Jazzstudie 2015 gestartet

Heute startet die Online-Befragung im Rahmen der Studie zu Lebens- und Arbeitsbedingungen von Jazzmusiker/-innen in Deutschland, die vom Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim ausgerichtet wird. Zur Teilnahme aufgerufen sind alle Jazzmusikerinnen und -musiker, die in Deutschland leben und/oder arbeiten. Immer wieder wird die ökonomische Situation von Jazzmusiker/-innen als prekär beschrieben, tatsächlich aber fehlen aussagekräftige Zahlen – die letzte ausführliche Studie stammt aus den 1970er Jahren. Für die Gestaltung einer sinnvollen und nachhaltigen Politik, die die Belange von Musikschaffenden im Allgemeinen und Jazzmusiker/-innen im Besonderen berücksichtigt, bedarf es jedoch aktueller Daten, um Vorschläge für Verbesserungen mit Fakten unterfüttern zu können. Die Beantwortung des Fragebogens dauert circa 20 Minuten. Sämtliche Daten werden natürlich anonym behandelt. Die Teilnahme an der Befragung ist bis zum 30. Juni 2015 möglich. Ende des Jahres sollen die Ergebnisse der Studie, einschließlich einer Bewertung der Zahlen, vorliegen und in Berlin öffentlich vorgestellt werden. Die verantwortlichen Initiatoren der Umfrage sind das Jazzinstitut Darmstadt, die Union Deutscher Jazzmusiker und die IG Jazz Berlin. Jetzt teilnehmen unter: www.jazzstudie2015.de

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Farewell Clark Terry

Aus gegebenem Anlass aus unserem Archiv hervorgeholt: ein Portrait von Reinhard Köchl aus der JazzZeitung September 1998 – Was Clark Terry bei Duke, Basie und den anderen lernte, reicht er bedingungslos an eine neue Generation von Musikern/Hörern weiter. Ausgerechnet der „Spiegel“ mit seinem stets wie eine Leuchtreklame vor sich hergetragenen Anspruch von Kultur als bierernster Angelegenheit legte vor gut zwei Jahren den Finger in die Wunde. Warum das Publikum heute nur mehr verächtlich die Nase rümpfe, wenn ein Jazzmusiker in seine Show gepflegte Unterhaltungselemente einstreue, fragte Peter Bölke, der letzte wirkliche Jazzfan in den Redaktionsstuben des Hamburger Nachrichtenmagazins. Vor allem bei Farbigen sei dies krass. Kaum betätige sich nämlich einer von ihnen als Anekdotenerzähler oder Grimassenschneider, würde sofort das uralte Klischee vom grinsenden, immerlustigen Onkel Tom auferstehen. Dabei, so befand Bölke, brächte doch gerade ein wohldosierter Anteil an Jokes und Anekdoten Leben in jede der mitunter wirklich stocksteifen Darbietungen. Das Fazit klang deshalb wie ein Fanal für mehr Lockerheit: „Laßt ihnen ihre Show!“ Obwohl explizit keine Namen genannt wurden, wußte jeder halbwegs Eingeweihte, wen der „Spiegel“ mit diesem Appell meinte: Louis Armstrong, Dizzy Gillespie und …

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Arm, aber glücklich?

Die Mehrzahl der Musikhochschulen in Deutschland (17 von 23) bieten komplette Studiengänge für Jazz und Ähnliches an, darunter mindestens eine Fachhochschule, nämlich die in Osnabrück. Daraus resultiert ein jährlicher Output vieler hochqualifizierter Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker. Was die Zeit „danach“, also nach dem Studium betrifft, so drängt sich der Verdacht auf, dass auf sie aus einem bestimmen Bickwinkel die Bezeichnung Alexander Kluges „Artisten in der Zirkuskupel – ratlos“ zu trifft. Geringes Einkommen wird ein Kennzeichen ihres Daseins sein. Da wäre ich als Studentin und Student ein wenig verunsichert, wenn nicht gar genervt, dass von außen nicht bessere Vorsorge für mich getroffen wird. Aber anscheinend trifft wiederum zu, dass die meisten zumeist nicht ganz erfolglos darin sind, musikalisch kreativ zu bleiben und davon auch noch existieren zu können – auch darin kreativ. Arm, aber glücklich? Die Union Dt. Jazzmusiker bereitet in Zusammenarbeit mit der Universität Hildesheim und dem Jazzinstitut Darmstadt eine Studie vor, um Licht in die bisher unzulängliche Datenlage zu bringen – quantitativ wie qualitativ. Unter der grundsätzlichen Fragestellung: Ist es wahr, was öffentlich im Umlauf ist (siehe oben).

