Auf einem Konzert bei den Salzburger Festspielen im Sommer 2021 begegneten sich der Gitarrist Philipp Schiepek und Trompeter Lorenz Widauer zum ersten Mal. Irgendwie ticken beide musikalisch gemeinsam auf der gleichen Wellenlänge und so reifte seitdem die Idee für ein gemeinsames Projekt, das nun unter dem Titel „Bangers and Ballads“ erschienen ist.
Der aus Salzburg stammende Trompeter Lorenz Widauer ist, ähnlich wie Philipp Schiepek, umtriebig und musikalisch vielseitig unterwegs. Ob mit Shake Stew, dem Orjazztra Vienna oder seinem eigenen Projekt Chez FrÃa, sein abwechslungsreicher Sound an der Trompete passt perfekt zu Schiepeks schwebendem Gitarrenspiel. „Bangers and Ballads“ zeigt beeindruckend neue Seiten beider Musiker zusammen im Quartett mit dem Bassisten Michael Acker und Matheus Jardim am Schlagzeug. Bei der Urheberschaft der neun Kompositionen auf der CD wechseln sich beide Musiker ab. Beim ersten Hören fällt sofort die Kommunikation der Musiker untereinander auf. Harmonische Melodielinien wechseln sich ab mit inspirierten, vertrackten, aber nie ausufernden Improvisationen – ein ausgewogenes Miteinander, das sich thematisch durch alle Stücke zieht. Spielfreude und vielschichtige Rhythmik bestimmt den Sound, lässt Raum für die eigene Klangsprache, betont das Gemeinsame, das die Musiker in ihrer Musik verfolgen und sie verbindet. Neben rhythmusbetonten „Bangers“-Tracks und den dagegen ruhigen „Ballads“ sticht das Stück „Rebecca“, im Duo mit Schiepek und Widauer, hervor. Eine Paradeballade mit dem Zeug zum Jazzklassiker.
Sowohl Schiepek, mittlerweile Professor für Jazzgitarre an der Hochschule für Musik und Theater in München, als auch Lorenz Widauer, der sich als Solotrompeter bei den Salzburger Festspielen einen Namen gemacht hat, sind weitaus mehr als ausgezeichnete und prämierte Talente der Jazzszene. Sie sind längst stilprägend und begeistern mit ihrem Spiel. „Bangers and Ballads“ ist ein absolut gelungenes  Album das zeigt wie man Jazz, lyrische Melodien, Rhythmus und Improvisationen gekonnt verbindet und den Hörer damit in den Bann zieht. Man kann sich nur wünschen, dass diese Musik ein möglichst breites Publikum erreicht – wahrer Jazzbalsam für die Ohren, ohne Belanglosigkeiten oder Plattitüden.

Veröffentlicht ist die CD auf dem Label Wooden Waggon Records
Text: Thomas J. Krebs
Beitragsbild: Ulrich Gruchmann