Hohe Auszeichnungen für Nils Landgren und Adam Bałdych

Ende vergangener Woche wurde bekannt gegeben, dass der Posaunist und Sänger Nils Landgren den Kunstpreis 2016 des Landes Schleswig-Holstein erhält. A, 10. Juni wurde auch der Geiger Adam Bałdych prominent, und gleich doppelt, ausgezeichnet: mit dem goldenen Verdienstkreuz und dem Verdienstorden für Kultur seines Heimatlandes Polen. (ACT News) Der Kunstpreis Schleswig-Holstein für Nils Landgren ist mit 20.000 Euro dotiert und wird im Herbst von Ministerpräsident Torsten Albig verliehen. Dieser nennt Landgren „Einen hervorragenden Botschafter für die Jazzmusik in Schleswig-Holstein“. Landgren, seit 2012 künstlerischer Leiter der JazzBaltica, bringe seit vielen Jahren die besten Musiker aus dem Ostseeraum nach Schleswig-Holstein. Der Posaunist sei JazzBaltica schon seit den Anfangsjahren 1991 eng verbunden. Heute zähle er zu den bekanntesten und angesehensten Jazzmusikern weltweit. Der Kunstpreis des Landes wird alle zwei Jahre an Künstlerinnen und Künstler verliehen, die in Schleswig-Holstein geboren sind, im Lande wirken oder für das Land eine besondere Bedeutung haben. Adam Bałdych hat vom Präsidenten der Republik Polen das goldene Verdienstkreuz in Anerkennung besonderer Leistungen für sein Heimatland erhalten. Es ist die höchste Auszeichnung, die die Republik Polen zu vergeben hat. Darüber hinaus erhielt Adam Bałdych den Verdienstorden für Kultur des polnischen …

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Bassistin Lisa-Rebecca Wulff erhält den IB.SH-JazzAward 2016 im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals

Preisträgerin des IB.SH-JazzAwards 2016 ist die Bassistin, Komponistin und Sängerin Lisa-Rebecca Wulff. Der von der Investitionsbank Schleswig-Holstein gestiftete Geldpreis in Höhe von 3.000 Euro wird im Rahmen von JazzBaltica 2016 verliehen. Seit 2008 wird der IB.SH-Jazz-Award als Auszeichnung an junge, aufstrebende Jazzmusiker vergeben. Nachdem in den vergangenen Jahren die Preise an das Trio Frashback, die Formation Me And My Boom Box und letztes Jahr an die Saxophonistin Katharina „Tini“ Thomsen vergeben wurde, ist 2016 erneut eine Solistin in den Fokus der fünfköpfigen Jury gerückt. Die 25-Jährige Hamburgerin begeistert mit ihrem Spiel auf Kontra- und E-Bass. Daneben steht sie auch als Sängerin und Komponistin auf der Bühne. Mit ihrem Mut zur Improvisation und Spontaneität verbindet sie mühelos Jazztradition mit Moderne«, erklärt Michael Adamska, Vorstand der IB.SH. Am Kontra- wie am E-Bass hat sie als Solistin ebenso eine eigene, überzeugende Sprache gefunden wie als Sängerin und Komponistin. Im Duo Kalís, in dem Wulff zusammen mit der Sängerin Katrin Rumberg lotet sie eigene Kompositionen aus. Auch spielte Lisa-Rebecca Wulff mit Jazzgrößen wie Bob Mintzer, Nils Landgren und der NDR Bigband auf der Bühne. Nach Klavier und Gitarre entdeckte …

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Da stürmt die Sonne! Brandheißer Jazz vom Trio: Danielsson, Neset und Lund!

