musikalisch schlägt es allerdings in eine ganz andere Kerbe. Einen einzigen Pinselstrich braucht es, um den Enso Kreis zu zeichnen, ein Zen Buddhistisches Symbol das Teil einer meditativen Praxis ist. Nach ihm, ist auch das 17-köpfige Ensemble benannt, für das Josephine Davies die Suite „The Celtic Wheel of the Year Suite“ geschrieben hat. Die Komponistin und Bandleaderin streckt auf dem gleichnamigen Album ihre Flügel aus in Richtung keltische Mythologie. 8 Sätze hat die Suite, wobei jeder Satz von einer ganz besonderen Zeit im Jahr inspiriert ist – von der Dunkelheit des Winters bis zum Neuerwachen im Frühling, der Erntezeit oder dem Sonnenaufgang. Josephine Davis, die bereits als composer-in-residence für das London Jazz Orchestra ihr Können beweisen durfte, hat mit „The Celtic Wheel of the Year Suite“ ganz klar einen weiteren Meilenstein in ihrer Karriere erreicht. Ausdrucksstark kommt auch die Musik von Sängerin und Komponistin Clarissa Forster daher, die mit ihrem Debütalbum „Into the blue“ aufhorchen lässt. Sie bewegt sich mit ihrer Band zwischen Tradition und zeitgenössischem Jazz und hat dabei auch keine Angst vor atmosphärischen Klangräumen oder kleinen Pop-Allüren die sich sehr homogen in ihre Musik einfügen. Neugierig erkundet sie die unterschiedlichen Rollen, die Stimme im Ensemblegefüge einnehmen kann. Dabei hilft auch die Balance zwischen offenen Formen und ausgearbeiteter Kompositionsstruktur.
22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
NOWJazz: Sonic Wilderness
Von Niklas Wandt. Diese Reihe unternimmt Expeditionen in Randgebiete und Zwischenwelten des Jazz: Improv, Electronica, Klangkunst, Noise, Ambient oder Rock – hier kommen Neuveröffentlichungen und Entdeckungen zu Gehör, die sonst on air kaum zu haben sind. Abenteuerliche Klänge für abenteuerlustige Ohren.
23:03 bis 00:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Musik der Welt: Komitas – Chronist der Musik Armeniens
Armenien ist ein Land, das Jahrhunderte lang von anderen beherrscht wurde, die Armenier sind ein Volk, das oft unter Verfolgung litt. Früher waren es Persien und das Osmanische Reich, die dieses Land zwischen Orient und Okzident knechteten, später die Sowjetunion. Komitas – Priester, Komponist, Sänger und Musikethnologe – hat vieles davon miterlebt und ist schließlich daran zugrunde gegangen, als er den Völkermord an den Armeniern durch das Osmanische Reich im Jahr 1915 zwar physisch überlebte, psychisch jedoch daran zerbrochen ist. Die Musik war für ihn stärkster Ausdruck der armenischen Kultur, und auf Reisen durch die Dörfer hat er den Bauern ihre seit Generationen mündlich überlieferten Gesänge abgelauscht. Er hat sie notiert, geordnet, archiviert, transkribiert und neu arrangiert. Im Gesang hat Komitas den Armeniern eine Stimme gegeben, verletzlich und stark zugleich. Die Sopranistin Hasmik Torosyan hat unterstützt vom Musikwissenschaftler Mher Navoyan vor kurzem eine Doppel-CD mit Liedern von Komitas herausgebracht, die Leben und Werk dieser zentralen Figur der armenischen (Musik-)Geschichte nachzeichnen. Eine Sendung von Florian Heurich
23:03:00 +++ Ö1
Zeit-Ton Magazin – Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen
Jeden Sonntag präsentieren wir Ihnen in der ersten Zeit-Ton-Stunde ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und spannende Neuveröffentlichungen. Mit u.a. einer Vorschau auf das Hyperreality Festival, das vom 21. bis zum 23.5. auf den Otto-Wagner-Areal und im Filmcasino Wien stattfinden wird. Gestaltung: Susanna Niedermayr