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Gender and Identity in Jazz – Call for Papers zum 14. Darmstädter Jazzforum 2015

Das Jazzinstitut Darmstadt kann 2015 auf 25 Jahre Wirkungsgeschichte zurückblicken. Im Rahmen des Jubiläumsjahres findet vom 1. bis 4.  Oktober 2015  das 14. Darmstädter Jazzforum  statt. Thema ist „Gender and Identity in Jazz“. Angesichts der Tatsache, dass Jazzmusik bis zum heutigen Tag eine Männerdomäne ist und dass im künstlerischen eine Frauenquote fragwürdig bleibt, kommt diese internationale Tagung genau im rechten Moment. Die Jazzzeitung veröffentlicht den englischen Pressetext sowie den Call for Papers. Jazz used to be a predominantly male music. Not only were most of the musicians male, but its aesthetics and social environment was dominated by male ideals and male players as well. In the public perception of this music women as well as other groups or identities not compliant with the male orientation of jazz’s origins played only a minor role. Strong female instrumental voices, for instance, or musicians with a LGBT background were marginalized both by the media and by the jazz scene, seen as an exception or celebrated as a fig-leaf for the alleged openness of the music. Celebrating the Jazzinstitut’s 25th anniversary, the 14th Darmstadt Jazzforum will approach the gender …

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Breaking News +++ Early-Bird-Ticket Moers +++ Jazzfest Bonn 2015: Programm jetzt online +++ Toscana Intensiv-Workshop +++ Jazzfest Rottweil +++ Landeswettbewerb Jugend jazzt Bayern: die Ergebnisse

Seit heute Nacht 00.00 Uhr ist das Early-Bird-Ticket für das moers festival 2015 erhältlich. Es gilt für alle vier Tage des Festivals (Pfingsten, 22. bis 25. Mai 2015) und kostet 98,- Euro inkl. Gebühren (später im Vorverkauf 108,- Euro zzgl. Gebühren und dann an der Tageskasse 120,- Euro). Das ermäßigte Festivalticket kostet 50,- Euro inkl. Gebühren und ist ebenfalls ab heute als Early-Bird-Ticket erhältlich (bitte beachten, dass zum Einlass ein Nachweis über die Ermäßigungsberechtigung und ein Lichtbildausweis erforderlich sind). Das Kontingent des Early-Bird-Tickets ist begrenzt, also am besten gleich im Ticketshop bestellen. Die ersten 100 Besteller eines Early-Bird-Tickets erhalten kostenlos ein Postkarten-Set mit acht Fotografien aus der Serie „Behind the Scenes 2014“. +++ Das Programm für das Jazzfest Bonn 2015 steht fest: zwischen dem 7. und 16. Mai 2015 geben sich internationale und nationale Stars, vielversprechende Neuentdeckungen aus Deutschland und Übersee das Mikrophon in die Hand. Auch eine Weltpremiere ist dabei! Seien Sie gespannt und informieren Sie sich schon jetzt online über das neue Programm. +++   Vom 12. Bis 19. September 2015 findet der zweite „Toskana Intensiv Jazz Workshop“ für Gitarristen und Saxophonisten statt. Der Workshop verbindet …

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Musikerbiografien als anonyme Hörbücher veröffentlicht

Aus unserer aktuellen Printausgabe, von Marcus A. Woelfle – Ich habe in meiner Laufbahn Vieles erlebt: Mir wurden Texte unterschoben, während meine Passagen in Artikeln anderer auftauchten. Meine Worte wurden von wohlmeinenden, doch kenntnislosen Korrekturlesern verschlimmbessert, sinnentstellend gekürzt und verändert. Einmal wurde sogar ein von mir geschriebenes Buch um ein Drittel gekürzt, obwohl ich es diesmal geschafft hatte, die exakte Zeichenzahl zu liefern. Das Resultat strotzte vor Fehlern, unverständlichen Passagen und wurde um ein unfreiwillig komisches Vorwort „ergänzt“. Mochten mich auch die Änderungen vor Schrecken erbleichen oder vor Scham erröten lassen, die Ehre der Autorschaft ließ man mir, selbst wenn mein Name bisweilen mit „k“ und/oder „ö“ entstellt wurde. Doch der folgende Fall ist einmalig. Eigentlich schreibt man nicht über seine eigenen Werke, jedenfalls nicht ohne triftigen Grund. Bei ohne Autornennung oder unter Pseudonym erschienenen Werken hat die Selbstrezension allerdings eine kuriose Tradition. Sein 1782 anonym erschienenes Schauspiel „Die Räuber“ besprach Friedrich Schiller ebenso anonym, nicht einmal sonderlich wohlwollend. Als im Jahr 1900 „die Steckbriefe erlassen hinter dreißig literarischen Uebelthätern gemeingefährlicher Natur“ unter dem Pseudonym Martin Möbius erschienen, rezensierte sie ihr Autor Otto Julius Bierbaum …