“Sun Blowing”, das neue Trio-Album – mit Lars Danielsson am Bass, dem Drummer Morten Lund sowie dem Ausnahmesaxophonisten Marius Neset – präsentiert nicht nur eine Sternstunde des Jazz, darüber hinaus gibt es auch noch eine wirklich gute Entstehungsgeschichte: Auf der Rückreise von der JazzBaltica im Zug nach Kopenhagen trafen sich die Musiker, kamen ins Gespräch, und so war plötzlich die Idee dieses Trios geboren. Letztlich ist es eine Band ohne Leader, ein akustisches Trio mit drei gleichberechtigten Partnern, das sich ohne große Vorbereitung zusammensetzt und „pure“ drauf los spielt. Es sollten drei weitere Jahre vergehen, bis das Projekt schließlich verwirklicht wurde. Das passierte unkonventionell und unprätentiös im Gegensatz zur üblichen Schaffensweise, die sich Neset & Co sonst auferlegen. Im Kopenhagener MillFactory Studio bot sich letztes Jahr eine günstige Möglichkeit für eine Aufnahme an, die die drei spontan wahrgenommen haben. Ohne große Vorbereitung brachte jeder seine Stücke mit und dann wurde gemeinsam musiziert. Siggi Loch war als Produzent ebenfalls mit von der Partie und dann ging es los! Beginnend mit Danielssons Blues „Little Jump“, dem ersten Stück und Opener des Albums, spielten sich die Musiker ein, blieben …

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Joachim Kühn: Der nächste kühne Schritt des Giganten

1966 verschafften dem 22-jährigen sein Bruder und der österreichische Pianist Friedrich Gulda die Möglichkeit zur Flucht aus der DDR, deren gesellschaftliches Klima ihn künstlerisch beengte. Schnell wurde Joachim Kühn zu einer festen Größe im europäischen und internationalen Jazz. Seine aktuelle Tournee führt den Giganten des Jazzpianos nun wieder nach Deutschland. Das erste Konzert gibt er zu den Jazztagen in Ilmenau. Im Trio mit zwei „jungen Wilden“ stellt er das Projekt „Beauty & Truth“ vor. Es ist Sinnbild für einen musikalischen Aufbruch im Jazz und steht gleichzeitig für gelebte Jazzerfahrung. Die zugehörige CD erschien im März auf dem Label ACT. Kühns Weg war lang, seine Spur auf unserem Globus ist kaum zu übersehen. In seinem Solospiel hat er immer wieder deutsche Romantik und französischen Impressionismus mit den harmolodischen Prinzipien des Free Jazz zusammengeführt. Daneben hat er mit BigBands gearbeitet, Ballettmusiken geschrieben und 2002 mit dem Thomanerchor ein Bachprogramm aufgeführt. Einerseits einer der führenden Jazzpianisten weltweit, pflegte er auch ein Faible für Rockmusik und elektronische Instrumente. Dem am 15. März 1944 in Leipzig in eine Artistenfamilie Hineingeborenen, der im ummauerten Land frühe Erfolge feierte, wurde das gar …

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JazzBaltica 2016 – Das Programm ist da

„Komm mit ans Meer“, heißt es in diesem Jahr bereits zum fünften Mal, wenn JazzBaltica vom 24. bis zum 26. Juni 2016 auf dem Gelände der Niendorfer Evers-Werft und im Niendorfer Hafen der Gemeinde Timmendorfer Strand die Fahnen hisst. In seiner 26. Saison richtet das internationale Jazzfestival erneut einen Blick auf die baltische Jazzszene, aber auch darüber hinaus. Es gibt Neuerungen, etwa die JazzBaltica All Star Band mit starken Charakteren wie Eva Kruse, Karin Hammar, Sandra Hempel, Tini Thomsen und Hildegunn Øiseth, es kommen bekannte Gesichter in neuen Formationen wie etwa die Jazzpianisten Wolfgang Dauner oder Joachim Kühn, und es finden Sologrößen wie unter anderem die deutsch-iranische Sängerin Cymin Samawatie, der Schlagzeuger Christian Lillinger mit seiner neuen Band Amok Amor und der polnische Geiger Adam Bałdych ihren Weg nach Niendorf. Der künstlerische Leiter Nils Landgren lädt anlässlich seines 60. Geburtstags gemeinsam mit seiner Funk Unit zu einer Dance-Night ein und wird außerdem als special guest auf Wunsch des legendären Berliner Quartetts Mo´Blow das Festival 2016 beschließen. Neben den Konzerten auf der großen Bühne wird es ein kostenfreies Open–Air–Programm geben, auch der Eintritt zu den Konzerten …

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Jazz im Radio

Die Herbstmonate sind Hochsaison, was Live-Acts angeht. Wer dennoch nicht sein Zuhause verlassen will – denn mit dem Verlassen der eigenen vier Wände beginnt ja bekanntlich das gesamte Unglück der Menschheit, für den hat die Jazzzeitung.de -Redaktion ein paar Radio-Empfehlungen ausgesucht.   hr2 Live-Jazz SA. 24.1 OKT/19.05-20.00h HENRY THREADGILL SEXTET Henry Threadgill,, sax, fl | Frank Lacy, tb | Rasul Sidik, tb | Deidre Murray, cello | Fred Hopkins, b | Newman Baker. dr | Yaron Israel, dr | Ein Mitschnitt vom 21. Deutschen Jazzfestival Frankfurt 1988, VON CLAUS GNICHWITZ SO 25. OKT/19.05-20.00h DIE HR-BIGBAND: Konzerte und Produktionen u.a. mit: “Incomprendido” – hr-Bigband feat. Miguel Zenón, cond. by Mike Holober, Frankfurt am Main, Instituto Cervantes, September 2012, Teil 1 VON DANIELLA BAUMEISTER   SWR2 SA 17. OKT ⁄ 20:30 – 22:45 UHR DONAUESCHINGER MUSIKTAGE – LIVE NOWJAZZ SESSION ACOUSTIC & ELECTRIC HABITAT Die dänische Saxofonistin Lotte Anker im Trio und Sextett mit Sofia Jernberg Thomas Lehn ⁄ Ikue Mori ⁄ Sten Sandell und Michael Vorfeld AM MIKROFON: JULIA NEUPERT SAMSTAG ⁄ 17. OKTOBER ⁄ 22:45 – 24:00 UHR DONAUESCHINGER MUSIKTAGE NOWJAZZ DONAU.PHON VON HARRY LACHNER …

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Noch ein Jazz-Event: Trave-Jazz-Festival Lübeck

Von Peter Ortmann – Heute genügt es nicht mehr, mit einem Jazzkonzert oder Festival in eine quadratische Konzert- oder Mehrzweckhalle zu gehen. Das Ambiente muss stimmen! Möglichst mit Wasserflächen (Meer oder See), Hafen, Schiffen, Wind und Wetter, Promenaden mit einladender Infrastruktur zum Verweilen. Daher finden Festivals wie Elbjazz (Hamburger Hafen) oder Jazzbaltica (Hafen von Niendorf an der Ostsee) so viel Zuspruch. (Siehe dazu auch das neue Heft „Musikforum“, der Zeitschrift des Deutschen Musikrates, zum Thema „Event-Kultur“). Das alles bietet auch Lübeck, eine alte Hansestadt mit Hochzeiten schon um 1200, umflossen von Trave, Stadtgraben und Kanal, mit einem Museumshafen und alten Hafenschuppen. Und so lag die Idee nahe, auch hier ein athmosphärereiches Jazzfestival anzubieten, was im vergangenen September zum ersten Mal erfolgreich über Bühne ging. Das Programm bestand aus einer attraktiven von Highlights (Nils Wülker) mit regional bekannten Gruppen (Salt Peanuts Bigband, Eric Staiger Duo, Patrick Farrant, Funkhaus usw. ). Einen weiteren Highlight brachte der im Juli 2014 gegründete jazz pool Lübeck e.V. ein, eine Vereinigung von Lübecker Musikern und Jazzfreunden. Er brachte Michal Urbaniak (Violine, Ex-Miles Davis), Kim Clarke (Bass, Defunk) und Keith Copeland (Schlagzeug, …