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Jazz-Talk in Berlin: Musiker im Gespräch mit der Bundespolitik

Bundeskonferenz Jazz, Jazzinstitut Darmstadt und die Hessische Landesvertretung in Berlin laden ein: KONZERT / TALK: JAZZ TRIFFT POLITIK … nur für den politischen Frühschoppen? Gespräch zwischen Jazzmusikern und Bundespolitik Durch eine große Anfrage der SPD-Fraktion im Bundestag zur „Musikförderung des Bundes“ im April dieses Jahres und die inzwischen vorliegende Antwort der Bundesregierung richtete sich zuletzt der öffentliche Fokus auf den Einfluss bundespolitischer Entscheidungen im Bereich der öffentlichen Förderung von Musik sowie die Zweckmäßigkeit und Transparenz von bestehenden Förderstrukturen wie etwa der „Initiative Musik“. Dass Jazzmusikerinnen und -musiker in hohem Maße an solchen Themen interessiert sind, vor allem aber auch ihre eigene Stellung in der allgemeinen kulturpolitischen Wertschätzung hinterfragen, soll die Auftaktveranstaltung des diesjährigen Festivals „Jazz in den Ministergärten“ zeigen. Auf Einladung der Bundeskonferenz Jazz werden in der hessischen Landesvertretung die Jazzmusikerinnen Julia Hülsmann (Berlin) und Angelika Niescier (Köln) mit MdB Siegmund Ehrmann, Mitglied des Kulturausschusses im Deutschen Bundestag und Obmann der SPD-Fraktion für Kultur und Medien, zusammentreffen, um über die schwierige Wahrnehmung der Belange von Musikerinnen und Musikern aktueller improvisierter Musik in den für die Kulturpolitik zuständigen bundespolitischen Gremien zu sprechen.

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Ende einer Ära: Richard Wiedamann gestorben

Wie das Bayerische Jazzinstitut gestern auf seiner Website meldete, ist der Gründer und langjährige Leiter des Instituts Richard Wiedamann am 6. Januar 2011 verstorben. Sein Tod bedeutet das Ende einer Ära, denn vieles, was den Jazz in Regensburg und Bayern betrifft, geht auf Wiedamanns Bemühungen zurück. Als Leiter der Städtischen Musikschule Regensburg und Initiator des Regensburger Jazzweekends, des Landes-Jugendjazzorchesters Bayern sowie des Bayerischen Jazzinstituts hat er Strukturen angestoßen, die das bayerische Jazzleben der letzten Jahrzehnte mitbestimmt haben und auch in Zukunft Gültigkeit haben werden. Auf nmz online hat Michael Scheiner einen Nachruf auf den großen Jazzmentor veröffentlicht. http://www.nmz.de/online/regensburger-jazzpapst-zum-tod-von-richard-wiedamann Im  Jazz wie im Leben: Entdecke Standards, studiere Standards, versuche ernsthaft, selber welche zu setzen – improvisiere Dich aber immer wieder mit einem Lachen frei. (Richard Wiedamann) Weitere Infos zu Wiedamanns Biographie, zur Trauerfeier und zum Eintrag ins Kondulenzbuch: http://www.richard-wiedamann.de/ http://www.bayernjazz.de/

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Education sucks!

Im Jazz ist die musikalische Bildung so weit fortgeschritten wie nie. Überall gibt es Landesjugendjazzorchester, in denen die Kids ihre Fähigkeiten schon im Teenageralter ausbilden können. Jazzmusiker an Musikschulen sorgen als Lehrkräfte dafür, dass der Nachwuchs weiterhin sprießt und die bösen Hip-Hopper mit den schweinischen Texten nicht die Oberhand gewinnen. An den Musikhochschulen gehen genug Studienbewerbungen im Jazzbereich ein, um den Bedarf mehrfach zu decken. Großes Interesse offenbar am universitären Jazz… Wie kommt es dann, dass ein an der HMT München veranstalteter 3-Tages-Workshop mit solidem Dozenten-Lineup (Randy, Brecker, Billy Cobham, Nathan Davis, Abraham Laboriel, Patrice Rushen) so geringen Zulauf von außen bekommt? Der Workshop war ausdrücklich nicht an Studenten, sondern an ambitionierte Laien gerichtet, denen man eine Gelegenheit bieten wollte, mit Profis neues Terrain zu erkunden. Eine beschränkte Öffnung der Hochschule für Interessierte. Am vergangenen Wochenende saßen den Dozenten dann doch überwiegend Studenten der Hochschule gegenüber – der erhoffte Ansturm der Amateure blieb aus. Gut, einige waren es doch und die konnten beim Workshop-Konzert zeigen, was im Laienbereich möglich ist, wenn man konzentriert arbeitet und die richtige Unterstützung hat. Kompliment! Wo aber waren die so …

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