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NDR-Bericht zur Esbjörn-Svensson-Hommage bei JazzBaltica

Am Wochenende ist in Salzau JazzBaltica 2011 zu Ende gegangen, das diesmal mit dem Motto „piano, piano – remembering Esbjörn“ eine Hommage an den vor drei Jahren verstorbenen Pianisten und Komponisten Esbjörn Svensson beinhaltete. Der NDR hat in seinem „Kultur Journal“ einen Kurzbericht gesendet mit Interview-Einblendungen, in denen Protagonisten des Esbjörn-Tribute-Konzerts Pat Metheny, Nils Landgren und Magnus Öström zu Wort kommen. In der Mediathek des NDR ist der Videobeitrag abrufbar. Bezeichnenderweise unter dem Titel „Pat Metheny bei JazzBaltica“… Links: JazzBaltica NDR KulturJournal

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3/4 Moers Festival + 1 x Helge = gut gespart!

Was sich bereits beim letzten Festival 2010 angedeutet hat, wurde im letzten Sommer Gewissheit. Am Pfingstwochenende ist es dann soweit: Das Moers Festival wird bei seiner 40. Ausgabe um einen Tag gekürzt und wird nur noch über drei Tage ausgerichtet. Aus Sicht von Veranstaltern und Stadtverwaltung ein überlebensnotwendiger Kompromiss, da das Festival zur Gänze auf der Kippe gestanden hat. Der vierte Tag fällt dabei allerdings nicht einfach weg, denn der Künstlerische Leiter des Moers Festivals Reiner Michalke hat das Kunststück versucht, das übliche viertägige Programm auf die verbleibenden drei Tage zu komprimieren – Programmvielfalt und -Umfang sollten so gut als möglich erhalten bleiben. Es ging bei den Sparmaßnahmen offenbar vor allem darum, einen Tag mit teuren internationalen Musikern einzusparen. Deshalb wird es zusätzlich zum Programm noch ein Special am Pfingstmontag geben: Helge’s Heimatabend – bei dem Helge Schneider Neues und Altes aus seinem Repertoire auspacken wird. Die Tage sind jetzt voller und man ist früher wieder zu Hause. Gar nicht mal so schlecht, jedenfalls im Vergleich zu einem eingestampften Festival. Apropos … was läuft eigentlich bei JazzBaltica? JazzBaltica  wird beatmet In Salzau wird demnächst das …

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Jazztage Dresden senden S.O.S

Bitter für die chronisch defizitär arbeitendenden Jazztage Dresden: Bei der kürzlich zu Ende gegangenen Ausgabe 2010 hat das Festival mit rund 13.000 Besuchern einen Rekord aufgestellt, obwohl man aus Geldmangel sowohl das Werbebudget um 75 % kürzen, als auch die Dauer des Festivals um fünf Tage reduzieren musste. Trotzdem steht man jetzt vielleicht vor dem Aus. keine Förderung – kein Festival Der Grund dafür ist im Gegensatz zum ebenfalls schwer angeschlagenen JazzBaltica in Schleswig-Holstein nicht eine Streichung von Fördermitteln, sondern die permanente Abwesenheit ausreichender Zuschüsse. Der Veranstalter Grandmontagne Music kämpft seit Jahren für eine angemessene Förderung durch die Stadt Dresden. Doch die hält sich bisher überwiegend bedeckt – die Fördersumme von 1.500 € für 2010 (von 100.000 €, die beantragt worden waren) spricht eine deutliche Sprache. Die Zukunft des Festivals will Grandmontagne Music nun vom Förderantrag für 2011 abhängig machen. Sollte dieser wieder nicht bewilligt werden, sieht man sich kräftemäßig am Ende und möchte aufhören. Anstelle der Jazztage gäbe es dann lediglich einige über das Jahr verteilte Einzelkonzerte und kleinere Konzertreihen.

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